Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 468 (22.7.1935)
- Date
- 1935-07-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4 »ff «TIMMS Nr. 468 —-SS. Juli 1085 Zionistische Bezirks-Sektion Leopoldstadt und Club Erez Israel entbieten ein herzliches Mazeltow unserem Herrn Ignatz Müller und Frau zur Geburt ihrer Tochter Ruth Wien, Juli 1935 KongreßwahVResultate Lembefg, 19. Juli. (Z. T. A.) N&ob dftn vorliegenden Wa.htoiffern werden die 46 ostgulizisehen Mandate rum XIX. ZionistenköngTeß wahrscheinlich wie folgt verteilt werden: Weltverban d der Allgemeinen Zionisten 19, Arbeitendes Palästina 19, MisracM 5, Judenstaatspart.ei 2, Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten 1 Mandat. Die QesdUtkU de$ T festet* TladzwiUs Von CH. W. 1290 Städte, 5000 Dörfer, unabsehbare Ucker ah das der Juden anderer Länder. Ländereien und Waldungen besaß dm so lebten sie doch ln elenden, übervölkerten Gassen, ln ungesunden Wohnstätten, vom Bauern angespien, von der Behörde zum Tragen des Judenzeichens gezwungen, in steter Pogromfurcht seit dem Blutbad von Chmel des Jahres 1648. Der fürstliche Judengenosse mühte sich nicht nur für die soziale und kulturelle Hebung der polnifürstliche Geschlecht derer vön Radziwill i.m alten Polen. Nikolai Martin Jakob Rad zlwiU erblickte im Jahre 1705 das Licht der Welt. Er studierte Medizin und Philosophie reiste ins Ausland und erweiterte dort seinen Horizont. Er war ein gewandter Weltmann, ein scharmanter Plauderer glänzte schon in jungen Jahren bei Hofe und wurde früh berühmt als Gelehrter, Po litiker und, Staatsmann. 1737 war er bereits Marschall des litauischen Tribunals. Da erschütterte ihn der plötzliche. Tod einer Geliebten. Der glänzende Kavalier des galanten Jahrhunderts wurde zum düsteren Ir übler nach dem Ursprung alles Wesens Die angeborene, uferlose, slawische Schwer■ Cernauti, 19. Juli (2. T. A.) Die Kongreßrwahlen in der Bukowina hat-1 mul wandelte den von deutscher und fran ten folgendes Resultat; Arbeitendes Pa-1 zösischer Aufklärungsliteratur beeinflußten lästina 2 Mandate, W eltverband der Freigeist in einen Gottsucher. Dem Schal Allgemeinen Zionisten 1, Misraehi 1 Mandat. I ten der Geliebten nachjagend, in seinem Zürich, 19. Juli. (Z. T. A.) In der Schweiz beteiligten sich 50% der Schekelzahler an der KongTeßwahl. Für den Kandidaten des Misraehi und der Allgemeinen Zionisten Dr. Marcus Cohn wurden zirka 480, für den Kandidaten des Arbeitenden Palästina Berl Locker zirka 390 Stimmen abgegeben, so daß Dr. Marcus Cohn ■die Schweiz auf dem Kongreß v»rtreten wird. ICA darf türkische Juden nach Palästina befördern Instanbul 19. Juli. (2. T. A .) Die türkischen Behörden haben der Leitung des ICA-Büros in Instanbul v e rboten, türkische Juden nach Palästina zu befördern. Das Büro da.rf lediglich in der Türkei weilende ausländische Juden betreuen. Das an die ICA ergangene Verbot trifft besonders schwer die Juden in Thrazien, die eich seit dem vorjährigen Pogrom in einer sehr traurigen Lage befinden und deren einzige Hoffnung Palästina ist.. Eine Dreyfus-StraRe in Teh Aviv Der Stadtrat von T e I - A v i v hat beschlossen, eine Straße nach dem eben verstorbenen Obersten Alfred D r e y f u s zu benennen. Zertifikat Allgemein-Zionistische Werber «neiden sich, falls sie Chaluzim sind, an den Hechalnz Haklai Zioni, H., Innstraße 8, alle anderen Personen werden durch ihre Bezirkssektdonen der Alija-hkommission der Allgemeinen Zionisten zur weiteren Evidenzhai tungvorgeschlagen. Handwerker melden sich bei den Handwerkergruppen ihrer Bezirkssektion oder Ortsgruppe (Baaleh M i k z o a h), von wo sie ebenfalls an die Alijabkommission weitergeleitet werden. Es sind also alb Interventionen in Zer tifikatsange 1 eg enhe it en ausschließlich an die zionistischen Bezirkssektionen und Gruppen zu richten. Donnerstag, den 18. d., veran- Btalteten die Handwerkergruppen des Zioni- Leiden ein polnischer Werther, stürzte er sich in okkulte Abenteuer. Wurde Theo soph, Rosenkreuzer, Freimaurer, Alchimist forschte nach dem Stein der Weisen und landete beim Studium der Kabbala. In Polen entstand in diesem Jahrhundert der Chassidismus, eine Renaissance der alten, aus Sephard gekommenen Kabb'jla, ln einer Synagoge Galiziens erlebte der Fürst Jom Hakippurim- Die ernste Bußstlmmmg, der blassen Seelenlichter Schein, nicht Idle meißner hüllten Beier, die erhabene Schlichtheit des Gottesdienstes wirkten eindrucksvoll auf den Andersgläubigen, dem all dies noch reizvolles, bestauntes Neuland war, Mit Feuereifer erlernte der philo.semitlsche Fürst mn die hebräische Sprache, der&i Schönheit ihn entzückte, suchte heimlich len Verkehr und. den Unterricht berühmter Rahbonim, begann selbst „auf dem Meere ies Talmuds zu schwimmen“. Er hielt itrenge die mosaischen Satzungen und Fasttage, ungeachtet des Kopfschütteins seiner adeligen Freunde, die sich allmählich von ihm zurückzuziehen begannen, des empörten Gezeters seiner Familie, die ihn für wahnsinnig hielt, ihn nie, verstehen konnte. Begeistert trat er zum Judentum über und nannte sich nicht mehr Jakob, sondern Israel ben Abraham. Die Juden liebten und ehrten den Fürsten, der für sie zu jedem Opfer bereit war. Immer gehässiger wurde er angefeindet. Er kehrte sich nicht daran. Der Mut, mit dem er immer und überall für die Juden eine Lanze brach, hat fast etwas Biblisches. Die Menschenrechte seiner vielen, jüdischen Untertanen lagen ihm am Herzen. Je mehr er sie kennen lernte, desto mehr verstand er, daß ihre oft gehässig ausposaunten Fehler entweder boshaft angedichtet oder notwendig aus traurigen Lebensbedingungen geboren waren. Hehlen mich das Los der Juden des damaligen Polens erlrägrelchischen Olympiakandidaten im Bosen aul dem Platze hospitieren läßt. Die Leitung des Trainings hat der bekannte Professionaiboxer F. Krausz. Trainingszeiten Montag, Donnerstag und Samstag ab H7 Uhr. Mitgliedsbeitrag 2 Schilling. In der Juniorenkonkurrenz konnte Berger (Makkabi) einen schönen Punktesieg über Schefzig (Wieden) erringen und sich dadurch für die Vorschlußrunde qualifizieren. FILM Cbarles Laughton und Boris Karloff In einem Film. Charles Laughton und Boris Kar- _ ... tt . loff spielen die Hauptrollen des Filme ,.Das sehen Juden. Er gewährte ihnen alle nur Haug des Schreckens“, dessen Wiener Urauimöglichen Freiheiten. Bald aber sah er ein, | führang am 26. Juli stattflndet. daß die wirtschaftliche Gesundung seiner Juden nur aus einem eigene m, u n a bhängi gern Staat kommen konnte. Durch nationales Bewußtsein wollte er dem Volke Rückgrat geben, ihm wieder zur geraubten Menschenwürde verhelfen. Opferfreudig gab dieser Ideale Zioniit arischer Rasse den größten Teil seines Ricscnvermögens für die Gründung eines Judenstaates, dessen, Oberhaupt er werden, wöllie Doch schien er nöch nicht Palästina in Frage gezogen zu haben. Der neue, jüdische Freistaat sollte vorläußg nur als eine Art Fremdenkolonie in Polen aufblühen. Nicht, auf dem Heimatboden von Erez Israel. Und doch war Radziwills Plan beinahe dem modernen Zionismus verwandt, von dem er noch nichts ahnte, er, der vor der ersten Teilung Polens lebte... Radziwills Pläne richteten sich vorerst auf Förderung und Verbesserung des jüdischen Ackerbaues. Seine Juden hatten bereits die Vorteile eigener Gerichtsbarkeit und Verwaltung. Im geplanten Judenstaat sollte das Hebräische allgemein gültige Umgangssprache werden So sollten sich des Fürsten Juden nicht mehr als bloß geduldetes Gastvolk fühlen, sondern als große, freie und edle Nation. Raäziwill wurde ob seines Traumes vom selbständigen Jude/istaat in der Galuth als Schwärmer und Utopist angesehen, verlacht, verhöhnt, gewarnt, dann bedroht. Die Juden aber jubelten ihm zu. Manche glaubten das messianische Zeitalter greif bar nahe... Nun wollte sich des Fürsten Nikolai Mar tin Jakob Radziwill Sippe seiner entledigen Sic suchte Handhaben, um ihm sein Vermögen und, seine Güter nehmen zu können. Sein einziger Bruder Hieronymus wollte ihn entmündigen lassen. Hieronymus prozes slerte jahrelang und verlor den Prozeß. Auf einer Reise ins innere Rußland ent blödele er sich nicht, den Bruder als Hoch Verräter bei der Zarin Katharina anzu schicärzen. Katharina, die ja immer Komplotte z\i befürchten hatte, Unterzeichnete das Urteil gegen den vermeintlichen Staats feind. Die Güter des Judenfreundes wurden zugunsten seines Bruders konfisziert. Geknutet, halb verhungert, den Leib von unsäglichen Foltern gebrochen, durch lange Kerkemacht erblindet, starb der Märtyrer seiner Idee in einer russischen Fcstungskasematte. Kinoprogramme der Woche KREUZ*KINO I., WollMll« 17 Tel. R 24-S-1« Vom 23. bla 25. Juli 1985 Geschlossen leopoldstflMer Volkskino 11., ttotensternj Telephon R ese 7a Vom 23. bla 28. Juli 1035 Geschlossen -Kino VI., Morfahflferstraße 3T Telephon B 20-208 Am 23 und 24. Juli 1935 Beginn: */s4, */*6, V*8, V40 Uhr VH., Mariahilfer8traße 120 Telephon B 33-0-68 Vom 23. bis 25. Juli 1935 mit Joan Crawford, Clark Gabi«, Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonn* und Feiertage: 7,4, v46, VA 9 Uhr IX., Porzellangasse 19 Telephon A 18 0-76 Heimat-Kino Vom 23. bis 25. Juli 1935 Sill Mieky Wochentags: 5, 7, 9 Uhr, Sonnu. Feiert, ab 8 Uhr DL, Währingerstraße 12 Telephon A 18-3-96 Vom 23. bis 25. Juli 1035 Votivpark-Kino Vom 23. bi Geheimnisse von Stambul Beginn: 4, 8/*6, */£, ‘/J0 Uhr Gesellschaftsreise zum Kon* greß nach Luzern Die ,.S t i m m c:! veranstaltet eine Gesellschaftsreise zum Kongreß nach Luzern tischen Landesverbandes (Baaleh Mikzoah)|‘T1 e*rie'iri erstklassigen Autobus. Programm. 1 18. August, um 7 Uhr früh, Abreise von Wien. Mittagessen in Salzburg. Abendessen und Näcbtigung in Innsbruck. 19. August: Frühstück in Innsbruck. Mittagessen in Zürich, Weiterreise nach Luzern. Die Rückreise erfolgt nach acht Tageu. Während de« Aufenthaltes in Luzern Arrane-ine Besprechung, bei der Herr Ing. Berth. Lichteustein ein überaus interessantes Referat über die Aufgaben des jüdischen Handwerkers in Palästina hielt. Der Leiter der austro - palästinensischen Handelskammer, Herr Dr. Hugo Groß, der bei der Besprechung anwesend war, begrüßte die Enschie-. . , , zienen und gab seiner Zufriedenheit über die g^^nts im Einvernehmen mit dem Kon- Tätigkeit der Handwerkergruppem Aus. _ druck. Es werden auch während des Som- P6r \reis Fahrt Wien Luzern mers regelmäßig Veranstaltungen der Hand- ^en inklusive Verpflegung (ohne Gewerkergruppen (Baaleh Mikzoah) abgehaltränke^ bed der Hinuad Rückfahrt beträgt ten. Allgemein-Zionistische Handwerker kön- Pro Person 120 S* Pr0 Pef°n darf 1 CoyP6’ nen jeden Dienstag und Donnerstag zwischen I ko^er mitgenommen werden. 1 bis 2 Uhr im Landosvcrbtnd, I., Marc-I Auskünfte, Arrangements, Besorgung von Aurel-Straße 5, unter Beibringung von Fachzeugmissen bei treten. Ebendort findet Diens- Eintritt&karten zum Kongreß usw. und Durchführung: Reisebüro City, I., Kohltag, den 30. Juli, H9 Uhr abends, unsore I ra‘ark^ *26-4-29. nächste Besprechung statt; Referent und Thema derselben werden in der nächsten Nummer der „Stimme“ bekanntgegeben. Während kongresse« Kongreßzeitung. der Dauer des Zionio lener scheint in deutscher und Hollabrunn. Am 24 d., H8 Uhr abends, findet I hebräischer Sprache eine tägliche Ausgabe im Tempel zu Hollabrunn aus Anlaß des er-1 der Kongreßzeitung. Der Preis für die ge- Ftfß M^^on^derdI^a2nti3obftSöKultFi?^en?ein!lo» sa-mto Fo^ <12 Ausgaben) beträgt i wnclo mit^großen Kosten ein Ring installiert 11, Marc.Aurel Straße 5. ~ Verantwortlicher Oberbollabrunri veranstalteter Trauergotte8- Aus Bad Tatzmannsdorf wird uns gemeldet: Es ist erfreulich, daß sich immer mehr die Oberzeimung durchsetzt., daß wir in Österreich vollständig gleichwertige Kurorte und. Kurstiksche Landeßkomitee, Wien, I., Marc-Aurelbehelfe haben, wie sie im Auslande geboten Staßo 5, Telephon U 22-2-11, endogen- Ä"- ‘ÄSST genommen. Idorfcr Quellen und Moore mnd nunmehr der breiton öffenitichkeit bokannt. Auf diesen Um- „Palästina.« Zeitschrift für den Aufbau Palästand ist es zurückzuführen, daß dieses Herzstinas. Juli 1935. Nr. 7. Inhalt: Das Wasser- und Frauenheilbad zur Zoit vollständig besetzt Problem Palästinas im Lichto geologischer Anist. In den letzten Tagen sind unter anderen sichten. Von Dr.-Ing. A. Werber, Tol-Aviv. —I eine Reihe bekannter Persönlichkeiten einge- Eutgegnuug. Von Dr. Leo Picard, Jerusalem, langt. — Ägyptisch-palästinensische Ilandelsbezie-1 bungen. Von David Ilorowitz, Tol-Aviv. —| .»»re Reise nach Czernowitz treten Sie an Zwei Jahre Einwanderung aus Deutschland. I einen der nächsten Sonntage an. Das Reisebüro Von Moshe Brachmann, Tel-Aviv. — Anfänge I iJrut“ veranstaltet allwöchentlich wohlorganijüdischer Schiffahrt. Von Dr. Alfred Marcue, I ricule Sonderfahrten in die Bukowina mit be- Ilaifa. —. Jahresbericht des Landwirtschaftsüebigor -Aufenthaltsdauer. Unsere Telephou- Departemonts. — Rundschau. — Wirtschaft, »ummer ist: U 44-5-79. Rufen Sie den Exkur- Die Wirtschaftslage in Palästina seit 1933. Von I riunsreforenten an. Reisebüro „Irut“, I., Karis- Dr. Alfred Bonne, Jerusalem. — Das Wirtplatz 1—-Kärntnerstraßo 63. Referent: Roscnschafts-Baromoter: Juni 1935: Von Dr. J. Adler, I kranz. Tol-Aviv. — Palästina-Gründungen im Mai 1085: Von Dr. J. Adler, Tel-Aviv. — Naohrichton und Daten. — Bücher und Zeitschriften. (Verlag und Administration: Wien, VI., Gumpendorferstr. 10. Fibu,-Verlag. Tel. B 2-1-9-78' JÜDISCHER SPORT Der Makkablrlng im Augarten. Durch das Entgegenkommen der Kultusgomoinde ist die rührige Boxsoktion des Makkabi in der Lage, das Training während der' Sommermonate unter besonder« günstigen Umständen abhalten zu können. Auf dem Sportplatz im Allgarten [Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zio- (Bigener Eingang: XX., Rauscherstraße 16)1 nistischer Landesverband für Österreich. Wien, Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM. 3— Tschechoslowakei vierteljährlich Kö 24—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40—, Polen vierteljährlich Zloty 6 50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20. Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland viertel-* jährlich Schweizer Franken 4 50. Postscheck Konti; Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 19M90, Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugo.slawien Nr. 40.879. dkmst statt, 4 Schweizer Franken. Bestellungen für dio I yorr'cbtungcn für dio Installierung von I Redakteur: Imre Kaiser. Wien, 1., Marc-Äureb ... _„o ... A ® , J ramingsgeraten geschaffen. Der Platz ist so Straße ü, — Druck: Vernav A. G Wien IK KoDjgreßjOitiuiig weerdea diureih das Zioal* I ideal, daß die Turn- und Sportfront die ööter-1 Canisuisgasse 8-10, ’ " ’*