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Die Stimme · 1935-07-03 · Heft 463 (3.7.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 463 (3.7.1935)
Date
1935-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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RESTAURANT HOTEL STEFANIE (vorm. Opcrer) n., Taborstraße 12 Telephon II «J-5-6? AuSRlebine Braten-Meutle 8 1*80 .. Gefltlatel- „ 8 2-20 Vorzflglftha Zuberei tung-Schwechater Biere Natur weine Großer Saal mH BUhne Hlr VeranslaMnncen und Hochzeiten abzii^ebep Schöner staubfreier (arten We Beschlösse der Weltkonferenz jüdischer Frontkämpfer Die in Paris tagende W eltkonfe- 7 e n z jüdischer Frontkämpfer hat eine Anzahl von Resolutionen gefaßt, aus denen wir die folgenden hier wiedergeben: Es wird erneut festgestellt, daß die Juden in allen Staaten der Welt ihren staatsbürgerlichen Pflichten, insbesondere als Kriegsteilnehmer des Weltkrieges und in den Kriegsereignissen vom Jahre 1914 an, Voll und ganz erfüllten. Sämtliche Völker, die an den Kriegen teilgenommen haben, haben das vorbildliche Verhalten der Juden anerkannt. Die Weltkonferenz verlangt auf Grund dieser Erfüllung gleicher Pflichten die Aufrechterhaltung gleicher Rechte. Diese werden wir mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften verteidigen. Zu dieser Feststellung sieht sich die Woltkomferenz jüdischer Frontkämpfer genötigt, weil der Antisemitismus die gegenwärtige Weltnot zu wirtschaftlichem und politischem Angriff gegen die Juden ausüützt. Insbesondere wurden die Juden Deutschlands ihrer Rechte beraubt und es wurde ihnen das Recht der Wehrpflicht genommen, obzwar allein 12.000 Juden für dieses Land auf dem Felde der Ehre gefallen sind. Die Weltkonferenz stellt fest, daß die rassistischen, nationalsozialistischen Methoden des Kampfes gegen Rasse und Glaubensbekenntnisse die Kultur und Zivilisation bedrohen und zur Katastrophe der zivilisierten Weit führen können. tim dieser Gefahr begegnen zu können, fordert die Weltkonferenz jüdischer Frontkämpfer a) Die Einigung der Juden'in jedem Lande; b) maßgebenden Einfluß der dortigen jüdischen Frontkämpfervereinigungen auf das innerjüdische Leben; c) die Verschärfung der bisherigen Ab wehr mittel insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiete. Die BalTour-Deklaratlon ist; der Ausfluß des Weltkrieges. Die Weltj konferenz jüdischer Frontkämpfer bittet | daher die Regierung Seiner britischen Majestät und stellt das Ersuchen an die! entsprechenden organisatorischen Stellen,! denjenigen jüdischen Frontkämpfern aller ‘ Länder, die den Wunsch haben, nach Pa- | iästina auszuwandern und dort am Auf- ‘ bauwerke aktiv teilzunehmen, Einwandei rungsbewilligungen außerhalb der | Schedule zu erteilen. Die Weltkonferenz stellt mit Befriedigung fest, daß in einer großen Anzahl von Staaten bereits große, gutorganisierte Verbände jüdischer Kriegsteilnehmer bestehen, welche ihre Existenzberechtigung im Dienste für das Vaterland und Judentum bewiesen haben. Die Welt- Zlonlstlsche Bezirkssektion Leopoldstadt Klub „Erez Israel" Samstag, den 18. Juli 1935, 7*9 Uhr abends MdemKairBaM im Caf 6-Restaura nt Konstantinhügel, Prater Hauptallee 17 jRzzkapelle : Isy Geiger Reichhaltige« Programm — Tisohpost und sonstige Überraschungen Kartenvorverkauf: Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20a; Stricku. Wirkwaren Josef Singer. II., Taborstraße25; Schuhreparaturwerkstätte Schapira I.,Kai 11 Landeskomltee 1., Marc-Aurel-Straße 5; Zion. Bezirks- Sektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13, und bei sämtlichen Mitgliedern konfrenz appelliert an die jüdischen Kameraden jener Länder, in denen derartige Verbände noch nicht existieren, solche zu schaffen. Die Weltkonferenz jüdischer Fronkämpfer wünscht, daß die Verbindung zu allen nichtjüdischen nationalen und internationalen Frontkämpferorganisationen gepflegt wird, mit Ausnahme zu jenen, deren Programm eine antisemitische Note enthält. In einem besonderen Punkt wird der Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs als zentrale Organisation damit beauftragt, die Fühlung zwischen allen jüdischen Verbänden aufrechtzuerhalten. Politische Gespenster Die Union österreichischer Juden gibt zur Abwechslung wieder einmal in der Öffentlichkeit ihre Visitenkarte ab. Der Name allein ist eine Irreführung, denn es handelt sich hier um eine kleine Gruppe von einigen hundert Menschen in zumeist sehr vorgerückten Jahren, über welche die große Majorität der österreichischen Juden und die Zeit selbst zur Tagesordnung übeigegangen sind. Das sind die Herren, die schon unter verschiedenen Flaggen gesegelt sind und jetzt nach dem Zusammenbruch ihrer assimilatorischen Weltanschauung nach jedem politischen Strohhalm greifen, um sich an ihn anzuklammern. So hören wir nun, daß die Herren dem „für die Volksbildung der Stadt Wien maßgebenden Funktionär Dt. Lugmayer“ einen Besuch abgestattet haben. Die Herren haben f es tges teilt, „daß die Juden für die von Prof. Lugmayer vertretene Kompetenz nur alß ReÜgioiisgenoesenschaft in Betracht kommen.“ Die Ansicht, daß die Juden nur eine Religionsgenossenschaft sind, beziehungsweise daß sie für das Referat des Herrn Dr. Lugmayer nur eine Religiouegenossensohaft sind, ist höchst uninteressant. Das jüdische Volk fühlt sich eben in seiner großen Mehrheit nur alß Volk und internationale Verträge, wie zum Beispiel die Friedensverträge, deT Mandats vertrag über Palästina und die Balfour-Deklaration, anerkennen die Existenz des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk ist durch den Mandats vertrag dem Völkerbund gegenüber Träger von Rechten und Pflichten geworden. Niemand verwehrt der Union, eine andere Meinung zu haben, und dies um so weniger, a.ls die- Union ihre politische Rolle ausgespielt hat. Aber der Standpunkt der Union, daß wrr nur eine Religionsenossenschaft sind, ist für die Zeitgeschichte selbst dann ohne Belang, wenn Herr Prof. Lugmayer die Meinung der Union teilen sollte. Die Union hat sich Herrn Prof. Lugmayer auch „als Vertreterin auch eines Teile« der streng religiösen Juden“ vorgestellt. Uns ist nichts davon bekannt, daß irgend eine Gruppe streng religiöser Juden der Union ihre Interessen anvertraut hätte. Auch hier sehen wir das Haschen nach dem Strohhalm. Dieselbe Union, die früher einmal unter der Fahne der Liberalen und unter der schwarzrotgoldenen Fahne segelte und bei den letzten Kultusgememdewablem eine gemeinsame Liste mit den werktätigen Juden abgeschlossen haben, macht jetzt in Religiosität. Das ist jetzt modern. Die Herren haben sich, wie w Ihrer AUrsendung entnehmen, als Anhänger der fakultativen konfessionellen Schule ausgegeben. Im Vorstand der Kul tusgemeinde haben aber die Herren wegen der Gründung einer fakultativen jüdischen Schule Zeter und Mordio geschrieen und haben sich so gebärdet, als ob sie die heiligsten' Güter der Nation zu verteidigen hätten. Man wird daher mit großem Erstaunen vernehmen, daß die Union, die noch vor einigen Wochen ein großes Geschrei gegen die fakultative jüdische Schule erhoben hat, sich bei Herrn Dr. Lugmayer als Förderin der fakultativen jüdischen Schule vorstellte. Auch hier ist wieder der berühmte Griff nach dem Strohhalm festzustellen. Die Union ist eben politisch bankerott, sie will mit allen Mitteln wieder eine politische Rolle spielen und so konstatiert sie in ihrer Aussendung, daß sie eine national-jüdische Erziehung der Jugend entschieden ablehne und fügt mit Behagen bei: „Prof. Dr. Lugmayer erklärte sich mit diesen Grundsätzen der Union vollkommen einverstanden.“ Wir haben nicht die Absicht, uns mit den Ansichten des Herrn Prof. Dr. Lugmayer au sein an de r zuse t z-e n. Wir möchten ihm nur zur Kenntnis bringen, daß lange vor der Errichtung seines Referates und seither in immer steigendem Maße die Wiener Kultusgemeinde für die Volksbildung der jüdischen Bevölkerung Vorsorge trifft. Die jüdische Gemeinde beweist dies durch die große Subvention des Chajes-Realgymnasiums und der Thalmud-Thora-Schule, sowie durch die zahlreichen Bibelkurse, durch die Subvention der Hebräischkurse der Jugend, durch die Subventionen für Berufsumschichtung der Jugend, und jetzt durch die Errichtung der 1. Klasse einer jüdischen Volksschule. Vielleicht ist es Herrn Dr. Lugmayer auch bekannt, daß die Majorität deT Wiener Juden schon im Jahre 1932 bewiesen hat, daß sie jüdisch-national und zionistisch gesinnt ist, und vielleicht ist ihm auch bekannt, daß die zionistische Gesinnung der österreichischen Juden rapid im Wachsen ist. Wir stellen dies alles nicht etwa deswegen fest, weil wir der Union österreiohi scher Juden irgend eine Bedeutung beimessen, sondern nur deswegen, weil es sich hier wieder um den Versuch handelt, in der Öffentlichkeit falsche Ansichten über die Ansichten der jüdischen Bevölkerung zu erwecken. Die rumänische Regierung und die zionistischen Fonds Die rumänische Regierung hat die Überweisung der für den Keren Hajessod und für die anderen zionistischen Fonds gesammelten Gelder nach Palästina gestattet. Ein erster Betrag von 5,000.000 Lei wurde dem Keren Hajessod zur Überweisung nach Jerusalem in fünf monatlichen Abschnitten zu je 1,000.000 Lei bewilligt. Die erste Million geht noch dieser Tage ab. Die rumänische Nationalbank hat ferner beschlossen, daß in Zukunft von dem Wert des rumänischen Exportes nach Palästina zwei Prozent in Palästina zur Deckung der Überweisung der zionistischen Fonds in Rumänien zurückgehalten werden sollen. Ein zweites jüdisches Todesopfer in Grodno Warschau, 26. Juni. (2. T. A.) Die schweren antisemitischen Unruhen in Grodno am Abend des Sabbath, 7. Juni, haben ein zweites Todesopfer gefordert: Der bed den Unruhen schwer verletzte 50jährige Gedalia B1 e c h e r ist im Spital seinen Wunden erlegen. Das erste Todesopfer der Unruhen war der 21jährige Israel Berezowski, ■ Sohn des Chormeisters der Grodnoer Synagoge, dessen Beisetzung damals sich trotz Gegenmaßnahmen der Behörden zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung der gesamten Grodnoer jüdischen Bevölkerung gestaltete, Bombenanschlag in Lemberg Die Serie der in Lemberg von unbekannter Hand ausgeführten Anschläge gegen jüdische Institutionen hat sich nunmehr um einen weiteren schwerwiegenden Anschlag vermehrt. Im Stiegenhaus des Gebäudes, in dem sieb die Lokale des jüdischen Sportklubs Haschachar und der Vereinigung der Zionisten-Revisionisten Kadimah befinden, explodierte eine Höllenmaschine und richtete ungeheuren Schaden an. Der 13jährige Emanuel Webner und der 14jährige Ephraim Fortinan wurden schwer verletzt, II., Rotenstern gasse 7a finij|l| neuen. Ab 5. Juli täglich V»6, 7,8, */*10 Uhr Leopoldstfidter Volkskino einige andere junge Leute kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das Gebäude wurde so schwer beschädigt, daß es fast, unbewohnbar ist. Die Urheber konnten ebensowenig wie in früheren ähnlichen Fällen ermittelt werden. Professor Simon Askenazy gestorben Vor einigen Tagen starb in Warschau im Alter von 69 Jahren der hervorragende polnische Historiker und Diplomat Professor Dr. Simon Askenazy. * Prof. Askenazy, der auch Mitglied der polnischen Akademie der Wissenschaften war, zählte zu den führenden polnischen Geschichtsschreibern, seine wissenschaftliche Tätigkeit erstreckte sich über die Zeitspanne von 40 Jahren. Geboren in Russisch-Polen, begann er seine Universitätslaufbahn an der Lemberger Universität, wo er sich 1897 als Privatdozent habilitierte und 1907 Professor der Geschichte wurde. Aus seinem Seminar ist eine ganze Generation polnischer Historiker hervorgegangen. Im Jahre 1914 siedelte Prof. Askenazy nach der Schweiz über, nach dem Weltkriege verlegte er seinen Wohnsitz nach Warschau. Hier setzte er seine rege wissenschaftliche Tätigkeit fort, nahm an dem politischen und öffentlichen Leben maßgebenden Anteil. Die polnische Regierung sandte ihn 1920 als ihren Vertreter in den Völkerbund mit dem Rang eines Ministers. Bis zum Jahre 1923 vertrat er in Genf mit in Polen wie in der internationalen Welt anerkanntem Erfolg die polnischen Interessen. Während sei-7' ner Amtstätigkeit als Polens Vertreter beim Völkerbund erfolgte die definitive 'Anerkennung der Grenzen Polens durch die Großmächte, sowie die günstige Entscheidung der Botschafterkonferenz in de? oberschlesischen Frage. Trotzdem wurde er auf Drängen der antisemitisch-nation alen Kreise, die es für untragbar hielten, daß ein Jude die Interessen Polens vor dem internationalen - Forum vertrete, aus G.enf abberufen. Als Prof. Askenazy an die Warschauer Universität berufen werden sollte, stimmte die Mehrheit der Professoren, offenbar a-us antisemitischen Gründen, gegen ihn. Er führte seither das Leben eines Privatgelehrten. Prof. Sirnon Askenazy gehörte zu den geistigen Führern der polnisch-jüdischen Assimilation. An dem jüdischen sozialen Lehen nahm er keinen Anteil, er bekundete aber bei jeder Gelegenheit seinen Stolz auf seine jüdische und rabbinische Abstammung. Er verhehlte nicht seine Enttäuschung, daß ihm — dem Erzieher einer Generation polnischer Historiker — die Möglichkeit verwehrt blieb, im befreiten Polen, dem er sein Leben gewidmet hatte, einen Lehrstuhl zu verwalten. JÜDISCHER REISEDIENST Makarska an der Adria S Wochen S 130'» Velden, 2 Wochen S 122*- Baloton, 2 Wochen S 117*- Akad. Sp.-Club „Brluth" Zlarin, die herrliche Adriainsel 'bet Sibenilt I 2 Wochen S 115*» Im Prcite inbegriffen: Hin- und Rückfahrt, Unterkunft in 2* bl» 3-Bettiimmern, Verpflegung, Kurtaxe, Rad. Abfahrt jeden Sonntag früh. Anmeldungen und Autkünfte Im Sekretariate, II., Praterstraße 15/13, Tel. R 48-1-26 B, Montag bl» Freitag von 18 bis 20 Uhr Die Allgemeinen Zionisten hatten keinen Rednerimport notwendig Sie wissen, was sie wollen: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Ustenführer: Dr. Oskar Grünbaum, Sophie Löwenherz, Dr. Nachman Frey

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