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Die Stimme · 1935-07-03 · Heft 463 (3.7.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 463 (3.7.1935)
Date
1935-07-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frei« dieser Nummer 10 g V. I». I». Nr. 463 | _JÜDISCHE ZEITUNG |Vi£in * ffill fme | rt«4«Jrtlon will Administration. #ren. 1* Mare-Aurel-StrsBe * M3Ilf 9* I Tel.: U 22-3-91 .letfakttonssehlnB Montag und Mittwoch form Wahlpflicht I Donnerstag, 4. Juli, 5 bis 10 Uhr abends Kongreßwahl Du wählst Liste des Weltverbandes der 1 fiiiiiiimmiiiiimiiiiiiimtimmirimiimimiiiiiiiirriinuiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiimmiimimiiiiiimifiiniifiriir > Allgemeinen Zionisten r iiniiniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnir. Listenführer: Dr. Grünbaum — Sophie LSwenherz—Dr. Frey I (3. Tamus $695) | 8. Jahrgang Kommunique des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Die Leitung dee Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten hat sieh bei ihrer am 25. Juni 1935 in Krakau stattgeifundeaen Sitzung miit den Anträgen der sogenannten Vereinigung der Allgemeinen Zionisten befaßt und dies im Zusammenhänge mit dem Verlaufe der letzten Krakauer-Konferenz. Da die Lage von den Vertretern des neuen Verbandes einseitig geschildert wird, mit dem Ziele, die öffentliche Meinung tendenziös zu informieren, stellt die Leitung folgendes fest: 1. Die Leitung des Verbandes hat die Weltkonferenz nach Krakau hauptsächlich zwecks Erweiterung des Rahmens des Verbandes auf Grund einer gemeinsamen Ideen- Plattform einberufen. - 2. Noch anfangs Juni 1935 haben einige Staaten die Vertagung der Konferenz verlangt. Die Leitung des Verbandes hat die Wichtigkeit der Einigung der Allgemeinen Zionisten vor dem XIX. Kongreß erkannt und trotz der Widersprüche die Konferenz einberufen, woraus zu ersehen ist, daß die Tendenz vorhanden war, auch solche Organisationen in den Verband einzubeziehen, welche bisnun dem Verbände nicht angehört haben. 3. Die Leitung des Verbandes war sich der Uneinigkeit zwischen einzelnen Gruppen der Allgemeinen Zionisten bewußt. Man gab jedoch der Hoffnung Ausdruck — und es waren dazu berechtigte Gründe vorhanden —, daß beiderseits Konzessionen zwecks Erhaltung der Einheit des Verbandes gemacht werden. 4. Bei der Krakauer Konferenz war der Verband bereit, der englischen Förderation für die Abstimmung bei der Wahl der Exekutive Konzessionen zu machen. Der Verband hat auch weitgehende Konzessionen in Sachen des Irgun der Arbeiter der Allgemeinen Zionisten in Palästina gemacht, und verzichtete auf seine sofortige Anerkennung, noch mehr, der Verband war mit der Vertagung dieser Angelegenheit bis zur nächsten Konferenz einverstanden. Dies alles tat der Verband, um die Einheit der Allgemeinen Zionisten zu erhallten und zu erweitern. Die Gegner dieses Einigkedt&gedankens haben in Sachen des Irgun rücksichtslos Widerstand geleistet und einen intransigenten Standpunkt eingenommen. Auf Seite des Weltverbandes war der gute Wille vorhanden, nicht aber auf Seite der Gegner. Diese Unnachgiebigkeit der Gegner hat die friedliche Tendenz der Mehrheit des Wcltverbandes bewußt ignoriert und das bekannte Ergebnis der Konferenz verursacht. Das ist der wahre Tatbestand. Appell ln letzter Stunde Die Zionisten Österreichs haben am 4. Juli eine wichtige Entscheidung zu treffen. Sie sollen durch die Ausübung ihres Wahlrechtes zum Zionistenkongreß bekunden, ob sie es weiter dulden wollen, daß in der von Theodor Herzl geschaffenen Zionistischen Weltorganisation ungleiches Recht herrscht. Für einen Teil, die Allgemeinen Zionisten, das Recht zu opfern und für die Angehörigen der derzeitigen Mehrheit, alle Macht für 6ich zu monopolisieren. Wir haben seit Jahr und Tag darauf limgewiesen, daß die Arbeiterschaft durch die Histadrutb Palästina unter einem schweren politischen Druck hält, den Arbeitsmarkt monopolisiert und Bestimmungen über die Einwanderung veranlaßt hat, durch welche die bürgerlichen Kreise und die allgemeinzionistisobe Arbeiterjugend systematisch benachteiligt wird. Wir haben weiter darauf hinge wiesen, daß die Arbeiterschaft Palästinas systematisch' auf eine Diktatur des Proletariats hinarbeitet und daß sie durch die Ablehnung des Friedemspakteß eine schwere Schuld auf sich geladen hat. All das konnte. die Arbeiterschaft tun, weil ihr von Menschen, die sich zu Unrecht als Allgemeine Zionisten bezeichnen und die kürzlich den vergeblichen Versuch machten, den Weltverband der Allgemeinen Zionisten zu sprengen, Schützenhilfe geleistet wird. Wir erinnern nur an die schmähliche Behandlung Österreichs bei der Zuteilung von Zertifikaten durch dias Mitglied der Zionistischen Exekutive, den Führer der Radikalen Zionisten, Herrn J i z c h a k Grünbaum. Wir sprechen Herrn Jizohak Grünbaum, den. Radikalen und Progressiven das Recht ab, sich Allgemeine Zionisten zu nennen. Nur derjenige Zionist ist Allgemeiner Zionist, der jeden K las senk am-p.f ablehnt, sich als Diener des ganzen jüdischen Volkes fühlt und Palästina für das ganze jüdische Volk und nicht nur für die marxistische Arbeiterschaft aufbauen will. Wer aber den Linken Vorschub leistet, wie' es die sogenannte Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten tut, wer es zuläßt, daß die Linken die allgemeinzionistische Jugend ins Lager der Linken schleppen, ist kein Allgemeiner Zionist. Was die „Progressiven“ tun, ist nichts anderes als unlauterer politischer Wettbewerb gegenüber uns Allgemeinen Zionisten. Daran sollen die Wähler denken, wenn sie zur "Wahl gehen. Sie sollen sich auch daran erinnern, wer in Österreich die Zionistische Organisation erhalten und groß gemacht hat und wer sie zersplittert hat. Dr. Grünbaum und Frau Sophie Löwenherz sind dem Allgemeinen Zionismus treu geblieben, sie haben unverdrossen für unsere Ideale gearbeitet. Dr. P 1 a s c h k e s und Ingenieur Stricker haben seither eine Reihe von politischen Firmenänderungen vorgenommen. Der Zionistische Landesverband ist konsolidiert. Die Juden Staatspartei und die Radikalen sind kleine Gruppen, deren große Worte in einem umgekehrten Verhältnis zu ihren Leistungen stehen. Wir Allgemeine Zionisten hingegen können mit Stolz auf unser Programm und auf unsere Leistungen hin weisen. Wer sich seinen gesunden Instinkt für Tatsachen bewahrt hat, dem kann die Wahl nicht schwer fallen. Er wählt: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten, Listenführer Dr. Oskar Grünbaum, Sophie Löwenherz, Dr. Frey. Und noch ein Wort an unsere bewährten Allgemeinen Zionisten: Laßt euch durch eine mit viel Geld aufgezogene Propaganda nicht irre machen! Wir geben seit Jahren immer Geld für die Organisation und die Fonds. Wir sparten unser Geld nicht um Wahlfonds anzusammeln. Unser Kapital ist unsere Arbeitsleistung in der Organisation. Wir sorgen uns um euch und eure Kinder, wir arbeiten für euch seit vielen Jahren. Haltet uns die Treue, die wir euch halten! Kämpft mit uns für unsere allgemein-zionistischen Ideale. Ihr wißt: Wir suchten nicht den Kampf und wir wollen trotz allem den Frieden und ein glückliches, blau-weißes Erez Israel. Wir bahnen euch und euren Kindern den Weg nach Erez Israel. Allgemeine Zionisten! Schließt die Reihen! Arbeitet mit uns und euer Sieg wird der Sieg des jüdischen Volkes sein. Der 4. Juli soll eueren Sieg sehen. Wählt wie ein Mann: Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. Listenführer: Dr. Grünbaum, Sophie Löwenherz, Doktor Frey. Häuserverwaltunsen Reparaturkredite (ieldbesdiaHunsen Tel. A 48-9-88 _SENSAI__ R. TAUBMANN WIEN, II., NORDPOLSTRASSE S/S Kauf- und Verkaufs- Vermittlunsen kulantest Der 30. Juni Es ist immerhin ein Datum, das man nicht so ohneweiters übergehen soll. Der, 30. Juni ist herangekommen, der erste Jahrestag jenes verblüffenden Ereignisses, das in blutiger Unzweideutigkeit das reale Weltbild der nationalsozialistischen Totalität enthüllt hat. Die Partisane, die für Hitler an Aufbruch und Umbruch gearbeitet hatten, wurden plötzlich aus dem Dasein entfernt. Und mit ihnen noch eine Menge anderer Personen. Warum die einen, warum die anderen — das ist niemals einwandfrei geklärt worden. Man hat auch nicht viel Neugierde gezeigt, den wahren Zusammenhang der Dinge kennenzulernen. Die Welt' hatte bis dahin schon so viel an Plötzlichkeiten, an schlagartigen Überfällen auf Moral und Sitte aus diesem erneuerten Deutschland erfahren, daß sie sich mit dem abfand, was mitzuteilen man für gut befunden hatte. Obzwar auch da einiges Unbegreifliches erzählt worden war. Die amtlichen Meldungen sprachen von 20 Toten, Hitler gab im Reichstag 77 an. General Schleicher war in der ersten Version ein Hochverräter; später war sein Tod aus einem Mißverständnis geschehen. Papens Sekretär und außer ihm noch ein Dutzend Politiker aus der Sturmzeit Hitlers starben, und man mußte hinnehmen, daß in den offiziellen Darstellungen nichts über ihr Vergehen gesagt wurde. Dagegen bekam man außerordentlich viel über die Homosexualität der Roehmsehen Gruppe, über den Heines, der mit einem jungen Mann im Bett gefunden worden war, über Geheimfonds, Luxus und Korruption zu lesen. Es schien eine große Zeit zu sein. Aber sie ging rasch vorbei, und dieser Tag, der fassungsloses Erstaunen erweckt hatte, konnte weder nach außen noch nach innen irgend welche Wirkung üben. Er war eine Episode, eine von vielen gleichen Charakters. Er ist auch darin Episode geblieben, daß das deutsche Volk aus dem Ereignis keine Schlüsse auf den Geist des Regimes und auf seine innere Unwahrhaftigkeit zu ziehen gewagt hat. Alle Laster und Verbrechen, die in den amtlichen Mitteilungen den er-, schossenen Führern nachgesagt wurden, stehen sonst auf der Liste des antijüdischen Registers. Von der Erotik angefangen bis zu Diebstahl am Volk, Geheimbündelei, Landesverrat und Meuterei. Das sind integrale Bestandteile des antisemitischen Lexikons, und sie sind benützt worden, um das Unsere gute Arbeit bringt uns zufriedene Kunden, Unsere Kunden sind unser Kapital, Wir sind auf Kapitalsvermehrung bedcc .t Abholung und Zustellung kostenlos R 20’3-34 Pis IxQUISIT.. 1 ÖAlID, CA-' ZIONISTISCHE BEZIRKSSEKTION LEOPOLDSTADT, II., TABORSTRASSE 4, HOTEL CONTINENTAL Heule Mittwoch '1*9 Uhr abends sprechen Dr. Oskar Crünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes, Dr. Josef Löwenherz, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Jakob Ehrlich, Rat der Stadt Wien: „Die Bedeutung des XIX. Kongresses“

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