Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 460 (25.6.1935)
- Date
- 1935-06-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054215--5135-3060834- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
freie dieser Nummer 20 g % 0% <?> '>¥? i \ >' / >: j, r V. b. b. Allgemein-Zionistische Wähler! Die Wählerlisten liegen vom 24. bis 30. Juni im Landeskomitee und in den Bezirkssektionen zur Reklamation auf. Reklamiert Euer Wahlrecht. JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 460 | Wien, 25. Juni 193$ I flEjEBnHunmiMBannnanBBHBHHHnBanmnnnmeni Kedaktion und Administration. Wien, <.arc«Aurel-StraBe o. fei.: (J 22-3-91 .lsdaktionsschlu3 Montan und Mittwoch vorm. NACH PALÄSTINA zu den besonders verbilligten SOMMERPREISEN I. Klasse Hin- und Rückfahrt jetzt nur S 986.-1 DIE PALXSTINA-EILLINIE DES „LLOYD TRIESTINO“ ist seit einem Jahrzehnt die Linie des jüdischen Einwanderers und Touristen l Touristenklasse einfache Fahrt nur. . S 846-50 Hin- und Rückfahrt nur . . . . . . S W3-— alles in zwei- und vierbettigen AuBenlcabinen mit reichlicher und schmackhafter Verpflegung (4 Mahlzeiten täglich). 6 Abfahrten im Monat mit den großen Schiffen jOALILEA', .GERUSALEMME', .PALESTINA' (je 12.500 Tonnen Deplacement) auf der direkten Palästinalinie, außerdem dichter Verkehr via Ägypten, Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer« Lloyd Triesttno, Wien, f*, Kärntnerring 6. Tel. U 47-5-60 (Z4- Stwan S6,5) [ 8. Jahrgang Erfolg des Protestes des Landeskomitees in der Zertifikatenirage Es freut uns, unseren Lesern mitteilen zu können, daß die energischen Proteste des Zionistischen Landesverbandes wegen der geringen Zuweisung von Zertifikaten nach Österreich einen Erfolg aufzuweisen haben. Der Zionistische Landesverband, der sich an das Präsidium der Fonds mit dem Ersuchen um Intervention gewendet hat, erhielt bereits heute vom Vorsitzenden des Keren-Hajessod-Büros Artur H a n t k e die Verständigung, daß das Alijah-Departement auf Grund des Protestes des Zionistischen Landesverbandes eine Anzahl weiterer Zertifikate nach Wien abgesendet hat. Die Radikalen Zionisten, oder wie sie sich jetzt nennen, die Progressiven allgemeinen Züonisten, haben sich bekanntlich gegen den Protest an die Exekutive ausgesprochen, was in allen zionistischen Kreisen Österreichs den schärfsten Unwillen hervorgerufen hat. Unser Erfolg beweist jetzt, daß der Zionistische Landesverband für Österreich den richtigen Weg gegangen ist. Die neuerliche Zuweisung von Zertifikaten bedeutet aber auch gleichzeitig eine Desavouierung des Mitglieds der Exekutive Jizchak Grünbaum. Wir können schon heute sagen, daß wir mit dem erzielten Erfolg keineswegs zufrieden sind, sondern daß wir mit allen Kräften eine gerechte Reform des Zertifikatenwesens betreiben werden. Die Wähler werden wissen, wie sie sich am 4. Juli zu verhalten haben. Sie werden nicht für diejenigen stimmen, die die Aufrechterhaltung der unbeschränkten Herrschaft einer Partei wollen. Sie werden sich auch gegen diejenigen aussprechen, die der Arbeiterpartei für die Verankerung ihrer Monopolsteßung Vorschub leisten. Sie werden die „Liste des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten“ wählen. Der „Stürmer“ in Amerika verboten In der letzten Zeit wurde der Nürnberger „Stürmer“ in den Straßen New Yorks und anderer amerikanischer Städte verbreitet. Nunmehr haben die Behörden ein Verbot der Verbreitung des „Stürmer“ in den USA. ausgesprochen. Der jugoslawische Prinzregent erklärt: Zwischen den Juden und der übrigen Bevölkerung soll es keine Unterschiede geben. Belgrad, 21. Juni. (2. T. A.) In seiner neuen Eigenschaft als Gemeindepräsident wurde Dr. Pijade vom Prinzregenten Paul in Audienz empfangen. Im Laufe der mehr als halbstündigen Unterredung fand der Prinzregent Worte der w ä r nisten Sympathie für das Judentum, dem er große Verdienste auf wissenschaftlichen, ■kulturellen und anderen Gebieten anerkenn I. Der Prinzregent äußerte den Wunsch, daß es z w i s c heu den Juden und der übrigen Bevölkerung keine Unterschiede geben möge. „Arbeiterfeinde“ Von Dr. Oskar Grünbaum Wir stehen vor dem Kongreß und die Wähler sind dem Trommelfeuer der wahlwerbenden Gruppen ausgesetzt. Welches sind nun die wichtigsten Streitfragen? Betrachten wir einmal die innere Entwicklung der Zionistischen Organisation seit dem letzten Kongreß. Die Arbeiterschaft hat durch die Hilfe der Allgemeinen Zionisten der sogenannten Gruppe A beim letzten Kongreß die Majorität erlangt. In der Exekutive sitzen von Allgemeinen Zionisten ehrenwerte Männer: S o k o 1 o w, W e i zmahn, R u p p i n, L i p s k y und B rode t z k y. Aber keiner von ihnen vertritt organisierte zionistische Massen. . Anders, bei der Arbeiterpartei: Sie beherrscht durch Ben Gurion, Kaplan, Schertok und Locker die ganze Organisation, insbesondere Alijah, Finanzen und Kolonisation. Ben G u r i o n, der Generalsekretär der Histadruth, ist der Verbindungsoffizier der Histadruth zur Zionistischen Weltorganisation. Die . Histadruth hat so den größten Einfluß auf die Führung der Geschäfte der Zionistischen Weltorganisation. Die Linken haben in allen praktischen Fragen Männer in der Exekutive, an die sie sieh wenden können und mit deren Hilfe sie ihre praktischen Wünsche durchsetzen. Bei den Allgemeinen Zionisten war dies nicht, der Fall. Herr Jizchak Grünb a u m von den Radikalen hat es sieh mit den Linken verdorben. So sieht es in der Exekutive aus. Wie sieht es im Jischuw aus? Die Histadruth beherrs-cht. den Arbeitsmarkt. Sie ist der verlängerte Arm der Mapei und des Haschome.r Hazair. Ihre Abgesandten tragen die sozialistische Propaganda bis in den kleinsten Kibbuz und in die Galuth. Nun gibt es in Palästina tausende jüdische Arbeiter, die Allgemeine Zionisten sind, die Mitglieder der Histadruth sind, aber eben wegen ihrer allgemeinzionistischen Gesinnung keine Marxisten sind. Diese Menschen wurden nun von der Histadruth unter Druck gesetzt uni bei der Arbeitszuteilung benachteiligt. Ihre Wohnstätten werden von Agitatoren der Linken heimgesucht, so zum Beispiel unser Wiener jKibbuz von Herrn Mendel Singer als „Kulturreferent“ der Histadruth. Und vergessen wir nicht: Die radikale sozialistische Arbeiterschaft hat sich geweigert, an der Makkabiade teilzunehmen und unter der blau-weißen Fahne mit den Makkabim zu marschieren. Sie hat den Friedenspakt niedergestimmt. In Haifa sah man am 1. Mai keine einzige blau-weiße Fahne, sondern nur rote Fahnen und die drei.Pfeile der II. Internationale. So war es kein Wunder, daß sich ein Irgun a 11 g e m e i n - z i o n i s t i s c h e r Arbeiter in Palästina bildete, der heute schon 1200 Mitglieder zählt und erfolgreich Arbeiten vermittelt, Kibbuzim Darlehen verschafft usw. Da,rüber entstand nun ein großes Geschrei — bei „progressiven“ Legislative Council im Frühjahr 1936? Kairo, 21. Juni. (2. T. A.) Der gut informierten Zeitung „Al B a 1 a g“ wird aus Jerusalem berichtet, daß mit der Einsetzung eines Legislative Council im Frühjahr 1936 zu rechnen sei. High Commissioner Sir Arthur W a u c h o p e werde sich demnächst nach London begehen, um gemeinsam mit dem Colonial Office die Frage zu entscheiden, ob die Mitglieder des Council auf Grund allgemeiner offener Wahlenoder — wie dies bei Mitgliedern der Stadtvertretungen der Fall ist — auf Grund von Wahlen in national getrennten Wahlkörpern gewählt werden sollen. Die Araber träten für die Bildung nationaler Wahlkörper ein, um zu verhindern, daß mit Hilfe der jüdischen Stimmen Araber gewählt werden, die den Juden als Mitglieder des Council erwünscht sind. Der Legislative Council werde aus 13 Mohammedanern, 5 Christen und 6 Juden sowie aus 10 von der Regierung bestimmten Beamten — damit der Regierung ein entsprechender Einfluß im Council gesichert sei — bestehen. Wahlberechtigt sollen nur palästinensische Landesbürger sein. Die Exekutive des Council werde aus je einem Mohammedaner, Christen und Juden bestehen. In den arabischen Kreisen sei man eifrig bemüht, die innerarabischen Parteigegensätze zu iiberbrücken und sämtlichen Parteien Sitze im Council zu sichern. Jerusalem, 21. Juni. (2. T. A.) Seitens des deutschen Konsulats in Jerusalem werden Juden, die deutsche Pässe besitzen, davor gewarntj-nach Deutschland zurückzukehren, da sie damit rechnen müßten, in ein Schulung8- oder Konzentrationslager gebracht zu werden. In einer offiziellen Mitteilung des Konsulats heißt es, daß Juden, die auch nur zu einem kurzen Besuch nach Deutschland zurückkehren, in Konzentrationslager gebracht werden, wo sie so lange bleiben, bis klargestellt ist, ob sie zu vorübergehenden oder zu dauerndem Aufenthalt gekommen waren. Letzte Anmeldewoche für die billige FERIEN - SONDERFAHRT nach Polen und Czernowitz am 7. Juli, 810 Uhr, Nordbahnbof. Im Sonderschnellzug II. und III. Klasse, mit Platzkarten und .Sammelpaß. — RÜCKFAHRT: 4. August, 1. und 15. September. Anmeldungen: Reisebüro „IRUT“, I., Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79 Ref. S. Rosenkranz Allgemeinen Zionisten. Die Drahtzieher, die Linken selbst, sind gescheiter. Sie führen mit dem neuen Irgun bereits Verhandlungen. Es imponiert den Linken anscheinend, daß junge Arbeiter, die ohnehin ein bitteres Leben führen, weitere Entbehrungen auf sich nehmen und auf die Hilfe der Institutionen der Histadruth verzichten, bevor sie diese Hilfe um den Preis des Üb erlaufene zu den Linken erkaufen wollen. Allgemeine Zionisten aber schreien, man wolle die Histadruth „zerbrech e n“. Das ist eine Unwahrheit. Der neue Irgun ist eine freiwillige Vereinigung. Niemand wird gezwungen, ihm beizutreten. Der Irgun verlangt nichts anderes als das, was der misrachistiscben Arbeiterorganisation (Hapoel Haniisrachi) von der Histadruth gewährt wurde: Eine autonome Stellung innerhalb der Histadruth. Die Histadruth selbst soll zu einem u npolitischen Dachverband aller Gewerkschaften in Palästina ausgebaut werden. Man kann es verstehen, wenn auch nicht billigen, daß die Histadruth ihre politische Macht verewigen will. Welcher zionistische Patriot darf aber dafür eintreten, daß in Palästina Gewissen sz w a n g ausgeüibt wird und Andersdenkende benachteiligt werden? Wer Arbeiter ihre Angelegenheiten gemeinsam und nicht nach dem Diktat e in er Partei ordnen sollen? Wer darf dagegen sein, daß ein Streik nicht von einer Partei angeordnet werden darf, solange nicht ein nationales Schiedsgericht entschieden hat? Wer es verhindert, daß eine Gemeinschaft aller jüdischen Arbeiter innerhalb einer entpolitisierten Histadruth geschaffen wird, ist kein zionistischer Patriot. Meine Freunde und ich werden von einer gut aufgezäumten und m i t- G e 1 d , g u t dotierten Propaganda als Arbeiterfeinde verschrieen, weil wir uns unserer allgemein-zionistischen Jugend' in Palästina annehmen, die dort unter einem schrecklichen Druck steht. Es ist wirklich schwer, hier bittere Worte zu vermeiden. Was uns als Einzelpersonen anbelangt, wollen wir nur eines sagen: Wir „Bourgeois“ haben keine Wahlfoinls wie die „armen“ Arbeiter. Wir können es uns nicht leisten, Wien mit Flugschriften zu überschwemmen. Wir geben jahrein, 1X bei »Exquisit« und Du bedenkst: Warum nicht längst? Abholung und Zustellung kostenlos R 20-3-34 Pi//-. C/VlD