Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 457 (14.6.1935)
- Date
- 1935-06-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seit« 6 DIB STIMM! Nr. 457 — 14. Juni 1985 Inland Riehl droht den Juden Das Organ des Nationalsozialisten Doktor Riehl, die „Deutsche Arbeiterpresse“, das uns bei Blatts chhiß zugeht, droht den Juden mit einer „gewaltsamen Austragung“. Wir kommen noch auf diesen Artikel, der zum Haß gegen die jüdische Be völkerung und zum Pogrom hetzt, noch zu rück. Wir lenken aber schon heute die Aufmerksamkeit der Regierung auf die uner hörten Auslassungen des Herrn Dr. Riehl Streng rituell! Pension HERMINE EICHNER BADEN, ROLLETTGASSE NR. 7 Gfujürig itiffnit. Znlralbtizanj. Flieütadts Winzb. Xalivaaer Telephon Nr. 1032/4 Was in einem „Ehrenbach“ stehen darf Der General a. D. Hugo Kerchnawe hat als Hauptschriftleiter ein „Ehre nbuch unserer Artillerie“ herausgegerbeai, das an jüdiisohe Offiziere und Sol daten dieser Waffengattung gegen gutes Geld geschickt wird, sich aber gemäß der Einleitung an den „wohlmeynenter christlichteutscher Leser“ wendet. In dem Aufsatz „Di e ö s t e rreichisch-ungarische Artillerie im letzten Krieg“ heißt es auf Seite 232: ..... Der Erzherzog hatte auch jene zersetzenden Kräfte erkannt, welche seit dem Tode des staatsrechtlichen Schöpfers des österreichischen Kaiserstaates, zum Teil allerdings weit länger schon am Werke waren, besonders nachhaltig, aber seit dem „Ausgleich“ von 1867 die Vielvölkermonarchie zu zerstören: Die von der französischen Revolution ausgehende, im Donaubecken von Juden und Freimaurern besonders ausgenützte mächtige Fäuln i s w e 11 e, welcher der konservativ-katholische Kirchenstaat ein besonderes Hindernis war.“ Der Autor dieses herrlichen Satzes hat ■weder die deutsche Sprache noch die Geschichte der Monarchie anständig gelernt. Was der Ausgleich zwischen dem Kaiser Franz Josef und Deak — beide waren weder Juden noch Freimaurer — mit dem Kirchenstaat zu tun hat, ist wohl niemandem recht verständlich. Und was dieser historische Unsinn mit den Artilleristen zu tun, kann man auch nicht einsehen, noch weniger, was er mit den Juden zu tun hat, die als Offiziere und Soldaten ihre Pflicht getan haben. Einige tausend Juden sind als Offiziere und Soldaten gefallen; Kerchnawe lebt. Er ist ein Teutscher, 'obzwar seine Ahnen wahrscheinlich bei Teutoburg nicht dabei waren. Das Buch wird an Juden mit der Einladung, es zu kaufen, geschickt. Bisher nur der erste Band. Wir glauben nicht, daß viele Juden sich dieses Werk, das sie beschimpft, bestellen werden, _ I Die Zionistische Organisation wird durch die Opfer der Allgemeinen Zionisten erhalten Wählt zum Kongreß Allgemein-Zionistisch Die Vorbereitungen zu den Kongreßwahlen In Polen Von unserem Korrespondenten. Beim letzten Kongreß zählte man in Polen 400.000 Sebekelzahler und Kongreßwähler. Man muß damit rechnen, daß trotz des Austrittes der Revisionisten aus der Organisation die Zahl der in Polen verkauften Schekalim sich verdoppeln dürfto. Vorläufig sind nur geringe Aussichten der territorialen Einigung innerhalb dos polnischen Zionismus vorhanden. Die widerstrebenden Tendenzen liegen grundsätzlich darin, daß in Kongreßpolen an der Spitze des Zentralkomitees die sogenannte „Grünbaum-Partei“ steht, welche sich progressiv nennt und in Wirklichkeit nicht eine natürliche Fortentwicklung der Bewegung, sondern nur dio Erhaltung der eigenen Machtposition anstrebt. Unter den Delegierten des Zentralkomitees, die zur Krakauer Konferenz fahren, ist die Stimmung nicht einheitlich. Es besteht da ein Gegensatz zwischen den bewährten, alten Zionisten, welche ohne Vorbehalt einen disziplinierten und starken Weltverband der Allgemeinen Zionisten wollen, und einer Gruppe der Jungen, welche ohne eigene gefestigte Meinung den taktischen Anweisungen und Befehlen Grünbaums gehorchen. In einer Woche wird entschieden sein, welche Gruppe die Oberhand gewinnen wird. Zur Unterstützung der Gruppe, welche auf dem Boden der früheren Krakauer Beschlüsse steht, wurden in den letzten Monaten auf dem Gebiete Kongreßpolens starke Ortsgruppen (H e r z 1 i a“) geschaffen. welche aus durchaus bewährten, alten Zio nisten bestehen und welche, ohno die Dis ziplin der herrschenden Organisation zu brechen, mit legalen Mitteln dem integralen Allgemeinen Zionismus zum Siege vor helfen werden. Die Vorbereitungen für die Kongreß wählen sind im vollen Gange, obwohl die Termine für den Abschluß der Schekel aktion, für die Feststellung der Wähler listen, der Kandidatenlisten und des Wahl tages selbst noch nicht feststehen. Hingegen wird mit der Herunterlizitie rung des Schekelpreises selbst gearbeitet. Man verkauft Schekalim statt um 1.20 Zloty um 80, 50 und sogar 30 Groschen. Der Rest wird natürlich aus dem Parteifonds gedeckt. Es ist noch verfrüht, über die Aussichten der Wahlergebnisse zugunsten der einzelnen Partoigruppierungen Horoskope zu stellen Die allgemeinen Zionisten hoffen und er warten, daß die Kr/ikauer Tagung am 16 und 17. Juni einen guten Verlauf nehmen wird und daß in dieser Tagung eine Parole ausgegeben werden wird zur Einigung und Konsolidierung de« Allgemeinen Zionismus Es ist zu hoffen, daß der Geist der Verantwortung und das Pflichtbewußtsein in Bezug auf die Endziele des Zionismus der Krakauer Tagung das Gepräge geben wird Warschau, den 0. Juni 1935. Dr. Arnold Friedmanu. Die arische Großmutter in Wien Der „Stunde“ wird von einem Leser berichtet: Ich 6praeh am 7. d. vormittags beim Direktor der „Neuland'sobulsiecihmg“ in der Grinzinger Allee vor, da ich meinen Jungen als Externen in das dortige Realgymnasium geben wollte. Auf die Frage nach derarischen Abstammung des Jungen teilte ich dem Direktor mit, daß die'Großeltern des Jungen mütterlicherseits Juden wären. Worauf Direktor Hamp erklärte, unter diesen Umständen könne von einer Aufnahme des Kindes an dieser Schule keine Rede Rein, da nur durchaus reinrassige arische Kinder aufgenommen würden. * * * Wir erwarten, daß die zuständige Unterrichtsbeihörde Herrn Direktor Hamp darüber belehrt, daß seine Schule in Österreich und nicht im Dritten Reich ißt. Hoffentlich erhält diese ra&senroine Schule keine Subvention aus öffentlichen Mitteln. Sollte das der Fall sein, dann müßte da« abgeßtedlt werden. Verlangen Sie auch im Restaurant wie auch im Kaffeebaus ausdrücklich „Preblauer Sauerbruno“, das gesundheitsfördernde österreichische Mineralwasser. Die Allgemeinen Zionisten Palästinas Der Parteirat der Allgemeinen Zionisten Palästinas hat u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Allgemeinen Zionisten verfolgen mit großer Besorgnis den jetzigen Zustand in der Zionistischen Weltorganisation. Die Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit der Allgemeinen Zionisten kann die vollständige Beherrschung der Zionistischen Organisation durch eine Partei zur Folge haben, wodurch der Bestand der Zionistischen Weltorganisation gefährdet werden könnte. Aus diesem Grunde ist eine ausgedehnte Schekelpropaganda in den Reihen der Allgemeinen Zionisten notwendig. 2. Der Parteirat sieht in der Vereinigung aller konstruktiven Kräfte der Allgemeinen Zionisten und in ihrem gemeinsamen Zusammengehen zum Kongreß die beste Sicherheit, den nationalen und volkstümlichen Charakter der Zionistischen Weltorganisation und des zionistischen Kongresses zu bewahren. 3. Die Delegierten zur Krakauer Konferenz werden verpflichtet, für die Einheitlichkeit des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten und dessen Stärkung einzutreton. 4. Als Grundlagen eines gemeinsamen Zusammengehens aller Gruppierungen der Allgemeinen Zionisten sollen dienen das politische Programm, das auf der letzten Krakauer Konferenz gefaßt worden ist, die Regelung der Arbeitsprobleme ln Palästina im Geiste der nationalen Disziplin, die Kolonisationstätigkeit im Sinne der vorjährigen Beschlüsse, ferner gemeinsames Zu- Zlonlstlsohe Bezirkssektion und Frauengruppe Marlahiif/Neubau Anläßlich des Ablebens unseres allverehrten Mitgliedes, Frau Amalie Schediter sptechen wir au) diesem Wege den Angehörigen unser tiefstes und innigstes Beileid aus. Wir weiden diesei vornehmen Frau stets ein ehrendesGedenken bewahren. sammengehen bei der Wahl der Zionistischen Exekutive auf der Grundlage der breitesten Koalition, zu der alle am Kongreß teilnehmenden Gruppierungen heranzuziehen waren. 5. Die Delegierten werden verpflichtet, ier bevorstehenden Konferenz dio Anerken nungdes Arbeiterverbandes der Allgemeinen Zionisten in Palästina vorzuschlagen und die Unterstützung der Mitglieder des Zionistischen Weltverbandes zu verlangen; Verhandlungen des Weltverbandes mit der Histadruth zwecks ihrer Entpolitisierung im Sinne der Beschlüsse der früheren Konferenz zu fordern. Als Delegierter zur Krakauer Konferenz wurden bestimmt die Herren: N. Eldad, Zwi Bar-Siach, Josef Katz, Dr. Mossinsohn, M. Medzini, M. Ueieli und Dr. Frand. Billige Reise zum Kongreß nach Luzern Die „Stimme“ hat mit dem Reisebureau City (Dr. Körner) ein Arrangement getroffen, wodurch eine beträchtliche Ermäßigung der Reisekosten zum Kongreß nach Luzern ermöglicht wird. Interessenten wenden sich an die Administration der „Stimme“, Wien, I., Marc-Aurel-Straße 5, Telephon U 22-3-91, oder an das Reisebureau City, Wien, I., Kohlmarkt 3. Brodetsky begrüßt Ernenm nung Maleolm MacDonaids zum Kolonienminister Paris. 12. Juni (2. T. A.) Während dor Ptingstfeiertage wurde in Paris dio orste Delegiertenkonferenz der Zionisten Frankreichs abgehalton. Professor Brodetsky hielt eine Ansprache, in der er den Zusammenschluß aller für den Aufbau Palästinas bereiten Kräfte forderte. Professor Brodoteky begrüßte es, daß bei der Umbildung des britischen Kabinetts Malcolm MaoDonald das Portefeuille des Koloniomninisters erhielt. Gegen den vom Vertreter der Mandatarmachfc in der Sitzung der Mandatskommission angekündigten neuen Versuch, einen Legislative Council in Palästina einzusetzon, erhob Prof. Brodetsky scharfen Protest, indem er erklärte, durch einen ln diesem Stadium eingesetzten Legislative Council würden die Juden Palästinas auf den Status einer Minderheit herabgedrüokt werden. Brodetsky forderte verstärkte Einwanderung nach Palästina. Unseren braven Mitarbeitern Frl. Else Reich - Dr. Nethen Kleusner anläßlich ihrer Verlobung gratuliert herxlichst Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Club Erez Israel MOSES RATH’S (f für Sctml- und Sol bst« II lelirM der hemchen Sprache unterricht mit SchlUssel und Wörterverzeichnis mit deutscher, polnischer, ungarischer, rumänischer oder englischer Unterrichtssprache. Einzige Methode zur vollständigen Erlernung der lebrälschen Sprache In Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Der Preia dieses gut ausgestatteten, 100 Selten starken Lehrbuches beträgt nur 8 3‘GO, der englischen Ausgabe Dollar 1-—. Buchhändler, Schulen, Organisationen und Lehrer erhalten oinen hohen Rabatt, Zu beziehen bei H. RATH, Verlag II., Taborstraße 20 a Restaurant Rillet Bestrenommierte Küche; Reichhaltige Menüs äS 1*90 o. 2*60 SthwediaterBrtu ll„ Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke Telephon A 41-0-25 'S Heuer Palästina-Führer Verfaßt: von Sev Vilnay u. Dr. A. 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Juni 1035 Pat und Patachon schlagen Beginn: Vs4, ‘/»6, 7*8, 7,10 Uhr IX., Währingerstraße 12 Telephon A 18-8-06 Vom 14. bis 10. Juni 1085 Beginn: 4, 8/.,(5, V,8. ‘/»10 Uhr JUDEN! Spendet onlttn der Jimi-BOthse