Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 454 (31.5.1935)
- Date
- 1935-05-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis dieser Nummer 20 g V. b. b, Mf* ACA 1 WSl>n f l|9i «nie I Redaktion und Administration; Wien, i., Marc-Aurel-Strafle ö. | 51* IVftftB | Tel.: U 22-3-91 .ledaktionsschluB Montag und Mittwoch vorm. in starker Weltverband der Allgemeinen Zionisten ist die ■ einzige Gewähr für den innerzionistihhb sehen Frieden JÜDISCHE ZEITUNG Moderne Leibbinden und STÖTZMIEDER „CORPUFRONT", wissenschaftlich vollendet konstruiert, glänzend bewährt und ärztlich empfohlen bei Hängebauch, Schwangerschaft, Nabel- und Bauchwandbrüchen, Magen-, Nieren- und Gebärmuttersenkung usw. Eine wahre Erlösung gegenüber ungeeigneten Miedern, leicht, weich, kein Druck, kein Verschieben. ALLEINVERKAUF: Fachfirma Bondnaen-hilkBlasch Tel. R 41-060 Wien, ll.,Taborstr. 22 Gegr. 1904 Wertvolle Fachbroschüren kostenlos überallhin. 6 Probierkabinen, fachkundige Beratung. I (18. Ijar 5695) | 8. Jahrgang Die Münchener Kundmachung VII., KAISERSTRASSE 123 ★ IX., ALSERSTRASSE 6 Die deutschen Zionisten kommen zum XIX. Kongreß Berlin, 29. Mai. (2. T. A.) Die Pressestelle der Zionistischen Vereinigung für Deutschland weist darauf hin, daß die zionistische Bewegung in Deutschland in diesem Jahre mit einer starken Delegation am Zi on i s t e n kon g r eß t e i 1 n e h m e n wird, um auf die zukünftige Gestaltung des Palästinaaufbaues im Hinblick auf seine zentrale Bedeutung für den größten Teil auch der deutschen Juden Einfluß nehmen ZU können. Gegen Rassenintoleranz in amerikanischen Schalen New York, 27. Mai. (2. T. A.) Gouverneur Herbert H. Lehman hat ein Von der Legislative des Staates New York angenommenes Gesetz bestätigt, durch das eine unterschiedliche Behandlung von Schülern in den aus öffentlichen Mitteln unterstützten Schulen auf Grund von Religion, Nationalität oder Rasse u n t e r s a g t wird. James M a r s h a 11, der Sohn des vor einigen Jahren verstorbenen amerikanischjüdischen Führers Louis Marshall, wurde zum Mitglied der New-Yorker Unterrichtskommission ernannt. In einer Ansprache verlangte er, daß in den Schulen den Sprachen und Kulturen der Einwanderungsgruppen, darunter auch der jüdischen Sprache und Kultur, mehr Aufmerksamkeit und Verständnis entgegengebracht werde. Nahum Goldmanns Unterredungen in Genf!, Genf, 29. Mai. (2. T. A.) Während seines Aufenthaltes in Genf und im Zusammenhang mit den im Rahmen der Völkerbundorgane zur Debatte stehenden Fragen von spezifisch jüdischem Interesse hat der Vorsitzende des Comitö des D616gations Juives, Dr. N. Goldmann, Unterredungen mit Mitgliedern der englischen und i t a 1 ie n i s c h e n Dole g a t i o n, mit dem tschechoslowakischen Außenminister B e n e S, dem rumänischen Außenminister T i t u 1 e s c u, dem polnischen ständigen Delegierten beim Völkerbund Komarnicki und mit dem Mitglied der sowjetrussischen Delegation, Botschafter P o t e m k i n, der dieses Mal den Vorsitz im Völkerbundrate innehatte, gehabt. Ein Kommunique der Münchener Polizeidirektion, das in Wien lückenhaft veröffentlicht worden ist, teilt unter dem 27. Mai folgendes mit: „Unter der Führung einer Reihe von verbrecherischen Elementen, von denen die Haupträdelsführer ein gewisser Schmidt — ein früherer Stahlhelmer — und ein gewisser Kopf, der im vorigen Jahr wegen Unterschlagung aus der Partei ausgeschlossen worden ist, hatten sich in München Terrorgruppen gebildet, um, wie sie sich anmaßend ausdrückten, „die antisemitische Bewegung vorwärts zu treiben“. Sie haben es sogar verstanden, sich aus Münchener Geschäftskreisen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geld für ihre Zwecke zu beschaffen. Auf das Konto dieser Elemente sind die Vorkommnisse der letzten vierzehn Tage, insbesondere die Störungen am Samstag, dem 18. Mai, und Samstag, dem 25. Mai, zu setzen, die vom Beschmieren der Schaufenster jüdischer Geschäfte bis zum gewaltsamen Eindringen in solche mit nachträglicher vorzeitiger Schließung führten. Ferner sind sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch für das Abreißen der bei der Cliaritassammlung vertriebenen Abzeichen und die Störung der Ruhe im Katholischen Vereinshaus in der Schommerstraße veantwortlich. Die Polizei wurde bei Ausübung ihrer Pflicht da und dort beschimpft, ja in einem Falle tätlich angegriffen. Die Schuldigen sind festgestellt, beziehungsweise verhaftet. Ihnen wird wegen Landfriedensbruch, Störung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung, Beamtenbeleidigung, ohne Rücksicht auf Person und Parteizugehörigkeit der Prozeß gemacht.“ Die Kundmachung, die vom Innenminister Wagner unterzeichnet ist, gesteht also ein, daß vierzehn Tage lang exzediert worden ist, bis sich die Polizei entschloß, der „Anmaßung“ dieser Terrorgruppen entgegenzotreten. Das Kommunique nennt auch zwei Namen; leider aber hat inzwischen der „Stahlhelm“ erklärt, daß der dort genannte Schmidt niemals Stahlhelmer gewesen ist. Die Energie der Polizei hat dies- Die am 3. Juni beginnende Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes wird u. a. auch die Prüfung des Jahresberichtes der Mamlatarmacht für Palästina für das Jahr 1934 zum Gegenstand haben. Als Vertreter der Mandatarmacht für Palästina werden der Generalsekretär der Palästinaregierung Mr. Hall und Mr. N u r o c k nach Genf kommen. Die Exekutive der Jewish Agency hat vor etwa zehn Tagen dem Oberkommissär für Palästina das übliche Jahresmemorandum der Jewish Agency samt einem Begleitbrief mit der Bitte um Weiterleitung an die Mandatskommission überreicht. Die Mandatarmacht versieht dieses Memorandum mit mal in dem Augenblick eingesetzt, wo Schacht in England seine Anleiheverhandlungen begonnen hat. Es sieht dem Propagandaamt sehr ähnlich, daß es jetzt mit der Unterdrückung der Unruhen Staat macht und der Öffentlichkeit erzählt, wie sehr man im Dritten Reich auf Ruhe sieht. Aber man weiß doch außerhalb Deutschlands zu viel über diese Ruhe und Ordnung. Ununterbrochen führt der Nationalsozialismus seinen Kampf gegen das Judentum; jeder Tag bringt neue Reden, neue Diffamierungen, neue Beschlüsse. Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn die Leute, die man immer wieder aufputscht, die „Anmaßung“ zeigen, den Antisemitismus aus eigenem vorwärts zu treiben. In München ist es die Garde Streichers, anderwärts die Leute des Himmler, Grobe, Kube, die Schreiber der unterschiedlichen Zeitungen, die unablässig das Feuer schüren. In der letzten Linie aber geht die Verantwortung für dieses Treiben bis zum Führer und Reichskanzler hinauf. Die „Prager Presse“ spricht dies aus, indem sie die Schlußfolgerung zieht: „Adolf Hi 11 e r ist tatsächlich das absolute, ausschlaggebende Willenszentrum des gewaltigen Reiches. E r fällt, die Entscheidungen. Er zeichnet die große Linie der Gesamtpolitik vor. Die nationalsozialistischen Dogmen, die in seiner Person Fleisch und Blut geworden sind, stehen ihm höher als die Einwände, die ihm nicht selten gerade jetzt von Schacht vorgetragen werden. Er hätte die Judenverfolgungen gemildert, wenn er opportunistischer gesinnten Ratgebern gehorcht hätte. Er entscheidet aber eigenwillig; seine Ideologie hat sich seit der Abfassung des Buches ,Mein Kampf nicht geändert.“ Die Wirkungen sind so, wie sie sich in München gezeigt haben, von der Welt zu sehen. Aber es vollzieht sich abseits von den größeren Tagesereignissen ein langsames, brutales, planmäßig vorgetragenes Abwürgen der Juden. Tausende sind schon in den Konzentrationslagern ums Leben ihren Bemerkungen und leitet es weiter an das Völkerbundsekretariat zwecks Verteilung an die Mitglieder der Mandatskommission. Die Kommission wird sich auch mit einer Anzahl arabischer, sich auf Palästina beziehender Petitionen zu befassen haben. Es verlautet, daß der Leiter des Politischen Departements der Jewish Agency for Palestine, Prof. S. Brodetsky, sich anläßlich der Tagung der Mandatskommission nach Genf begeben wird. Wer einmal war bei „Exquisit" Der bringt bald mehr zum Putzen mit. Tel. R 20-3-34 Abholung u. Zustellung kostenlos oder Gesundheit gekommen, kaum zu zählen sind die vernichteten Existenzen. In fünf Jahren — hat Grohö kürzlich gesagt —> werden nach dem Willen des Führers keine Juden mehr in Deutschland leben. Wie dieses hohe Ziel des Führers verfolgt wird, dafür mögen einige, wahllos herausgegriffene Reden angeführt werden: Wie die „Pommersche Zeitung“ in S t e t-* t i n meldet, sprach in einer Massenversammn lung Walter Pötsch über die Judenfrage. „Es sind“, sagte er, „in letzter Zeit wieder mehrere Fälle bekannt geworden, in denen die jüdische Frechheit ihr Haupt erhoben haL. Es ist unsere Pflicht, radikal und völlig unvornehm diese Bestien, die sich nach alter Manier an deutsche Frauen heranmachen, zu bekämpfen und mit dieser Rassenschande aufzüräumen. Leute, die dieses Treiben noch zu beschönigen suchen und entschuldigen, sind. Verräter am deutschen Volk und müssen als solche behandelt werden. Wir werden nicht locker lassen, bis wir solche Dinge für immer ausgemerzt haben werden. Das Judentum in aller Welt jammert über angebliche Unterdrückung. Aber der wahre Grund seines grenzenlosen Hasses ist nicht die angebliche Unterdrückung, sondern die Tatsache, daß das deutsche Volk sich als unüberwindliches Hindernis dem Judentum auf seinem Wege zur Weltherrschaft entgegengestellt hat. Es ist auch kein Zufall, daß die Juden immer auf der Seite der Kriegsgewinnler zu finden sind. Während die Völker den Frieden wollen, hetzt der Jude Seite an Seite mit den internationalen Kriegsgewinnlern zum Kriege. Ich richte deshalb den Appell an die deutsche Frau; Erteilt dem Juden die richtige Antwort, nehmt denen, die wieder frech ihr Haupt gegen uns erheben wollen, die Lebensgrundlage und das ganze Problem ist gelöst!“ Im Rahmen einer Glosse „Wir und die Juden“ schreibt die „Neustettiner Kreiszeitung“: „Wir haben es oft genug gesagt:' Kauft nicht beim Juden! Wir haben immer wieder klar und eindeutig darauf hingewiesen, welche Rolle der Jude in der Geschichte unseres Volkes spielt. Er ist und bleibt Fremdkörper, bleibt eine Gefahr für uns! Gerade im deutschen Osten hat er sich fest eingenistet, besonders in den kleinen Landstädten! So dürfte die Tatsache dafür sprechen, daß das kleine Städtchen Landeck, wenige Kilometer von Ratzebulir gelegen, eine eigene Synagoge hat.,.“ Die nationalsozialistische Tageszeitung „Der Freiheitskampf“ in Dresden hat eine Hauserverwaltungen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Te . A 48-9.SS -SENSAL. R. TAUBMANN WIEN, II., NORDPOLSTRASSE 2/3 Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest Gesinnungsgenossen zeichnet österreichische Arbeitsanleihe 1935 durch die KKL- Versicherungsabteilung des „Phönix" (Gg. Gerson Wittlin), II., Aspernbrücfcengasse 2, Telephon R 43-500 Der Palästinabericht der Mandatskommission WJt IxQUISIT