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Die Stimme · 1935-05-28 · Heft 453 (28.5.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 453 (28.5.1935)
Date
1935-05-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V; b. b, Prct* dt«Mr NmnaMr SO g Klassenxlonlsmus oder Volksxionisimis, das Ist die Schicksalsfrage des nächsten Kongresses — Palästina für das ganxe |Odlsehe Volk, das ist das Programm des Allgemeinen Zionismus Nr. 453 _JÜDISCHE ZEITUNG _ WUb, »8. Mal 1935 | \ <*»• I|w Sturm auf die Eingebürgerten Osusky - Referent für das Palästina-Mandat In der öffentlichen Sitzung des Völkefhundra.tes am 22. Mai referierte der Berichterstatter für Mandatsfragen, der tschechoslowakische Gesandte in Paris, Dr. Osusky, über den Bericht der Mandatskommission des Völkerbundes betreffend Palästina. Er gab eine Darstellung der Arbeit der Mandatskommission und schlug vor, daß der Völkerbundsrat das von der englischen und der französischen Regierung über die Grenzen zwischen Syrien und Palästina getroffene Abkommen genehmige. Nach Ansprachen des italienischen Vertreters, Baron Aloisi, und des englischen Delegierten, Lord Eden, wurde der Bericht Dr. Osuskys angenommen. Ein Vertreter der Palästina-Regie• rung in Genf Jerusalem, 26. Mai. (2. T. A.) Der stellvertretende Chefsekretär der Palästina-Regierung Mo öd y. begab sich nach Genf, um die Palästina-Regierung vor der Mandatskommission des Völkerbundes zu vertreten. Der Außenminister Sauds bei Mussolini Rom, 23. Mai. Ministerpräsident Mussolini hat heute den Außenminister des arabischen Königreiches S a. u d i a. empfangen und sich mit ihm zwei Stunden über die die beiden Länder interessierenden Fragen unterhalten. Vorschlag eines Arabers für jüdisch - arabische Verwaltung Palästinas Jerusalem, 26. Mai. Der arabische Gelehrte Hassan Sidki D a j a n i hat dem Oberkommissär einen Vorschlag unterbreitet, der die Übernahme der Verwaltung Palästinas unter Einhaltung der Mandatsbestimmungen durch Araber und Juden auf der Grundlage der engsten Zusammenarbeit beider Völkerstämme vorsieht. * Die Meldung besagt nichts darüber, ob der Gelehrte in seinen Kreisen über nennenswerten Einfluß verfügt. Immerhin bedeutet sein Vorschlag, daß nicht alle Araber den intransigenten Standpunkt des nationalistischen Flügels teilen. Einen ähnlichen Vorschlag hat, wie erinnerlich, seinerzeit Professor Einstein im „Telectln“ veröffentlicht, ohne jedoch Resönanz bei den Arabern zu finden. Allerdings verhielten sich auch die Juden ablehnend. V*Für unsere Leser nur: Neudegger Fahrschulen Wien, VIII., Neudeggerg. 18 Tel. B 46-5-72 , und’lhxersdorf (Nleder-Österreich) .' Prüfungserleichterung durch :. : laufenden Auto im Lehrsaal!! Nach einer längeren Pause wird plötzlich wieder von einer Revision der Einbürgerungen in Österreich gesprochen. Ein Wiener Abendblatt, dem man besonders freundliche Beziehungen zu den leitenden Faktoren naehsagt, die „Österreichische Zeitung am Abend“, wirft im Zusammenhang mit den Revolten des Vorjahres die Frage auf und beantwortet sie gleich. Es seien — so heißt es dort — seit dem Krieg zwei Kategorien von Fremden ins Land gekommen, die sich feindlich gegen den Staat gestellt hätten, obzwar er ihnen das Heimatsrecht gegeben hat; allen diesen sei die Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Ob das. Blatt mit diesen Behauptungen und dem Vorschlag aus eigenem handelt oder ob ein Ballon, d’essai losgelassen wird, ist nicht ersichtlich. Aber hinter der Sache stecken alle Teufel des Naderertunis und der im heutigen Mitteleuropa so beliebten Bodenständigkeit. Das zitierte Blatt glaubt alle Einwände dieser Art mit der Versicherung vorwegnehmen zu können, daß es sich ihm nicht um religiöse oder wirtschaftliche Motive . handle.. Es sei lediglich das Rechtsempfinden der Masse, das diese Prozedur erfordere. Genf, 24. Mai. (2. T. A.) 1 Die Petition der, Danziger, Juden wurde an den Völkerbund weitergeleitet und unter den Ratsmitgliedern verteilt. Die Petition gibt eine Darstellung der antikonstitutionellen Herrschaft der nationalsozialistischen Partei in Danzig und der sich unter diesem Regime hemmungslos breit machenden Judenhetze und der Angriffe auf die jüdische Ehre. Sie weist nach, daß nach Übernahme der Regierung durch die nationalsozialistische Mehrheit, die allen Einwohnern Danzigs ohne Unterschied ihrer Rasse, Sprache oder Religion gewährleistete gleiche Stellung vor dem Gesetz, sowie der volle Genuß aller bürgerlichen und politischen Rechte gegenüber den Juden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in a u ge n f ä. 114 g e r Weise verletzt und niiß achtet werden. Die Diskriminierung der Juden nur ihrer Abstammung wegen äußert sieb auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens: In der Gesetzgebung durch den „Arierparagraphen“, in Bestimmungen, die gegen jüdische Beamte, gegen Richter, gegen Notare, gegen Rechtsanwälte, gegen Ärzte, gegen Pharmazeuten, Zahnärzte und Lehrer gerichtet sind. In der ( Die zwei Kategorien der Fremden sollen, wie das Blatt es .darstellt, einerseits die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina sein, anderseits. Eingewanderte ans den preußischen Grenzgebieten, insbesondere aus Preußisch-Sohlesien. Die ersteren hätten sich den Linksparteien verschrieben und seien von dem vergangenen. Rathamssystem aus politischen Gründen eingebürgert worden. Die .anderen stellen den Grundstock der nationalsozialistischen Bewegung. Sie sind gleichfalls Staatsbürger geworden. Wer hat dieses Vorgehen, auf dem Gewissen? Sicherlich nicht, die gewesene Rathauspartei, obzwar, sie es an Anschlußbegeisterung nie hat fehlen lassen. Die Darstellung des Blattes ist falsch. Die aus Galizien und der-Bukowina Gekommenen — das ist nur eine Umschreibung des sonst angewendeten Wortes „Ostjuden“, haben, den Westen nicht aus eigenem Trieb auf gesucht,' sondern sind auf Geheiß der Kriegsbehörden evakuiert, in. Züge gepfropft und nach dem Innern der Monarchie abgeschoben worden. Sie waren, wie jedermann weiß, die einzigen für die Monarchie fühlenden Elemente des Ostens, und sie sind dafür, bestraft worden, indem sie der Gastfreundschaft Wiens überant- Verwaltuugspraxis äußert sich diese Diskriminierung noch viel deutlicher, und zwar in allen das bürgerliche Leben berührenden Zweigen: a) die Polizei schützt nicht die Ordnung, Sicherheit und öffentliche Ruhe, da, wo es sich um Verletzungen dieser Grundrechte gegenüber den Juden handelt; b) die wenigen in der inneren (städtischen usw.) Verwaltung angestellten jüdischen Beamten werden unter Vergewaltigung der Verfassung entlassen; c) eine ebenfalls verfassungswidrige Behandlung erfahren die jüdischen Professoren, Lehrer und Schüler in allen öffentlichen Lehranstalten, die jüdischen Künstler und Schauspieler. Die jüdischen Ärzte, Pharmazeuten und Zahnärzte werden in der verschiedensten Weise boykottiert, was von den Behörden nicht nur geduldet, sondern ganz offenkundig gefördert wird. Desgleichen geschieht im Gerichtswesen. Im wirtschaftlichen Leben wird alles getan, um insbesondere den jüdischen Kaufmannsstand durch Boykott, durch Verweigerung von Staatsaufträgen usw. zu ruinieren. Der Senat hat alle jüdischen I Gesuche um gesetzlichen Schutz gegen Boykott und gegen Diffamierung abgewiesen. (Fortsetzung auf Seite2, Spulte 2) e Außerordentliches Glück bei Schelhammer! Die Hoffnung mit einem Seihelbammer-Los. ist, wie schon so oft, in Erfüllung gegangen. Diesmal waren es alle drei ersten Hauptw treffer der I. Klasse, und zwar: S 30.000.—s ■S 10.000.— und S 6000.—, welche mit vom Bank- und Wechselha/us Schel h a m m e r & Schattera, Wien, L, Stephansptatz Nr. 11, verkauften Losen gewonnen wurden. Der erste Haupttreffer entfiel auf sieben glückliche Gewinner mit Trefferallteilen ziu einem Viertel- und sechs Achteliosen. wortet-wurden. Das Gastrecht besteht. nach der deutschen Anschauung darin, daß man dem Gast immer eins über den Kopf hauen darf. Wenn .ihm das nicht recht ist und er sich wehrt, so hat er das Gastreoht verwirkt-. Die Flüchtlinge aus dem Osten haben durch den Krieg Haus und Hof verloren und ihre Existenz ist durch die Katastrophe der Monarchie vernichtet worden. Sie waren als Bürger des Großstaates hieher, gekommen, haben vom Grund ans neu beginnen müssen und haben sich der Wirtschafts- Struktur eingefügt. Sie waren politisch durchaus nicht einheitlich; ein Teil von ihnen ist tatsächlich der Sozialdemokratie hörig geworden, die ja die gesamte Macht in Händen hatte. Dagegen lassen sich nur vom jüdischen. Gesichtspunkt aus Einwendungen . machen. Vom . österreichischen Gesichtspunkt aus nicht, denn die Sozialdemokratie war eine österreL chische Partei und die Juden, um die es sich handelt, haben ihr angehört, so wie die Mehrheit der deutschen Bevölkerung de? Hauptstadt, wie ein sehr großer Teil des österreichischen Volkes überhaupt. Bei dem Umschwung des Februar 1934 hatten nicht nur Wien, sondern auch Graz, Linz, Wiener- Neustadt sozialdemokratische Gemeindeführung. Die jüdischen Flüchtlinge sind in größerer Zahl eingebürgert worden und das hat mit Politik nicht das geringste zu tun. Sei haben hier gearbeitet, hier Steuern gezahlt, sie haben in der schwersten Zeit der neuen Republik die wirtschaftlichen Verbindungen Österreichs mit dem Ausland a-ufrechfcerhalten; die Söhne sind auf d en Schlachtfeldern oder in der Kriegsgefangenschaft für Österreich gestorben, die Eltern haben sich zu Österreich bekannt und die überwachende Stelle, das Bundeskanzleramt, hat, wenn nichts Gesetzwidriges vorlag, den Bescheid des Magistrats bestätigen müssen. Daß sieh diese Eingebürgerten feindlich gegen den Staat gestellt hätten, ist unwahr. Es hat Prozesse in sehr großer Zahl gegen die Februar-Aufständischen gegeben — Juden und insbesondere Ostjuden waren beim' besten Willen nicht unter den Überführten und Verurteilten zu finden. Für eine Revision des Heimatdokument-es und für eine Aberkennung der Zuständigkeit fehlt jeder Wer be! „Exquisit" li'ßt putzen Hat viel Freud’ und großen Nutzen RDWMF Abholung urid Zu -tplluns: kostenlo R 20-3-34 Gesinnungsgenossen zeichnet österreichische Arbeitsanleihe 1935 durch die KKU Verskherungsabteilung des „Phönix" (Cg. Cerson Wittlin), II., Aspernbrückengasse 2, Telephon R 43-500 Die Petition der Danziger Juden vor dem Völkerbund

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