Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 451 (21.5.1935)
- Date
- 1935-05-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054206--5054-3060744- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
V. b. b. Frei« dieser Nummer 20g Um AE* I Win,, ä« Ibiml «Ale I Redektlsn lind Administration; Wien, i., Maro-Aurol-StraBo o, WST* | *“ *eH, «!• 0231 I799 I TeL: U 22-3-91 ■ .'Moktlono«ihliill Montag und Mittwoch vorm. Die Zukunft des Zionismus liegt im Allgemeinen Zionismus. Meldet Euch zur Schekelarbeit In den Bezirkssektionen I | (18. Ifar S69S) j 8. Jahrgang Der Zionistenkongreß einberufen pF Beginn 27. August in Luzern. London, 19. Mai. Das Zionistische Zentralbüro teilt mit: Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat nach Beratung mit dem Präsidium des Aktionskomitees beschlossen, den 19. Zionistenkongreß für den 2 7. Augustl935nachLuzern einzuberufen. Der Völkerbund und die Flüchtlinge London, 19. Mai. (2. T. A.) Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz und Mrs. Neville L a s k i, die Gattin des Präsidenten des Board of Deputies, gehörten einer von Lord Ce eil: geführten Delegation an, die sich aus Vertretern einer Reihe bedeutender Organisationen zusammensetzte, und die dem britischen Außenminister Sir John Simon Anträge zur Lösung des Flüchtlingsproblems unterbreitete. Aus dem vorgelegten Material geht hervor, daß es etwa eine Million russischer, deutscher, armenischer und assyrischer Flüchtlinge gibt, für die unbedingt internationale Hilfe beschafft werden muß. Die Delegation gab der Befürchtung hinsichtlich der Folgen der für das Jahr 1938 vorgesehenen Liquidierung des Nansen-Amtes und Einstellung der Subsidien für die Flüchtlinge seitens des Völkerbundes Ausdruck. Die Delegation empfahl die Beibehaltung einer Zentralorganisation, und zwar entweder unter Führung des Völkerbundes oder als dessen integrierender Teil, welche für alle Flüchtlinge, also auch für die deutschen, Sorge tragen solle. Bisher sei dem Hochkommissariat für die deutschen Flüchtlinge keinerlei finanzielle Unterstützung seitens des Völkerbundes oder der Regierungen zuteil geworden; der Völkerbund werde sich aber der Pflicht, auch für die deutschen Flüchtlinge zu sorgen, für die Dauer nicht entziehen können. Minister Simon nahm die Vorschläge mit Verständnis entgegen und fügte hinzu, es sei wahrscheinlich, daß sich die Angelegenheit bereits auf der Tagesordnung der künftigen Völkerbund-Versammlung befinden könnte, wenn eine hinreichende Unterschriftenanzabl für die Anerkennung der Dringlichkeit dieses tragischen Problems aufgebracht werden wird. Die gutbegründeten Anträge werden, so erklärte schließlich Minister Simon, sicherlich die Unterstützung seitens der britischen Regierung fiuden. Pie spanische Republik an die Judenschaft Wie jetzt bekannt wird, hat der Zivilgouverneur von Cordova, Jps6 de G a r d o g n iv in der Schlußsitzung der Maimonides-Woche am 30.; April an die jüdischen Vertreter die folgende Ansprache gerichtet:; ' Rede des Zivilgöuverneurs von Cordova: „Meine Herren! > ' » Kaum einige Tage sind es her, daß sich die Tore unserer gastlichen Stadt Cordova geöffnet haben, um Sie aufs herzlichste zu empfangen. Mit der Schnelligkeit eines Augenblicks, wie einmal alle menschlichen Dinge vorübergehen, sind nun auch die Festlichkeiten der Achthundert; Jahresfeier•• z u: Ehren des großen Philosophen M a i m o n i d e s zu Ende. In einigen Stunden . werden, „Sie diesen spanischen Boden verlassen,' der vor Zeiten der heimatliche Böden Ihrer Vorfahren gewesen. .'Was hat Sie eigeötlich veranlaßt,- hierher nach Cordova zu kommen? In erster Linie, um mit uns eine von uns beiden gleich hochgeschätzte P e r s ö n- 1 i c h k e i t zu feiern, sodann gewiß auch der Wunsch, die Luft zu atmen,-die einst die Wiege Ihrer Ahnen - umfächelte und die schwarzen Locken der Frauen Israels umspielte. Sie sind nicht in Ihrem Namen allein gekommen, sondern im Namen vieler Tausender Ihr es Vo Ikes, die selbst gern herbeigeeilt wären, um an diesen Festlichkeiten teilzunebmen, hätten sie, nicht die große Entfernung gescheut. Aber Sie haben uns deren Gruß mitgebracht. Mit einer tiefen Andacht haben wir Ihren Worten gelauscht und waren bis ins Innerste erschüttert, a I 8 wir Viele von lhnenin der Sprache: unseres Landes spreche nh ö r t e n. Wie eine getrocknete Blume, die aber alle Jahre ihr Aroma behalten hat, so haben Sie das Herz des alten Spanien in .Ihnen lebendig erhalten, das Herz dieses Spanien, das Sie trotzalledem immer-geliebt und, wie ich hoffe, in Zukunft noch mehr lieben werden. Nach Jahrhunderten sind Sie nun zurückgekommen, meine Herren, in ein Land, das einst auch Ihnen gehörte. Sie waren Zeugen, wie in der Synagoge von Cordova das jahrhundertlange Schweigen durch Ihre Psalmen gebrochen wurde. Und ich als Katholik und Spanier danke auch aps ganzem Herzen, daß Sie für uns gebotet haben, sobald Sie sich in ihrer alten Synagoge versammelt hatten.’ Auch haben Sie pitangesehen, wie wir, im Vorhof der, Synagoge, das Andenken Ihres großen Philosophen, mjt. goldenen Lettern auf immer eingezeiebnet haben. All das haben wir mit Ihnen gemeinsam erlebt. , Nun heißt es Abschied nehmen voneinander! —. Durch außergewöhnliche politische Umstände sind die höchsten Repräsentanten unseres Staates, die heute zum Abschluß der Maimonides- Woche hierherzukommen beabsichtigten, in Madrid zurückgehalten. Sowohl der P r äsident der Republik, wie der Ministerpräsident, Alexander Lerroux, grüßen Sie aufs innigste durch meinen M u n d und sagen Ihnen ein herzliches Lebewohl. Laut Protokoll hätte ich nun diese Mah monides-Festwoche abzuschließen, ich erlaube mir aber anderer Ansicht zu sein. Wohl schließen wir heute die Maimonides-Woche, aber wir öffnen heute, durch gemeinsame Liebe, alle Wege, die uns geistig und freundschaftlich näher bringen können. Wir wollen Ihnen alle Wege öffnen zu einer Rückkehr zu uns. Der Franzose sagt:,Jeder Abschied ist sozusagen ein Absterben.‘ Vergessen Sie nicht:. Jede Rückkehr ist ein Wiederaufleben! So kommen Sie denn zurück nach Spanien, meine lieben Brüder! Für heute aber gehen Sie! Gehen Sie, aber nehmen Sie unsere freundschaftlichsten Gedanken mit auf Ihren Weg. Sagen Sieder Welt, daß Spanien Sie aufs liebevollste aufgenommen h a t! Sagen Sie allen, daß Spanien den letzten Überrest der dunklen Vergangenheit ausgemerzt hat. Sagen Sie, daß das Spanien von heute Sie umarmt hat, wie man einen Sohn umarmt, der von einer langen Reise zurückgekehrt ist. Erzählen Sie von unserem neuen Spanien, von unseren Zielen und Absichten, und diese möge ein Balsam sein für Israels Leiden. Reden Sie von uns. Ihren Frauen, Ihren Kindern, Ihren Bekannten und Ihren Freunden, und sagen Sie allen, daß Spanien seinen jüdischen Brüdern seine Arme geöffnet und ihnen den Friedenskuß auf die Stirn gedrückt hat.“ Das Berner Urteil und seine Begründung Aus Bern wird uns geschrieben: Dienstag nachmittags, mit dem Glockenschlag 4 Uhr, verkündete Gerichtspräsident Meyer das Urteil. Die Tribüne sowie die Journalistenbänke waren wiederum dicht gefüllt- Der Gerichtspräsident würdigte zuerst die gesamte Beweisführung und wandte sich dann den „Protokollen“ zu. Die Echthedtsbeflirworter berufen, sich in jüngster Zeit auf ein angebliches Eingeständnis von Oberrabbiner Dr. Marcus Ehrenpreis in Stockholm. Nun hat aber Dr. Ehrenpreis als Zeuge in diesem Prozeß ausgesagt. „Seine Aussagen haben auf mich einen großartigen, überaus starken und beweiskräftigen Eindruck gemacht. Dieser Mann hat sicherlich kein, Wort gegen sein Gewissen ausgesagt.“ . Dicker „Echitheitsbeweäß“ ist also hinfällig, ganz abgesehen davon, daß er auch an,eich nichtssagend ist. Ebenso wenig seien die anderen Daretellungeu, wie man die „Protokolle“ entdeckt habe, bewiesen. Auf die angeblichen „Beweise“ werden nur. Leute heremfailen, die auf dem Standpunkt stehen: Credo quia absurdum est! (Ich glaube es, weil es verrückt äst!) Es ist dagegen erwiesen, daß die „Protokolle“ zum größten Teil von den „Gesprächen in der Hölle zwischen Maehiavelli und Montesquieu“ des Maurice Joly ab geschrieben sind. Mit höchster Wahrscheinlichkeit darf man auch annehmen, daß Ratschkowski und seine Mitarbeiter die „Protokolle“ für ihre Zwecke verfaßt haben. Daran ißt nicht mehr zu rütteln. 0 bwohl die Tatsache deß Plagiats aber seit d e r E n t. h ii 11 u n g der Willst Du die Kleider fleckenlos, Komm! .Exquisit* putzt tadellos Abholung und Zu «tellung kostenlo- R 20-3-34 G esinnungsgenossenl Arbeitsanleihe 1935 durdvdie KKL-Versicherungsabteilung des „Phönix" (Gg. Wittlin), Wien, II., Aspernbrüdcengasse Nr. 2. Telephon Nr. R 43-500 pu> XQUISIT [fONio CJ Nur die Rückkehr zu einem starken Allgemeinen Zionismus rettet die Zionistische Organisation!