Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 450 (17.5.1935)
- Date
- 1935-05-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Frei« dieser Nummer 20 g V. t>.». ■ ■>.-. ie Zukunft des Zionismus liegt im Allgemeinen Zionismus JÜDISCHE ZEITUNG Fußschmerzen? Sk Beginnender Senkfuß kann die Ursache seinl Abhilfe: Unsere modernst konstruierten »Pedifrit"-Einlagen mit der 2-Jahresgarantie, federleicht, elastisch-individuell angepaßt. Wertvolle Fachbroschüren kostenlos überallhin. ALLEINVERKAUF: inndniien-hlflinlnsdi Gegr. 1904 Wien, II., Taborstr. 22 Tel. R 41 -060 Nr. 45o I Wien, 17- Mai 1955 I Redaktion und Administration. Wien, Maro-Aursl*8trafls 6. Tal.: U 22-3-91 .ladaktionaachluB Montag und Mittwoch vorm. I (14* Ijar $695) I 8. Jahrgang Die „Protokolle": Plagiat, Fälschung, Schundliteratur Nun liegt das Urteil des Berner Gerichtes vor. Gerichtspräsident Meyer hat am 14. Mai das folgendes Urteil ausgesprochen: Die Protokolle enthalten. ein Vor- und ein einleitendes Wort, dann die Protokolle selbst und schließlich ein Schlußwort. Die Kläger behaupten, die Protokolle seien gefälscht und ein Plagiat. Der Strafrichter hat nach Anhörung der Zeugenaussagen und der Gutachten folgendes Urteil gefällt: Die Aussagen von Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis (Stockholm) haben auf mich einen sehr starken und beweiskräftigen Eindruck gemacht. Der Echtheitsbeweis der Protokolle, den Fritsch mit der Berufung auf Ehrenpreis anführt, fällt mit dieser Zeugenaussage in sich zusammen. Was Fritsch behauptet, ist völlig mißglückt. Der Fund der hebräischen Urausgabe der Protokolle ist heute nur eine Behauptung. Auch die weiteren Behauptungen Fritsch» sind nicht beweiskräftig. Bewiesen ist einzig, daß die Protokolle vom „Dialogue aux enfers“ zum größten Teil abgeschrieben worden sind. Sie sind ein Plagiat, das ^.ar schon seit 1921 bekannt. Es ist bis zum höchsten Grad wahrscheinlich, daß Ratsch ko wsky der Kopist war. Die Herausgeber wußten davon. Bis und mit der 15. Auflage der Protokolle wurde J o 1 y totgeschwiegen; er wäre auch weiter totgeschwiegen worden, wenn der Berner Prozeß nicht dazwischen gekommen wäre. Die Befürworter der Echtheit müssen nun Joly auch anerkennen. D i e Behauptung, daß die Protokolle am Bnei-Brith-Kongreß in Basel beschlossen wurden, ist nicht gelungen. Ich stelle somit fest, daß ein Beweis für die Echtheit der Protokolle nicht erbracht ist. Sie fallen ebenso wie die eingeklagten Schriften unter den Begriff des Artikels 14 des herrschen Schundliteraturgesetzes, denn sie haben eine verrohende und unmoralische Wirkung und. sind geeignet, zu Verbrechen anzureizen. Die Protokolle sind sowohl gefälscht wie Plagiat. Ich bin überzeugt, daß Schundliteratur und mehr als das, Unsinn sind. Der Angeklagte, der ehemalige Führer des Bundes nationalsozialistischer Eidgenossen, Theodor Fischer, wird zu 50 Franken Buße und zu fünf Neuntel der Gerichtskosten verurteilt; der Angeklagte Schnell erhält 20 Franken Buße und hat fünf Achtzehntel der Gerichtskosten zu tragen. Beide Angeklagten haben die klägerischen Parteikosten zu ersetzen. Ein Sechstel der Gerichtskosten trägt der Staat. Die übrigen Angeschuldigten werden unter Zubilligung einer Entschädigung freigesprochen. Die daherigen Gerichtskosten entfallen auf den Staat. Ihre Parteikosten sind von den Klägern zu ersetzen. Der Vertreter der Angeklagten hat gegen dieses Urteil Appellation erklärt. Auf Konfiskation der Broschüren usw. wird verzichtet, weil eine solche praktisch wirkungslos wäre. * * * VII-, KAISERSTRASSE 123 * IX., ALSERSTRASSE 6 Bukarester Universität geschlossen Bukarest, 16. Mai. Die medizinische Fakultät der Bukarester Universität wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Sämtliche Prüfungem fallen aus, so daß alle Medizinstudenten ein Jahr verlieren. Gleichzeitig hat der Universitätssenat beschlossen, sämtliche Mitglieder des führenden Komitees der Studentenvereinigung, die für die antisemitischen Unruhen verantwortlich zu machen sind, von der Universität gänzlich auszuschließen. Danzig vor dem Völkerbund Auf der Tagesordnung der bevorstehenden Völkerbundratstagung in Genf stehen eine Reihe Danziger Fragen. Es handelt sich hiebei in der Hauptsache um die Klagen der Oppositionsparteien. Eine Petition der Danziger Juden beschuldigt die nationalsozialistieohe Regierung, die Danziger Verfassung, den Versailler Vertrag, die Pariser Konvention, die Min de rh eitsb es timm ungen usw. gebrochen au haben. Zertifikate „nur für Ledige“ Jerusalem, 15. Mai. (2. T. A.) Von den der Jewish Agency übergebenen Zertifikaten der neuen Einwanderungs- Schedule sind 1865 Männer- und 2165 Frauen-Zerfcifikate, ausschließlich für Einzelpersonen, die übrigen Zertifikate für Familienväter bestimmt. Es ist das erste Mal, daß in einer Sohedule Zertifikate ausdrücklich für unverheiratete Männer reserviert sind, während Zertifikate für alleinstehende Frauen und Mädchen schon in den früheren Schedulen ausgegeben wurden. (Die „Stimme“ brachte diese Nachricht schon vor einigen Wochen als erstes Blatt. Die Red.) Der Gang zum Grabe Herzls Das Zionistische Landeskomitee hat um die Bewilligung des Herzl-Grab-Gangs für Sonntag den 26. Mai angesucht. Nähere Verlautbarungen werden noch folgen. Was das Berner Gericht als sein Verdikt verkündet, entspricht dem Verlauf der beiden Prozesse. Das Dritte Reich hatte die Sache der Schweizer Frontisten zu der seinen gemacht, und so äst der Prozeß zu einem Verfahren gegen den N'a* tionalsozialismusgeworden, dem nun von einem Schweizer Richter, einem Deutschen, einem Arier, mit der Kraft einer Urkunde bestätigt wird, daß er ein Plagiat, eine Fälschung, die als Schundliteratur zu gelten hat, als Mittel seiner Politik verwendet hat. Das Urteil ist ein Dokument. Aber es verkündet nichts, was nicht auch schon bisher von unbefangenen, ehrenhaften Männern gesagt worden wäre. Die Leute vom Dritten Reich haben im Fall der „Protokolle“ genau gewußt, wie es um dieses Schandwerk bestellt ist. Sie haben es in Kenntnis der Fälschung in Millionen von Exemplaren verbreitet, in ein Dutzend Sprachen übersetzt, erweitert, mit Zusätzen und immer neuen Fälschungen versehen und damit ein politisches und ein materielles Geschäft gemacht. Und so wie sie haben andere Tausende von Übersetzern, Verlegern, Buchhändlern an dieser Schrift, an der das Blut tausender gemordeter Juden klebt, dick und fett verdient. In Deutschland ist über den Prozeß nur lückenhaft und braun-offiziös berichtet worden, ln Deutschland sind die von jüdischer Seite in Umlauf gesetzten Gegenschriften verboten worden. In Deutschland wird das UrteiL von Bern keine Wirkung haben. Dieses ganze System ist ohne die „Protokolle“ nicht denkbar, und darum müssen die „Protokolle“ als seine stärkste geistige Stütze weiter in Geltung bleiben. Die Nationalsozialisten haben ja schon vor Wochen geschrieben, daß der Gerichtspräsident Meyer „den Juden hörig“ ist; sie haben geschrieben, daß die Schweizer Regierung von den Juden bestochen ist. Ohne „hörig“ und ohne Bestechung können sie sich nun einmal nichts Rechtes vorstellen. Und weil dem so ist, wird man in den Schulen Deutschlands auch in Zukunft die „Protokolle“ lesen und lehren/ Der Juden wegen... ... und auch deshalb, weil diese „Protokolle“ für das deutsche System von heute noch etwas mehr bedeuten. * Der Geriohtsexperte Loosli hatte, wie berichtet, eine Konfrontation der „Protokolle“ mit der Jolyschen Schrift „Dialog in der Hölle“ vorgenommen. Er stellte die Kopie dem Original gegenüber, und da ergab sich nicht nur, daß die Plagiatoren seitenlang abgeschrieben. hatten, es ergab sich auch eine Art Leitfaden, an welchem der Nationalsozialismus das deutsche Volk führt. Ein höchst instruktiver Einblick tat sich auf in die Grundsätze des Systems, das da behauptet, aus dem Gehirn Adolf Hitlers entsprungen zu sein, das aber in Wirklichkeit nichts als die Nachempfindung von Maximen darstellt, di$ der geistvolle und boshafte Pariser Advokat Joly sich nur als in der Hölle gesprochen vorstel- Willst Du die Kleider fleckenlos, Komml ,Exquisit1 putzt tadellos Abholung und Zu Stellung kostenlos R 20-3-34 Häuserverwaltungen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Tel. A 48-9-22 _SENSAI_ R. TAUBMANN WEN, II., NORDPOLSTRASSE i/i Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest IXQUISIT unser« Parole: Verdoppelung der Allgemein-Zionistischen Schekalim!