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Die Stimme · 1935-05-03 · Heft 446 (3.5.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 446 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b. Preis dieser Kummer 20 g JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 446 | Wien, 3. Mal 1935 | Redaktion und Admimatratlon; Wien, Marc-Aurul-Streß« 6. Tal.: U 22-3-91 .ledaktionaschluS Montag, und Mittwoch vorm. DER WEG HACH EREZ ISRAEL führt übet die PALÄSTINA—EILLINIE des LLOYD TRIESTINO T RIE S T—J AFF A—HAIFA nur S 2,30'— in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei* oder vie» heftigen Außenkabinen mit reichlicher u. schmackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) Die großen Luxusschiffe ,OALILEA\ .GERUSALEMME', .PALESTINA* (je 12.500 Tonnen Deplacement) Verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außerdem dichter Verkehr via Ägypten und via Athen- Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer Für Reisegesellschaften Sonderpreise Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6. Tel. U 47-5-60 (3o. Nissan 5695) I 8. Jahrgang Touristen-Visa für 15 Monate gültig Wie „Die Stimme“ erfährt, bekommen die englischen Paßstellen von ihrer Regierung in allernächster Zeit den Auftrag, gegen Kaution (von S 2000 auf S 1 6 0 0 herabgesetzt) die Visa auf 15 Monate (statt wie bisher auf 3 Monate) zu erteilen. Polnische Industrie protestiert gegen die Judenboykottpropaganda in Danzig Danzig, 29. April. (Z. T. A.) - ■ ■ Die ununterbrochen' 'andauernde'' Juden- * bö'ykottprÖpäg'anda in Danzig, die noch in - den letzten'Tagen in verstärktem Maße um -sich gegriffen hat, hat den Verband der pol- -nischen Industrie in Danzig veranlaßt, sich -an rlön polnischen Generalkommissar, Minister' Dr.' Pap e e, zu wenden und hierbei ‘ auf die w i r t s c-h a f 11 i c b e n S c h ä d e n «hinzuweisen, die diese Propaganda verursacht. Von dieser Propaganda sind zahlreiche polnische Staatsbürger betroffen. Der Verband betont, daß bisher behördlicherseits gegen diese Hetze in keiner Weise reagiert worden sei; der Verband beruft sich in diesem Zusammenhang auf das zwischen Polen und Danzig geschlossene Abkommen, auf Grund dessen der Senat sich seinerzeit offiziell für die freie wirtschaftliche Betätigung aller Einwohner ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit und die Konfession ausgesprochen hat. Der Verband ersucht den polnischen Generalkommissar, entsprechende Schritte beim Senat einzuleiten, damit dieser die Schuldigen zur Rechenschaft zieht. Die Protokolle und das Dritte Reich Der Berner Prozeß um die „Protokolle“ geht dem Ende zu, aber, wie immer der Spruch des Richters lauten wird — eine Änderung der Lage der Juden oder des Verhältnisses zwischen Deutschen und Juden wird nicht eintreten. Die Nationalsozialisten, deren Judenpolitik sich auf die „Protokolle“ gründet, anerkennen keinen Richterspruch — es sei denn den des obersten Gerichbsherrn —- und wenden sich nicht dazu bereit finden, ihre Lügen zu widerrufen. Die übrige nichtjüdische Welt 'ist allzu lange unter der Suggestion des Falsifikates gestanden, und sie wird auch nicht, dank der „Objektivität“ der Presse, der der Judenschntz immer eine peinliche Angelegenheit ist, die volle Wahrheit über den Verlauf des Berner. Prozesses erfahren, Die Sache liegt ein fach so: die einen wissen, daß urad zu. welchem Zweck sie gefälscht haben und müssen nicht erst durch ein Gerichtsverfahren belehrt werden; die anderen wenden weiter die Juden für die Weltschädlinge halten. Und die Juden? Nun, wir müssen daran denken, daß an der ersten Propaganda für die „Protokolle“ der seither in Graz verstorbene .Judenstämmling Artur Trebitsch führend. beteiligt war. Immerhin ist es ein öffentlich geführter Prozeß um die Ebro des jüdischen Volkes. Nicht, etwa, als ob wir unsere Ehre irgendwie in Frage gestellt hätten. Sie steht' zu hoch, als daß sie selbst durch eine Weltkampagne betroffen werden könnte. Aber es war zu beweisen, wie frech und bedenkenlos der Judenhaß und insbesondere der deutsche Judenhaß vorzugehen weiß, wenn er uns . treffen will. Die „Protokolle“ sind •von russischen Ochrana-Spitzeln hergestellt, yon einem russischen Klostersolireiber her- ■ausgegeben, von; polnischen, französischen katholischen Geistlichen übersetzt worden, ‘aber erst , die deutsche Organisation und, das .deutsche Geld hat ihnen die. Millionenverbreitung gegeben. Dabei ist natürlich auch gut verdient worden, und; der. Besitzer des größten nationalsozialistischen V e r lagsu n t. er n ehm e ns in München ist daran zum reichen Mann geworden. Sein . Name-stand noch bis vor zwei Jahren auf dem Titelkopf des „Völkischen Beobachters“, des Organs, das: die „Protokolle“ am meisten ausgeschlachtet und das die Anregung zum gelben Fleck gegeben hat. Zum 1. April 1933, als das Dritte Reich, die erste Kr i e g sfcrr k 1 ä r u ng an die Jude n aussprach Uflid den Boykott offiziell proklamierte, hat Rosenberg in diesem „Beobachter“ Theoclor Herzl als den Mann bezeichnet, der die in den „Protokollen“ zusammengefaßten Reden in Basel gehalten haben, soll. Daran; wollen wir jetzt und in der Zukunft denken,' und auch daran, daß sich die Regierung; des Deutschen Reiches mit den „Protokollen“ öffentlich identifiziert hat. Die Protokollfälschung ist zu einem integrierenden Bestandteil dös deutschen Systems von heute, geworden. Ihre Unwahrheit war für niemanden ein Geheimnis, aber der Prozeß, in Bern ' hat. den lückenlosen Beweis erbracht. Es ist s c h o n jetzt zur Immer sauber Tel. R 20-334 Abholung u. Zustellung kostenlos XQUISIT ’/v/p otV Dr. Brutzkus’ Austritt aus der revisionistischen Exekutive Paris, 29. April. (Z. T. A.) Das Exekutivkomitee der Union der Zionisten-Revisionisten genehmigte Doktor Julius Brutzkus' Austritt aus der Exekutive. Dr. Brutzkus bleibt Mitglied der Union. Ende Mai Weltkonferenz der Allgemeinen Zionisten Am 26. und 27. Mai findet in Lemberg eine Weltkonferenz der . Allgemeinen Zionisten Der Vorsitzende des Verbandes der dänischen Schriftsteller, Rechtsanwalt Dr. Hartwig Jacobson, hat eine Protestkundgebung gegen die Verordnung . der, deutschen Reichssohr ifttiimskammer, die die Juden von der Mitarbeit in deutscher Literatur und Presse aiisschließt, eingeleitet. .In einem Interview erklärte Dr. Hartwig Jacobson auf die Frage, was in dieser Angelegenheit weiter geschehen ist, folgendes:,; „Ich habe am 22. März an die ' Rfeichsschrifttumskammer eine Anfrage' gerichtet, ob die Nachrichten über die Verordnung wahr seien, wenn jaj möge man niir dqn authentischen Text der Verordnung zusenden. Darauf habe ich keine Antwort erhalten, statt dessen hat mich der Generalsekretär der Reichsschrifttumskammer, Doktor D o m e s aus Lübeck, zweimal - besucht und mir mündlich erklärt, die Verordnung beziehe sich nicht auf jüdische Schriftsteller, sondern nur auf jüdische Mitarbeiter in der de u ts ch'en Presse, somit liege kein Grund vor für die beabsichtigte Intervention seitens des dänischen Schriftstellerverbandes. Ich habe Dr. Domes I erwidert, daß ich eine mündliche Erklärung dieser Art nicht entgegennehmen kann, und ihn gebeten, mir oine schriftliche Erklärung der Reichsschrifttumskammer zükommen zu lassen. Bisher habe ich k;e ine schriftliche Mitteilung erhqiltön.“,. Aufdie Frage, was nunmehr seitens des Vefbandes unternommen wird, antwortete Dr. Hartwig Jacobsen: „Die Sac^he hat zwei Seiten. Vom rein menschlichen Standpunkt bin ich gegen solche. absurde Rasseverfolgungen. Bereits im Oktober 1933 habe ich auf der damaligen Tagung unseres Verbandes einen Protest gegen' die Judenverfolgung in Deutschland «auf die .Tagesordnung gestellt. In der Debatte wurde,aber geltend gemacht, daß ein solcher Protest politischen Charakter hat und unsere Organisation unpolitisch ist. Ich mußte die. Protestresolution fallen lassen. Diesmiil handelt es sic-b aber nicht um Juden überhaupt,' sondern um jüdische Schriftsteller. Am 27. Mai findet in F i n u 1 a n d ein Kongreß der Schriftstellerverbändo der fünf skandinavischen Länder (Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und Finnland) statt, und ich beabsichtige, im Präsidentenrat des Kongresses einen Vorschlag zur Protestkundgebung zu stellen. Ich hoffe, daß eine Protestresolution vom Koneresse angenommen wird.“ statt. Häuserverwaltungen Reparaturkredite Geldbeschaffungen Tel. A 48-9-22 _-SENSAL_ R. TAUBMANN WKH, II., NORDPOISTRAISE 1/1 Kauf- und Verkaufs- Vermittlungen kulantest ICVTSTT5 VII., KAISERSTRASSE 123 * tX„ ALSERSTBASSE 8 Evidenz erwiesen, daß diese Grundlage des Hitler-Systems ein Machwerk, von Schwindlern war und daß dies den Machthabern sehr gut bekannt war. So gut, daß sie die Phantasien der russischen Geheimpolizei selbst in die Praxis umzusetzen sich bemühten und noch jetzt bemühen. Wer den Elementen dieses Systems nachgeht' — von den getarnten Rüstungen ahgefamgen bis zu den vom „Petit Parisien“ seinerzeit enthüllten Giftangriffen auf das Wasser, den Instruktionen des Goebbels zur Verseuchung der Presse, bis zu der Gestapo und ihren Menschenverschleppungen und Fememorden — der findet zu seinem Erstaunen, daß mit aller Strenge des Fiihrerprmzips die Weisungen der „Protokolle“ befehlsgemäß in die Tat umgesetzt wurden. Darauf muß immer wieder aufmerksam gemacht werden. Selbstverständlich können auch die Nationalsozialisten die Ergebnisse des Berner Zeugenverhörs nicht, ganz unberücksichtigt lassen. In einer soeben iim Hammer-Verlag, Leipzig, neu erschienenen Ausgabe,, der „Protokolle der Weisen von Zion“, die diesmal unter dem Titel „Die Protokolle Zions. Das Programm der internationalen G e h e i m r e g i erung“, auf tauchen, ist eine Einführung zu lesen, in der zum Berner Prozeß Stellung genommen und di© zweifellos die- Linien der neueu Front absteckt, die das Dritte Reich nunmehr bezieht. Es wird dort schon zugegeben, daß „die Protokolle inhaltlich auf dem ,aus 25 Dialogen bestehenden Buche von Maurice Joly (,Dialogue aux Enfers entro Machiavel et Montesquieu au XlXe siede1, 1. Auflage, 1864). beruhen“.. M. Joly wird jedoch als ein in Südfrankreich geborener Franzose, dessen Familie aus Spanien ausgewandert ist und von Ma ran neu abstammte, also «als Judenstämmling hingestellt. Es ergebe sieh also daraus, daß das Buch Jolys, das der Verfasser der' „Protokolle1 ... ,benützte1, von einem jüdischen Freimaurer verfaßt, wurde1. Bei sorgfältiger Lektüre der Dialoge Jolys köuno man finden, daß ,Joly nicht bloß eine Satire «auf den Franzosenkaiser schrieb, sondern gleichzeitig . die Grundsätze aufstellte, die von der Freimaurerei zur Errichtung der jüdischen Weltherrschaft zu beobachten sind. Der Protokollverfasser hätte sich daher kein besseres Werk für die Ausarbeitung des jüdischen Programms auswählen können .. .“ Dazu ist zu bemerken, daß Joly ein bretonischer Adeliger war, der niemals von Juden oder Marannen abstammen konnte. Es ist. auch t'estgestollt worden, daß er nio Freimaurer gewesen ist.. Die lillMOUJLllUM III' I Il|l| il'll Jlcl; Palästina mit (lcnLiixU'Schifi'im ilei italienischen Linien, billigste Preise. Dunstige Arrangements. Auskunft und Anmeldungen: Reisebüro Central, Direktor Otto Hoi inan, Wien. 1., Stubenring 2, Tel. R 27-2-22, gegenüber dem Ivriegsministerium

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