Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 445 (30.4.1935)
- Date
- 1935-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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%!«• j js I nriAM I Radaktion und Administration. Wlan, u, M»re-Aurol-Straflo b. I WF* 445 I 40* April 199$ I Tal.: U 22-3-91 .TadaklionsschluB Montag und Mittwoch vorm: I V. b. b Preis dieser Nummer 20 g Kastein 2. Mai um 149 Uhr abends im Großen Musikvereinssaale Sichern Sie sich sofort Ihre Karte! JÜDISCHE ZEITUNG KR WEG NACH EREZ ISRAEL fuhrt über die PALÄSTINA—EILLINIE des LLOYD TRIESTIHO TRIEST—JAFFA—H Air A nur S 2.50'— in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei- oder vierbettigen Außenkabinen mit reichlicher u. schmackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) Die großen Luxusschiffe jOALILEA', .GERUSALEMME', .PALESTINA* (Je 12.500 Tonnen Deplacement) Verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außerdem dichter Verkehr via Ägypten und via Athen- Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer Fflr Reisegesellschaften Sonderpreise Lloyd Triestfno, Wien, I., Kärntnerrlng 6. Tel. U 47-5-60 (27. Nissan 5695) [ 8. Jahrgang Der Schöpfer und sein Werk Die Zionistische Organisation würde heute den 75. Geburtstag ihres Schöpfers feiern. Das Schicksal hat es so gefügt, daß wir dies nur in der Erinnerung an den vor nun 31 Jahren uns Entrissenen tun können. Wir stehen an einem Grab. Einmal aber wird, was an Herzl sterblich war, in das Land überführt werden, dem er neues Leben geschenkt hat. Wird dies geschehen, dann vereinigen sich — was wohl in dieser Welt ©ine rare Erscheinung ist — Idee und Wirklichkeit, eine Idee von einer tiefen, heißen, formenden Gewalt und eine in fortwährender Änderung fließende, blühende Wirklichkeit, voll von den Problemen, die das Leben selbst unaufhörlich und stets neu stellt. Di© Idee, die Theodor Herzl ans sich selbst gefaßt hat, ist in di© Realität eingetreten; aber sie ist damit nicht abgesohwäeht, nicht verblaßt, denn sie ist in ihrem letzten Ziel noch nicht vollendet. Dieses letzte Ziel aber ist die Freiheit des jüdischen Volkes. Herzl hat den Weg geöffnet, die ersten Schritte getan. Dann aber ist im Übermaß der Sorge dieses treue Herz gebrochen. Die Idee, die er aussprach, kam aus den Träumen eines Volkes. Der Dichter fühlte in sich Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte aufwachen, die Millionen leidgequälter Menschen vor ihm in sich getragen hatten, und da holte er eines Tages in einer begnadeten Stunde eine — wie es schien — phantastische Vorstellung aus dem Himmel der Romantik herab. Sie kristallisierte sich in einem einzigen Wort, und dieses Wort war von solcher unerhörter Kraft, daß es ein ganzes Volk in der Seele ergriff, daß es wie Feuerlahe durch eine verzweifelte, müde, sich auflösende Masse fegte und sie zwang, enthusiastisch ihr Ja in die Welt zu schreien. Es war das Wort: „Der Judonstaat“ und darin ist alles enthalten, was der Zionismus ist und was er will. Das jüdische Volk hatte es verlernt, vom Dasein etwas zu fordern. Es war kein Volk mehr, nur eine Menge von Volkssplittern, die kaum noch miteinander in Verbindung standen. Zion, die einigende Vorstellung, existierte nur mehr im Gebet, nur mehr als Begriff aus der Vergangenheit. Grau, regenverhangen, unheilsohwer stand die Zukunft vor den Augen. Die Geschichte schien abgeschlossen. Es war nur zu sorgen, nichts zu hoffen, nichts zu erkämpfen. Die Alten wurden lässig, die Jungen suchten bei den verschiedenen Parteien der anderen Völker Anlehnung. Der Preis, den sie zahlen mußten, war die Aufgabe der eigenen Gemeinschaft. Der Prozeß der endgültigen, vollständigen Auflösung war bereite eingeleitet und wenn sich auch hie und da, insbesondere im Osten Männer bemühten, den nationalen Zusammenhang nicht lockern zu lassen und Palästina in den Blickbereich zu rücken, so blieben sie vereinzelt und vereinsamt. Eine Bewegung zu schaffen, blieb ihnen unerreiohjere Leser nur: er Fahrsduilen Wien, Will., Neudeggerg. 18 Tel. B 46-5-72 und Inxersdorf (Nlecjer-Österreich) PrUfungserleichterung durch:. ,!! Laufendes Auto im Lehrsaal!! *r"fJ i WljBM ' •'»- I bar. Erst Herzl, der schon fern vom Judentum gewesen war und sich selbst, erregt durch die Vorgänge rings um den unglücklichen Dreyfus, zu seinem Volk zurüokfinden mußte, vollbrachte mit der Naivität des Dichters das große Werk, das wir mit Fug und Recht ein Wunder nennen dürfen. Er trug die Fackel des Prometheus. Er brachte die jüdischen Massen in Bewegung — und Bewegung ist Kampf, ist Leben, ist Bejahung. Ein Ziel, hoch und groß und weit, baute sich wieder vor verdurstenden Menschen in der Wüste des Exils auf. Die Frage, die Herzl stellte, weckte ein brausendes Echo, denn sie sprach zum Herzen. Judenstaat? — unmöglich, sagten di-' Männer des vorsichtigen, erwägenden Wenn und Aber. Das Volk jauchzte: Ja, Judenstaat! Und die Jugend kam. Ein jüdisches Volk stand wieder auf, und der erste Kongreß, dieses größte Ereignis in der jüdischen Geschichte seit dem 9. Ab, beschwor das Wort des Jehuda Halevy: Meine Rechte verdorre, wenn ich an Jerusalem vergäße. Herzl hatte geschrieben: Wir sind ein Volk, ein Volk, und der Kongreß, in der taumelnden Freude des Sichwiederflndens, bestätigte dieses Wort. Was das Volk geträumt, gebetet hatte, das hatte Herzl in einfache, klare, unmißverständliche Sätze gebaut, die so einfach sind wie die zehn Geibote vom Sinai. Wir sind, wir leben, wir wollen. Als Herzl aufstanid, war Palästina nichts als ein geographischer, religiös verklärter Begriff. Als Herzl starb, war Palästina schon ein Problem. Wenn Herzls Überreste ins Land kommen, so wird sie ein Volk ehrfürchtig und feierlich empfangen, ein Volk neuen Mutes in einem Gebiet neuer Arbeit. Herzl hatte gehofft, daß die Macht der Idee das ganze jüdische Volk einigen und mitreißen würde. Der Ablauf der Dinge ist nicht so gewesen, wie es dieser Hoffnung entsprochen hätte. Die Schlacken Europas, die unheilvolle Geistesverfassung dieses marastisch gewordenen Kontinents, liegen auch auf dem Palästina-Wr k. Hat hier Herzl geirrt? Wir glauben nicht. Mehr Land, mehr Geld, mehr Menschen, mehr Arbeit — das ist die Grundlage unseres Höffens. Was wir heute beklagen, sind Mängel der Organisation, der Propaganda, der Führung. Es sind tiefe Problem©, aber solche* die überwunden und gelöst werden müssen; und können. Der Geist Herzls ist geblieben, und in seinem Zeichen, wird Palästina zur? jüdischen Macht werden. Wir alle glauben es und wir haben in den 31 Jahren seit Herzls Tod einige hundert Gegenbeweise schartig werden gesehen. Wir glauben an dlas jüdische Volk, an seinen Willen und an sein# Arbeit, die geweilht ist durch den Opfertod des Schöpfers, der in jungen Jahren ins kühle Grab mußte. Alfred Wernen DEM SEHER Er wa/s, der an den Fels „Gewesen“ schlugt da strömte „Sem“ aus längst vernarbter Wunde, und gierig schlürften wir aus solchem Krug: „Wir sind ein Volk! — ein Volk1“ die neue Kunde; Er waifs, der die Gesetzestafeln trug — allein, die Weisheit am des Höchsten Munde, zuschanden ward sie an der lauten Hotte, die um das Goidne Kalb den Sündenreigen schamlos vollführte, wie ums Licht die Motte.,, Da trat Er unter sie und hieß sie schweigen und glich in seinem Zorn dem Rächergotte, der tief ihr Antlitz ließ gen Boden neigen! Drum sollte dies Geschlecht das Reich nicht erben — kein Acker den in Selbsthaß dumpf Ergrauten! Erst mußte, was da kränklich war, verderben* eh sie die alte Erde neu bebauten, der Seher selbst — er mußte zeitig sterben* dem Lande fern, das seine Wünsche schauten,,,. Die Siedlungsaktion des WeitmMakkabi in Palästina Die feierliche Grundsteinlegung für da# vom Welt-Makkabd zur Ansiedlung von Makkabisfcen gestiftete Makkabi-Dorf (Kfar Hamakkabi) fand dieser Tage statt. An« sprachen hielten der Präsident des Jüdi« 6chen Nationalfonds M. M. Ussdschkin, das Mitglied des Präsidiums des Welt- Makkabi Dr. Alexander Rosenfeld und Bistricki. Der Nationalfandis hat vorläufig der Siedlung 1000 Dunam Boden zur Verfügung gestellt, nachdem der Welt- Makkabi 5000 Pfund für diesen Zweck aufgebracht hat. Weitere 900 Dunam wurden vom Nationaifondß für dieses Siedlungs- Werk unter der Voraussetzung reserviert, daß der Welt-Makkabd im kommenden Halbjahr weitere 5000 Pfund a/ufbringen wird. Das Makkabi-Dorf wird im Emek- Sebulun zwischen Klar Ghassiidim und Kfar Jehosohua unweit von Haifa errichtet. Putten I Qualität I »EXQUISI T« Telephon R 20-3-34 Abholung und Zustellung kostenlos! h’„Spriege!ga8,8(L GumpendorferetT. 32; v!!;’MLÄe^felder8tl;i0?IX*’ Porzellangasse 50; XVIII.,Währingeratr.93;XVIlI.,Währingerstr.lß8