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Die Stimme · 1935-04-26 · Heft 444 (26.4.1935) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 444 (26.4.1935)
Date
1935-04-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 444 — 26. April 1035 DIE STIMM* Seite 7 Die Uniuersitätsfeier In Jerusalem dio zionistische Frau. Propaganda ist, ebenso wichtig wie irgend eine unserer P a- ] ä s t i n a -1 n s t, i t u t i o n e n. Wenn nicht manche für die Propaganda tätigen Frauen auf eigene Kosten reisen würden, wären die Kosten noch bedeutend höher, vielleicht doppelt so hoch. Die Propaganda als Verbreitung unserer Ideen ist eines der wichtigsten Ziele unserer Arbeit. 9. A 1 j j a. h ist heute der Lebcnsstroni des jüdischen Volkes, ohne den es hinsiechen müßte. Man schaudert vor dem Gedanken, was geschehen sollte, wenn dieser Lebensstrom unterbunden würde. Die Vorgänge in Deutschland haben unsere Gesamtsituation nur klarer gemacht. Wir Frauen müssen darüber Kontrolle erhalten, daß die Frauen bei der Verteilung entsprechend gerecht behandelt werden. Nur wenn die maßgebenden Instanzen wissen werden, daß die ganze Wizo mit ihrer Autorität hinter den einzelnen Frauen steht., werden deren Forderungen ernst genommen werden. Die Jung-Wizo Frau Dr. L i ch t e n s t e i n - Ra p pa p o r t, Wien (Jnng-Wizo), berichtete bei der Wizo- Weltkonferenz über die du »g-Wiz o-Tagung, die in Tcl-Aviv unmittelbar vor der Wizo-Kon- 1'crenz stattgefunden hat, unter anderem folgendes: Din Jung-Wizo hat in den letzten zwei Jahren große Fortschritt« gemacht. Es bestehen drei Zentren, in London, in Wien und in Erez Israel; sic ist daher beinahe zu einer Weltbewegung geworden, und cs gilt jetzt, alle Organisationen auf gemeinsamer Basis zu vereinigen, Noch ist die Frage offen, ob dio Jung- Wizo eine selbständige Organisation bleiben oder sieh der Wizo an schließen .soll. Ein Memorandum wird über diese Frage eiugereieht werden. Die Tagesprobleme sind Alijah lind Haehseharah im weitesten Sinne des Wortes. Man muß die Chawerotli in besonderen Kibbuzim ausbilden, da bei der gemeinsamen Arbeit mit dem Hechaluz-Verband sehr komplizierte Probleme entstehen. Beide Arten der Haehscharah müssen entwickelt werden, und zwar müssen wir a.) die Tätigkeit in den Gahitk-Ländern err';' ' : ■ - >■ -...*• b) Kooperativen in Erez Israel schaffen. Das heißt nicht, Frauenkibbuzim zu schaffen, sondern es sollen Berufskooperativen, an denen Auch Verheiratete tcilnehmen können, organisiert werden. Die Rednerin fordert ferner, daß alle Propagand Isthmen für die Wizo auch für die Jung-Wizo tätig seien. Es muß in Palästina ein Informationsbüro geschaffen werden; ebenso besteht ein Bedürfnis nach Immigrantinnenheiirien. Die Wizo muß um die Heranziehung eines Nachwuchses zionistisch tätiger Frauen besorgt sein. Herzl-Geburtstagsfeier in Budapest Der Zionistische Landesverband für Ungarn veranstaltet anläßlich der 75. Wiederkehr des Geburtstages Dr. Theodor Herzls, der bekanntlich in Budapest geboren wurde, am 12. Mai eine große Herzl-Feier. Sie wird an der Stelle gehalten werden, wo früher das Geburtshaus Theodor Herzls stand. Die Festrede wird der Präsident des Ziouistivseheai Landesverbandes für Österreich, Doktor Oskar Grünbaum, halten. Der Leiter der Judenpolitik der Sowjetunion gestorben Im Alter von 61 Jahren verstarb ln Mos k a u an Herzschlag 'das Mitglied des Präsidiums des Zentralexeluitivausschusses der Sowjetunion, Volkskommissar Peter G. S mii'd o wiit s ch. Obwohl Nichtjude und nicht von Juden abstammend, war Smi.dowitech von der Regierung der Sowjetunion .mit der Leitung der jüdischen Angelegenheiten betraut worden, und er griff auch entscheidend in das Schicksal der etwa drei Millionen Juden der Sowjetunion, ein. Unter seiner Mitwirkung wurden dio jüdischen Siedliungsrayono in der Ukraine, in dor Krim und zuletzt das jüdische Land Biro-Bidsohan geschaffen, die aber alle ihren 2üweck nicht erfüllten. Aus Jerusalem, II. April, wird uns berichtet: Im Amphitheater der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg fand um Nachmittag des 10. April die Feier des zehnjährigen .J u 1) i 1 ä u m s der Einweihung der Universität statt, die nach dem jüdischen Kalender vor genau zehn Jahren (7. Nissan 5G85 — 1. April 1925) an derselben Stelle durch Lord Balfour vorgenomirmn worden war. Punkt 3 Uhr begaben sich die Professoren der Universität, die Mitglieder des Forscherstabs und die Universitätshörer, gefolgt von den Schülern der höheren Schulen, Delegationen aus allen Teilen des Landes und zahlreichen Festgästen, in geschlossenem Zuge in das Amphitheater, wo High Commissioner Sir Arthur W a u. c h o p e, Universitätskanzler Dr. J. L. M ag n e s, der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Nalmrn S o k o 1 o w, Dr. Chaim W e i z in a n n und Prof. Selig Brodotsky Ansprachen hielten. Eine Kapelle spielte dio englische Nationalhymne und die Ilatikwah. Auf der Sonntag, den 14. April, fand im Festsaal des Alten Rathauses eine Sicha des ailgemeiu-zioaiishiscilien Jiigendverolnee G’d ud Zcirim statt. Es galt, dem Oha,wer M, Teig und der von ihm geführten Staffel von acht Olian vor ihrer Abfahrt nach Erez den Abschiedsgruß zu entbieten. Über 500 Mitglieder des G’dud, nach Altersgruppen um iihro Fähnchen geschart, erfüllten das aufsteigendo Rund des historischen Saales. Frische Palästina,lieder — natürlich in Iwrith — da und dort aufi'!ackernd und zum harmonischen Gesamtehor anscliwollend — zeigten schon, wohin die wache Sehnsucht dieser Jugend zielt. Als M. Hager die Sicha eröffnete, erklang die „T ec lies & feil a“. Tadellose Disziplin! Noch augenfälliger wunde sie, als ein fanatischer Gegner des G’dud Teig zu beschimpfen suchte; jeder blieb auf seinem Platz, als der Störer von den Ordnern ebenso rasch wie schmerzlos entfernt wurde. Dr. E. M. Zweig ermahnte den G’dud, den Zionismus Herzls, welcher das jüdische Gesamtvolk in Liebe umfaßt, zu wahren und die Idee der sozialen Gerechtigkeit als Pflicht dieses Gesamtvolks zu verbreiten. Dr. P i c k h o 1 z übonbrachto in Vertretung des verhinderten Präsidenten Dr. 0. Grünbauin dio warmen Grüße des Zionistischen Landeskomitees. Chawer II i r s c h vom „Hechaiuz haklalzioni“ rief, aiifeiiüpfend an Estrade blieb ein schwarz drapierter Stuhl zum Zeichen der Trauer um Ch. N. B i a 1 i k leer. Dr. Magne« schilderte die Entwicklung der Universität im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens und entwickelte die Richtlinien für ihren Ausbau in der nächsten Zukunft unter Berücksichtigung der ihr in der letzten Zeit erwachsenen neuen besonderen Aufgaben. High Commissioner Sir Arthur Wanchope erklärte, er freue sich zu sehen, was für große Fortschritte die Universität in ihrer bisherigen Entwicklung gemacht hat. Wäre Lord Balfour noch am Leben, so würde er heute fcststellen, daß die Hoffnungen, die er an die Entwicklung der Universität knüpfte, sich erfüllt haben. Der High Commissioner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Universität weitere Fortschritte machen und hohe wissenschaftliche Leistungen vollbringen werde; denn keine Gesellschaft könne bloß auf materiellen Grundlagen aufgebaut werden. 'die Landnahme unter Esra und Nohemia, denen heute ebenbürtige Führer nicht entsprechen, diie Jugendlichen auf, durch verantwortungsbewußte Erziehung sich auf das Fülirertuni vorzubereiten. Chawer Bergmann aus Lwöw sprach hebräisch. Namens der 40.000 Mitglieder des Jugendbundes „II a n o a r II a z 1 o n i“ führte er ans, daß die grüßte und schönste Revolution im Zionismus der Gegenwart die Wiedergeburt einer allgemein-zionistischen Jugend sei. M. Teig schilderte den Werdegang des Wiener G’dud Zeirim, welcher sich in zirka sieben Jahren zu einem fest,geschlossenen Verein von 700 Mitgliedern entwickelt habe, aber auch qualitativ erstarkt sei, um gegen alle Anfeindungen, welche selbst vor persönlicher Verunglimpfung nicht zuriiekschrecken, das Prinzip des allgemeinen Zionismus zunächst in der Jugend durehzu,setzen. Es sei bezeichnend und traurig genug, daß man es in Erez dein G’dud in jeder Art erschwere, auf dem ihm vom KKL. .bereitgestellten Boden im Emek Sobulun seinen Kibuz aufzurichton; dennoch werden die neuen Olim nicht wanken, bis sie dies Ziel „gegen den Strom“ erreicht und so für eine breite 1 a n d w i r t s c h a f 11 i c h e Siedlung s a r b e i t d e s G VI u d Bahn gebrochen sei. Nachdem noch die Vertreter der drei Schwa,tim des G’dud und seines 57 Mitglieder umfassenden Stad t k i b u z in tiefbewegten Worten Teig und seiner Pioniergruppe „T reue u m T reu e“ gelobt hatten, übergab Chawer Bergmann namens des Hanoar Haznoni an Teig das Abzoichen eines Verteidigers des Zionismus. H a g e r schloß die Versammlung mit den Worten an dio Scheidenden: „Wir möchten, wenn wir könnten, euch unsero Hände mitgeben; aber unsere geben wir suoh omtJ“ Mit' der Ab-( Altherrenverband „QlSkala“, Wien, I., Elisabethstraße Nr. 5 Montag, den 29. April 1935, um V»8 Uhr abends Herzlfeier Redner: Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich Architekt M$< 10 Jahre hebräische Universität iw1 "T .——r——■—— ———... ——, Das Hauptgebäude .. , -.y _! LoUalcßronUc ll!lllll!lll!!ll!lllllllll!IIIIIIIIM Gegen den Strom Nähe Stubenring 2 eleg., sep. Frontzimmer Bad, Telephon, Klavier, an dist. Persönlichkeit abzugeben. Besichtigung ab 7o2 Uhr. III., Bechardgasse 21/12a. singung der Halikwnh endete die erhebende Feier. Am Dienstag, den 16. April, gaben hunderte Jugendliche den Olim des G’dml zum Südbalmhof das Geleite, wo sie von ihnen herzlichen Abschied nahmen. Der Zionismus kann auf solchen Nachwuchs stolz sein. Die Wiener Allgemeinen Zionisten wenigstens sind sich der Pilioht, bewußt, diese ihre Jugend zu schützen und zu stützen. Generaldirektor Oskar Willer gestorben. Kommerzialrat Oswald Wille r, Generaldirektor der Allgemeinen Vc*rs-ieher ungsgesclD sehaft Phönix, der fast 53 Jahre bei dorfl genannten Institut tätig war, ist am 10. <1. in Wien gestorben. Der Verbliebene genoß in der Versieherungswelt hohes Ansehen und erfreute sich der größten Wertschätzung bei seinen Kollegen und Angestellten. Kommerzialrat Generaldirektor Willer war Repräsentant des Assckuranzvereincs der Zuckerindnstr.ie, Prag, für Österreich und Verwaltungsrat der Vor« einigten Versiehe ruii.gs-A.-G.. Belgrad, Die F.inäselierung erfolgte Mittwoch, den dt. d. M., IV? Uhr nachmittags, im Krematorium der Stadt Wien. Gastspiel Sevilla Pastor Erna Siegler In den Jüdischen Künstlcrspielen, II., Praterstraße <3-1, gelangt;. Freitag, den 26. d., die mit großem Erfolg gespielte Operette „Der Pin-- ezewer Jojresch“ zur Aufführung. Samstag* den 27. cl., „Die Seliickerte“, Sonntag, den 28. Fj4 Uhr nachmittags (bei ermäßigten Preisen), „Dio Scliiekcrtc“, Sonntag, den 28. d., abends,; „Ohne Zertifikat nach Palästina“, Montag, den- 29. d„ Festvorstellung zum -dOjährigen Schau-- Spielerjubiläum des Herrn Direktors M. Siegler'- „Hochzeit im Asyl“ und Bilder aus der.Revue; „Skozel kimmt“, Dienstag, den 30. d„ Solidere Vorstellung des Schauspielers Markus Hersein kowiez „Kreuzensonate“, Mittwoch, deü 1. Mai* A4 Uhr nachmittags (bei ermäßigten Preisen), „Ohne Zertifikat nach Palästina.“, Mittwoch, den! 1. Mai, abends, „Masltow“, Donnerstag, deö 2. Mai, „Der Pinczewer Jojrcsch“. Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO Uraufführung! i.t Wollzeile 16 Tel* R 24-2-16" Frank Buck’s Urwald^Reportage Frank Buck’s Urwald^Reportage Beginn: 4, VA VaS, V41U Uhr Leopoldrtfidter Volkskino TeIepIionSR 4iT-0-28 Vom 20. bis 29. April 1935 m Wochentags Yiß> V*8, V.lO Uhr, Sonn- und Feiertag 7.4 Uhr II., Malzgasse Nr. 2 Telephon A 44-0-35 20. bis 29. April ■ Wochentags : Y.fi, VA VJQ Uhr, Sonntag: 4, s/ß, ‘/iS, 7,10 Uhr IX., Währingerstraße 12 Telephon A 18-3-96 Vom 20. bis 29. April 1935 Ich hin nicht zu hohen mit Jean Marlow Täglich: 4. %G, V,8. %10 Uhr Heimat-Kino IX., Porzellangasse 19 Telephon A 18-0-76 Vom 26. bis 29. April tO'dä Uraufführung! Kleine Mutti mit Franziska Gaal Wochentag; 5, 7, 9 Uhr, Sonnu. Feiert, ab 3 Uhr

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