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Die Stimme · 1935-04-26 · Heft 444 (26.4.1935) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 444 (26.4.1935)
Date
1935-04-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Preis dieser Nummer SO 8 V. b. b. spricht am iniiitmimimmmmimmtmntm Kastein 2. Mai um 169 Uhr abends nnmmmmmmiiiiimminmimuiniiiMitttmmmmniMmnnnimtniitmiiHimmmniitmniiiimnim im Großen Musikvereinssaale «immiiiniimimmtmniinmitttimrmiiMmmmiiinmimmnimmitimiiiimMMuitnmummimiiim Sichern Sie sich sofort Ihre Kartei JÜDISCHE ZEITUNG DER WEG NACH EREZ ISRAEL führt über die -EILLINIE des LLOYD TRIESTINO TRIEST—JAFFA-HAIFA nur S 250*— in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei« oder vierbettigen Außenkabinen mit reichlicher u.schmackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) Die großen Luxusschiffe ,OALILEA', jGERUSALEMME', .PALESTINA* (je 12.500 Tonnen Deplacement) Verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außer* dem dichter Verkehr via Ägypten und via Athen- Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer Für Reisegesellschaften Sonderpreise Lloyd TriestinOi Wien, I., Kärntnerring 6. Tel. U 47*5*60 Nr. 444 | Wien, 26. April 1935 I Redaktion und Administration: Wien, i., Mare*Aurel*StraBe 6. Tel.: U 22-3-91. .ledaktionssehluB Montag und Mittwoch vorm. I (23. Nissan 5695) [ 8. Jahrgang Allwöchentliche Fahrten nach DaBägfrina den Luxusschiffen der italie- ■ CS HU» Lina niscben Linien, billigste Preise. Günstige Arrangements. Auskunft und Anmeldungen: Reisebüro Central, Direktor Otto Herman, Wien, I., Stubenring 2, Tel. R 27-2-22, gegenüber dem Kriegsministerium Schweizer Bundesstaats• anwait schreitet gegen Hakenkreuz ein Im Genfer Großen Rat (kantonales Parlament) interpellierte der antisemitische Abgeordnete Georges Oltramare die Regierung wegen der kürzlich herausgegebenen Verordnung gegen Verbreitung antisemitischer Hetzschriften. Er hielt dabei eine demagogische Hetzrede gegen die Juden m.nd verlangte die vollkommene Pressefreiheit für die „Behandlung des Judenproblems“. Im Namen der Regierung antwortete der sozialistische Regierungschef Leon Nicole. Er wies darauf hin, daß ähnliche Verordnungen gegen antijüdische Hetze von bürgerlichen Regierungen im Dezember 1934 im Kanton Basel und im Februar 1935 im Kanton Solothurn herausgegeben worden sind. Er verlas überdies einen an die Regierungen aller Kantone gerichteten Brief des VII., KAISERSTRASSE 123 Ar IX., ALSERSTRASSE 6 Schweizerischen Bundesstaatsanwaltes vom 21. Februar, der folgenden Wortlaut hat: „An die leitenden Polizeibehörden der Kantone: In den letzten Zeiten hat sich in verschiedenen Teilen der Schweiz eine Verstärkung antisemitischer Kundgebungen bemerkbar gemacht, insbesondere ' auch in Artikeln gewisser Zeitungen, wie die „Front“, der „Volksbund“ u. a. m. Die deutsche Wochenschrift „Der Stürmer“, die in Nürnberg erscheint und in der Schweiz zum Kaufe angeboten wird, hat sich ebenfalls besonders bemerkbar gemacht. In zahlreichen Eingaben werden von jüdischer Seite Klagen erhoben, diaß diese andauernden Angriffe die durch die Verfassung garantierte Ordnung verletzen und den öffentlichen Frieden der roll giiösen Körperschaften ernstlich gefährden. Es wird im einzelnen dargelegt, daß die Angriffe gegen die jüdische Rasse gerichtet sind: die Juden werden angeprangort und diffamiert als »Schrecken der Monschheit', ihre Religion und insbesondere ihr Gott werden gemein beschimpft durch Anklagen gegen den letzteren, dio besagen, daß er von seinen Getreuen die Verübung von Greueln und rituellen Verbrechen zu seinen Ehren fordert. Die jüdischen Synagogen und Friedhöfe werden b eschmutzt und beschädigt — man schreckt sogar nicht vor Bombenanschlägen zurück — gröbste Beschimpfungen der Juden werden veröffentlicht und die Juden selbst sind G ewalttätigkeiten ausgeseftzt; man ruft öffentlich zum Boykott der Juden auf und man bemüht sich, diesen Geist des Hasses gegen sie durch Flugschriften und Klebzett e 1 zu schüren und waohzuhalten. Gegen alle diese antisemitischen Ausschreitungen werden ,Vorbeugungsmaßregeln' gefordert. Wir wären Ihnen verbunden, wenn Sie uns über Ihre Stellungnahme in dieser Frage informieren und uns mitteilen, welche Maßnahmen Sie gegebenenfalls zu ergreifen gedenken. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns bei dieser Gelegenheit mitteilen, welche gesetzlichen Bestimmungen Sie eventuell zur Anwendung bringen könnten.“ Nach Verlesung dieses Schreibens des Bunrleostaatsanwalfes erklärte der Regierungschef, daß die Verordnung eben den Zweck hatte, Genf nicht den Weg betreten zu lassen, den der faschistisch-antisemitische Abgeordnete betreten sehen möchte. Sie sei gegen Zeitungen gerichtet, die den öffentlichen Frieden stören, indem sie der jüdischen Rasse die Verantwortung für eine Krise auf erlegen möchten, die. in Wirklichkeit eine Krise des kapitalistischen Regimes ist. Es gehört mehr Mut dazu, die Juden zu verteidigen ale sie anz u g r e i f e n. Die neue Einwanderungsquote Jerusalem, 17. April. Von den 8000 Zertifikaten der neuen Schedule wird die Jewish Agency nur 7600 erhalten, während 400 Zertifikate von der Regierung zurückbehalten werden, um sie Bewerbern zuzutcilen, die sich an sie unmittelbar um die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung in Palästina wenden. Im vorigen Jahre wurden bekanntlich von der Regierung Einwanderungszertifikate auch an ägyptische Araber ausgefolgt, die in Haifa als Hafenarbeiter Verwendung fanden. Ob diesmal die von der Regierung •direkt zu verteilenden Zertifikate ausschließlich für jüdische Bewerber bestimmt sind, steht noch nicht fest. Laut „Official Gazette“ ist die der Jewish Agency für das Sommer-Halbjahr 1935 bewilligte Schedule aufgeteilt in 5435 Zertifikate für Männer, 2165 für Frauen und 400 ohne spezielle Bestimmung. Neue Zertifikatbestimmungen? Wie „Die Stimme“ erfährt, sollen sich in der neuen Schedule einige hundert Zertifikate befinden, die nur an ledige Personen ausgegeben werden dürfen. Das bedeutet eine Kürzung von ungefähr 20%. Die repräsentative Herzl- Feier Wiens Aus Anlaß der 75. Wiederkehr des Geburtstages Theodor Herzls veranstaltet der Zionistische Landesverband am 2. Mai, um präzise H9 Uhr abends, eine Feier im Großen Musikvereinssaale. Doktor Josef Ka.stein wird über das Thema sprechen: „THEODOR HERZL — DAS ERLEBNIS DES JÜDISCHEN MEN¬ SCHEN.“ Weiters wird der Präsident des Landesverbandes, Dr. Qskar Grünbaum, sprechen. Es wirken mit: Die vereinigten Tempelchö.re der Tempel der Inneren Stadt und der Leopoldstadt unter Leitung des Kapellmeisters Kurt F u c h s g e 1 b. Die Nachfrage nach Karten ist außerordentlich groß. Restliche Karten sind erhältlich bei: Zionistischer Landesverband, I., Marc-Aurel-Straße 5, Tel. U 22-2-11, Keren Kajemeth Lejisrael, I„ Marc-Aurel-Straße 5, Tel. U 29-1-29, sämtliche zionistischen Bezirkssektionen Wizo, I., Schottenring 25, Tel. A11-6-26, Jüdische Kunststelle, II., Aspernbrückengasse 2, Tel. R 48-2-91, Zweigstellen: VI., Loquaiplatz 11, Tel. B 20-0-81, und IX., Währingerstraße 48, Tel. A 14-400, Bücherstube M. Rath, II., Taborstraße 20a, Tel. R 45-305, Bücherstube Richard Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, Tel. B 25-0-75, Bücherstube R. Löwlt, I., Wollzeile 6, Tel. R 21-4-25. Sichern Sie sich rechtzeitig Karten! ACHTUNG HAUSBESITZER! Eure Häuserverwaltungen, Geldbeschaffungen mmmmmmmmmmmmmmmammmmammmammmmm■ und Reparaturkredite kulantest nur durch das behördlich konzessionierte Realitäten-, Hypotheken- und VerwaltungsbUro Tel. A 48-9-28 Sensal R. TAUBMANN Wien, II., Nordpolstraße 2/3 Hingegen sollen Handwerker-Zertifikate von nun an nur an Familienväter zur Ausgabe gelangen, wodurch der aus der Ausgabe von Ledigen-Zertifikaten resultierende Verlust an Einwanderern einigermaßen verringert werden soll. Maturaschule „Universum" Wien, IX., Garnisongasse Nr. 3 Telephon A 20-4-48 den Neue Politik gegenüber Juden im Irak? Bombay, 23. April. (2. T. A.) Der Bagdader Korrespondent der in Bombay erscheinenden „Jewish Tribüne“ teilt seinem Blatte mit, daß die neue, von Yassin Pascha Al-Haschini als Premierminister geleitete Regierung des Irak sich ausliberal gesinnten Ministern zusammensetzt, von denen mehrere den Juden durchaus freundlich gegenüberstehen. Das neue Kabinett habe bereits beschlossen, die über „Jewish Tribüne“ und zehn andere ausländische jüdische Zeitungen verhängte Postsperre aufzu-heben. Die Aufpasser und Von außen gesehen, lassen sich in den 40 Jahren zionistischer Arbeit drei Phasen erkennen: die erste war dem ideologischen Kampf gewidmet, der den Nachweis zu erbringen hatte, daß die nationale Lösung des Judenproblems sich auf Geschichte, Willen und allgemeine Lage des jüdischen Volke* gründet; in der zweiten wurden die politischen Grundbedingungen, die Anerkennung des jüdischen Rechtes auf Palästina durch die europäischen Völker geschaffen; in der dritten Phase, in der wir jetzt stehen, geht es um die Verankerung des Judentums auf der neuen Position, um die wirtschaftliche Sicherung des Aufbaues und um die Stärkung der jüdischen Siedlung bis zu einem Grade, der es unmöglich, macht, daß die jüdischen Forderungen als bedeutungslos beiseite gelegt werden. In allen diesen Phasen war der Zionismus stets von der mißgünstigen, feindseligen und spöttischen Einrede jener Kreise begleitet, die durch die neue Entwicklung im Judentum verdrängt und entmachtet wurden. Sie fanden sich alle zusammen: die Matrikel- und Pietätsisraeliten, die ganz frommen Ketzerbrater und die jüdischen Sozialdemokraten. So wütend sie sonst aufeinander sind, so einig zeigen sie sich sogar in den Klischees ihrer Ausprüche über den Zionismus. Er war zuerst eine Utopie, dann ein Volksbetrug, bis er in unseren Tagen zur Unzulänglichkeit gedieheu ist. Diese Feindseligkeit hat auch dann nicht aufgehört, als die Hälfte der Agency den Nichtzionisten eingeräumt wurde. Und je weiter die dritte Phase vorschreitet, die zur tatsächlichen Volkwerdung führt, um so erbitterter, um so „sachlicher“ wird die Kritik der Zaungäste vom tiefsten Schwarz bis zum grellsten Rot: Palästina ist zu klein, es kann die Judenfrage nicht restlos lösen; die Kolonisation ist zu teuer; die Parteien raufen miteinander; die zionistische Organisation geht in der nächsten Woche um 12 Uhr mittags zugrunde; die Araber werden niemals ..., die Engländer werden niemals ...; im Hulehgebiet sind Sümpfe...; in einer Kwuzah hat man in einem Milchtopf einen fleischigen Löffel gefunden..., Illusionen ...; die prosperity wird nicht anhalten...; Bodenspekulationen ... Das sind so die landläufigen Unterhaltungen derer, die nicht dabei sind, aber doch „die Arbeit in Palästina mit Sympathie betrachten“ und sehr darauf aus sind, mit palästinensischen Firmen in Verbindung zu kommen, für einen Sohn oder Vetter ein Zertifikat zu verschaffen, eine Nichte unterzubringen, die das Gymnasium absolviert und einen Schnellsiederkurs im Pediküren besucht hat. Natürlich alles von hintenherum in der landesüblichen Suche nach’ Protektion. In den Palästina-Aemtern gibt es aber keine Protektion für Nichtzionisten und Antizionisten und so wird der gallige Einschlag der Kritik noch bitterer, die Suche nach schwachen Punkten noch intensiver. Dabei sind die Argumente im Wesen rieh* tig. Sie müssen es sein, denn sie sind ja aus der zionistischen Berichterstattung, die Putzen 1 Qualität T »EXQUISIT« Telephon R 20-3-34 Abholung und Zustellung kostenlos! T., Spiegelgasse 15: VI.. Gumpendorferstr. 32; VII., Lerchenfelderstr.40; IX., Forzellangasse50; XVlIl.,W{ihringerstr.93;XVIll.,Währingerstr.l58

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