Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 433 (12.3.1935)
- Date
- 1935-03-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 438 - 12. Mürz 1035 DIE STIMME Seite 5 aber durch die dort beschäftigten (jüdischen) Arbeiter wieder hinausgcprügelt worden sei. Eben diesen Mann hatte ich zuvor, als er mir zusohrie, ich allein sei an alldem schuld, mit dem Wort „Chuzpani“ abgewehrt. Trotzdem drang er dann mit seiner Schar, die er als Arbeitslose ausgab (bekanntlich herrscht auch in Jerusalem ein brennender Mangel an jüdischen Bauarbeitern), inR KKL-Hauptbüro ein, um Skandal zu machen, birst nach Drohung des Hauswartes mit der Polizei zog die Schar ab. Ben Dor aber erhob sofort beim Arbeitsbüro Beschwerde, verwies auf die Grundlosigkeit des Angriffes gegen mich und darauf, daß doch auf vielen Bauten in Rehaviah, ja sogar solchen von Organen der Ilistadruth selbst, ohne ähnlichen Einspruch derselben arabische Arbeiter verwendet werden. Seither wurde ich in Jerusalem nicht mehr belästigt. Dafür sucht mich jetzj ein Anonymus in Wien bloßzustellen. Ich weiß mich von jedem Vorwurf frei. Der Mann aber, welcher so Land- und Hausfriedensbruch begangen hat, soll Bar Chajim heißen. Er ist bei der Polizei als Provokateur unter ,.Number P‘ Ln Eivdenz und wurde ein paar Tage nach dem Vorfall mit mir wegen Gewalttätigkeit auf einem anderen jüdischen Bau gerichtlich abgestraft. Solche Fälle von Terror sind hier leider landesüblich. Dr. E. M. Zweig (Jerusalem). Der Begleitbrief lautet: Dr. E. M. Zweig Jenisalem-Talpioth Zw/L. 643 Jerusalem, 11. Februar 1935. An die Redaktion „Der Jude“, Wien. Zionistische Freunde haben mich auf die ehrenrührige Notiz „Dr. Zweig beschäftigt arabische Arbeiter“ irr Ihrem Blatte aufmerksam gemacht. Es muß mich wundern, daß Sie derlei bringen, obwohl Sie meine zionistische Vergangenheit sicher kennen. Hat doch noch nach dem Prager Kongreß Ihr Frakitionsführer 51. Singer im „Jüdischen Arbeiter“ trotz aller Polemik mein zionistisches Verantwortungsgefühl rückhaltlos anerkannt. Es war daher nahegelegen, daß Sie mich zunächst einladen, mich zu dieser Beschuldigung zu äußern, bevor Sie dieselbe verlautbaren. Das Mindeste, was Sie mir nun als Genugtuung bieten können, ist daher der Abdruck der sub 1 beiliegenden Richtigstellung. Ferner ersuche ich Sie, mir den Namen und die Adresse Ihres palästinensischen Korrespondenten, welcher Ihnen diese ehrenrührige Notiz zugeschikt hat, unverzüglich mitzuteilen (am besten zuhanden des Herrn Dr. Oskar Grünbaum, Rechtsanwalt in Wien, I., Walfischgasse 10), damit ich Ihren Informator strafgerichtlich verfolgen kann. In dem einen Punkte sind wir ja doch wohl einig, daß Meinungsfreiheit mit Verleumdungsfreiheit nicht verwechselt werden darf. # Hiezu möchten wir fragen: Gilt der Pakt Ben Gurions zum Ehrensohutz nur für Revisionisten und sind andere Zionisten vogelfrei? Die Mandatsregierung und die arabische Opposition Auf eine Anfrage des Abgeordneten W e d g w o o d, betreffend eine erneute antijüdische Propaganda in Palästina, antwortete der Minister für die Kolonien, Sir Philipp C u n 1 i f f e L i s t e r, die arabische Opposition gegen jüdische Einwanderung nach Palästina komme bekanntlich zur Zeit in der Presse offen zum Ausdruck. Ebenso sei bekannt, daß der High Commissioner einer arabischen Delegation, die ihm ein Memorandum, betreffend den Verkauf arabischen Bodenbesitzes, überreichte, die politischen Richtlinien der Regierung in dieser Beziehung darlegte. Der Minister sei überzeugt, daß das Haus volles Vertrauen zum High Commissioner habe. Besondere Nachforschungen seien nicht erforderlich. Auf eine weitere Frage des Abgeordneten erklärte der Minister, es sei ihm nicht bekannt, daß der E xkliert i v e in Palästina oder Transjordanien Bodenkäufe vorgenommen habe. Vertrauliche Berichte der in Palästina stationierenden Verteidigungskräfte würden von ihm ebenso genau gelesen, wie andere wichtige Palästinaberichte. ln derselben Unterhaussitzung beantwortete der Minister für die Dominions, J. H. T h o m a s, eine Anfrage des Abgeordneten G r a h a m -White, betreffend die Benachteiligung der Einfuhr von Palästinafrüchten und anderen Produkten übor England nach Kanada durch die dortigen Zollbehörden daliin, daß ihm eine Benachteiligung der Einfuhr von Palästinaprodukton bei der Verzollung in Kanada im allgemeinen nicht bekannt sei. ln bezug auf die Verzollung von Palästinaorangen, die aus England (angeführt wurden, hätten sich gewisse Schwierigkeiten ergeben; in dieser Sache habe er sich bereits mit der kanadischen Regierung in Verbindung gesetzt. Weit block oppositioneller zionistischer Gruppen New York, 7. März. Cl. T. A.) Eine Gruppe oppositioneller amerikanischer Zionisten hat im Zusammenhang mit deri bevorstehenden Wahlen zmn 19. Zion.istcnkongrcß eine Sondertagung nbgehnlton und beschlossen, einen Weltblock aller zionistischen Gruppen, die zur gegenwärtigen Zionistischen Exekutive in Opposition stehen, zu schaffen. Dieser Block soll den Misrachi, die Revisionisten und die Judenstaatspartei einschließen. Auf der Tagung wurde die Einberufung einer Round-Table-Conference aller zionistischen Parteien zur Herbeiführung einer harmonischen Zusammenarbeit, auf dem kommenden Ziouistenkongreß beschlossen. Ein weiterer Beschluß betrifft die Änderung des Schekel-Textes seitens der Exekutive durch Aufnahme der DLszipfinklausel. Zionisten Kanadas fordern Round Table-Konferenz Der Landesrat der Zionistischen Organisation Kanadas hat der Zionistischen Exekutive eine Resolution übersandt, in der die Einberufung einer Round-Table-Konferenz sämtlicher zionistischer Parteien zur Herbeiführung des inneren Friedens in der Bewegung gefordert, wird. *• Die sportlichen Aufgaben des Makkabi-Weltverbandes Von Dr. K. F. Jacobowltz. Wir stehen vor der Zweiten Makkabiah. In wenigen Wochen werden jüdische Athleten aus allen Teilen der Welt im Stadion von Tel-Aviv Zusammentreffen und im Rahmen eines olympischen Programms Beweis für die Arbeit des Makkabi ablegcn müssen. Die Verknüpfung kultureller und sportlicher Aufgaben im Makkabi-Weltverband bringt es naturgemäß mit sich, daß die Makkabiah von vielen Gesichtspunkten aus gesehen wird. Sie ist zweifellos das größte Fest, welches das moderne Judentum aufzuweisen hat. Sie bildet einen Höhepunkt unserer Renaissance und ist somit ein nicht wegzudenkender Faktor in unserem Streben zur Erneuerung. Sie ist ein Fest unseres Landes Erez Israel, überzeugend, greifbar und Ausdruck einer neuen Zeit. Unsere Aufgabe ist es. die Zweite Makkabiah zu einer wahren Olympiade zu gestalten. Es war jedenfalls bedeutsam, daß der Prager Makkabikongreß 1933 beschloß, das olymptische Programm zugrunde zu legen. Das bedeutet Erfüllung aller Forderungen der internationalen Sportbehörden. Bei der Zweiten Makkabiah wird es keine dilettantischen Schiedsrichter mehr geben, Beamte internationaler Verbände werden die Zeiten -nehmen. Die Vertreter der Sportbehörden überwachen die Kämpfe. Der Makkahi-Weit verband ist dazu berufen, die oberste jüdische Sportbehörde zu werden. Auf Grund der Zweiten Makkabiah wird er sich die offizielle Anerkennung der internationalen Sportbehörden erringen müssen. Er wird in engster Verbindung mit dem olympischen Komitee Palästinas •stehen müssen. Er wird die Moazah technith, seine oberste technische Behörde, stärker ausbauen müssen und Normen für die jüdische Sportarbeit festlegen, was das Wirken nach innen als auch das Auftreten nach außen betrifft. Er muß endlich darangeben, eine umfassende Literatur des jüdischen Sports zu schaffen, seine Geschichte zu schreiben und ein Archiv aufzubauen. Die wichtigste Aufgabe nach der Zweiten Makkabiah wird der Aufbau der Hochschule für Leibesübungen in Palästina sein, welche den Namen des Führers der Makkabibewegung, Dr. Hermann Lelevver, tragen soll. Wir müssen darangehen, einen Stamm erstklassiger Trainer und Instruktoren heranzubilden, die gleichzeitig auch imstande sind, die kulturelle Erziehung der Makkabi- Mitglieder zu übernehmen. Die sportlichen Aufgaben des Makkabi-Weltverhandes umfassen: einerseits die körperliche Erziehung seiner Mitglieder, anderseits aber die Repräsentation des jüdischen Volkes nach außen bin auf den internationalen Foren. Eine erfolgreiche Zweite Makkabiah kann und muß Garantie für eine endlich wirksame Erfüllung dieser Aufgaben sein! Eine weitere schwere Nieder• läge der Hahoah Hakoah—Austria 2:5 (0:2) Die „Hakoah“ hat in ihrem sonntägigen Kampf gegen Austria in der laufenden Frübjahrsmeisterschaft nunmehr die dritte Niederlage en suite erlitten. Dabei ist hervorzuheben, daß die jüdische Mannschaft diesmal mit nesonderer Ambition und Hingabe kämpfte und die Niederlage in diesem Ausmaß unverdient war. Jedenfalls scheint die Hakoah ihre Schwächeperiode noch immer nicht überwunden zu haben. Der Abgang des Torhüters Löwy macht sich in katastrophaler Weise bemerkbar. Das Fehlen dieses sicheren Goalkeapers hat nicht zuletzt die zahlreichen Niederlagen der jüdischen Mannschaft herbeigeführt. Daran ändert nichts, daß in der Verteidigung diesmal Donnenfeld eine hervorstechend gute Leistung vollbrachte und sieh wieder seiner großen Form von früher nähert. Auch die Wicdereinstellung von S t r o ß in die Halvesreihe bedeutete eine Verstärkung der Schlagkraft der jüdischen Mannschaft. Auch Platsch ek und B r e i t f e 1 d sowie Reich Das neuerbaute Stadion in T eh Aviv — der Schauplatz der Makkabiah s \ s Ti,'. •\ C ■'v‘r. * '» '•*- - ' * * xy ’ V.‘ ' 'V ,; Tausende vou Makkablm rüsten in der ganzen Welt zur Frühlingsfahrfc nach Erez Israel. In Tel-Aviv wird an den Vorbereitungen im Stadion gearbeitet, welches allen modernen sportlichen Anforderungen entsprechen und für Zehntausende von Zuschauern Platz bieten wird. Große Juwelenauktion im Dorotheum Bei einer vor kurzem in London veranstalteten Edelsteinauktion wurde im zwei Tagen ein Umsatz von fast einer Million Pfund erzielt, was die Händlerschaft als gilnsitiges Zeichen für eine Überwindung der Depression auf dem Weltwirtsch&ftsmarkfc auslegt. Diamanten werden also wieder gerne gekauft. Gelegenheit hiezu bietet eine vom Dorotheum für den 13. März 1935 angesefczte große Juwelenauktion, deren Stücke im Dorotheum ausgestellt und Dienstag, den 12. d. M., von 10 bis 0 Uhr besichtigt werden können. Sind auch niftht Millionen werte* vorhanden, so kann man doch in der Reihe der zirka 150 zur Schau gestellten Objekte einige außerordentlich repräsentative Stücke feststellen. Eine Platin damennadel, moderne Maschenform, dicht mit Brillanten ausgefaßt, und zwei Ohrgehänge mit großen und kleinen Brillanten werden mit je S 5000 Ruf angeboten. Eine schöne Platinarmkette, brillanten-besetzt, kommt mit einem Rufprets von S 2500 unter den Hammer. Ein Platindamenring mit stumpfrechteckigen Brillanten wind mit S 3750 gerufen. S 4800 beträgt der Rufpreis einer effektvollen Platinbrosche mit Brillantsoliftär. Der Rufpreis einer prächtigen, goldenen Panzerarmkette mit Smaragden und Brillanten geschmückt, beträgt S 2000. Daneben gibt es schöne Stücke mit Rufpreisen von S 180 bis S 1500 in reicher Auswahl. Auch antiker Schmuck, darunter ein goldenes Halsührahen in Birnenform, eine goldene Empire-Ringuhr und eine goldene Herrenspindeluhr, ist sehr beachtenswert. memmmeemmmmtaamemmmmBammamuammasmammammmamm und Mausner im Sturm zeigten außer Aufopferung auch beachtenswertes Können. Doch alles reichte nicht aus, um auch heute eine Niederlage zu verhüten. Die Situation der Hakoah ist durch die letzte Niederlage eine recht kritische geworden. Sie rangiert an letzter Stelle mit drei Verlustpunkten hinter ihren Vorderplacierten. Es bedarf konzentrierter und zielbewußter Arbeit seitens der verantwortlichen Sektionflleiter, um die jüdische Mannschaft vom letzten Platz der Tabelle wegzubringen. Die Arbeit muß unserer Aneicht nach sofort einsetzen. Es müssen sämtliche schwachen Postenin der Mannschaft durch eine Reorganisierung des Teams durch bessere ersetzt werden. Je früher, desto, besser. Noch eine, zwei Niederlagen und das Terrain wäre nicht mehr aufzuholen. Den ensten Treffer der Hakoah schoß Mausner beim Stand von 2:0 für Austria. Eine Minute vor Schluß konnte Reich, nach einem Foul des Austria-Spielers Andritz an Mausner, durch Verwertung eines Penalty ein weiteres Tor aufholen, wodurch dae Resultat von 2:5 gegeben war. Die Hakoah spielte in folgender Mannschaft: Kohn; Donnenfeld, Weiß; Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlich I, Zwiebel, Ehrlich II, Mausner, Reich. Makkabäus. Max Nordau [1898): „Der Zionismus erweckt das Judentum zu neuem Leben. Er bewirkt das sittlich durch Auffrischung der Volksideale, körperlich durch die physische Erziehung des Nachwuchses, der uns wieder das verlorengegangene Mus keljud ent um schaffen soll.“ Menackem VssUchkln [I9I7): ,1In unseren Tagen, da Kompromisse und Verzichte und Kleinmut gang und gäbe sind, möget ihr der Makkabäer Andenken wachhalten und, heiligen. Keine Kompromisse, Jugend Israels, keine Verzichtleistung! Machtvoller Wille, Gedankendisziplin, grenzenlose Hingabe an euer Ideal. So sei euer Leben!“ 20 Jahre Schlacht bei Gorlice (Mai 1915 — Mai 1935). Anläßlich der 20. Wiederkehr der ruhmreichen Schlacht bei Gorlice fährt im Mai d. J. ein besonders billiger Sonderzug zu den Schlachtfeldern und Gräbern von Gorlice, Przemysl und Lemberg. Die technische Durchführung dieser überaus interessanten Fahrt hat das Polnische Verkehrsbüro „Francupol“, III., Renn weg 1, Tel. U 16-4-90, übernommen. Auskünfte und Anmeldungen dortselbst. Fffjnnpsn Zweiter Wiener Vortrag Dr. JOSEF KASTEIN yyyAdi im Mittleren Konzerthaussaal, Samstag, den 30. März 1935, um 8 Uhr abends.