Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 430 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis dieser Nummer 20 g V. b. b. Oie, Freitag-Ausgabe JÜDISCHE ZEITUNG Redaktion und Administration: Wien, l., Msro-Aursl-StraB# 6. Tel.: U 22-3-91. .TedaktionsschluS Montag und Mittwoch vorm. j (»6- Für die Sonderfahrt des Riesenozeandampfers „ROMA“ (33.000 Tonnen) TRIEST—PALÄSTINA 28. März 1935 wurden die Preise EINHEITSKLASSE (ERSTE KLASSE) auf Lire 1220*- (das ist etwa S 562*-) herabgesetzt Nur drei Tage Überfahrt! EINE EINMALIGE GELEGENHEIT! Sichern Sie sich rasch Ihren Platz bei der Generalagentur des „Lloyd Triestino“, Wien, I., Kärmneriing 6 Adar 5695) I 8. Jahrgang 27. Man 1935: IPalästina ruft nach Arbeitshänden A.-C.-Sitzung in Jerusalem London, 27. Februar. (2. T. A.) Die Zionistische Exekutive gibt bekannt, daß für den 27. März eine Sitzung des Z i onistischen Aktionskomitees nach Jerusalem einberufen wurde. Gefälschte slowakische Talmud - Übersetzung beschlagnahmt Jerusalem, 27. Februar. (2. T. A.) Das Einwanderungsamt der Palästina-Regierung entsandte zwei hohe Beamte nach Petach Tikwah, um die Ursache aufzuklären, warum in Petach Tikwah und Umgebung in so großer Zahl Arbeiter aus dem Hauran beschäftigt werden. Der Vorsitzende der Verwaltung der Kolonie teilte mit, in Petach Tikwah seien über 2000 Arbeiter aus dem Hauran beschäftigt und infolge des Arbeitermangels unentbehrlich. Der Mangel an indischen Arbeitern Vor kurzem erschien auf dem Büchermarkt eine in slowakischer Sprache verfaßte Broschüre, betitelt „Uryvky z Talmudu“, die eine slowakische Bearbeitung der in ungarischer Sprache in Budapest erschienenen gefälschten Übersetzung aus dem Talmud von Br. Luzsönezky enthält. Als Übersetzer figuriert Dr. Viktor Pecs, ein stellenloser Jurist. Die Jüdische Gemeinde in Kosice (Kasehau) erstattete zusammen mit der Orthodoxen Gemeinde gegen Dr. P6cs die Strafanzeige und beantragte die Konfiszierung der Broschüre. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Konfiszierung an, was vom Kreisgericht bestätigt wurde. Die Polizei stellte fest, daß im ganzen 1000 Exemplare gedruckt wurden, es konnten aber bloß 125 Exemplare sichergestellt werden, da Dr. Pecs die anderen bereits versandt -halte. Der Arbeitermangel in den jüdischen Kolonien verschärft sich infolge der bedeutend vermehrten Pflanzungsfläche, der Neugründung von Industrieunternehmungen und der Neuanlage von Wegen von Tag zu Tag. In Rischon le Zion werden jetzt Plantagen im Ausmaß von mehr als 1000 Dunam neu angelegt. Außer den in Rischon le Zion bereits existierenden zehn Fabriken werden jetzt acht neue industrielle Unternehmungen angelegt. Nunmehr wird mit der Anlage von Kommunikationen zwischen Rischon le Zion und anderen Kolonien in Judäa sowie mit dem Bau vieler Häuser begonnen. Alle diese Arbeiten erleiden infolge des Arbeitermangels Verzögerungen, wodurch auch finanzieller Schaden entsteht. In K er kur, wo auf 700 Dunam Böden neue Plantagen angelegt werden, ferner in Pardes C h a n a h und in Neß-Ziona werden dringend jüdische Arbeiter verlangt. Auch Chedera fordert Arbeiter zur Anlage neuer großer Plantagen an. Ferner werden Arbeiter zum Bau von 40 Häusern in Glwät Bilu und von 50 Häusern in Scheschunat Owdim angefordert. Die Gesellschaft „Jachin“ fordert eine große Zahl Arbeiter an für Pflanzungen, die in verschiedenen Gegenden des Landes angelegt werden. „Jachin“ bepflanzt einige hundert Dunam Boden hei Jerusalem, 200 Dunam Boden in Afuleh, 300 Dunam Böden bei Gederah usw. mit Obstbäumen. Insgesamt werden im diesjährigen palästinensischen Frühling weit mehr als 1000 Dunam Boden durch Juden mit Obstbäumen bepflanzt. Prof. Angelo Sacerdoti s. A 4 -'?-i der kürzlich verstorbene Oberrabbiner von Rom Die nationalsozialistische Dementierspritze Der Staatskomniiseär von Berlin, Dr. L i pp e r t, bat am 26. Februar vor den Vertretern der amerikanischen Handelskammer in Berlin eine Rede über den jüdischen Boykott gegen Deutschland gehalten. Der Staatskommissär sagte: Spaniens Staatspräsident nimmt an der Maimonides-Feier teil Das soeben veröffentlichte offizielle Programm der staatlichen Maimonides-Feier in Cordo va bestätigt, daß an den Festlichkeiten auch der Präsident der spanischen Republik teilnehmen wird. Die Festwoche wird am Montag, den 25. März, mit einem vom Stadtrat von Cordova veranstalteten offiziellen Empfang eröffnet. Am Nachmittag findet eine von der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste veranstaltete Gedächtnisversammlung statt. Am 26. März wird eine von der philosophisch-literarischen Fakultät der Madrider Universität einberufene Konferenz ausländischer Philosophen eröffnet. Man erwartet, daß auf dieser Konferenz Prof. Dr. David Baumgardt aus Berlin die Gedenkrede halten wird. An demselben Tage werden das Maimonides-Museum und die Maimonides- Bibliothek eröffnet. Am Mittwoch findet ein vom Direktor der Schule für arabische Studien in Granada, Don Emllio Carcla G o m e z, veranstalteter Vortragsabend statt. Am Donnerstag hält Dr. Gregora M a r a n o n einen Maimonides- Vortrag, sodann findet eine literarische Versammlung in der Sierra de Cordoba statt. Am Freitag spricht als Vertreter der Madrider Universität Prof. Dr. Jos6 Gaos; abgeschlossen werden die Festlichkeiten am Sonnabend, den 30. März, nachmittags, mit INSTALLATIONEN ELEKTRISCHE KR AFT-, MODERNE BELEUCHTUNGS- UND RADIO- ANLAGEN / ELEKTR. HAUSHAL¬ TUNGSGERÄTE/LUSTER /RADIO Fachmännische Beratung kostenlos Paul Heller, I., Ukhtensteg 1 Tal. U 21-9.12 einer Ansprache des Präsidenten der spanischen Republik. Eine große Zahl volkstümlicher Festlichkeiten und Veranstaltungen, Darbietungen spanischer Musik, Serenaden, ländliche Volks- und Trachtenfeste, Garden Parties, bei denen andalusische Lieder und sonstige Proben spanischer Volkskunst geboten wer- Jerusalem, 28. Februar. (2. T. A.) Zehn Juden und vier Drusen, die wegen illegaler Einwanderung zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt worden waren, sind in den Hungerstreik getreten, weil man sie nach Verbüßung der Strafen nicht aus dem Gefängnis entläßt. Als man den Häftlingen versicherte, daß sie gegen Kaution von je 25 Pfund freigelassen werden würden, brachen sie nach 24stündiger Dauer den Hungerstreik ab. Nunmehr aber hat sich die Angelegenheit dieser Häftlinge kompliziert. Die Behörden bestreiten, daß den Häftlingen die Zusicherung gegeben wurde, sie gegen eine Bürgschaft von je 25 Pfund freizulassen; die Anwaltskammer des Waad Leumi behauptet, es sei ihr seitens der Polizei versprochen worden, die Bürgschaftssummen für die Jerusalemer Häftlinge nicht zu hoch anzusetzen. Die Häftlir?e drohen, den Hungerstreik wieder aufzunehmen, falls ihre Angelegenheit nicht bald geklärt werde. Von den Akkoer Häftlingen Ist eine Anzahl, für die die erforderliche Kaution und persönliche Bürgschaft gestellt worden waren, in Freiheit gesetzt worden. den, und Gesellschaftsbälle sollen für Erholung und Zerstreuung während der Festwoche sorgen; sogar ein Stierkampf ist vorgesehen. Ein weiteres Maimonides-Festkomitee wurde . in Sevilla gebildet; dieses Komitee hat zwei Preise ausgeschrieben, den einen für ein Werk über Maimonides und die Philosophie des Islam und den zweiten für ein Werk über Maimonides und die spanischrabbinische Kultur. Für die Häftlinge aber, die vor den Judenverfolgungen in Adrianopel nach Palästina geflüchtet waren, besteht vorläufig keine Aussicht auf Befreiung, da für sie bisher keine persönlichen Bürgen gestellt werden konnten. Weizmann und Felix Warbürg in Palästina eingetroffen Jerusalem, 27. Februar. (2. T. A.) Der frühere Präsident der Jewish Agency Dr. Chaiin Weizmann und der frühere Präsident des Administrative Committee der JewisJi Agency Felix M. Warbürg, langjähriger Präsident und jetziger Ehrenpräsident des American Joint Distribution Committee, sind an Bord des „Conte di Sawoja“ in Haifa eipgetroffen. „Es wird behauptet und Deutschland der Vorwurf, gemacht, daß es die wirtschaftliche Existenzmöglichkeit der Juden iu Deutschland vernichtet hätte, und wo dies nicht geschehen sei, noch vernichten wolle. Sie, meine Herren, fuhr der Redner fort, die Sie Gelegenheit haben, sich unbeeinflußt in Deutschland umzusehen, haben die Möglichkeit, demgegenüber aufklär end zu wirken, denn jeder, auch der unbeteiligte Besucher, hat Gelegenheit, sich durch Tatsachen zu überzeugen, daß den Juden in Deutschland .wirtschaftlich nichts geschehen i «5 it. Keine einzige E n t e i g n u n g oder Z e l s e h 1 a g u n g e i n e s sogenannten jüdischen Betriebes sei vorgenommen worden. Wenn ein Jude dem Staate bewiesen habe, daß er bereit, sei, die ihm auferlegte Pflicht im Interesse der Allgemeinheit zu erfüllen, so sei er in wirtschaftlicher Hinsicht vollkommen gleichberechtigt. Wogegen sich der Staat habe wenden müssen, das sei der Umstand, daß gewisse jüdische Elemente nicht nur eine wirtschaftliche Bevorrechtung erstrebt oder auch schon tatsächlich errungen hätten, sondern außerdem auf politischem und kulturellem Gebiet einen unerträglichen Einfluß ausübten. Hingegen hätte sieh die Führung des deutschen Volkes zur Wehr setzen müssen, was aber die wirtschaftliche Existenz der jüdischen Minderheit in Deutschland gar nicht zu b erühren brauchte, sofern die Glieder dieser Minderheit den ernsten Willen bekundeten, gewisse kulturpolitische Notwendigkeiten einzusehen.“ Eß ißt nicht bekannt, wer dießc Vertreter der amerikanischen Haiklolskam/iner sind und ob ee «sich nicht etwa um die Mitglieder einer Berliner wirtschaftlichen Vereinigung handelt. Auch diesen gegenüber sind die Behauptungen des Staatskommissärs eine starke Zumutung. Eß ißt doch daß vielfach offen aits- ACHTUNG HAUSBESITZER! Eure HSuserverwaltungen, Geldbeschaffungen und Reparaturkredite kulantest nur durch das behördlich konzessionierte Realitäten-, Hypotheken- und Verwaltungsbüro R. TAUBMANN Wien, II., Nordpolstraße 2/3 Tel. A 48-9-2* Sensal Wieder jüdische Illegale im Hungerstreik IllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllM