Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 426 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis dieser Nummer 20 g V. b. b. Freitag-Ausgabe JÜDISCHE ZEITUNG * ü Die großen, vorzüglichen Salonschiffe „Galllea“, „Palcstlna“ und „Gerusalcmmc“ der direkten Eillinie TRIEST - JAFFA des LLOYD TRIESTINO verkehren Jeden Mittwoch und jeden zweiten Freitag / Fahrpreis in der ausgezeichneten Touristenklasse samt vier Mahlzeiten täglich bloß zirka ö. S 258‘— / Auskünfte : Lloyd Triestino, I., Kärntnerring 6 Nr. 426 I Wien, IS- Februar 1935 | Redaktion und Administration: Wion, I., Mire-Aurel-StraSa 6. Toi.: U 22-3-91. ftedaktionuchluB Montag und Mittwoch vorm. | (12. Adar 5695) 1 8. Jahrgang ■■■■■■■■■■■■■■■■gBBBBnBBBBUBBHBBBHnEQSn 35.000 Chafiuzim warten . . Wie aus Jerusalem gemeldet wird, ist in den letzten Monaten die Zahl der Chaluzim, die sich in den Hachschara-Kibbuz befinden und für die Palästina-Wanderung vorbereiten, sehr gestiegen. Die Zahl der Chaluzim in den Hachschara-Kibuzzim beträgt etwa 35.000, hievon in Polen (einschließlich Galizien) 18.000, in Deutschland (einschließlich der deutschen Chaluzim, die sich in anderen Ländern au! Haclischara befinden) 3000, in Litauen 4000, Tschechoslowakei 1200, Lettland 700. In Litauen hat sich im Laufe des letzten halben Jahres die Zahl der Chaluzim in den Hachschara-Kibuzzim verdoppelt. (Palcor.) sehr künstlerisch wirkt. loh will nur sagen, wie ich-die Kunst ansehe. Kunst ist ein Gebe t. Dias Gehet des Künstlers strömt in seine Schöpfung. Wir in Palästina machen eine stete Entwicklung durch. Wir sind jedoch ZU' praktisch und vernachlässigen die Kultur. Wir müssen für die Kultur und für die Kunst sorgen. Wir wollen unter uns einen Aufschwung der Kunst erleben. Chana Orloff ist in der ganzen Welt bekannt. Frankreich hat ihr das Ritterband der Ehrenlegion verliehen. Wir besitzen keine Orden und können ihr nur unsere tiefe Anerkennung zollen.“ ELEKTRISCHE KRAFT-, MODERNE BELEUCHTUNGS- UND RADIO¬ ANLAGEN /ELEKTR. HAUSHAL- TUNGSGERÄTE/LUSTER/RADIO Fachmännische Beratung kostenlos Paul Heller, 8., Lichfensteg 1 Tel. U 21-9-12 Das erste Auftreten des Herrn Dizengoff nach seiner gefährlichen Erkrankung hat große Freude im Jisohuw hervorgertifeu. Ergänzungs-Schedule für Arbeitereinwanderung Öffnet Palästina und Transjordanien! und daß es sich so bedrohlich gestaltet hat. Jerusalem, 13. Februar. (2. T. A.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, wird erwartet, daß am Ende der laufenden Woche eine Ergänzungs- Quote zu der letzten Arbeifer-Emwahderungsschedule bewilligt werden wird. Anfangs Jänner hat bereits der Leiter der Einwanderungsabteilung der Histadruth Haowdim, Elijahu D o b k i n, in Besprechungen mit zionistischen Stellen in Polen die Erwartung ausgesprochen, daß die Paläßtinaregierung eine Ergänzungs-Schedule von etwa 2500 Zertifikaten bewilligen werde; dium sich noch widmenden Juden tiefe Bestürzung hervorgerufen. Durch diese Neuordnung werden die jüdischen Studenten betroffen, die gegenwärtig noch im Studium sind, ferner diejenigen Kandidaten und Praktikanten, die sich in der Ausbildung, aber noch vor ihrer Approbation befinden. Im englischen Oberhaus sind kürzlich einige schürfe Worte über die Art der Hilfeleistung für die aus Deutschland Geflüchteten gefallen. Die Hilfe besteht darin, daß nichts getan wird. Der Völkerbund hat im Sommer 1933 einen Hochkommissär eingesetzt; außer diesem Beschluß ist nichts geschehen. Unter dem Druck Hitler- Deutsohlandß, das damals noch hochgeehrtes Mitglied des Völkerbundes war, wurde festgesetzt, daß dem Hochkommissar keinerlei Geldmittel bewilligt werden. Wie er seine Aufgabe bewältigt, wurde der Mildherzigkeit der Öffentlichkeit anheimgestellt. Die Öffentlichkeit empfing den Hochkommissar, den Amerikaner Macdonald, mit allerlei Segenswünschen. Geld gab sie nicht. Nur die Juden gaben, so wie die Juden immer geben: für Juden und für Niüht.juden. Diese jüdische Bereitwilligkeit hat zur Folge gehabt, daß die Völker und Regierungen Europas ihre Taschen noch fester, zuschlossen, anderseits aber ihre Polizeibehörden in Bewegung setzten. Die Flüchtlipge dürfen nicht die Nerven des Publikums beunruhigen, sie dürfen nicht den ‘Arbeitsmarkt belasten, und sie müssen auf ihre politische Vertrauenswürdigkeit kontrolliert werden. Diese Instruktionen erhielten dann, als das Saarland an das Dritte Reich fiel, ihre neuerliche Aktualität. Frankreich beschwor den Völkerbund, für die neuerdings zu erwartenden Flüchtlinge Vorsorge zu treffen. Der Generalsekretär des Völkerbundes zuckte die Achseln: Wir haben kein Geld. Nun handelt es sich wohl in der Hauptsache nicht um Geld. Es sind von jüdischer Seite geradezu überraschend hohe Summen aufgebracht worden, und wenn der Völkerbund erklärt hätte, daß er die Flüchtlinge unter seinen . moralischen und politischen Schutz nehme und mit seiner Autorität für Deutschland war im Völkerbund. Man wußte schon vor dem 30. Jänner 1933, was sich in Deutschland abspielen werde, wenn. Papens Plan gelingt und Hitler zur Macht' kommt. Man kannte das Aktionsprogramm' des Nationalsozialismus, seine Literatur, seine Ideologie und seine Methoden; man konnte sich aus rechnen, daß von diesem Moment des inneren Sieges auch eine neue Welle der Kriegsdrohungen beginnt, die diesmal ernster zu nehmen waren; und schließlich wußte man, daß sich der Elan der Sieger zuerst mit aller Wucht auf die Juden werfen wird. Eine Demarche in diesem Zeitpunkt hätte den braunen Spuk gebannt, zumal sich ja knapp vorher bei den Wahlen schon der Niedergang der Hitler- Partei gezeigt hatte. Aber es wurde alles unterlassen, was wie die berühmte Einmischung in die inneren Verhältnisse ausgesehen hätte, und so konnte Papen seinen Plan ausführen und es kam, wie es kommen mußte. Die Mächte haben Hitler in den Sattel gesetzt, ihn und sein System; ihre Duldung hat das grauenvolle Unglück cler Juden verschuldet, und es wäre nur recht imd billig gewesen, wenn sie wenigstens. nachher in Genf die Deutschen zur Rechenschaft gezogen hätten. Aber es ist auch dies nicht geschehen. Man hat nichts für die Juden getan, als sie noch hätten geschützt werden können, und man hat sie im Stich gelassen, als sie aus Deutschland flüchteten. Der Völkerbund hat in Flüohtlingsfragen. schon einige Erfahrung. Unter dem Schutz des Völkerbundes ist die Verpflanzung der islamitischen Pomaken aus Bulgarien in die Türkei durchgeführt worden; unter der Kontrolle des Völkerbundes erfolgte der Bevölkerungsaustauseh zwischen Griechen in Kleinasien und Türken in Thrazien. Im Juden in Deutschland vom Ärzte-Beruf ausgeschlossen Berlin, 12. Februar. (2. T. A.) Die vom Reichs- und preußischen Innenminister erlassene Bestimmung, wonach die Zulassung zu medizinischen Prüfungen und die Erteilung der Approbation von dem Nachweis der arischen Abstammung abhängig zu machen sind, hat »nter den wenigen dem medizinischen Stu- Vereinheitlichung des Deutschland-Boykotts London, 11. Februar. (2. T. A.) Das von der Weltkonferenz zum Boykott Deutschlands, die im Dezember 1934 in London getagt hat, eingesetzte provisorische Komitee der Woltliga zum Boykott Deutschlands hielt in London eine Sitzung ab. Es wurde ein Statut, angenommen, wonach das Hauptziel der Weltliga die Ergreifung aller gesetzlichen Maßnahmen Dizengoffs Genesung Wie schon kurz berichtet, fand das erste öffentliche Auftreten des Tel-Aviver Bürgermeisters Meir Dizengoff nach seiner schweren Erkrankung bei der Eröffnung einer Ausstellung der berühmten Büdhauerin Chana Orloff im Tel-Aviver städtischen Museum statt. Das Museum befindet sich in dem Dizengoff gehörigen Hause, in dem er auch wohnt, und das er dem Museum geschenkt hat. Miit Erlaubnis seiner Ärzte kam BESTE QUALITÄTEN ANTHRAZIT KOHLE KOKS BASCH "■ "“""“"Spas II41-5-40 sei, um deutsche Waren und Dienste so lauge zu boykottieren, bis die G 1 e i c hberechtigung und die Glaubensfreiheit aller deutschen Untertanen wiederhergestellt ist. Es wurde beschlossen, aus jedem Lande drei Personen als Vizepräsidenten einzuladen. In London wurde ein Zentralbureau zur Koordinierung der Aktionen in der ganzen Welt eingesetzt. Herr Dizengoff zur Eröffnung der Ausstellung und hielt eine kurze Ansprache, in der er unter anderem folgendes erklärte: „Ich habe von meinem Schutzengel, Professor Marcus, die Erlaubnis erhalten, auf einige Minuten hieher zu kommen, um mich an dem großen Fest der Eröffnung der Ausstellung Ghana Orloffs zu beteiligen. Ich will jetzt nicht über Kunst sprechen. Ich stehe gerade nach einer Situation, die nicht Falle der Flüchtlinge aus Rußland wurde ihre Ansieälung wirken wolle, dann wären j der energische Nansen mit der Leitung des auf der jüdischen Seite die Anstrengungen Hilfswerkes betmut. Im Falle der Juden verdoppelt worden. Alle Regierungen, die hat alles versagt. Es sind eben nur Juden, im Völkerbund vertreten sind, tragen in | Aber die Sache wäre hier doch nicht so gleicher Weise die intellektuelle Schuld I schwer gewesen. Das kleine jüdische Sieddaran, daß dieses Problem entstanden ist lungsgebiet in Palästina hat nicht weniger ACHTUNG HAUSBESITZER! Eure Häuserverwaltungen, Geldbeschaffunger •BHHHpÜMMBMBMMHMHHBBflBMBMMMMMBBBBMBBMBHBBn und Reparaturkredite kulantest nur durch das behördlich konzessionierte Realitäten-, Hypotheken* und Verwaltungsbürc Tel. A 48*9*2t Sensal R. TAUBMANN Wien, II., Nordpolstraße 2/3