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Die Stimme · 1935-02-05 · Heft 423 (5.2.1935) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 423 (5.2.1935)
Date
1935-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. '423 — 5. Februar 1038 DIB STIMM! Seife & meint, daß die ganze Sache einen unangenehmen Nachgeschmack lia.be und daß die herrschende Partei eine derartige Zensur, wenn .sie von Stalin oder Mussolini goliandhabt.-würde, sicher nicht mit lobend cm Kommentaren bedenken würde. Diplomatenempfang bei Sokolow London, 31. Jänner. (z. T. A.) Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency Nahmn Sokolow gab zu Ehren des neuen polnischen Der von Mosche Siuilansky geführte Verband der palästinensischen Bauern und Pflanzer (Jfisfadnith Hulkarim) tagt gegenwärtig in Tel-Aviv. Präsident S m i 1 a n s k y behandelte ausführlich da« Arbeitsproblem in den Kolonien und verteidigte die Planta gen besitzer gegen den Vonvurf, daß sie unnötigerweise sich n i c h t,] ü cl i s c h e r Arbeiter bedienen, wobei er darauf hinwies, daß nicht genügend jüdische Arbeiter zur Verfügung stehen und daß die eingewanderten Juden sich den Bedingungen der palästinensischen Landwirtschaft noch nicht anzuparssen vermochten. Die sieh dazu noch bemerkbar machende A b w a ndening vom Dorf in die Stadt bringe die Plantagenbesitzer und Bauern in eine schwierige Lage. Heutzutage verdiene ein Stadtarbeitor doppelt eo viel wie ein landwirtschaftlicher Arbeiter. Smilansky schlug Maßnahmen zur Sicherstellung eines stabilen jüdischen Arbeitselemcnt o s im Dorfe vor und erklärte es als Pflicht der zuständigen jüdischen Instanzen, für eine erhöhte jüdische Arbeitereinwanderungzu sorgen. Isaac Rokeach forderte alle Citrus- Exporteure zu Zusammenarbeit auf. Erna-, Wiederum Überfall auf jüdische Arbeiter Jerusalem, 1. Februar. (2, T. A.) Arabische Arbeiter, die bei einem Chausseebau unweit Talpioth' beschäftigt sind, griffen jüdische Arbeiter in der Nachbarschaft an, von denen einer schwer und zwei leicht verwundet wurden. . 223 jemenitische Juden in Palästina eingetroffen Jerusalem, 31. Jänner. (2. T. A.) Soeben sind in Palästina auf 100 Zertifikate der Jewish Agency 223 jemenitische 'Juden als dritte jemenitische Einwanderergruppe in den letzten Monaten eingetroffen. Sie berichteten über unsagbare jüdische Leiden unter der Herrschaft des Imam Jahia. Eineinhalb Millionen Bäume des Keren Kajemeth Jerusalem, 1. Februar. (2. T. A.) Mm jüdischen Jahr 5694 pflanzte der Keren Kajemeth in Palästina 130.802 Bäume. Bisher wurden vom KKL. in Palästina 1,473.000 Bäume auf 7000 Dunani gepflanzt. Erweiterung des Haifaer Hafens? Haifa, 1. Februar. (Palnews.) Wie von arabischer Seite berichtet wird, hat die Regierung aus Klosterbesitz zwischen dem Haifaer Hafengebiet und Bat Galim einon größeren Bodenkomplex erworben, an dem sie im Zueammenhang mit dem Hafenorweiterungsabslchten interessiert äst. Zur Zeit können nur vier Dampfer, gleichzeitig anlcgen. Der Kai soll auf sieben Darnpferlängen ausgedehnt werden. Ferner ist der dazugehörige Schuppenraum anzulegßn. Auch dio Bahnanlage soll der Hafenorweiterung entsprechend ausgebaut werden. Botschafters in London, Graf Raczinski, und seiner Gattin einen Empfang in seiner Wohnung. Dem Empfang wohnten als Gäste Sokolows der englische Minister des Äußern Sir John Simon mit Lady Simon, der englische Kolonienminister Sir Philip C u n- 1 i f f e - L i s t e r, eine Reihe Persönlichkeiten der englischen politischen, literarischen und künstlerischen Welt, die Mitglieder der polnischen Botschaft und des Generalkonsulat», Persönlichkeiten des diplomatischen Korps und führende Persönlichkeiten der zionistischen Bewegung bei. der neugegründeten Farmer-Bank, Doktor Katzenelson über die ländlichen Krankenkassen. Die Konferenz nahm eine Resolution an, in der Imperial Preference (Meistbegünstigung für die Ein f u hr nach den Ländern des British E mpire) sowie Zollreformen als Schutz gegen unbeschränkte Einfuhr nach Palästina und zur Regelung des Warenaustausches Palästinas mit anderen Ländern gefordert werden. In einer anderen Entschließung wurde dagegen protestiert, daß die Landwirtschaftskommiseion der Regierung Maßnahmen zur Herbeiführung eines Ausgleichs zwischen Export und Import abgeleimt hat. Die Schritte zur Förderung der Einwanderung erfahrener jüdischer Bauern wurden gebilligt. Eine Resolution wurde auch gegen die Bodenspekulation gefaßt. Mosche S m i 1 i a n s k y wurde zum Präsidenten der Histadruth Haikarim wiedergewählt. Er trat für gemischte Dorfwirtschaften ein, die rascher einen Bodenertrag erbringen. Er kündigte an, daß in diesem Jahre Palästina sieben Millionen und im nächsten Juli re höchstwahrscheinlich schon Neuer Konfliht in der Jerusalemer Stadtverwaltung Jerusalem, 1, Februar. (2. T. A-) Gleich zu Beginn dier Amtstätigkeit des neuen Jgrusale.mer Stadtrates kam ee zu. einer schwerwiegenden Krise, die dadurch entstand, daß der neue Bürgermeister Dr. flussein Khaldi den Tätigkeitsbereich des ersten Vizebürgermeisters, des jüdischen Advokaten Daniel Auster, allzu scharf abgrenzte und ihm keinen bedeutenden Anteil an der Leitung der Stadtgeschäfte überlassen will. Die jüdischen Stadträte gaben hierüber ihrer Empörung Ausdruck. Sie verhandeln mit den Führern des Jischuw über Maßnahmen zur Sicherung der Rechte der jüdischen Repräsentanten in der Stadtverwaltung. Das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Mosche S h e r t o k, besuchte den Bürgermeister Dr. Khaldi, um in einer Beratung mit ihm eine Klärung der Angelegenheit herbeizuführen. Nashashibi organisiert neue arabische Aktion Jerusalem, 1. Februar. (2. T. A.) Der frühere Jerusalemer Bürgermeister Ragheb Bey Nashashibi begab sieh mit dem Scheich Al Faruki nach Ägypten, wo sie mit arabischen Delegationen aus anderen Ländern über die Lage in Palästina beraten wordon. Hernach begeben sich Nashashibi und Faruka nach dem Hedschas, um eine Werbearbeit unter den Mekka-Pilgern zu entfalten. Palästina Hauptzielland der österreichischen Auswanderung Während im Jahre 1933 1404 Personen aus Österreich auswaudorteu, etieg im Jahre 1934 die Auswanderorzahl auf 2172 Personen an. An erster St eile steht; Palästina mit 518, dann folgen die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit 462 Personen und sodann an dritter Steile Brasilien mit 431 Personen. Die Palästina-Einwanderung im Dezember Wie in J e r u s a 1 e m amtlich bekanntgegeben wird, sind im Dezember J934 4120 Juden eingewandert. In dieser Zahl sind 267 Touristen inbegriffen, denen die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erteilt wurde. 295 Einwanderer gehörten der Kategorie A an, für die ein Vorzeigegodd von mindeetone 1000 Pfund vorgepchrieben ist. Am letzten Jännertag reisten über die Häfen Triest und Konstanza 740 Olialuz’im nach Palästina ab. E« ist die größte Zahl Ohaluzim, die sieh je an einem Tage na oh' Palästina begab. Im Verlauf das gesamten Monats Jänner hatten «ich über 2000 Ohaluzim nach Palästina begeben. Die Palästina-Post nach Europa Die Palästina-Post nach Europa, die bisher nur zweimal wöchentlich verschickt wurde, geht seit der letzten Woche fast täglich, teils mit den Postschiffen, teils per Flugzeug ab. Die Luftpost wird seit neuestem von Palästina viermal wöchentlich versandt. (Palcor.) Die landwirtschaftlichen Siedlungen des Keren Hajessod Alle neuen, vom Keren Hajessod geschaffenen landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen haben jetzt erstmalig nach dreizehnjährigen Bestehen ihre finanzielle Jahresbilanz für 5694 mit Gewinn abgeschlossen, obwohl alle diese Siedlungen im letzten Jahre eine große „A llia m“ schreibt: Araber bereichern sich durch Landverkäufe an die Zionisten. Unter diesen Arabern gibt es prominente arabische Führer, Kaufleute und Geistliche. Einen Araber gibt es, der eine Million Pfund von den Zionisten eingeheimst hat. Dieselben Menschen, die gegen die zionistische Einwanderung protestieren, verkaufen den Zionisten Boden. In einem Falle <wurde ein arabisches Grundstück, das kaum 500 Pfund wert ist, um 5000 Pfund verkauft. Die.Folge dieser Grundverkäufe ist, daß arabische Pächter den Boden verlassen müssen. Über 11,000.000 Pfund sind als Kaufpreis in arabische Taschen geflossen, davon 10,000.000 in die Taschen einer verhältnismäßig kleinen Gruppe von Menschen. Zehntausende Dumm sind so in jüdischen Besitz übergegangen. Es ist tief bedauerlich, daß die Araber das jüdische Geld anbeten und dadurch Palästina jüdisch machen. „F eie sti n“ verlangt die Einberufung einer christlichen Konferenz, um die heiligen Stätten zu schützen, die durch die jüdische Einwanderung in Gefahr seien. Moslim und Christen stehen vor derselben Gefahr und müssen sich zusammenschließen. Es sei kein Zweifel, daß sich die Juden der heiligen Stätten bemächtigen würden, sobald es eine jüdische Majorität im Lande geben würde. (Das ist natürlich Unsinn: Die Respektierung der heiligen Stätten ist ein unbedingtes Prinzip der zionistischen Bewegung, Die Red.) „Al-Difa“ veröffentlicht, wie „Palcor“ meldet, einen Artikel, in welchem sie mit den heutigen arabischen Führern scharf abrechnet. „Warum“, so fragt die Zeitung, „schweigt der Mufti und berichtet gar nichts über das Geld, das er bei seiner Reise in Indien gesammelt hat? Warum schafft er nicht die mohammedanische Universität in Jerusalem, über die er so viel zu sprechen pflegt? Die Bevölkerung weiß hierüber viel mehr zu berichten. Der Mufti will anscheinend ein Führer sein, ohne Irgend welche Verantwortung zu tragen.“ Über Ragheb Bey Nasphaschibi schreibt die Zeitung, daß 'er seine neue Partei nur deshalb geschaffen hat, weil er seinen Posten in der Jerusalemer Stadtverwaltung verloren hat und Anzahl neuer Einwanderer aufgenommeti haben, die iili.ro Mitglied erzähl um 10 bis 15% der früheren Ge;-amt Ziffer erhöht haben. Die diesjährigen’ Gewinne lassen sich durch die verschiedenen wirtschaftlichen Verbesserungen erklären, die in der letzten Zeit in den .Siedlungen durch Verbilligung der Produktion, die Einführung moderner landwirtschaftlicher Maschinen, bessere Preise für die landwirtschaftlichen Produkte auf dem einheimischen Markte und anderes erzielt worden sind. Prozesse um die Hufe- Konzession Tel-Aviv, 1. Februar. (Palnews.) Wie aus Beirut berichtet wird, werden gegen den Verkauf der IIule-Konzeßsion an die Palestine Land Development Co. seitens der Aktionäre der früheren Konzessionsgesellschaft eine Reihe von Prozessen auf U n g ii 11 i g k e i t s e r k l ä r u n g d e s Verkaufs angestrengt. Zwei der Prozesse werden in Beirut geführt. Im ersten wird, vom Kläger ein 20%iger Konzcseionsanteil verlangt. Der zweite Prozeß wird gegen den Verkäufer der Konzession als Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Hule-Gesellschaft geführt. In diesem Prozeß stellt die Zivilpartei die Forderung, den Verkauf zu annulieren, indem sie sich auf den Konzessionsvertrag und die Gesellschaftsstatuten beruft, die keine Zession des Gebietes an Nichtmuselmänner, die nicht im Lande geboren sind, gestattet. Der dritte Prozeß wird gegen die Palestine Land Development Co. auf Anerkennung des N i e ß b r a u c h r e c ht e s geführt. zum Ersatz dafür Führer einer Partei sein will. „Es fragt sich ferner: Wie kann man. ein Nationalist sein und gleichzeitig Boden an Juden verkaufen? In der Partei Naschascjdbis befinden sich Menschen-, die an Juden Boden: ■verkaufen und Bodenmakler sind.” Auch den beiden anderen arabischen Führern, Auni Bey Äbd-al-Hadi und Jamal Husseini, stellt die Zeitung kein besseres Zeugnis aus,. „A l Ja m a al l sl a m i a“ verweist darauf, daß schon Sir Hope Simpson errechnet habe, daß 27 Prozent der arabischen Bevölkerung keinen Grundbesitz hätten. Das war vor drei Jahren und jetzt sei es noch ärger geworden. Die Regierung müsse daher die Stellung der Araber schützen. Es müssen daher neue Gesetze erlassen werden, um den Bodenverkauf einzuschränken und den landlosen Arabern Grund und Boden zu verschaffen. (Sir Hope Simpsons Angaben wurden durch spätere Untersuchungen der Regierung als unrichtig erwiesen. Die Zustimmung der Palästina-Regierung zur Übertragung der Hule-See-Konzession in jüdischen Besitz beweist am besten, daß es noch genügend verfügbaren Boden in Palästina gibt. Die Red.) Neue Kolonie jugoslawischer Chaiuzim Der jugoslawisch-rumänische Kibbuz des Haschomer Ilazair .,Ejn Iiascharon“, welcher biß jetzt in Magdiel arbeitete, hat soeben vom Jüdischen Naticmalfonds eine Fläche von 1200 Dunam Boden in El Hartije, an der Straße Haifa—Nazareth, zur Ansiedlung erhalten; dies fällt zusammen mit der Gründung und Aufforstung des „Giwut Melech Alexander“, des König- Alexunder-Ilügels, auf dem Boden des jugoslawischen Kibbuz Ln El Hartije. Einige Kilometer, weiter liegt der ..König - Peter- Wald", ein Denkmal der jugoslawischen Juden für ..König Peter I., den Befreier“. Im Süden grenzt Hartije an die Eisenbahnlinie Ilaitä—Emek Jezreel—Damaskus— Mokka; auf dieser Linie wird auch der neue internationale Expreßzug Wien—BelgradI— Istanbul—Haifa verkehren. JPalä^tlnameldets Konferenz des Verbandes jüdischer Bauern Palästinas nuel- M-o hi berichtete -über die Tätigkeit .10' Miillipnen Kißten Orangen ä/msiführeii wird. Jius der arahiseßen Presse Zionistische Bezirksiektion Hietzing, Hietxlnger Hauptstraße SS, Cafe Hietxlngerhof, Donnerstag, 7. Februar 1935, Vi9 Uhr abends Dr. Oskar Cirünbaum, Präsident des Zionistischen landesverbandes für Oesterreich „Die Aufgaben des Allgemeinen Zionismus in der Galuth und in Palästina"

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