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Die Stimme · 1934-12-21 · Heft 411 (21.12.1934) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 411 (21.12.1934)
Date
1934-12-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Freie dieser Nummer 20 g V. b. b. Untere nächste Ausgabe Am 24. Dezember ist Arbeitsruhe in den Druckereien» ebenso am 25. und 26. Dezember. Unsere nächste Nummer erscheint daher am Nachmittag des Freitag» 28. Dezember. Die am 25. d. fähige (Dienstag*) Nummer der „Stimme“ entfällt. JÜDISCHE ZEITUNG v Die vorzüglichen, großen Luxusschiffe „GERUSAIEMME“ UND„PI|SNAM der direkten Eillinie TRIEST—JAFFA LLOYD TRIESTINO (Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr) fahren nur eine erste und eine Touristenklasse Auch in der Touristenklasse höchster Komfort (zwei- und mehrbettige Kabinen) und töglidi vier sehr gute Mahlzeiten Auskünfte: Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6,Tel.U-47-5>60 Nr. 411 | Wien, 21. Dezember 1934 | Redaktion und Administration: Wien, I., Marc-Aurel-8traBe B. Tel.: U 22-3-91. .TedaktionsschluB Montag und Mittwoch vorm. J^^X*^Tebeth^5695^J^^^8^ahrgang Budget der Kultusgemelnde einstimmig angenommen In der am Mittwoch» den 19. d. M.» abgehaltenen öffentlichen Plenarsitzung des Vorstandes der Kultusgemeinde wurde der Budgetvoranschlag 1935 e i n s t i m m i g angenommen. Wir berichten darüber ausführlich im Innern des Blattes. Die Fragen der Juden vor dem Wiener Stadtrat Am Mitwoch hat eine Sitzung der Wiener Bürgerschaft stattgefunden, in welcher der jüdische Vertreter Dr. E h r 1 i c h in längerer Rede die Wünsche und Beschwerden der jüdischen Bevölkerung entwickelte. Bürgermeister Schmitz antwortete mit einer Erklärung. Da der Text der offiziellen Aussendung bei Drucklegung unseres Blattes noch nicht vorliegt» behalten wir uns vor, in der nächsten Nummer unseres Blattes darauf noch ausführlich zurückzukommen. Tschechoslowakische Regierung verbietet arische Schnüffelei Prag, 19. Dezember. (2. T. A.) Das Landesamt für Böhmen hat einen Erlaß henausgegeben, in welchem darauf verwiesen wird, daß Matrikenführer bei der Ausfolgung von Matrikensoheinen nicht bestätigen dürfen, ob die in der Matniik eingetragene Person, beziehungsweise deren Vorfahren arischer Abstammung sind oder nicht. Zur Ausgabe 'solcher Bestätigungen eeien die Matrikenführer nach den Vorschriften nicht berechtigt. Der Erlaß verweist auf da.s religiöse Bekenntnis, das aus der entsprechenden Rubrik des Matrikenscheines ersichtlich sei. In dem Erlaß wird ferner ausgeführt, es seien zahlreiche Fälle festgestellt worden, wonach sich reichsdeutsohe Ämter an hiesige Matrikenämter um die Ausstellung stempelfreier Matrikcnscheine und Matrikenauszüge gewendet haben. Dabei werde eine Bestätigung verlangt, ob die in der Matrik eingetragene Person oder ihre Vorfahren arischer Abstammung seien. Ein solcher Vermerk eei unstatthaft, da nach den Erlässen des Innenministeriums Matrikenscheine ohne Taxe und ohne Stempel an ausländische Behörden nur ausgefolgt werden dürfen, wenn sie auf diplomatischem Wege verlangt werden und wenn Gegenseitigkeit verbürgt ist. Auch die Einsicht einer fremden Person in Matriken sei verboten. Allo derartigen Ansuchen aus dem Ausland seien den politischen Behörden erster Instanz abzutreten. Rituelle Huzzesfobrikutionsmusclilnen seit vielen Jahren bewährt und als die besten anerkannt, sowie alle Maschinen zur Erzeugung von Teigwaren usw. liefert billigst ING. LUDWIG MANDL Spezialmaschinenfabrik Wien, XVII., Wattgane Nr. 78-80 Jüdische Palästina-Anleihe perfekt 14 Millionen Schlllling Aus Jerusalem, 18. Dezember, wird der I. T. A. telegraphiert: Wie die Jewish Agency for Palästine offiziell bekanntgiht, sind die Arrangements für eine von der Jewish Agency und dem Keren Hajessod garantierte Anleihe über 500.000 Pfund erfolgreich zum Abschluß gelangt; Lloyds Bank gewährt der Jewish Agency eine Anleihe in der Höhe von 450.000 Pfund, Anglo Palestine Bank eine solche in der Höhe von 50.000 Pfund. Die Anleihe wurde t für eine Dauer von 15 Jahren gegeben und soll in monatlichen Raten in der Höhe von 3800 Pfund, die Zinsen inbegriffen, zurückgezahlt werden. Ein Zinssatz zu 4 Prozent wurde vereinbart. F alls' aber die Bank von England ihren Diskont erhöht, wird auch die Jewish Agency für die Anleihe einen höheren Zinssatz zahlen müssen, der jedoch nie 4 Prozent überschreiten wird. $ Diese Nachricht ist nach der Erwerbung der Huleh-See-Konzession innerhalb kurzer Zeit das zweite Ereignis, das überall im Judentum große Freude hervorrufen wird. Die Jewish Agency ist zu diesem großen Erfolg aufrichtig zu beglückwünschen. Bemerkenswert ist der verhältnismäßig niedrige Zinsfuß der Anleihe. Seine Bemessung ist: ein Ausdruck .des Vertrauens der Finanzkreise ’ zur Gebarung der Jewish Agency. Es ist .die erste nationale Anleihe des jüdischen Volkes, das durch die Jewish Agency repräsentiert wird. Die Vorgeschichte der Anleihe Die Auflegung einer Anleihe der Jewish Agency . zwecks ‘ Tilgung der laufenden Schulden wurde vom Mitglied der Exekutive Elieser Kaplan, dem das Schatzamt untersteht, in einem in der A.-C.-Sitzung vom Frühjahr 1934 in Jerusalem erstatteten Bericht angekündigt, worauf das A. C. beschloß, die Exekutive zu ermächtigen, Arrangements zum Abschluß einer Anleihe zwecks Konsolidierung der Jewish-Agency- Schuld und Selbständigmachung der Jewish-Agency-Siedlungen zu treffen. Die Exekutive wurde bevollmächtigt, die notwendigen Garantien und Verpflichtungen, auch solche, die die budgetären Rechte des Kongresses berühren könnten, zu unterzeichnen. Laut dem Bericht Kaplans beläuft sich das Vermögen der Jewish Agency auf rund 1 Million Pfund, wovon 700.000 Pfund in landwirtschaftlichen Siedlungen investiert sind. Einige dieser Siedlungen, die mit dem Keren Hajessod Kontrakte geschlossen haben, werden erst in vier oder fünf Jahren mit der Rückzahlung der vorgeschossenen Gelder beginnen können; innerhalb 40 oder 50 Jahren wird die Rückzahlung beendet sein, es sei denn, daß bis dahin die Kontrakte abgeändert werden. Kaplan teilte noch mit, daß die jetzige Exekutive von ihrer Vorgängerin ein Defizit von 500.000 Pfund übernommen hat. In den ersten fünf Monaten ihrer Amtszeit konnte die Exekutive dieses Defizit um rund 30.000 Pfund reduzieren. Jüdische und arabische Wanderung Die Einwanderungspolitik der englischen Mandatsregierung ist, wie bekannt, den Juden gegenüber außerordentlich streng. Im Unterhaus hat vor kurzem der Kolonienminister mit starker Betonung des moralischen Moments davon gesprochen, daß die illegale jüdische Zuwanderung aufhören müsse, und die Regierung hat sogar in der Art der Zertifikatzuweisung Strafmaßnahmen ausgedrückt, indem sie die illegal ins Land gekommenen oder verbliebenen Personen nach einer vagen Schätzung abrechnet. Diese willkürliche Retorsion wird auch in der Zukunft eingehalten werden, wie denn das Amt des Oberkcmmissärs sich nach wie vor als Prophezeiungsstelle aufgetan hat. Es gibt da eine Schätzung der Absorptionskraft des Arboitsmarktes, wobei die Grundlagen der Berechnung unbekannt bleiben, jedenfalls aber mit der von der zionistischen Exekutive geforderten Ziffer nicht übereinstimmen. Dazu gesellt sich jetzt die Abschätzung der „Illegalen“. Der Juden nämlich. Gegenüber den Arabern ist England nicht so streng. Für dieses Gebiet liegen jetzt Ziffern vor, die beweisen, daß der britische Löwe auch freundlich und entgegenkommend sein kann, wenn er das für ein Erfordernis der englischen Reichspolitik hält. Er hat beide Augen zugedrückt und eine illegale arabische Einwanderung zugelassen, deren Umfang die Aufgabe des Mandates, eine jüdische nationale Heimstätte zu bilden, direkt obstruiert. Die jüdische Einwanderung betrug im Jahre 1933 40.000 Menschen und sie wird in diesem Jahre sich in demselben Ausmaß halten. Die arabische Einwanderung dagegen hat im letzten Jahre — von Ende Sommer 1933 bis Ende Sommer 1934 mindestens 64.000 Menschen umfaßt; es liegen hierüber bereits genaue Mitteilungen vor. So ist schon vor zwei Monaten durch den Gouverneur des Hauran bestätigt worden, daß aus seinem Bezirk im Sommer 1933 wegen der schlechten Ernte 35.000 Menschen nach Palästina ausgewandert sind, die ihren Leuten Geld nach Hause schicken. Ferner haben sich in dieser Zeit 10.000 Drusen in Palästina niedergelassen und aus der Sinaiwiiete sind 17.000 Leute gekommen, von denen 8000 bei Tel-Aviv, der Rest in den jüdischen Siedlungen Südjudäas Unterkommen gefunden hat. 2000 Personen sind aus Damaskus eingeströmt, von denen einige hundert — einem Gerücht zufolge —- als Juden verkleidet in Tel-Aviv leben sollen. Das ergibt 6^.000 Menschen. Dazu kommt aber noch der unkontrollierte Zustrom aus Transjordanien, der seit dem Vorjahr aus- ] drücklich freigegeben worden ist mit der | einschränkenden Bestimmung, daß die Ein- : wanderer in Palästina keine Arbeit annehj men dürfen. Das ist eine Verfügung, die in ' der Praxis nicht gehandhabt wird. Zudem ist aber auch die Zuwanderung von Leuten aus anderen Gebieten durch Transjordanien nicht überwacht, so daß der Durchzug durch dieses Land nach Palästina wahrscheinlich noch stärker ist. Bleibt man aber bei der nachgewiesenen Ziffer .von 64.000 illegalen arabischen Einwanderern, so wird es deutlich, daß hier ein außerordentlich ernstes Problem künstlich erzeugt worden ist und daß sich eine dringende Gefahr für das jüdische Werk zu entwickeln droht. Sie wird noch dadurch akzentuiert, daß die arabische Wanderung direkt auf Palästina dirigiert scheint und daß hier offenbar ein fester Plan besteht, der dahingeht, sich einerseits die sozialen und ökonomischen Vorteile der jüdischen Arbeit zunutze zu machen, ander: seits auf dem Wege der „penetration pacific“ die jüdische Heimstätte unmöglich zu machen. Wenn das so weitergeht und unbeachtet bleibt, so wird eines Tages eine Krise ausbrechen, die alle Arbeit von 20 Jahren zerstört. Die englische Behörde richtet ihren gan- BESTE QUALITÄTEN ANTHRAZIT KOHLE KOKS BASCH "• D 43-5-40 VII., KAISEBSTBASSE 123 » IX., AISEBSTBASSE 6

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