Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 403 (23.11.1934)
- Date
- 1934-11-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Dil STIMM! Seile 7 ' Nr. 40$ — 23. November 1984 RABENSTEIGji JjlMMElPFORTG^ - JIOLLNERHOFO.I I SÄMTLICHE ARTIKEL IN WÄSCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aulw.) Welche Mißdeutung! Die Arbeiter, einzeln — und was mehr sagt — als Organisation, nützen eben wie sonst wer die Konjunktur. Und steht wirklich moralisch höher, wer am Bau, in Fabrik und Pardes von Woche zu Woche die Löhne treibt, als der sogenannte Boden- und Mietwucherer? Und da es heute in Erez notoriscli au Arbeitshänden fehlt, muß doch nach dem anerkannten Wirtschaftsgesetz von Angebot und Nachfrage der Arbeiter dem Arbeitgeber den Lohn diktieren, oder, um die Terminologie der Histadrutli zu gebrauchen, ihn „au sb euten“. Als ob nicht heute, etwa bei einem Haus, die Verteuerung des Bodens viel, viel weniger zur Mietsteigerung beiträgt als das Aufschnellen des Arbeitslohnes. Und wie erst in der Industrie! Da kann die Histadruth lang fürs Dorf mobilisieren; solange der Pardessan den Lohn nicht aufs Niveau der Stadt steigern kann, bleibt diese Trumpf! Daß die Arbeiter selbst kolonisieren, das heißt landwirtschaftliche Siedlungen errichten, stimmt. Doch woher nehmen sie nur das Heidengeld dazu? Die Kassen der nationalen Fonds, woraus früher die Arbeiterdörfer entstanden, sind schier leer. Macht nichts, denn seit Jahr und Tag wird überall aus den E rsparnissen der Arbeiter Boden gekauft und besiedelt. Gern auch zugegeben, daß die Kaufkraft des Arbeiters zur Hebung der Industrie beiträgt. Aber wie paßt das alles zum „unerträglichen Sinken des Reallohnes“? Märchen! Der Arbeiter hat eben seinen gehäuften Anteil an der Prosperität Erez Israels und mancher Genosse sieht gar darin eine Gefährdung sozialistischer Grundsätze, so Dr. A. T(artakower) in Zeitschrift „Palästina“ Nr. 2/3 ex 1934. Wohlverstanden, der Jischuw, gleich Klak-Jisrael, gönnt den Arbeitern als einem integralen Teil des .Volkes. diesen Aufstieg vom Herzen, mögen sie nun in ihrem Beruf bleiben oder, was täglich vorkommt, zu anderen Berufen übergehen. Wozu aber nur der von Links hemmungslos fortgesetzte Klassenkampf? Biegun greift dann aus Bialiks Abschiedsrede, deren Tenor doch war, den Jischuw vor der Selbstzerfleischung zu warnen, die Wendung auf, man habe die Olim aus Deutschland wenig freundlich aufgonommen, und preist die Histadruth, sie habe das ihre getan. Je nun, wohl nicht zuletzt, um auch diese neuen Schäflein in die roten Hürden zu treiben. Nun geißelt B. die Bauunternehmer, welche murren, daß die von der Histadruth zu Bauarbeitern umgcschulten deutschen Advokaten, Ärzte und Philosophen (nur diese?) mindere Arbeit leisten. Wie das? Hier sei ergänzt, daß die Histadruth beim Bau und im Pardes verlangt, der Unternehmer müsse die m i ndere Arbeit voll bezahlen. Ein Unding, wie manch anderes von den Arbeitsnormen der Histadruth. Denn wie sie einseitig, mit Ausschaltung der Arbeitgeber und. ohne Eingreifen von Sochnuth oder Regierung . als eines objektiven dritten Faktors, die Arbeit zuweist, bestimmt sie die Lohnhöhe und sonstige Arbeitsnormen einseitig, was doch in ganz West- und Zentraleuropa unerhört ist.’1') Übertreibe Ich? Man lese nach, was die Linke 1933 in Prag als gemeinverbindliche Beschlüsse des Zionistenkongresses zur Arbeitsfrage protokollieren ließ! Man lese und verstehe, unbeirrt durch Phrasen von „Gedanken- und Meinungsfreiheit“, wie dort gegen jeden Versuch einer zweiten Arbeiterorganisation das Monopol der Histadruth verankert wird und wie man die von ihr verhängt« m Streiks heilig spricht, indem der „S t r e i k b r u c h“ als autizionistischer Akt und Disziplinbruch in den Cherem kommt... Was soll es bei all dem, wenn Biegun das Streben der Histadruth nach Hegemonie in Erez bestreitet? Die Histadruth, das heißt die Mapai, hat doch diese Hegemonie schon längst. Boi den Kongreßwahlen *) Hoffentlich bedeutet das jüngst geschlossene Arbeitsabkommen zwischen H'stadruth und Nationalem Bauernbuci eine Abkehr von diesen einseitige Mieden. wurden hicrlands rund 70 Prozent der Stimmen für sie abgegeben und in ihren Sclrcbunoth Owdin und sonstigen Zitadellen waren es oft volle 100 Prozent, wie nur bei irgendwelcher „freien“ Volksabstimmung. Nein, der Mapai ist Hegemonie nicht genug; sic will das Monopol im jüdischen Lager, sie will ä 1 a Hitler die Totalität. Sagt es doch B. in andern Worten selbst, daß sich der wirtschaftliche Kampf der Histadruth mit demBefreiungskampfdcsZionism u s decke. Was Wunder, wenn solche Übertreibungen, solche leidenschaftlichen Rufe nach dem Monopol der Mapai bei nationalen Heißspornen das Echo wecken: „Nicht m i t links, sondern trotz links! Fort mit der Histadruth!“ So wird vom sozialistischen Extrem das revisionistische Extrem erzeugt und hochgezüchtet, wie freilich auch umgekehrt. Wir alten, „v e r k a 1 kt e n“ Zionisten aber verwahren uns gegen das hysterische Treiben von links und rechts. Die Histadruth braucht nicht verschwinden, sie soll und muß nur zu einer wahren, politisch Übersiedlung sämtlicher zionistischen Büros Wie bereits in der „Stimme“ angekundigt, beziehen die Zionistischen Büros (Zionistisches Landeskomitee Keren Ka;emeth, Keren Hajessod, Palästinaamt und Wirtschaftsstelle, sowie die Redaktion und Administration der „Stimme Donnerstag, den 29. d. M. ihre neuen Räume in Wien, I., Marc Aurel-Straße Nr. 5 I. Stock Mit Rücksicht auf die Übersiedlungsarbeiten wird der Parteienverkehr für die Zeit vom 28. November bis einschließlich 3. Dezember gesperit. Die neuen Telephonnummern der Zionistischen Büros lauten: Zionistisches Landeskomitee: U 22-2-11, Keren Kajemeth s U 29-1-29, Keren Hajessod: U 22-2-17, PalästinaaratI U 28-3-78, „Die Stimme“ : U 22 3-91 _ neutralen Gewerkschaft des Berufsstandes der physischen Arbeiter umgestaltet werden. Im übrigen halten wir uns an das ewige Wahrwort des Burschui Herzl: „Die Juden sind ein Volk, ein Volk!“ Denn nur mit gesammelter, brüderlicher Macht können wir unser Ziel erreichen. PALÄSTINA-REISE Reisedauer nur 2 Tage mit dem schnellsten Dampfer der Walt Gesellsdiaftsreise durch Nordisches Reisebureau ReiseleEtiing: N. M. Racker, Wien, I., Graben 10. Tel. R 24231 Abfahrtt 8 März 1035 ab Neapel Dampfer: „Rex“ (51.000 Tonnen) Preis > tour-retour Neapel—Haifa—Neapel S 418— aufwärts frühere Fahrlermine: 7. Februar tO^S, „Roma* „ , 22. £ 1035, „ConU di Savoya“ spätere Fabrtermiue: 23. März 1085, „Conte dl Savoya“ „ 8. April 1035, „Saturn ta“ Sichern Sie sich.bei uns gute Kabinen! Tßeaier * Kunsi * Film Da* Htttüz-iUfiö-, eines der wenigen Wiener Tonfilmtheater, die sich ganz auf amerikanische Filme eingestellt haben und dabei in der Auswahl des so reichen amerikanischen Filmangebotes eine förmliche Shorlock-Holmes-Nase für spannende und sehenswerte Filme besitzt, ist dieser seiner Tradition auch mit seinem letzten Metro-Film „Ein Unbekannter mordet“ treu geblieben. Der Film, der den Helden der Polizei, die täglich und stündlich im Kampfe für Sicherheit und Ruhe der Mitbürger ihr Leben in die Waagschale werfen und es auch häufig — wie der Film es so anschaulich zeigt — lassen, gewidmet ist, zeigt in atemraubendem Tempo das unterirdische, unsichtbar ' mörderische Wirken eines aus der Bahn Geworfenen, der sich für sein Schicksal an der New-Yorker Polizei durch fortwährendes Töten von Polizisten rächen will Wie der Apparat der New Yorker Polizei, die sich zur Unschädlichmachung des Unholdes mit der Gangsterwelt verbindet, in Bewegung gesetzt wird, wie in diese unerhört mitreißende und packende Schilderung Fäden einer zarten Liebe zwischen einem Amateur-Detektiv, eine früheren gerissenen Dieb, und der Tochter des die Untersuchung gegen den geheimnisvollen Pollzistenmördor Mr. X. leitenden PohzeiehefB gesponnen werden, wie der sympathische Gangster im Frack die Liebe der Braut eines andern und die Gunst ihres Vaters -— des Polizeichefs — gewinnt, all das wird in einem ausgezeichneten, von köstlichem Humor gewürztem Spiel vorgeführt, das den Film von dor ersteu bis zur letzten Minute spannend orhält. Außerordentlich sympathisch Robert M o n t g o m e r y, blondend wie immer Levis S t o n e. j. r. „Die Jagd nach dem Piratenschatz“ Im Kreuz- Kino. Das Kreuz-Kino bringt heute den Sensationsfilm der Universal „Die Jagd naoh dem Piratenschatz“ mit Richard Talmadge zur Erstaufführung. „Tag und Nacht“ in der Jüdischen Bühne, II., Praterstraße 60, Tel. R 43-4-59. Ab Freitag, den 23. November 1934, %9 Uhr abends, „Tag und Nacht“ von Sch. An-ski, bearbeitet von A. Kacizne. Gastspiel Sevilla Pastor — Erna Siegler. In den Jüdischen KUnetlerspielen wurde wegen des großen Erfolges das Gastspiel des Bukarester Jüdischen Theaters prolongiert. Freitag, den 23., Sonntag, den 25., und Montag, den 26. ds., „Verlangt ein Ohiisen“ Samstag, den 24. ds., „J z i k 1“, Dienstag, den 27. de- „N e g e r i n“, Mittwoch, den 28. ds., „Masltow“, Donnerstag, den 29. November, „J z i k 1“. Sonntag, den 25. November, nachmittag % 4 Uhr: „V erlangt ein Chuso n“. Schüler-Konzert. Die Meisterschülerinmen Prof. Julius Wolfsohns geben am 29. November, um 8 Uhr, im Kleinen Konzerthaussaal, einen Klavierabend. Es sind dies: Die II jährige bereite bekannte Evi W ä o h t e r, die beim Konzert der Prämiierten des Internationalen Wettbewerbes einen sensationellen Erfolg errungen hak ferner die bei demselben Wettbewerb ausgezeichnete, dem zionistischen Publikum von wiederholtem Auftreten von bester Seite bekannte Pianistin Sara Stuckart, die linkshändige Pianistin Anny R o s t h a 1, die bei ihrem ersten Auftreten im Vorjahre Aufsehen erregt hat und die an diesem Abend eigens von Meister Wolfsohn für sie geschriebene Werke spielen wird. Schließlich eine junge, talentieite Pianistin, Paula Dermer, die unter andern einige beliebte Paraphrasen ihres Lehrers zum Vortrag bringen wird. Karten an der Konzertkasso Doktor Hohenberg, Operngebäude. Ein Orchesterkonzert unter Leitung von Professor Erich Hollaender findet am 26. November im Offizierekasino (Schwarzenbergplatz) statt. Mitwirkende das Orchester des Jüdischen Frontkilmpferbundes, der Wiener Jüdischo Gesangverein. Die bekannte Violinvirtuosin Pepi Trau-Hollaender spielt das E-Moll-Konzert, ferner gelangt die A-Dur-Syni« plionie und das Loreley-Finale von Mendelssohn mit Chor und Orchester, Gesangsoio Olga Dunkl, zur Aufführung. Der Wiener jüdische Gesangver* ein tritt in der Zeit vom 22. November bis 15. Dezember 1. J. bei acht großen Konzerten auf, u. a. bei der Chanuka-Feier des Bundes, jüdischer Frontsoldaten und bei der Krem * nezky-Feier, beim Mendelsohn-Abend unter Lei« tung des Herrn Prof. Holländer. Jüdische Kulturstelle Sonntag, 25. November, Führung durch die Orangerie. Treffpunkt 1(U0 Uhr, Rennweg, Eingang Belvedere. Leitung: Dr. Oskar Rosenfeld. — Familien, die Bücher jüdischen Inhaltes, womöglich in deutscher Sprache, besitzen, werden ersucht, diese Ccz jüdischen Kulturstelle für Volks- und Jugend« bildung zur Verfügung zu stellen. Nach er* folgter Verständigung (Postkarte oder Telöä phon R 48-2-91) werden die Bücher durch; Boten abgeholt, Filmnotizen Freitag: Heute Nacht bei — Jenny Jugo. Der große Bühnenerfolg Hans Jarays „Eia! feiner Herr4 wurde von der Fox mit Jennvj. Jugo, Paul Hörbiger und Theo Lingen verfilmt. Dieses Lustspiel, dessen Aufnahmen zum. großen Teil in Wien gemacht wurden, erscheint unter dem Titel „Heute Nacht bei mir4* ab heute ira Elite-, Opern-, Schottenring-, Lust« spieltheater- und Flotten-Kino. „Frühlingsmärchen.“ Heute findet in Wien die Premiere des musi«. kaüschen Lustspielfiims „Frühlingsmärchen“, von Carl Froelich inszeniert, statt. Hauptrollen: ’ Claire Fuchs-Kaufmann und Maria Wetra, ferner Ida Wüst, Livio Pavanelli, Hubert von - Meyerinck u. v. a. Die große Fox-Premiere. Die Uraufführung dieses Millionenfilms „Die Welt geht weitet“ fand gestern im Burg- und . Rotenturm-Kino statt. INDISCHER SPORT Hasmonea-Makkabi—Heimhilfe t :3 (0:2). Mannschaftsaufstellung: Pollak; Hausknecht, Löwenbraun; Moudschein, Kohn, Hokler; Lau I, Rotter, Potasch, Schönthal, Sternbach. —> Torschütze für H.-M.; Rotter. Die jüdische Mannschaft, die nach längerer Zeit wieder halbwegs komplett antreten konnte* mußte auf fremdem Boden eine vollkommen unverdiente Niederlage in Kauf nehmen. Infolge 'der gänzlich parteilichen Leitung des Schiedsrichters wurdo bereite in der 3. Minute ein vollkommen reguläre? Tor der Hasmonoa nicht auerkannt. Trotz dieser Benachteiligung kämpfte die Mannschaft unverdrossen bis zum Schlußpfiff weiter. Es Für neues patentiertes Butter veredlunys- und Konservierungsverfahren Beirrflndunsr moderner Verkaufsorganisation Großhandel mit Molkerelorodukten und Kon- -anm m gj» 4»werden Ml arbeiter sei VS n in lrCllC3Li51i<tlCl mtKapl ai gesuchf. Nur Schrift!« Anfragen mit Ansrahen über Alter. Beruf und Kapitalsberitz an dieöstene chlsch-palä&tlnensische yvir2s«haf(s> und Handelskammer, Wie», SX.y £Sse-p stz 3