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Die Stimme · 1934-11-20 · Heft 402 (20.11.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 402 (20.11.1934)
Date
1934-11-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit« 6 Dfl STIMM! Nr. 402 — 20, November 1934 EolcalcßroniJc Ein neues Heim der BeiirksseKtion VIIIIX Am 8. d. M. fand die Eröffnung de-s neuen, außerordentlich schön eingerichteten Heimes der Sektion YIII-IX im Hause, IX., Währingerstraße 6—8 statt. An der Feier, der mehr als -00 Personen beiwohnten, nahmen teil: Oberrabbiner Dr. Feuchtwan g, die Rabbiner Dr. Bauer und Dr. Sch w a r z, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Staatsrat. Dr. F r i e d m a n n, ''izepräsident Dr. L ö w e n h e r z, der Präsi- -;nt des Zionistischen Landeskomitees Dokk G r il n b a u m, die Präsidentin der Wizo Fui Dr. Löwenherz, Rat der Stadt *n Dr. E h r 1 i c h, Kultusvorsteher Doktor K ö: n e r, vom Keren Kajemeth Doktor S. Il a s c h k e s und Dr. T a r t a k o w e r, sowit viele andere zionistische Funktionäre. Sektitnsobmann Apotheker Groß begrüßte die Versammlung, dankte seinen Mitarbeitern für die aufgewendete Mühe und erklärte, daß fe. neue Heim ein Sammelpunkt des zionistischen Lebens, ein Ausgangspunkt für die werbende zionistische Arbeit werden, aber auch kulturellen und geselligen jüdischen Zwecken dienen soll. Hierauf ergriff Oberrabbiner Dr. Feuchtwang das Wort und führte in glanzvoller Weise insbesondere aus, wie wichtig ein solches Zentrum für kulturelle Zwecke sei; er beglückwünschte die Sektion unter lebhaftem Beifall der versammelten Gäste auf das herzlichste. Nach den durch Herrn Oberkantor M a r g u 1 i e s •mit prachtvoller Stimme vorgetragenen kantoralen Gesängen ergriff Stnatsrat Doktor Friedmann das Wort. Er erinnerte daran, daß in unmittelbarer Nähe des neuen Heimes in finsteren, kleinen Zimmern in der Türkenstraße durch Theodor Herzl und seinen wenigen Mitarbeitern die erste zionistische Tätigkeit geleistet wurde, und meinte, daß die zionistische Sache in einem so schönen, modernen Heime gewiß große Erfolge haben werde. Er schloß mit einem Appell an die Zionisten und an alle Juden zur Einigkeit. Dr. Grünbaum brachte die Glückwünsche des Landeskomitees zum Ausdruck und sprach die Hoffnung aus, daß die Sektion bald dazu gelangen werde, in diesem judenreichen Bezirke noch ein zweites, noch größeres Heim zu errichten. Nachdem noch der Ehrenpräsident Dr. Schalit, der die Versammlung durch seine zionistischen Reminiszenzen unterhielt, und Dr. I. H. K ö rner, welcher die Verdienste des Sektionsobmannes, Apotheker Groß, würdigte, gesprochen hatten, wurde die schöne Feier mit der Hatikwah geschlossen. Namens des Keren Kajemeth gratulierte dessen Vizepräsident Dr. Siegfried P1 a s c h k e s. * Die Sektion VIII—IX teilt mit, daß in den Räumen ihres neuen Heimes, IX., Währinger- 8traße 6—8, jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag ab 4 Uhr nachmittags gesellige Zusammenkünfte stattfinden. Die Hebräisch-Kurse beginnen in dieser Woche, Montag und Mittwoch von halb 8 bis halb 9 Uhr abends für Anfänger, von halb 9 bis halb 10 Uhr abends für Vorgeschrittene. Anmeldungen auch Sonntag, Dienstag und Donnerstag ab 4 Uhr nachmittags. Ein neuer Palästina-Film Unser Gesinnungsgenosse Dr. Philipp Rez e k, Mitglied des Zionistischen Landeskomitees, hat während seiner Palästinareise einen Palästina-Schmalfilm aufgr-nommen, der ein überaus anschauliches Bild vom heutigen Palästina bietet. Dieser Film wurde von Herrn Dr. Rezek dem Landeskomitee für Vorträge und Propagandazwecke in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Die Vorführungen des Films werden demnächst beginnen. Zionistische Bezirkssektion XIV/XV. Jüdischer Kindergarten (System Montessori-Fröbel) wird mit dem Standort in XV., Tautenhayngasse 14 in den nächsten Tagen offiziell eröffnet. Anmeldungen für Kinder von drei bis sechs Jahren im Lokal des Kindergartens, werktags von 12 bis 1 Uhr. Erziehungsbeiträge gering. Die Resolutionen der Keren Kajemeth Konferenz vom 1. November 1934 Der Keren Kajemeth, ein Geistesfunke des Am. Olam. ist ein heimahsbiktender und volksverwurzelnder Faktor ersten Ranges. Er vermochte daher ewigen Boden für das ewige Volk zu erwerben, vielleicht die schönste Blüte unserer Generation, den Chaluz, zu schaffen, für die jüdische Frau schöpferische Möglichkeiten hervorzuheben, das Wunder der Renaissance unserer Sprache mitzuverwirklichen, ein neues Glied in die Erziehungskette unseres Volkes: die nationale Mizwah, einzureihen. 1. Die Landeskonferenz des Keren Kajemeth Österreich lenkt die Aufmerksamkeit der Judenheit dieses Landes mit allem Nachdruck auf die entscheidende Bedeutung des Bodenproblems in Palästina. Gerade in dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges in Erez Israel, da Palästina das einzige Land ist, das große Massen unseres Volkes aufzunehmen vermag, zeigt es sich mit aller Deutlichkeit, daß der normale Aufbau von Volk und Land nur durch den dem ganzen Volke gehörigen, also Keren Kajemeth- Boden, gesichert werden kann. 2. Die Konferenz gibt sich Rechenschaft über die ganze Gefahr, die dem nationalen Aufbau durch die systemlosen und sich gegenseitig konkurrierenden- Bodenkäufe in Palästina und durch den dadurch hervorgerufenen Bodenwucher droht. Sie sieht in der Schaffung einer zentralen Bodeneinkaufsgesellschaft das einzige Mittel, dieser Gefahr zu begegnen. Sie verlangt von allen in Betracht kommenden Faktoren diese so lebensnotwendige Institution, die mit den weitgehendsten Voll-, machten ausgestattet sein soll, endlich zu realisieren. 3. Die neue Arbeitsperiode des Keren Kajemeth in Österreich steht im Zeichen Johann Kremenezkys, des ersten Schöpfers des Keren Kajemeth. Die Konferenz proklamiert daher feierlich die Errichtung einer landwirtschaftlichen Siedlung in Palästina, die den Namen des Verewigten tragen soll. Die Konferenz ist überzeugt, daß die österreichische Judenheit ohne Ausnahme beredt sein wird, nicht nur dem Namen ihres großen Sohnes in Palästina ein lebendes Denkmal zu setzen, sondern auch auf diese Weise, den Intentionen unseres Kremenezky gemäß, das nationale Aufbauwerk in entscheidendem Maße zu fördern. 4. Die Arbeit für den Keren Kajemeth muß zur ernsten Sache eines jeden Zionisten, ja jedes Juden werden. Jedoch in erster Linie des zionistischen Führers (Selbstkontingentierung), der durch sein Beispiel die anderen aneifert. Die Arbeit für den Keren Kajemeth kann und darf nicht Monopol der Jugend sein — je größer der soziale Einfluß der Zionisten, desto höher seine Verpflichtung zur Mitarbeit am Keren Kajemeth. Die Arbeit für den Keren Kajemeth darf von Zionisten nicht als Belästigung des Angegangenen, sondern als ernste zionistische Pflicht angesehen werden. o. Im Einvernehmen mit dou zentralen zionistischen Instanzen 6tellt die Konferenz mit allem Nachdruck die Forderung auf, daß für jeden Jugendlichen die Möglichkeit einer Hachscharah für Palästina sowie die Erlangung eines Zertifikates an den Nachweis einer mindestens zweijährigen aktiven Arbeit für den Keren Kajemeth gebunden sei. Diese Forderung gilt auch sinngemäß für erwachsene Alijahbewerber. 6. Die Konferenz hält es für wünschenswert, die aktive und verantwortliche Führung der verschiedenen Spendeuzweige einzelnen Gg. anzuvertrauen, die in ständigem Kontakt und im Einvernehmen mit der Leitung für den weitest möglichen Ausbau ihre« Arbeitszweiges zu sorgen haben. 7. Die Konferenz stellt als diesjähriges ordentliches Jahreskontingent den Betrag von S 200.000 fest. Dieses Kontingent ist aufzubringen: a) durch 50%ige Erhöhung der Beträge der bisherigen mitarbeitonden Gruppen und Einzelpersonen, b) die weitere 50%ige Erhöhung durch Heranziehung von Gruppen und Einzelpersonen, die bisher abseits standen. 8. Die Konferenz hofft, daß der soeben innerhalb der zionistischen Gesamtbewegung geschlossene Burgfriede sich in erster Linie in erhöhterer Keren Kajemeth-Arbeit auswirken wird, und daß die einzelnen Gruppen in ehrlichem Wetteifer sich bemühen werden, auf diese Weise ihre besondere Verbundenheit mit Volk und Land zu dokumentieren. Johann Kremenezky- Gedenkfeier Zu Ehren des Schöpfers des Keren Kajemeth, Johann Kremenezky, findet am Dienstag, den 27. November, um 8 Uhr abends, im Militärkasino, I., Schwarzenbergplatz 1, eine Johann Kretnenezky-Gedenkfeier durch den Keren Kajemeth statt. Eg wirken mit Adolf Böhm, Dr. David R o t h b 1 u m, der Jüdische Gesangverein. Karten ä S 3.—, 2.—, 1.50 und 1.— im Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraße 28, Telephon R 27-3-20, erhältlich. Zionistischer Vortragshaiender Dienstag, 20. November 1934 6. Bez., Wizo VI/VU, VI., Loquaiplatz lt, 346 Uhr nachm.: Generalversammlung. 20. Bez., Sektion XX, XX., Jägerstraße 30, 8 Uhr abends, Prof. Aron Schwertfinger: „Kritische Epochen im Judentum.“ Mittwoch, 21. November 1934 6. Bez., Klub Junger Zionisten, VI., Loquaiplatz 11, 349 Uhr abends, Vortrag. 20. Bez., Wizo XX, XX., Jägerstraße 30, 8 Hhr abends, Vortrag. Donnerstag, 22. November 1934 2. Bez., Sektion II und Klub Erez Israel, II., Praterstraße 13, Gesprochene Zeitung. Prof.' A. Freud, Dr. Hugo Groß, Dr. Chaim Tartakower, 349 Uhr abends. Lesesaal (hebräische, jüdische und polnische Zeitungen liegen auf), täglich ab 5 Uhr geöffnet. 6. Bez., Sektion VI/VH und Wizo, VI., Loquaiplatz 11, 349 Uhr abends, Frau Dr. Henni Lichtenstein-Rappaport: „Die Beziehungen zwischen Palästina und der Galuth.“ 10. Bez., Sektion X, X., Hasengasse 17, 349 Uhr abends, Vortragszyklus Dr. Benjamin Doll. 13. Bez., Sektion Xm, Cafe Hietzingerhof. XIII., Hietzinger Hauptstraße 22, Oberbaurat Ing. Ludwig Fischer: „Umschichtung durch jüdische Lehrwerkstätten.“ 349 Uhr abends. Samstag, 24. November 1934 9. Bez., Sektion VIII/1X, IX., Währingerstraße 6—8, 349 Uhr abends, Generalversammlung. Verband Radikaler Zionisten. Vorträge stets an Donnerstagen! Donnerstag, den 22. November, Professor Dr. K. Kupfer, Volksbildungsreferent der Gemeinde Wien, spricht um 349 Uhr abends im Saal des Cafö Produktenbörse, IL, Taborstraße 10, über „Experimente zur Lösung der Jude nf.ra ge“. Vorher Professor Weinstein: Eine Viertelstunde hebräische Literatur. Gäste willkommen. Generalversammlung der Zionistischen Sektion XVI/XVII. Mittwoch, den 21, November, findet um 8 Uhr abends, XVII., Rötzergasse Nr. 9—11, die öffentliche Generalversammlung der Zionistischen Bezirkssektion XVI/XVII statt. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Türkenstraße 9. Samstag, den 24. d., um 20.30 Uhr abends, Generalkonvent. Die alten Herren werden ersucht, zahlreich zu erscheinen! Vortrag über Exportmöglichkeiten nach Palästina. Dienstag, 27. November, präzise 3^7 Uhr, hält Rechtsanwalt Dr. Hugo Groß, Leiter der Österreichisch-Palästinensischen Handelskammer, im Festsaale des Exportförderungsinstituts (Handelsmuseum), IX., Berggasse 11, einen Lichtbildervortrag über „Exportmöglichkeiten nach Palästina“. Haboneh, Bund zionistischer Ingenieure und Techniker, 1., Hegelgasse 3. Mittwoch, den 21. November, um 8.30 Uhr, spricht Herr Doktor S. Wolf: „17 Jahre nach der Balfour-De* klaration“. Gäste willkommen. Jüdisch-kultureller Elternbund. Heute, Dienstag, 8 Uhr abends, Vortrag Prof. Dr. Emil Lehmann über das Thema „Das jüdische Kind in dieser Zeit“. X., Humboldtgasee 7. Legitimistische jüdische Frontkämpfer im „Eisernen Ring“. Die Bezirksgruppen II and XXI der Legitimistischen jüdischen Frontkämpfer im „Eisernen Ring“ veranstalten am Donnerstag, den 22. November 1934, um 8 Uhr abend«, im Festsaal des Hotels „Bayrischer Hof“, II., Taboretraßo 89, eine Werbeversammlung. Einlaß nur gegen Vorweisung der Einladung, welche in der Kanzlei. I., Parkring 4, Tel. R 27-7-57, erhältlich ißt. Legitimistische jüdische Frontkämpfer im „Eisernen Ring“. Die Legitimistischen jüdischen Frontkämpfer im „Eisernen Ring“ veranstalten Dienstag, den 20. November 1934, um 5 Uhr abends, im Stadttempel, Wien, I., Seitenstettengasse 4, anläßlich des 22. Geburtstages Kaiser Ottos einen feierlichen Gottesdienst. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemeinde Kundmachung. Es wird hiemit bekanntgegeben, daß die Fleischbank des Herrn Eugen H i r s c b 1, XX., Treustraße 1, ab 9. November 1934 nicht mehr unter Aufsicht des Rabbinates der Israelitischen Kultusgemeinde Wien steht. Wien, am 11. November 1934. Da« Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. FILM ~ Heute „Dr» med• Fergusons schwierigster Fallu Hevte .findet im Schweden-Kino die Ur-r aufführung des Metro-Goldwyu-Mayer-Films „Dr. med. Fergusons schwierigster Fall“ statt, Es handelt sich um die Verfilmung des Theaterstückes „Menschen in Weiß“. Die Hauptrollen spielen Clark Gable und Myrna Loy. Im Vorprogramm wird das Cbarlio-Chase-Lustspiel „Der schüchterne Jüngling“ gezeigt. „Die Welt geht weiter.“ Der gewaltige neue Fox-Film „Die Welt geht weiter“, der ab 23. <L M. im Burg- und Rotenturm-Kino zur Uraufführung gelangt, behandelt im Rahmen eines packenden Liebesromanes die Zeitgeschehnisse von 1834 bis 1934. Die Hauptrollen verkörpern Franchot Tone und Madeleine Carroll. „Ein Unbekannter mordet“ — zweite Woche verlängert. Der Metio-GoIdwynAlayer-Kriminalfilra „Ein Unbekanntei mordet“ ist wegen des sensationellen Erfolge« von der Direktion des Kreuz-Kinos auf eine zweite Woche verlängert worden. Grammophonpalast Rotenturmstraße. Das neue Groß-Lustspiel „Heute nacht bei mir“, dessen Aufnahmen zum großen Teil in Wien godreht wurden, wurde von dem bekannten Lustspielregisseur Karl Boese inszeniert und gelangt ab 23. d. M. im Elite-, Opern-, Schottenring-, Lustspieltheater- und Flottenkino zur Uraufführung. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 420, ganzjährig S 16.— Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—. Tschechoslowakei vierteljährl* 1i Ki 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.--, Polen vierteljährlich Zloty 6.50. Ungarn vierteljährlich Pengö 420. Rumänien vierteljährlich Lei 120.— übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck K o n t i: Österreich Nummer D 113.546. Polen Nr. 191.199 Tschechoslowakei Nr. 500 230. Jugoslawien Nr 40.879 Eigentümer. Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, l., Kärntnerstraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Imr« Kaiser. Wien. L, Kärntnerstraße 28. — Druck: Vernay A. G. Wien, IX., Caniiiusgasse 8 — 10. Dienstag, dien 27. November 1034, S Uhr abends, Im Militär-Kasino, Wien, I., Schwarzenberqplatz Nr. 1, eine Kremenezky-'Gedenkfeier Karten beim Keren Kajemeth, Wien, Iv Kärntnerstrcße Nr. £6, Telephon Nr. R £7-3-£0, erhältlich

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