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Die Stimme · 1934-10-19 · Heft 393 (19.10.1934) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 393 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE STIMME Seite 7 Nr. 393 — 19. Oktober 1034 FOX FILM ZEIGT ABENTEUER IN BORNEO MIT ROSEMARY AMES - VICTOR JORY AB HEUTE! I. JÜDISCHER SPORT wmammammmmmm Sonntag Uahoah gegen Libertas In der sechsten Meisterschaftsrundo trägt Hakoak kommenden Sonntag ihren Meifiterschaftskampf gegen Libertas aus. Nach der Spielstarke dürften beide Teams gleichwertig sein, wenn auch der jüdische Verein über die besseren Binzeispieler verfügt und überdies die Mitwirkung des in ausgezeichneter Kondition befindlichen Donnenfelds im Sturm der Hakoah in dieser Formation dem jüdischen Verein ein Übergewicht verleiht. Allein, die Libertas darf auf keinem Fall unterschätzt werden. Sio ist eine der zähesten und härtesten Mannschaften Wiens und versteht zu kämpfen. Es ist der Mannschaft erst letzten Sonntag gelungen, dem Meister Admira einen Punkt nach sehr gutem Spiel abzuknöpfen, wobei Admira froh sein mußte, ungeschlagen davonzukommen. Die jüdische Mannschaft muß daher, will eie ihre ausgezeichnete Position in der Meisterschaft befestigen — und dazu hat sie am Sonntag die Möglichkeit — gleich zu Beginn des Spieles den Kampf von der ernstesten Seite aufnehmen und sich einen entsprechenden Vorsprung schaffen. Wir gehen auch diesmal mit der jüdischen Mannschaft und räumen ihr für den kommenden Kampf die besseren Chancen zu. Colcalcßronilc Schneidermeister Adolf Singer III., Fasangasse 32, Tel. B 50-7*60 ehern. Regltnentsschnelder des k. u. k. Sch atzen reg. 24 und der Flieger-Abteilung Elegante Herrenkleidung, tadellos passend, zu billigen (‘reisen. Auch aus mitgebrachten Stoffen Verband der jüdischen Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas Vor kurzem fand die Generalversammlung des Verbandes der jüdischen Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas statt, in der folgende Herren in den Vorstand gewählt wurden: Präsident Ing. Samuel Ehrlich, Vizepräsident Kommerzialrat K (i r t und Oberbaurat Winter; Oberbaurat Glückselig, Ingenieur Schwarzkopf; Beiräte: Baumeister Altmann und Dr. IJ i c k h o 1 z. Ingenieur L a ® c h k o w i t z, der langjährige Präsident des Verbandes, wurde für seine Verdienste um diese Körperschaft zum Ehrenmitglied gewählt. Dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden entnehmen wir, daß die Mifgliederzabl sich auf einer steigenden Kurve befindet, daß der Verband engste Beziehungen mit den analogen Körperschaften des Auslandes, insbesondere Palästinas, angekntlpft bat. Auf diese Weise wird ein fachlicher Informations- und Gedankenaustausch ermöglicht und gepflegt. Es ist nicht uninteressant, zu erfahren, daß der Ingenieurverband in Palästina seine Entstehung diesem Verbände zu verdanken habe. Der Kontakt mit dem Ilaifaer Technikum wird ausgebaut. Der Verband beabsichtigt, Reißen nach Palästina zum Studium der dortigen Verhältnisse und zum Zwecke der Unterbringung von österreichischen Ingenieuren und ähnlichem durchzuführen. Es werden auch Fachsektionen (Bauingenieure, Elektroingenieure, Architekten, Maschinenbauer, Chemiker) errichtet, die jedem Mitglied die Möglichkeit schaffen, sich in einer Fachgruppe theoretisch und praktisch auszubilden. Der Verband wird selbstredend seine Aufgaben besser erfüllen, je mehr Mitglieder sich ihna anschließen. Dadurch wird diesem schöpferischen und schaffenden Stand ermöglicht, einerseits den ihm gebührenden Anteil am Aufbau von Erez und an der jüdischen Renaissancebewegung zu nehmen, anderseits wird der Aktionsradius des Verbandes mit Rücksicht auf die Unterbringung, Ausbildung und Beratung von Kollegen vergrößert. Bis zur Eröffnung des neuen Verbandsheimes (Weimarerstraße 7) werden die Sitzungen an jedem Donnerstag, 8 Uhr, im Cafö Korso (Parkring) abgehalten. Jeder pflichtbewußte jüdische Ingenieur und Techniker versäume nicht, seinen Beitritt schriftlich (XVIII., Gersthoferstraße 11) oder telephonisch, R 63-3-29, umgehend anzumelden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt S 6.~ jährlich. f. p. Das Präsidium des Keren Hajessod wendet sich zu Beginn dee neuen Arbeitsjaihres an alle Zeichner mit der dringenden Bitte um tunlichste Einhaltung der V er p f l i c h tungstermine. Es geht darum, dem kleinen Arbeite apparat zeitraubende Interventionen zu ersparen, um diesen für die produktive Werbearbeit voll auenützen zu können. Zionistischer Vortragskatender Freitag, 19. Oktober 1934, 8 Uhr abends. 2. Bez., Sekt. II und Klub Erez Israel, II., Praterstraße 13. Onegg Schabbath. Vortrag: Rabbiner Dr. Zikker. 2. Bez., Sekt. Prater, II., Jungstraße 8. Onegg Schabbath mit Vortrag Prof. Dr. Glaser und Kantoralen-Geeängen. 20. Bez., Sekt. XX, XX., Jägorstraße 30. Onegg Schabbath mit Bibel- und Gesangsvorträgen. Montag, 22. Oktober 1934, 8 Uhr abends, 2. Bez., Sekt. II, und Klub Erez Israel, II., Praterstraße 13. Prof. Dr. K. Kupfer: „Volk und Land in der nachbiblischen Zeit.“ Vortragszyklus. Hehr. Kurse unter Leitung von Jizcbak Herzberg. Für Anfänger: Montag und Donnerstag %8 bis %9 Uhr abends; für Vorgeschrittene: Dienstag und Mittwoch A8 bis Uhr abends. 1. Bez., Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. .AS Uhr abends. Prof. Dr. Samuel Kraus«:' „Bialik als Gelehrter.“ Ort: I., Wiesingerstraße 11. Dienstag, 23. Oktober 1934, 8 Uhr abends. 3. Bez., Sekt. III, I., Stubenring 18, Wiener Ringcafe. Prof. Julian Silberbusch: „Volk und Land.« 20. Bez., Sekt. XX, XX., Jägeretraße 30. Dr. Eduard Bimstein: „Zionsgedanke und Galutbbejahung,“ Donnerstag, 25. Oktober 1934, 8 Uhr abends. 2. Bez., Sekt. II und Klub Erez Israel) JÜDISCHER KALENDER 19. bis 25. Oktober 1934 10.-16. (hesdiwan 5695 Fielag (19.) Sabbath Eingang 4 Uhr 55 Samstag (20.) Sabbath Ausgang 5 Ihr 45 Wochenabschnitt: Lech Ledia II., Praterstrafle 13. Dr. Oskar GrUnbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomitees für Österreich: „Neuorientierung des Allgemeinen Zionismus in Palästina und in der Galuth.“ 6. ii. 7. Bez., Sekt. VI/VII, VI. Loquaiplatz Nr. 11. Prof. Artur Freud: „Privates und nationales Kapital im jüdischen Aufbauwerk. 10. Bez., Sekt. X, X., Hasengasse 17. Frau Dr. Hennie Rappaport-Liechtenstein: „Familie und Volk.“ Prof. Dr. Wilhelm Stein: „Das Judentum in den Kämpfen der Gegenwart.“ 13. Bez., Sekt. XIII, und Wizo, XIII., Hietzingerstraße 22, Cafä Hietzlngerhof. Dr. Desidcr Friedmann, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde: „Die gegenwärtige Lage des Judentums.“ SPRECHSAAL An die Redaktion der „Stimme“ „Ich nehme Bezug auf Ihren Artikel „Hitler- Juden“ auf Seite 3 Ihrer Ausgabe Nr. 389 vom 5. Oktober 1934, in dem Sie die Erklärung eines Dr. Schoeps über seine Ansicht zur, Lösung der Judenfrage veröffentlichen. Heute erhalte ich von der „Krankenkasse der deutschen Angestellten“ (früher Banner Ersatzkasse) ein 38 Seiten langes „Verzeichnis der nichtarischen und staatsfeindlichen Ärzte, Zahnärzte und Dentisten, auf deren Rechnungen... eine Erstattung ab 1. Oktober 1934 nicht mehr erfolgen darf“. Es wird Sie vielleicht interessieren, daß in diesem Verzeichnis unter der Rubrik „Staatsfeindliche Ärzte“ ein Dr. Hann® Schoeps, Berlin W15, Joachimsthalerstraße 28, registriert ist, und ich! nehme an, daß er mit dem von Ihnen genannten identisch ist. Diese Gegenüberstellung ist m. E. charakteristisch für diese Sorte national-deutscher Juden und beweist, daß die Naumaanianer und,andere Kriecher dem Judentum schaden, nicht aber aufrechte volksbewußte. Juden. * * i 4 ik W N. N. IN JEDES JÜDISCHE HAUS DIE STIMME" ii Lion Feuchtwangers „Jud Süß" im Film lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliailll ...... Jüdische Filme emd in letzter Zelt en vogue. Den Reigen eröffnete der fälschlich als jüdisch gewertete Film „Ahasver, der Ewige Jude“ (von uns seinerzeit abgelehnit. Anm. d. Red.) Dann kam der Film „Die Rothschilds“, der, jüdisch gesehen, in •der Tendenz als recht bemerkenswert registriert werden konnte. Als dritter in dieser Reihe jüdischer Filme tritt uns die Verfilmung des bekannten Roman® „J u d S ii ß“ von Lion Fouchtwanger entgegen. Die Gestalt Jud Süß Oppenheimers, dieses aus dem Dunkel des württembergißchen Ghettos zu Glanz, Ehre und Hoffähigkeit emporgekommenen Juden, hat viele Dichter angelockt. Der Film, der in englischer Produktion unter der Regie von Lothar M e n d o s entstanden, an desesn Londoner Premiere Königin Maria von Rumänien und Prinoo of Wale® anwesend waren, und der sich im wesentlichen an die Vorlage von Feuchtwangers Roman hält, enttäuscht rein filmisch, ein wenig und wirft dio Frage nach dem Werte solcher jüdischer Filme auf. Jüdischer Filme iai dem Sinne, daß diese clas Schiek®al tragischer Gestalten au® der jüdischen Geschichte mit zugegebenormaßen warmer Sympathie vor dem heute dafür besonder® empfänglichen Publikum auf der Leinwand abrollen lassen. Trotzdem liegt in dom Aufwerfen der Frage nach dem Wert auch schon die ganze Problematik der jüdischen Filmthemen, wie sio heuto so gerne von der englisch-amerikanischen Filinproduktion bevorzugt werden. Einzig anerkennenswert und positiv bleibt dio reine, dem angelsächsischen Humanität® ideal zaineigende Tendenz zur Verkündung und Proklamderung von Toleranz un tl G 1 e i c hberechtigung. Diese Tendenz wurde denn auch von den Filmschöpfern des „Jud Süß“ — der Film ist zu Beginn ein wenig blaß und farblos geraten und schwingt sich nur im letzten Drittel zu dramatischer Höhe empor — in den Schlußszenen, da sieh jüdisches Schicksal ain Jud Süß Oppenheimer in furchtbarer Weise erfüllt, im Aufschrei der gepeinigten und geschändeten menschlichen Kreatur zum Ausdruck gebracht. Diese Schlußszene, in der da® „Schema Jlsrael“ sich der Kehlo des todesnahen Jud Süß entringt und ihn zu heroischer Höhe und Größe emporwachson läßt., ist von unerhörter dramatischer Wucht., von sophokleischer Größe. Dieser Ruf durchreißt die Luft der Jahrhunderte. Jud Süß Oppenheimer ist du« Produkt des schlemmenden, dicken Karl von Württemberg und seines verkommenen Hofleben®. Dieser fürstliche Weiberjäger und „Schnorrer“, der im Grunde genommen o in zig von der Ginnst dos mit ihm schieksalshuft verflochtenen Juden Süß Oppenheimer seine Regierungsmaobt auf rech torhält, kann die geistige Überlegenheit und Fähigkeit des Juden nicht missen. An Jud Siiß aber erfüllt sich wieder das Schicksal de® Strebenden, der aus den Niederungen des engen Ghettos zu Licht und Freiheit hinauf will, auch im Glanz seiner naußchenden Erfolge, manche Erschütterungen erlebt, um schließlich jähen Absturz schrecklicher, grausamer Vorniehtung zu erleiden. Uirn dieses Schlußteile® des Film® willen ist „Jud SUJT sehenswert, Hier, vollzieht sich —• zum wievielten Male! — jahrhundertealtes Judenschickeal. Jud Süß büßte alß Jude sein Schicksal gleich Legionen vor ihm und nach ihm. Der Film, der uns nicht® vom Aufstieg Jud Siiß’ vermittelt., sondern den bereits arrivierten Hofjuden zeigt, bietet insbesondere im letzten Teil dem großen Künstler Conrad V e i d t Gelegenheit, seine gewaltige Charakterisierungskunst in der Zeichnung tragischer Helden zu zeigen. Conrad Veidt, dieser vornehme Schauspieler, hat durch sein adeliges Spiel mit dieser Rolle die große Reihe seiner Gestalten bereichert. Er stattet seinen Juden Süß mit unendlich feiner, innerer Noblesse aus und gibt ihm in der letzten Phase seines erschütternden Daseins den ganzen Stolz der auch den Opfertod nicht scheuenden Überzeugungs- und Bekenn tnistreue. Eine ergreifende Figur stellt auch Paul Graetz dar. Das reine jüdische Gewissen wird durch diesen Schauspieler praohtvollst verkörpert. J. R. KUNSTCHRONIK Anskys „Dybuk“ Im Jüdischen Theater. Jüdische Bühne, II., Prateretraße 60 (Tel. R 48-4-59). Freitag, den 19. Oktober 1934, um 'Ad Uhr, findet zum erstenmal in dieser Saison dilo Aufführung „Der D ybuk“ von Sch. A n s k y mit Alex Stein in der Hauptrolle statt. Sonntag, den 21. Oktober 1934, um A4 Uhr Nachmittagsvorstellung zu ermäßigten Preisen. Theatron Hadash in Palästina. In Palästina ist unter dem Namen „T h e atron Hadaßh“ (Neues Theater) ein neues hebräisches Theater gegründet worden, das unter Leitung des deutschen Regisseurs Alfred JVolf steht. Die Eröffnungsvorstellung „Journeys End“ („Die andere Seite“) von R. C. Sherriff findet am 25. Oktober in den Opera M u g r a b i in Tel-Aviv statt. Jüdische Kulturstelle, Sonntag, den 21. Ok-» tober, zweite Kunstwanderung durch da® altel Wien (bei jeder Witterung). Treffpunkt? All Uhr (ohne Wartezeit) vor dem Postsparkassengebäude. Leitung: Uuiv.-Prof. Dr. Maxi Eisler. FILM Heute „Abenteuer in Borneo“ Durch die lärmenden Vergnügungsstätten einer Hafenstadt in Holländisch-Indien führt der neue Foxfilm „Abenteuer in Borneo“. Eino Kette atemberaubender Abenteuer und Sen-< sationen. Die Uraufführung heute Freitag im Imperial-Kino. Heute „Aigo“, der Mann zweier Welten“ int Kreuz-Kino Heute findet im Kreuz-Kino die Uraufführung des amerikanischen Seusationsfilmß „Aigo, der Mann zweier Welten“ statt,, dessen Hauptrolle Franz Lederer spielt, der junge Prager Künstler, der im Laufe der letzten Jahre in Amerika und England in die Reihe der am meisten umsehwärmten Publikuraslieblinge omporgestiegen ist. Seine Partnerin ist die schöne Elissa Landl. Heute „Chulita“-Pr8ntiere in vier Kinos Die Wiener Uraufführung des neuen Paramountfilms „C h u 1 i t a“ findet heute Freitag, gleichzeitig im Elite-, Opern-, Schottonring- und Flottenkino, statt. Adolphe M e n j o u als Gentleman-Bandit und Georg Raft als Gentleman-Stierkämpfer stehen im wirbelnden Mittelpunkt dieses Films, dom France s D v ii k e als verführerische mexikanische Tänzerin ihren Namen und ihren tänzerischen Rhythmus gab,

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