Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 379 (17.8.1934)
- Date
- 1934-08-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 8 DIE SUMME Nr. 879 — t1 August Jlzchak Grünbaum über Palästina< Fragen Wien, 15. August. (2. T. A.) Der Leiter des Aliah-Departements der ’Jewish Agency in Palästina, Jizchak Griinbaum, ist auf dem Wege nach Genf, wo er an der Jüdischen Weltkonferenz als Delegierter des Weltverbandes der radikalen Zionisten teilnehmen wird, in Wien einge^ troffen. In einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur äußerte sich Grünbaum unter anderem: Wir können im laufenden Jahre wohl eine Steigerung um etwa 10.000 Menschen gegenüber dem Vorjahre verzeichnen, so daß die legale Aliah dieses Jahres sich auf ungefähr 40.000 Personen stellt. Wir können uns mit dieser an sich gewiß sehr imponierenden Ziffer jedoch nicht zufrieden geben, weil vor allem Palästina selbst einer unvergleichlich größeren Einwanderung bedarf. Der Mangel an Arbeitskräften ist geradezu katastrophal. Wir machen die Regierung auf diese Tatsache immer wieder aufmerksam. In der letzten Zeit hat die Regierung auch angefangen, ein größeres Maß von Einsicht unseren Aliah-Forderungen entgegenzubringen. Dafür spricht ja auch die nachträgliche Erteilung von 1200 Zertifikaten. Wir hoffen, daß die Regierung bei der Erteilung der nächsten Einwanderungsquote unseren Ansprüchen in höherem Maße Rechnung tragen wird. Bietet die sogenannte illegale Aliah nicht eine gewissen Ersatz? Mit der illegalen Aliah kann und darf man nicht rechnen. Sie ist, wie immer in solchen Fällen, in Händen von Agenten, die in erster Linie verdienen wollen und die Reisenden fürchterlich ausnützen, ohne mit den Gefahren zu rechnen, denen sie sie aussetzen. Wir sind nicht erfreut über die Tatsache, daß Juden illegal nach Palästina einwandern müssen. Wir verlangen im Gegenteil, daß uns die Regierung jene Einwanderungsquoten bewilligt, die der Aufnahmsfähigkeit und der Wirtschaftslage des Landes entsprechen. Ist die Uneinigkeit unter den Juden selbst nicht ein gewaltiger Störungsfaktor beim Aufbau Palästinas? '. Uneinigkeit ist eine bedauerliche Erscheinung, aber man darf sich die Sache nicht so übertrieben vorstellen. Streitigkeiten zwischen Revisionisten und Histadruth-Mitgliedera nehmen in der Presse einen viel größeren Raum ein, als es ihrer wahren Bedeutung im Leben zukommt. Das reale Leben im Lande besteht nicht in diesen Zeitungsberichten, sondern in der Arbeit des Alltags, von der in der Öffentlichkeit weniger die Rede ist. In denselben Wochen, in denen ausschließlich von Parteistreitigkeiten berichtet wurde, sind zahlreiche neue Häuser erbaut, Fabriken gegründet, Unternehmungen ins Leben gerufen worden und viele Tausende Juden neu ins Land gekommen. Das sind die entscheidenden Tatsachen, die man kennen muß, wenn man sich über die Verhältnisse im Lande ein richtiges Bild machen will. Das Interesse des palästinensischen Jischuw — fuhr Grünbaum fort — ißt zur Zeit auch der Frage des Legislative Council zugewendet, die von den Arabern wohl positiv behandelt wird, während die Juden in einer solchen Einrichtung in der gegenwärtigen Zeit eine Aushöhlung der Bestimmungen der Balfour-Deklaration erblicken müßten. Die Vertretung der jüdischen Bevölkerung hat im Hinblick auf die Nachrichten über Einrichtung des Legislative Council noch keine weiteren Beschlüsse gefaßt. Aber es liegen verschiedene Kongreßbeschltisse vor, die alle ablehnend lauten. Tätigkeit unterschoben wird. Vom Keren Kajemeth beißt es u. a., daß seine Gelder kommunistischen Zwecken zufließen; der Makkabi betriebe unter der Maske des Sports eine „subversive Tätigkeit“. Die „Czernowitzer deutsche Tages post“ hetzt fast täglich gegen die Juden, desgleichen die Presse des Antisemitenführers C u z a. Zionistischer Vortrag sh ölender Mittwoch, den 22. August 1934 . Bez.: Klub Junger Zionisten, VI., Loquaiplatz 11, Uhr abends. Eli Strauß: „Der Aufbau Palästinas.“ 10. Bez.: Sektion X, X., Hasengasse 17, J49Uhr abends. Erich Jellinek: „Gedanken zum Arlosoroff-Prozeß.“ JÜDISCHER SPORT Antisemitische Pressehetze in Rumänien geht weiter Bukarest, 13. August. (2. T. A.) Obgleich in einer vor kurzem stabtgefundenen Pressekonferenz der Innenminister I n c u 1 e t dara-uf hinwies, daß es den Zeitungen verboten Ist, Artikel zu veröffentlichen, in denen zum Rassenhaß aufgefordert wird, sind in den letzten Tagen in einer Anzahl rumänischer Zeitungen wieder antisemitische Hetzarbikel aufgetauoht. So veröffentlichte die Zeitung „Tara Noastra“ am 9. August eine Zusammenstellung der jüdischen Vereine und Gesellschaften Beßarabiens, u. a. der jüdischen Gemeinden, zionistischen Organisationen usw., denen fast durchwegs eine staatefeiadliche Zur Mahhabiade 1935 Eine der größten Manifestationen des jüdischen Volkes wird zweifellos die am (5. und 7. April in Tel-Aviv stattfindende jüdische Olympiade sein. Schon heute haben alle beteiligten Kreise mit der nötigen Vorarbeit eingesetzt und wird sowohl die Beschickung als auch das sportliche Niveau sehr beachtenswert sein. Aus allen Ländern der Welt, unter anderem jüdische Sportler aus Indien und Australien, werden nach bester Vorbereitung das Möglichste zu leisten versuchen und bestimmt den Beweis der körperlichen Tüchtigkeit und Disziplin der jüdischen Menschen erbringen. Auch der Makkabi-Kreis in Österreich — die oberste sportliche Stelle — wird in allerkürzester Zeit mit den Vorarbeiten beginnen, wenn auch vorläufig die richtige Einfühlung der Beteiligten nicht erzielt wurde. Der Kreis setzt sich vornehmlich zusammen aus den Sektionen der Turnvereine „Makkabi“, Wien, und den verschiedenen Sektionen der „Hakoah“, Wien. Beide haben zur körperlichen Erziehung der jüdischen Jugend sehr viel beigetragen, wenn auch die Schwerpunkte verschieden sind. Während die „Hakoah“ mehr die sportliche Arbeit bevorzugt und so eine Popularität der Massen anstrebt, hat der „Makkabi“ immer die kulturelle Arbeit im Zusammenhang mit körperlicher Erziehung betont. Insbesondere hat der „Makkabi“ der jüngsten Jugend viele Impulse gegeben und nicht wenige bedeutende zionistische Führer, speziell in Palästina, hervorgebraohk Sportler und Turner werden bei der nun zu erfolgenden Reaktivierung des Kreises eine erfol! reiche Einheit hersteilen und in dieser auch politisch schweren 2^eit eine wichtige Stütze auch für die allgemeine jüdische Arbeit zu bilden haben. Anläßlich der kurzen Anwesenheit des Präsidenten des Makkabi - Weltverbandes, des Herrn Dr. Leiewer, hat dieser den beteiligten Makkabi-Kreisen die dringende Notwendigkeit der einheitlichen Arbeit, insbesondere im Zusammenhänge mit der Makkabiade, vor Augen geführt. So kann man hoffen, daß der Makkabi-Kreis Österreich seine Tätigkeit in Bälde aufnehmen und sowohl die Makkabiade-Arbeit leisten, als auch die gemeinsame Plattform für alle sportlichen und kulturellen Fragen finden wird. Otto C a r n i o 1. FILM „Die schwarze Majestät1* - Uraufführung morgen Heute, Freitag, findet in folgenden fünf Kinos die Wiener Uraufführung des neuen Paramount - Tonfilms „Die schwarze Majestät“ statt, und zwar: Elite-Kino, I., Opem- Kino, I., Schottenring-Kino, I., Lustspieltheater- Kino, II., und Flotten-Kino, VI. Fredric March und Evelyn V e n a b 1 e das „schönste Liebespaar des amerikanischen Films“, spielen in diesem unheimlich spannenden Drama die Hauptrollen. „Das Skelett im Hause“ — morgen Uraufführung Die Uraufführung des Paramount-Tonfilms ,Das Skelett im Hause“ findet heute Freitag, den 17. d. im Lmperiatkino I., und Stafakino VII., statt. Die Hauptrollen in diesem von Charles Vidor inszenierten Film haben Evelyn Venable, Kent Taylor und Sir Guy Standing loo«, Die Operette der Komiker In der Tonfllmoperette der Tobis-Sascha „Schön ist es, verliebt zu sein“, deren Musik Willy Engel-Beiger schrieb, spielt neben dem Liebespaar des Filmes, dem Opernsänger Herbert Ernst Groh und Karin Hardt, ein Ensemble bekannter Lustspieldaristeller. Wiener Premiere am 17. d. M. in mehreren Kinos. Der Kriminalfilm: „Etn Mädchen mit Prokura“ Der große Gerichtssaal- und Kriminalfilm der Tobis-Sascha „Ein Mädchen mit Prokura“ entstand nach dem vielgelesenen Roman von Christa Anita Brück. Die Trägerin der Hauptrolle, eine des Mordes angeklagte schöne Bankprokuristin, ist Gerda Maurus. Premiere am 17. d. M. im Gartenbau-, Kärntner, Busch-, Haydn-, Kolosseum- und Votivpank-Kino. Das Schweden-Kino eröffnet seine Saison Das Schweden-Kino hat mit dem Lustspielfilm „Total verrückt“ mit Stan Laurel und Oliver Hardy seine Saison eröffnet. Eine Reihe bemerkenswerter Filme zeichnet das neue Programm des Theaters aus. In der ersten Saisonhälfte erscheinen im Schweden-Kino der Greta-Garbo-Film „Königin Christine“, der Marlene-Dietrich-Fikn „Zarewna“, der Film „Süße Bestien“ mit Jean Harlow, die Prunkoperette „Die tanzende Venus“ mit Joan Crawford, eine weitere große Ausstattungsoperette „Katz und Maus“ mit Jeanette Macdonald, der „singenden Nachtigall“, und noch einige Filme mit Jean Harlow, Joan Crawford und Jeanette Macdonald. Der große Gesellschaftsfilm „Freitag abend um acht“ entstand nach dem bekannten Bühnenstück von Ferber und Kaufmann. Eine große Besetzung zeigt der Sensationsfilm „Nachtflug“. „Eskimo“ heißt ein Film nach den bekannten Büchern von Freuchen, von W. E. van Dyke. „Dr. Fergusons schwierigster Fall“, nach dem Bühnenstück „Männer in Weiß“, enthüllt die Geheimnisse eines Frauenarztes. Kultur-, Naturfilme sowie Grotesken, Lustspiele und Kurzrevuen in Farben ergänzen da« Programm des Theaters. Die Vorstellungen in der neuen Saison beginnen täglich um 144, y%% 148 und H10 Uhr. Die Vorstellung um 144 ist zu kleinen Preisen zu sehen. JÜDISCHER KALENDER 17. — 23. August 1934 6. — 11. EluI 5694 Freitag, 17. Sabbath-Eingang 7 Uhr Samstag, 18. Sabbath-Ausgang 8 Uhr 30 Wochenabschnitt! Schefatlm Minjan der zionistischen Bezlrkssektiott Leopoldstadt. Wie alljährlich, veranstaltet die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt in den Räumen des Zentraliokals zu den hohen Feiertagen einen feierlichen Gottesdienst. Sitzvormerkungen werden am Sonntag, den 19. d., ab 11 Uhr vormittags im besagten Lokal entgegengenommen. Minjan der hebräischen Schule, Praterstraße Nr. 13. Wie alljährlich, veranstaltet die hebräische Schule in ihren Räumen, II., Praterstraßo Nr. 13, Tür 2, zu den hohen Feiertagen einen feierlichen Gottesdienst. Anmeldungen werden täglich von 7 bis 10 Uhr abends entgegengenommen. 84. Geburtstag Frau Johanna Hirschberger (Wien, I., Fleischmarkt 16) beging am 10. August, Erew Rosch Chodisch, ihren 84. Geburtstag in voller geistiger Frische. Die Jubilarin hat seit 25 Jahren die Keren Kajemeth-Büchse in ihrem Haus. Wollen Sie Zeif, iiie und Geld sparen? Dann gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden und Bekannten, Kunden und Klienten zu Rosch Haschanah durch „Die Stimme“ die in verstärktem Umfang mit interessanten Festbeiträgen am 7. September erscheinen wird Der Preis für das Einheitsinserat beträgt S 6’—, in doppelter Größe S 10'— „DIE STIMME» Administration Konkursausschreibung der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien. Im Spital der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, XVIII., Wäbringer Gürtel Nr. 97, gelangt an der urologischen Abteilung eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österreichische Bundesbürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde im österreichischen Bundesstaat, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein von einem Primararzt des eigenen Spitals ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 3ö Jahren. Mit der Stelle ißt nebst dem in der Besoldungsordnung für die Abteilungisärzte des Spitals der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, fixierten Barbezug die Benützung einer möblierten Nat/uralwobnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Momatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimat.se/hein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse Über die bisherige fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind beim Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, bis längstens 7. September 1934, mittags, zu überreichen. Wien, 10. August 1934. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, Wien. Hebräische Kurse der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Einschreibungen zu den im Monat September beginnenden hebräischen Kursen werden bereits im Sekretariat der Sektion, II., Praterstraße 13, entgegengenommen. Achtung!! Trotz der großen herrschenden Hitze speisen Sie mit Genuß im schönen schattigen Garten des Restaurant Hotel Stefanie“, II., Taborstraße 12. Reichhaltige Menus schon von S 1*60 aufwärts. Speisen am Rost. V e rsuchen auch Siell Meinen herzlichsten Dank sage ich hiemii allen Gesinnungsgenossen, Bekannten und Freunden für die zum Ausdruck gebrachte Teilnahme anläßlich des Ablebens meiner geliebten Schwester Gisela Blauer. Dr. Amalie Kantor Ich bitte auch auf diesem Wege alle Freunde, Gg., Bekannte, Korporationen usw., die mir und meiner Familie anläßlich des Ablebens meiner teuren Gattin tröstende Beweise ihrer Teilnahme an unserem großen Schmerze erwiesen haben, meinen herzinnigen Dank entgegennehmen zu wollen. Dr. Nohum Blauer Wien, im August 1934. Illllllllllllllllll RESTAURANT ROTH II., Praterstraße 34 Tel. R 47-0-41 empfiehlt seine reichhaltigen Menüs: Suppe, Braten, Gemüse, Mehlspeise . . . S 1*30 Suppe, Braten oder 7» Huhn, Gemüse, Kompott, Mehlspeise .S 1*60 Kalbs- und Rindsbraten & la oarte . . . S —'90 10 dkg gebratenes Gansl.S —*60 Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlbli KC 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vlerteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck-Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.199. Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich. Wien, 1. Kärntnerstraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Rudolf Glücklich. Wien, Kärntnerstraße 28. - Druck: Vernay A G., Wien, IX., Oantsiusgasse 8—10.