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Die Stimme · 1934-08-07 · Heft 376 (7.8.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 376 (7.8.1934)
Date
1934-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Beit« 4 DIE STIMME Nr. 366 — 7. August 1984 PALÄSTINA MELDET: Nachspiel zum Brith Prozeß Habtrjontm• Jerusalem, 5. August. (Z. T. A.) Gegen den Herausgeber der revisionistischen Zeitschrift ,.C h a s i t h H a a m“. Dr. Y e v i n, einem der Angeklagten im B r i t h - H a b i r j o n i m - P r o z e ß, ist erst jetzt das Urteil gesprochen worden. Doktor Yevin wurde wegen Geheimbtin delei zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Das Verfahren gegen ihn war seinerzeit ausgesetzt worden, da er infolge Krankheit nicht vernehmungsfähig war. das getätigte Geschäft und die Aussichten für zukünftige Geschäfte äußerten. Kopien des Berichtes sind in den Büros der Federation erhältlich. Der seitens des British Commonwealth Agent in Palästina in Vorbereitung befind liehe Bericht wird nach Eingang im Journa des Board of Trage veröffentlicht werden.“ »Der Staatszionist“ ln Palästina verboten Jerusalem, 2. August. (Z. T. A.) Verordnung des High Commissio- Verbreitung der in Berlin er- Zeitschrift t i n a für Durch ner wurde die scheinenden revisionistischen „Der Staatszionist“ in Pa 1 ä zwei Monate verboten. Palästinaeinwanderung im Juni Jerusalem, 5. August. (Z. T. A.) Wie amtlich mitgeteilt wird, sind im Juni 2722 Personen, unter ihnen 2519 Juden, nach Palästina eilige wandert. 554 Einwanderer waren im Besitz eines Vorzeigegeldes von mindestens 1000 Pfund und sind mit ihren Angehörigen auf Grund von „Kapitalisten-Visen“ eingewandert. LONDON MELDET: Die „illegale“ Palästina- Einwandesrung London, 5. August. (Z. T. A.) Die soeben erschienene Nummer der dem Colonial Office nahestehenden Zeitschrift „Near East and India“ behandelt u. a. die illegale Einwanderung nach Palästina, wobei sie zu der bemerkenswerten Feststellung gelangt, daß diese Form der Einwanderung zum großen Teil auf die Einschränkung der gesetzmäßigen Einwanderung durch die P a läß ti n a r e g i e r u n g zurückzuführen ist. In dem Artikel heißt es u. a.: „Die meisten der zahlreichen Versuche, ohne Erlaubnis in das Land zu kommen, müssen. auf die Strenge gewisser Einschränkungen zurückgeführt werden: so können z. B. Angehörige oder Verlobte von in Palästina ansässigen Personen infolge der starken Nachfrage keine Einreise-Erlaubnisscheine bekommen und versuchen infolgedessen unbemerkt das Land zu betreten. Ein zweiter Faktor in der illegalen Einwanderung ist zweifellos die Tätigkeit geheim arbeitender skrupelloser Agenturen in den Nachbarländern, die eich, wie ee heißt, 50 bis 60 Pfund pro Kopf für das Versprechen bezahlen lassen, ihre Opfer eich nach Palästina (ein Land, das jetzt von „Gold und Geld“ ‘ fließt) zu bringen, und ßie, sobald sie sie über die Grenze gebracht haben, sich selbst ii b e r 1 a 8 s e n, ßo daß die unerfahrenen Leute der Polizei in die Hände fallen. Der Kampf geht um die Behauptung der Jewish Agency, daß die Regierung die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes beträchtlich unterschätzt hat LETZTE NACHRICHTEN Polen fordert für die Juden Danzigs freie wirtschaftliche Betätigung Danzig, 5. August. In Zusammenhang mit den nunmehr vor dem Abschluß stehenden Wirtschaft sverhandlungen zwischen Polen und Danzig schreibt das „Danziger Echo“, daß man in jüdischen Wirtschaftskreisen die Normalisierung des Handelsverkehrs zwischen Danzig’ und Polen mit besonderer Befriedigung aufnehmen wird, zumal die polnisch-jüdischen Wirtschaftskreise in Danzig mit in erster Linie geeignet sein dürften, die Entspannung in der Wirtschaft und die Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen ins praktische Leben umzusetzen. Das Blatt erinnert daran, daß die polnische Regierung von der Danziger Regierung eine Erklärung verlangt hat, in der der jüdischen Bevölkerung ausdrücklich das Recht der freien wirtschaftlichen Betätigung zugesprochen wurde. Die Voraussetzung dafür wäre dem „Danziger Echo“ zufolge, daß der Danziger Senat, der in der letzten Zeit zu erkennen gegeben hat, daß er sich von der Bedeutuug der jüdischen Bevölkerung für die Danziger Wiftschaftsinteressen — und besonders auch im Hinblick auf die Wirtschaftsbeziehungen mit Polen — überzeugt hat, es verstehen wird, die verderblichen Einflüsse der nationalsozialistischen Partei in Danzig zu beseitigen, die immer wieder Unruhe stiften und eine Normalisierung des Wirtschaftslebens verhindern. tution in kennt?“ , dieser Hinsicht keinen Unterschied „Ist die theoretische Anerkennun, der völligen Rechtsgleichheit schon fak tisoher Besitz dieser Rechtsgleichheit? Dr. Ebner schließt: „A-uf alle diese Fragen wird der Minister nicht ant Worten — aus dem einfachen Grunde weil er eine zureichende Antwort nicht geben kann. Wir Juden müssen uns so lange in einer politischen Partei organisieren, als die Anerkennung unserer Rechtsgleichheit auch in der Verwaltung nicht vollständig erfolgt ist, — bis unsere Rechte als Menschen, als Bürger und als Volk nicht nur gesetzlich, sondern auch praktisch anerkannt sind.“ England mit der Levante-Messe zufrieden London, 2. August. (Z. T. A.) Im Unterhaus fragte Herr B a r n e 11 Jänner den Sekretär beim Übersee-Handelodepartement, ob er bereits einen Bericht über die Ergebnisse der Levante- Messe in Tel - Aviv habe, und ob er günstig laute. Colonel C o 1 v i 11 e antwortete schriftlich: „Ich habe von der Federation of British Industries einen sehr günstigen Bericht über die Ergebnisse der diesjährigen Levante- Messe in Tel-Aviv erhalten. Der Bericht teilt mit, daß sämtliche Aussteller im englischen Pavillon und die überwiegende Mehrzahl derer, die in anderen Pavillons englische Waren ausstcjlten, sich voll befriedigt über Die Notlage des jüdischen Mittelstandes in Polen Warschau, 5. August. Ministerpräsident K o s 1 o w s k i ' befaßte sich in einem Expose vor den Mitgliedern des Parlamentsklub der Regierungspartei mit der wirtschaftlichen Lage des Landes. Der Ministerpräsident wies darauf hin, daß zwischen Großhandel- und Kleinhandelspreisen ein übergroßer Unterschied besteht. Diese Erscheinung sei auf die große Zahl der Mittelsleute zurückzuführen, durch deren Hände die Ware auf dem Wege zum Verbraucher geht. Der Ministerpräsident kündigte an, daß die Regierung Maßnahmen ergreifen wird, um den Vermittler im Handel auszuschalten; sie werde das Kooperativwesen fördern. Mit dieser Erklärung des Ministerpräsidenten wird eine weitere Verschärfung jenes Wirtschaftskurses in Polen angekündigt, der, ohne von sichtbaren antisemitischen Erwägungen diktiert zu sein, zur Vernichtung jüdischer Existenzen führt, deren Wiedereinordnung in das Wirtschaftsleben auf größte Schwierigkeiten stößt. In jüdischen Kreisen wird mit Bedauern darauf hingewiesen, daß die Regierung auf wirtschaftlichem Gebiet bisher noch keine Maßnahme getroffen hat, um die zunehmende Verelendung der jüdischen Massen aufzuhalten. Der belgische Gesandte Paul May gestorben New York, 2. August. (Z. T. A.) Der belgische Gesandte in Washington, Herr Paul M a y, ist nach einer Operation, der er sich vor wenigen Tagen unterziehen mußte, gestorben. Herr May, der 1931 zum Gesandten ernannt wurde, war nach Lord Reading, der den englischen Gesandtenposten bekleidete, der erste Jude, der in Washington Gesandter war. Er und seine Frau entstammten altangesehenen jüdischen Familien in Belgien. Sein Urgroßvater mütterlicherseits kam während der französischen Revolution nach Belgien und war angeblich der erste Jude, der sich für dauernd in Belgien an-siedclte. Frau Mays Vater war der verstorbene Senator Raphael Georges Levy, früher Präsident des Institut de France und Mitglied des französischen Senats und der Academie Frangaise. Senator Levy, ein bekannter Ökonom, starb 80jährig im Dezember 1933 in Paris. Herrn Mays Bruder, Herbert May, ist Mitglied des Stabes des Flüchtlings Hochkommissars MacDonald. Paul Maywar orthodoxer Jude In Washington pflegte das Ehepaar die Gottesdienste in der konservativen ortho doxen Synagoge Adas Jisroel zu besuchen Verbot deutscher antisemitischer Uetzzeitung ln der. Tschechoslowakei In letzter Zeit wurden in einigen Orten Westböhmens, besonders in den großen Kurstädten, aus Deutschland eingefiihrte Zeitungen verbreitet, in denen in der heute in Deutschland üblichen Weise gegen die Juden gehetzt wird. Über Intervention dor Jüdischen Partei hat nun das Innenministerium die Einfuhr der in Erfurt erscheinenden Zeitung „Der Sehe r“, die in der Art des „Stürmer“ gehalten ist, in die Tschechoslowakei verboten. „Für jüdische Kinder vom 10. August bis 6. gungsmöglichkeiten auf sehen Parteien gesucht. Postwendende Anbote werden für die Zeit September Unterbrindem Lande bei jüd!- unter Angabe der Familien- und Wohnungsverhältnisse sowie der Bedingungen an die FUrsorgezentrale der Israietitischen Kultusgemeinde, I., Seltenstettengasse 2 (Jugendfürsorge).“ „Die Fünfer Truppe'4 veianstallet am Mittwoch, den 8. August 1934, abends Yi9 Uhr, im Festeaale de« Hotel Continental, Wien, II., Taborstraße 4, einen aktuellen Abend unter dem Titel: Aus verbrannten Büchern. Aus dem Programm: Fouchtwanger, Oskar Maria Graf, Ossietzky, Wedckind u. a. Es wirken mit: Ina Kare, Stella Sanders, Hans Groß, Egon Sala, Norbert Weiß. Leitung: Walter Grün. Mittwoch, den 8. August, findet im „K 1 u b Junger Zionisten“, VI., Loquaiplatz 11, ein Diskussionsabend statt. Thema: „Der Aufbau Palästinas“. Beginn J4 9 Uhr abends, bitten um zahlreiches lind pünktliches scheinen. Wir Er- FILM Haben die Juden Rumäniens volle Rechtsgleichheit? Bukarest, 5. August. Minister J a m a n d i, Staatssekretär des Innern, hat, wie berichtet, zur Judenfrage viel bemerkte Erklärungen abgegeben. Die Juden seien rumänische VollbUrger mit gleichen Rechten und Pflichten. Aus dieser These hat Minister Jamamdi die verschiedensten Konsequenzen gezogen, unter anderem erklärt, die spezifisch-jüdischen Organisationen und Parteien hätten keine Existenzberechtigung. Jamandls Erklärungen haben den ehemaligen Deputierten der Jüdischen Partei, D r. Meier E b n e t, veranlaßt, in dor „Ostjüdischen Zeitung“ einige kritische Fragen aufzuwerfen, ob die Juden auch de facto die bürgerlichen Rechte besitzen. Er fragt: „Warum kommen Neuanstellungen von Juden im Staatsdienste so selten und in der neueren, Zeit gar nicht vor, wo doch die Konsti- Meftr als anderthalb Millionen Dollar für die deutschen Juden ge• sammelt Laut Bericht des Vorsitzenden des United Jewish Compaign Felix M. Warburg, hat diese Institution gemeinsam mit dem Joint Distribution Comitee im laufenden Jahre bereits 1,555.000 Dollar für Hilfe an die deutschen Juden gesammelt. Die in diesem Jahre zum Zwecke der Hilfe an die deut sehen Juden aufzubringende Summe ist bekanntlich auf 3 Millionen Dollar festgesetzt worden. Kundgebungen der harpatho• russischen Judenhelt Prag, 8. August. (2. T. A.) In Karpathorußland, dem östlichen Gebietsteile der Tschechoslowakei, in dem Über 100.000 Juden siedeln, fanden in den letzten Tagen eine Reihe großer Kundgebungen der jüdischen Partei statt, bei denen der jüdiscbnationale Abgeordnete im Prager Parlament Dr. Angelo Goldstein und der Vorsitzende der jüdischen Partei in der Tschechoslowakei, Dt. Emil M a r g u 1 i e s, zu aktuellen Fragen Stellung nahmen. Die Versammlungen wiesen überall einen zahlreichen Besuch atuf, Im Mittelpunkt der Ausführungen beider Redner stand eine Manifestation für den demokratischen Charakter der Tschechoslowakischen Republik und gegen jedwede Bestrebungen, die Grenzen des Staates zu revidieren. Dio Ausführungen Abg. l)r. Goldsteins und Dr. Margulies’ wurden allerorts lebhaft akklamiert. Bel einer großen Massenversammlung in M u n k a 8 wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der die Demokratisierung der karpathorussischen Kultusgemeinden gefordert wird. Saisonbeginn im Apollo Mit dem nach einem besonderen Verfahren hergestellten Naturfarbenfilm „Wachsfigurenkabinett“ eröffnet das Apollo- Donnerstag, den. 16. August, seine diesjährige Spielzeit, Conrad Veidt: „Romexpreß“. Seit einigen Tagen läuft im Imperial- und Opern-Kino der neue englische Conrad-Veidt- Film in deutscher Sprache. „Der Meisterboxer“ Täglich läuft im Kärntner-, Busch-, Haydn- und Kolossoum-Kino das zwerchfellerschütternde Großlustspiel mit Weiß Ferdl, Hans Junkermann, Paul Henkel und Käthe Baaek. KINOPROGRAMME DER MOCKE II. Kotensternsasse 7a Telephon R 40-0-23 Leopoldstödter Volhshfno Am 7. August: Wenn am Sonntagalbend die Dorfmusik spielt Vom 8. bis 0. August: Der Fall Robert Täglich 7,H, 7.8, 7.10 Ulu ermäßigte Sommerpreise II., PralersfraBe 54 Tel. R 47-0-41 empfiehlt seine reichhaltigen Menüs: Suppe, Braten, Gemüse, Mehlspeise . . . S 1*30 Suppe, Braten oder'/4 Huhn, Gemüse, Kompott, Mehlspeise ......... S 1*60 Kalbs- und Rindsbraten k la oarte . . . S — *90 IO dkg gebratenes Gansl.S—*60 Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4-20, ganzjährig S 16.— Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—>. Tschechoslowakei vierteljährlteh K4 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50. Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien viertelährtich Lei 120.—. Übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck Konti: Österreich Nummer 113.546. Polen Nr. 191 199. Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugoslawien Nr 40.879. Eigentümer. Verleger und Herausgeber: Zionistischer l-andesverband für Österreich Wien, l„ Kärntnerstraße 28 — Verantwortlicher Redakteur: Dr Rudolf Glücklich Wien. Ktlmtnerstraße 28. Druck: Vertiav A G„ Wien, IX., Canislusgasse 8—10.

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