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Die Stimme · 1934-06-19 · Heft 362 (19.6.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 362 (19.6.1934)
Date
1934-06-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 362 — 19 Juni 1934 DIE STIMME Seite B Banken die Direktoren Margulies, Pinkaß und Rnppaport; filr die Handelskammer Tel-Aviv-Jaffa Vizepräsident Dr. Rappaport; für den InduPtriellenverband Palästinas Tennenbaum. Außerdem wurden Vertreter des Verbände« der Orangcnexporteure, der internationalen Spediteure, der Schiffahrtsgesellschaften und Reisebüro^, der Importeure in den Ausschuß fintsendet. Zum Sekretär der Han lobknmmer wurde Dr. Walter Kekstein bestellt. Da« dahresbu Iget ist zunächst mit 300 Pfund prälirniniert. Kann Palästina ein Von Alfred Ungar Palästina, stellt heule, im Mittelpunkt der jüdischen Diskussion. Der größte Teil der Judenheit weiß, daß Palästina dio einzige Möglichkeit ist, das bedrängte jüdische Volk zu retten. Trotzdem gibt ns noch immer genügend Assimilnnten, die Palästina verneinen. Fragt man diese Leute nach einem Beweis, so sagen sie immer: Palästina ist ein kleines Land und kann höchstens 600.000 bis 700.000 Juden fassen. Auf dio Frage wie groß Palästina denn eigentlich sei, wissen sie aber keine Antwort. Aus diesem Grunde ist es wichtig, zu beweisen, daß Palästina groß genug ist, um alle Juden aufzunehmen, daß das kleine Palästina ein wirkliches Erez-Israel sein kann. Palästina zerfällt in zwei Teile, östlich des Jordans nennt man es heute Transjordanien, westlich des Jordans Palästina. Bis vor 15 Jahren bildeten diese zwei Teile immer ein Land, welches von einer Verwaltung regiert wurde. Erst im Jahre 1019 hat England, welches Palästina vom Völkerbund als Mandat erhielt, auf Antrag des jüdischen Oberkommissärs Samuel das Land geteilt. Diese Teilung erfolgte aus politischen Gründen, da England sich den Arabern gegenüber verpflichtet fühlte und einen selbständigen arabischen Staat schallen mußte. Doch untersteht auch beute noch Transjordanien dem in Jerusalem wohnenden englischen Oberkommissär. Das "vom Völkerbund Englandübergebeno Mandatsland Palästina bat einen Flächeninhalt von 80.316 qkm. Hievon entfallen auf Palästina mit den Städten Jerusalem, Tel- Aviv, Haifa, Jaffa usw. 23.316 qkm, und auf Transjordanien mit der Hauptstadt Amman 57.000 qkm. Hiebei muß bemerkt werden, daß Palästiiia beute eine Einwohnerschaft von 1,100.000 Seelen hat, während Transjordanien von 250.000 Menschen bewohnt wird. Die Hauptstadt Amman hat 5000 und die größte Stadt el Kerak 18.000 Einwohner. Wieviel Menschen können in einem Lande von 80.000, respektive 27.000 qkm wohnen? Um diese Frage richtig beantworten zu können, müssen wir einige Staaten Europas als Beispiel nennen. Österreich, wo 6,700.000 Menschen wohnen, hat einen Flächeninhalt von 83.838 qkm. Hievon sind 10*5% unproduktiv und 37*4% Wälder. Obwohl also Österreich nicht größer als Palästina und Transjordanien, ja zählt man die 37* 1 ■% Wälder ab, sogar noch kleiner ist, wo!'neu doch dort gegen 7,000.000 Menschen und könnten, die Verdienstmöglichkeiten vorausgesetzt., auch 12 Millionen Menschen wohnen. Noch ein klareres Bild, im Verhältnis zu Palästina, geben Belgien und H o 11 a n d. In Belgien, das einen Flächeninhalt von 30.444 qkm hat, also nicht viel größer ist als das westlich des Jordans gelegene kleine Palästina, wohnen 8,050.000 Menschen. In Holland, welches 34.223 qkm hat, leben 7,830.000 Menschen. Belgien und Holland zusammen, welche um ein Viertel kleinor sind als Palästina und Transjonlanion, haben darnach eine Einwohnerzahl von 16,000.000 Menschen, welches der noch Polin Paßcrloichlcrungon für polnischo Staatsangehörige Abreise 1. und 8. Juli 1934 NÄHER]? AUSKÜNFTE: BÜRO Dr. S. TOCKER, I., Kiirntnorring 13. Toi. U 40-301 Die am Freitag, den 22. Juni, erscheinende „Stimme“ bringt in Ihrer ceicU itlusideden HERZL-BEILAG unter anderem Beiträge von. den ersten Mitarbeitern Theodor Herzls, sowie eine Reihe bisher unveröffentlichter Briefe, Dokumente und unbekannte Bilder aus dem Leben und Wirken des Schöpfers der Zionistischen Bewegung Zahl der Juden in der ganzen Welt entspricht! Aus diesen Beispielen kann man ersehen, daß Palästina groß genug ist, um das jüdische Problem zu lösen, — abgesehen davon, daß es viele Völker gibt, deren Bürger in Millionen in fremden Staaten leben und es keinem Menschen z. B. einfallen wird zu leugnen, daß cs einen italienischen Staat und eine italienische Nation gibt, wiewohl von den 55,000.000 Italienern nur 40,000.000 in Italien selbst wohnen. Es ist also lächerlich zu behaupten, daß Palästina solange kein Judenstaat ist, so lange nicht alle Juden dort wohnen. Auch zur Zeit des selbständigen jüdischen Reiches lebten sehr viele Juden außerhalb Palästinas und doch gab es einen Judenstaat. Einführung in aktuelle Währungsfragen III. Werden die Währungen stabil bleiben? Der letzte Artikel dieser Serie ist zu folgendem Ergebnis gelangt: Die länderweise vorhandenen, beträchtlichen Preisnieveauunterschiedo müssen im Laufe der Zeit ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich wird sich voraussichtlich in der Weise vollziehen, daß die Warenpreise in Deutschland durch Abwertung der Reichsmark und in den Goldblockstaaton durch Deflation sinken, dagegen in der Ländergruppe Amerika- England-Ja pan teils durch natürliche Konjunkturantriebe, teils durch inflationistische Maßnahmen steigen werden. Diese Prognose gilt allerdings nur unter der wichtigen Voraussetzung, daß die anglosächsischen..Währun? geh nicht neuerlich stark entwertet werden, also nicht eine Entwicklung .ein,geleitet wird, die sich vom Gleichgewicht noch weiter entfernt. Von Österreich war bisher nicht die Rede.' Das österreichische Preisniveau liegt zwischen den höheren Preisen der Goldblockländer und den niedrigeren Preisen der Sterlingländer, also ungefähr dort, wo die Abwärtsbewegung der Goldblockpreise und die Aufwärtsbewegung der Dollar-Sterling- Preise früher oder später einander treffen und das einigermaßen einheitliche internationale Preisniveau etablieren werden. Diese österreichische Position ist recht günstig, denn sie dürfte unserer Wirtschaft gestatten, ohne nennenswerte Preisbewegungen und ohne geldpolitische Maßnahmen in das künftige Gleichgewichtssystem der Währungen hinein zu wa chsen. Für den im österreichischen Wirtschaftsleben tätigen Unternehmer sind die Umlagern ngen im internationalen Preisniveau, dio nach unseren Darlegungen zu erwarten sind, mehrfach praktisch bedeutsam. Vor allem werden sie die Außenhandelschancen verändern. W enn in Deutschland und in den G o 1 dblockstaaten die Preise sinken, wird sich im Verkehr mit diesen Ländern die Lage des österreichischen Exporteurs verschlechtern und die des Importeurs verbessern. Unsere heimische Industrie wird die Konkurrenz aus den Preisdruckgebieten sowohl auf den inländischen sowie auf den ausländischen Märkten verstärkt zu fühlen bekommen. W a n n diese Entwicklung im Verhältnis zu Deutschland einsetzen wird, ist noch ungowiß, da die Abwertung der Mark — trotz der Bewegungen der letzten Tage — wohl noch einige Zeit hinausgeschoben worden kann, freilich nur um den Preis der bereits eingeleiteten drakonischen und progressiven Einfuhrbeschränkungen, die die Verhältnisse der deutschen Kriegswirtschaft. wieder aufleben lassen. In den Goldblock ländern dagegen ist der Preisrückgang zum Teil bereits eingetreten, so ist zum Beispiel der französische Großhandelsindex seit Beginn des Jahres um ungefähr fünf Prozent gefallen. In entgegengesetzor Richtung werden sich die Beziehungen der österreichischen Wirtschaft zu den Dollar- und Sterling- Ländern entwickeln. Der Exportvorteil, den die anglosächsischen Staaten ihrem gegenwärtigen Preistiefstand verdanken, wird mit der künftigen Preissteigerung immer mehr einschrumpfen. Damit wird der anglo-amerikanische Konkurrenzdruck abnehmen, der sich heute auf allen Märkten fühlbar macht. Der österreichische Export wird dadurch Raum gewinnen, wogegen es in vielen Fällen unrentabel werden wird, Waren anglosächsischer Provenienz nach Österreich zu importieren. Zusammenfassend läßt sich also sagen: Die österreichischen Export Chancen werden sich gegenüber Deutschland und den Goldblockstaaten verschlechtern,, gegenüber den Vereinigten Staaten und dem sogenannten Sterling-Klub dagegen verbessern. Die Importbedingungen werden sich in entgegengesetzter Richtung verschieben. Wir wollen nun noch versuchen, eine Frage zu beantworten, die im Publikum immer wieder gestellt wird und namentlich die Besitzer valutarischer Anlagewerte mit steter Sorge erfüllt: Werden die Währungen stabil bleiben? Das Schicksal der Reichsmark ist bereits gestreift worden. Da in Deutschland weder die währungstechnischen noch die sozialen Bedingungen für eine großzügige Deflation (etwa nach Brünings Muster) gegeben sind, ist die Markabwertung auf die Dauer unvermeidlich. Die Reichsregierung schiebt diese Maßnahmen noch hinaus, weil sie aus der vorläufigen Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes Vorteile, namentlich für die Behandlung der Auslandsschuldenfragen erwartet, trotz des für Deutschland sehr ungünstigen Abschlusses der Transferkonferenz. Die Regierungen der Go 1 d b 1 o c k 1 ä nd e r haben wiederholt in feierlicher Weise ihre Absicht bekundet, die Goldparität nicht preiszugeben. Die Goldreserven dieser Länder sind so groß, daß dio technischen Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Währungsstabilitüt unter allen Umständen gesichert sind. Zwei Momente aber könnten eine neue Situation schaffen: Erstens könnte in einem oder dem andern Goldblockland eine politische Gruppe zur Herrschaft kommen, die eine Abwertung anstrebt. Das ist freilich äußerst unwahrscheinlich. In den demokratischen Staaten, also in Frankreich, Holland, Belgien und der Schweiz müßte sich ein solcher währungspolitischer Umschwung lange vorher ankündigen. Nun gibt es heute in diesen Ländern keine einflußreiche politische Partei, die sich zur Währungsabwertung bekennen würde. Das gilt auch von der Schweiz, deren Währung in den letzten Monaten viel diskutiert worden ist, in der aber realpolitisehe Möglichkeiten für eine Änderung des gegenwärtigen Reglerungakurses in Währungssachen bisher nicht einmal anaatzweise sichtbar geworden sind. In den autoritär regierten Staaten Italien und Tölen kommt zwar ein IJerrsehaftswechscl nicht in Betracht, immerhin wäre aber hier im Gegensatz zu den demokratischen Ländern eine ganz plötzliche Änderung der währungspolitischen Regierungsabsieht.cn denkbar. Für Polen können wir diese Möglichkeiten aussehließen. Von allen Goldblockländern hat Polen heute vielleicht die gesündeste Währung. Das ist nicht, etwa einer besonderen Rigorosität der polnischen Einfuhrregelung zuzuschreiben; auch andere Länder haben es in diesem Punkt nicht an Energie fehlen lassen, ohne natürlich damit für die Währung das mindeste zu erreichen. Die günstige polnische Währungslage hat vielmehr ihren Grund ausschließlich in der jahrelang festgehaltenen streng deflationistischen Politik der polnischen Notenbank. Diese Politik hat dazu geführt, daß Polen heute niedrigere Preise hat: als alle andern Goldbloekländcr und daher die verhältnismäßig geringsten Anstrengungen wird machen müssen, um die in unserem letzten Artikel angedeutete Linie des künftigen Weltpreisniveaus zu erreichen. Bleibt Italien, das heute wohl den schwächsten Abschnitt der Goldblockfront bildet. Hier müssen wir uns mit der Feststellung begnügen, daß die Absicht der italienischen Regierung derzeit zweifellos mit größter Energie auf die Verteidigung der Goldparität gerichtet ist. Zweitens könnten die Goldblockwährungen durch ein neuerliches Abgleiten des Dollars und des Pfundes in Gefahr geraten. Eine weitere starke Abwertung der angelsächsischen Währungen könnte die Goldblockländer zur Preisgabe der Goldparität zwingen, da sie andernfalls Deflationsopfer auf sich nehmen müßten, die vielleicht nicht mehr tragbar wären. Das Schicksal der Goldblockwährungen ist also abhängig vom Schicksal des Pfundes und des Dollars. England hat durch seine Haltung im letzten Jahr deutlich gezeigt, daß es zwar Kursänderungen des Pfundes an und für sich nicht anstrebt, aber das Pfund dennoch weiter sinken lassen würde, wenn die Vereinigten Staaten oder eventuell auch nur Japan die Entwertung ihrer Währungen in größerem Maßstab .wieder aufnehmen würden; mit kleinen Kursschwankungen etwa nach dem Muster der letzten Woche ist beim Pfund dagegen immer zu rechnen. Ame rik a und Japan haben also die Schlüsselstellung des ganzen Weltwähriingssystem» inne. Präsident Roosevelt ist der Währungsexperimente zwar anscheinend müde geworden, es bleibt aber eine offene Frage, ob er seine Haltung nicht neuerlich ändern und ob er dauernd in der Lage sein wird, sich durchzusetzen. Die japanische Entwicklung schließlich entzieht sich überhaupt jeder Voraussage. Wir fassen zusammen: Bleiben Dollar und Yen im wesentlichen stabil, so werden auch (mit geringfügigen Schwankungen) das Pfund und — abgesehen von einer möglichen Sonderpolitik Italiens — die Goldblockwährungen stabil bleiben, falls in den demokratischen Ländern des Goldblocks nicht grundlegende politische Umwälzungen stattflnden. Ein Sinken des Dollars, vielleicht auch schon ein Siuken des Yen, wird ein Abgleiten des Pfundes nach sich ziehen, überschreitet diese Bewegung ein gewisses Ausmaß, so dürften auch die Goldblockwährungen oder doch einzelne von ihnen, mitgerissen werden. Wichtig für Poienreisende! Wer angenehme und billige Ferien in Polen verbringen will, der soll die bewährten Sonderfahrten des polnischen Verkehrsbiiro „Frnncopol“, Wien, ITT., Rennweg 1 (Tel. U 16-4-90), benützen. Aufenthaltsdauer 4 bis 6 Wochen. Paßbegünstigungen auch für polnische Staatsangehörige. BESUCHEN SIE DIE XIV. INTERN. OST¬ MESSE IN K.W9W (Polen) 1. bis 16. September 1934 Sie gehört zum Verbände der ersten Messen und ist von dieser als größte im Osten Euiopas, sowie als vorzüglicher Coeffizient im internationalen Warenaustausch anerkannt. Zahlreiche Begünstigungen, wie einfuhrfreie Contingente, Fahrt- und Flugermäßigungen. Visa gratis, Zollerleichterungcn, usw. Nähere Auskünfte t Die Generalrepräsentanz der Internatlonelen Oatmesse In tow, Po.n. Verkehrsbüro „Francopol“. Wien, III., Rennweg 1, Telephon U 16-4-90

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