Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 357 (1.6.1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE STIMME Nr. 357 — 1. Juni 1984 tuierende Sitzung des neuen K u 1tusrates statt. Der Kultusrat war auf Grund eines Kompromisses zwischen den Zionisten und den anderen jüdischen Gruppen gewählt worden, und zwar hatten die Zionisten mit Rücksicht auf die allgemeine Situation von einem Wahlkampf abgesehen und sich mit 14 Mandaten zufrieden gegeben. Die Nichtzionisten erhielten 10 Mandate. Zum Präsidenten der Gemeinde wurde einstimmig der bekannte Grazer Zionist und bisherige Präsident der Gemeinde, Herr Dr. Robert Sonnenwald, wiedergewählt. Als Vizepräsidenten fungieren die Herren Gustav P o 11 a k (konservativ) und Karl Schwarz (Zionist). In den Vorstand wurden von zionistischer Seite noch die Herren Elias Grünschlag, Oskar Freudmann, Alfred Klein und Milan Freiberger entsandt. Herr Präsident Dr. Sonnenwald betonte in seiner Antrittsrede, daß er die Geschäfte der Gemeinde als aufrechter Jude und bewußter Zionist, aber selbstverständlich in streng objektiver Weise führen werde; auch die beiden Vizepräsidenten betonten, daß die Arbeit wie bisher in objektiver und sachlicher Weise geführt werden müsse. Hernach erfolgte die Wahl in die einzelnen Sektionen. Neu geschaffen wurde die Palästina-Sektion, die sich mit der Alijah zu beschäftigen haben wird. Bei der konstituierenden Sitzung wurden 100 S für den „Jüdischen Nationalfonds“ gesammelt. Dr. L i c h t e n s t e i n. * Das Zionistische Landeskomitee hat an Ing. Landau folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Ingenieur! Das Landeskomitee für Österreich hat mit großem Bedauern davon Kenntnis genommen, daß Sie Graz verlassen und benützt diesen Anlaß, um Ihnen für Ihre vieljährigen, treuen, zionistischen Dienste den besten Dank auszudrücken. Das Emporblühen der Zionistischen Ortsgruppe Graz ist im wesentlichen Ihr Verdienst. Unsere besten Wünsche begleiten Sie in Ihrem neuen Wohnsitz.“ JÜDISCHER KALENDER i.—7. Juni 1934 18.—24. Siwan 5694 Freitag 1. Sabbath-Eingang 7 Uhr 40 Samstag 2. Sabbath-Ausgang 8 Uhr 40 Wochenabschnitt: Behaalothcha LOKALCHRONIK Zionistischer Vortragskalender Freitag, den 1. Juni 1934 1. Bezirk: Touristik- und Skiklub Hakoah, I-, Wiesingerstraße 11, 9 Uhr abends: Dr. Tulo Nussenblatt: „Heine-Disraeli-Herzl“. (Jüdisches Gefühl über Politik und Literatur.) Montag, den 4. Juni 1934 1. Bezirk: Sektion I., Caf6 Rabl, I., Wallnerstraße 2, 8 Uhr abends: Rabbiner Dr. Murmelstein: „Seminar über jüdische Geschichte“. 2. Bezirk: Sektion II und Klub „Erez Israel“, II., Praterstraße 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer: „Seminar über jüdische Geschichte“, 8 Uhr abends. 14. Bezirk: Wizo und Sektion Meidling, XIV., Sechshauserstraße 52, 8 Uhr abends: Frau Dr. Sophie Lövenherz: „Frauennotdienst“; Dr. Nathan Blauer: „Fürsorge“; Dr. Z. F. Finkelstedn: „Leitartikel“; Dr. Ajdda Kestenbaum: „Die Bedeutung der Frau für den Palästinaaufbau“; Dr. Tartakower: „Erez Israel in Wort und Bild“. Dienstag, den 5. Juni 1934 2. Bezirk: Sektion H und Klub „Erez Israel“, II., Praterstraße 13, 8 Uhr abends: Seminar über jüdische Geschichte, unter Leitung von Doktor T. Nussenblatt. 6. Bezirk: Sektion VI/VII und Wizo, VI., Lo* quaiplatz 11, 8 Uhr abends: Kurs für jüdische Geschichte, unter Leitung von Dr. R. Taussig. 1. Bezirk: Sektion III, Wiener Ring-Cate,!., Stubenring 18, 8 Uhr abends: Vortrag. 18. Bezirk: Sektion Döbling, Caf6 Döblingerhof, BiHrothstraße 89, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Isidor Klaber: „Was soll aus der jüdischen Jugend werden?“ Mittwoch, den 6. Juni 1934 6. Bezirk: Klub junger Zionisten, VI., Loquaiplatz 11, Geselligkeitsabend mit Vortrag, 8 Uhr abends. Donnerstag, den 7. Juni 1934 6. Bezirk: Zionistische Bezirkssektion VI/VII, VI., Loquaiplatz 11, H9 Uhr abends: Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomitees: „Die nationalen und politischen Probleme des Judentums“. Sterbefall: Montag, den 28. Mai, starb nach langem und schwerem Leiden Herr Josef Schmer ler, Vater unseres bewährten Gg. Dr. Abraham Schmerle r, im Alter von 76 Jahren. Die Zionistische Bezirkesektion Leopoklstadt spricht aus diesem Anlaß ihrem Präsidenten, Dr. Schmerler, das herzlichste Beileid aus. Zionisten! Unterstützt den Stadtkibbuz des jü" dischen Jugendbundes Gdud-Z’irim. Schaffet Arbeit! für Schneider, Schuhmacher, Tapezierer, Tischler, Elektriker, Mechaniker, Chauffeure, Friseure, Zimmermaler und Anstreicher. Wenden Sie sich bei Arbeitsvergebung aller Art an uns. Stadtkibbuz der Gdud-Z’irfm Wien, n., Ferdinandstraße 4/9. Tel. R 45-0-91 Dem Mitglied unseres Vorstandes, Herrn Marjan Frisch, gratuliert herzlichst zu seiner Verlobung mit Fräulein Stella Schwetzer, Die „Zion. Bez.-Sektion Leopoldstadt“ und „Club Erez Israel“. „Histadruth Ivrith“, II., Kleine Mohrengasse Nr. 3. Samstag, den 2. Juni, H9 Uhr abends, im Heim, II., Kleine Mobrengasse 3, Fortsetzung des „Mispath sifruthi“. Es kommen diesmal zum Worte: die Verteidiger, die Zeugen, die Experten; schließlich folgen die Repliken der Ankläger und Verteidiger und die Verkündigung des Urteils. Seminar für neuhebräische Literatur: 7 Uhr abends. (Auerbach.) Die Arbeit des Keren Kafemeth Wien, 1., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-3-20. Postsparkassenkonto A 100.208, Kfar Ussischkin Bisherige Eingänge der Gruppen (alphabetisch geordnet): Baden 67.60, Brith Bilu 100.—, Bruck-Neudorf 120.—, Chajes-Realgymnasium 103.50, Eisenstadt 23.80, J. A. V. Emunah 112.03, Gdud Zirim 3.20, Histadruth Gordonia 131.31, Innsbruck 74.24, Z. M. V. Jedidäa 100.—, Haschomer Hadati 36.—, Hasch. Hazair 57.32, Hechaiuz 49.80, Herzl-Klub 275.20, Jüd. Pfadfinderbund Österreichs 106.97, Judenstaatspartei 66.—, Jugendgruppe Hietzing 49.30, Jugendverband radikaler Zionisten 25.—, Mirjam 222.20, Misrachi 196.80, Mödling 48.60, Union der Zionisten-Revisionisten 15.—, Sektion I. 451.24, Sektion II. 780.10, Sektion Prater 405.93, Sektion III. 399.60, Sektion IV/V. 213.—, Sektion VI/VII. 246.72, Sektion VIII/IX. 336.20, Sektion X 31.—, Sektion XII/XV 91.01, Sektion XIII. 264.09, Sektion XVIII. 684.47, Sek- XIX. 89.—, Sektion XX. 260.28, Tcheleth Lawan 147.63, Techniker-Verband 18.—, Tischgesellschaft Meidling 237.—, Verband radikaler Zionisten 800.—, „Wizo“ 1736.10, Zirenu 540.78, ZwischenbrUcken 25.30, Zirej Mierachi 18.80. Die Gruppen und Einzelpersonen werden dringend ersucht, die bisherigen Sammlungen abzurechnen und die Gelder an den Keren Kajemeth abzuführen. Dies ist auch aus dem Grunde notwendig, damit die Spender in der „Stimme“ ausgewiesen und in das Verzeichnis der Personen aufgenommen werden, die in dem Sefer Sikaron (Gedenkbuch) veröffentlicht werden sollen. Wir machen darauf aufmerksam, daß Sammler von mindestens S 100.— ebenfalle in das Gedenkbuch eingetragen werden. Die Mitarbeiter werden daher sehr ersucht, die von ihnen gesammelten Beträge auf mindestens S 100.— zu ergänzen. Garten „Cajes-Realgymnasium“ Mit den in dieser Woche eingegangenen weiteren 8 75.— sind für diesen Garten bishei insgesamt S 614.57 eingegangen. Jahreszeitspende Frau Esther Schwarz spendet einen Baum auf Namen ihrer Mutter Perl Schwarz s. L. zum Todestag am 18. Sivan im „Stella Meller- Garten“. Richtigstellung Durch ein Versehen wurde das Resultat der Büchsenleerung bei Frau Helene Saas, Säumegasse 10, per S 16.60 im letzten Büchsenausweis nicht veröffentlicht. Wir tragen dies hiemit nach, BUchsenleerung Die neue BUchsenleerung findet Mitte Juni statt! Es werden daher alle Gruppen aufgefordert, die März-Leerung endgültig abzurechnen und alle eingegangenen Beträge an den Keren Kajemeth abzuführen. Bevorzugung zionistischer Mitarbeiter und Spender bei Erteilung von Zertifikaten Die Zionistische Exekutive hat an die Palästinaämter einen Erlaß gerichtet, in welchem angeordnet wird, daß in die Fragebogen, die jedem Oleh ausgefolgt werden, folgende Fragen aufgenommen werden sollen: 1. Hat er für Keren Hajessod gespendet, wo, wann und wieviel? 2. Hat er an den Aktionen zugunsten des Keren Kajemeth und in welcher Form mitgewirkt? 3. Hat er an einer anderen zionistischen Tätigkeit teilgenommen? Gebühren des Palästina-Amtes zugunsten des Keren Kajemeth Auf Grund der Verfügung der Exekutive und im Sinne der Vereinbarung zwischen dem österreichischen Keren Kajemeth und dem Palästinaamte sind an den Keren Kajemeth bisher S 139.10 abgeliefert worden. Silbernes Buch des Keren Kajemeth Dina Spiegel durch den Jugendverband radikaler Zionisten (Nr. 232). Amtüche Verlautbarungen der Israelitischen Kultusgemelnde Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (Schülerinnen). Samstag, den 2. Juni d. J., um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Vereins-Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2. und 9. Bezirke. Samstag, den 2. Juni d. J., um %5 Uhr nachmittags, im Leopoldstädter- Tempel, II., Tempelgasse 5, und in der Vereins- Synagoge, IX., Müllnergasso 21. 3. Gottesdienste für die reifere Mittelschuljugend (IV. bis VIII. Klasse). Freitag, den 1. Juni d. J., um 6 Uhr 30 Minuten abends, im Stadttempel, I., Seitenstettengasse 4; Ansprache Dr. Emil Lehmann über das Thema: „ Der Gemeinschaft&gedankc im Judentum“; und in der Vereins-Synagoge, VIII., Neudeggergasso 12, Ansprache Studienrat Rabbiner Dr. M. Bauer über das Thema: „Die soziale Gesetzgebung der Bibel“. Mädchen-Konflrmation. Die Konfirmation der Mädchen in den Gemeindetempeln findet im Jahre 1934 an folgenden Tagen statt: 1. Bezirk: (Stadttempel) Seitenstettengiasse 4, Sonntag, den 3. Juni, um 10 Uhr vormittags. 2. Bezirk: (Leopoldstädter- Tempel) Tempelgasse 5, Sonntag, den 10. Juni, um 10 Uhr vormittags. 15. Bezirk: (Fünfhauser-Tempel) Turnergasse 22, Sonntag, den 17. Juni, um 10 Uhr vormittags. 16. Bezirk: (Ottakringer-Tempel) Hubergasse 8, Sonntag, den 10. Juni, um 9 Uhr vormittags. FILMNACHRICHTEN „Ahasver“ Nach den Großiilmen „Das Privatleben Hein* rieh VIIT.“, Bergner-Film „Katharina dio Große“, bringt jetzt die englische Filmproduktiou, den Conrad-V e i d t -Großfilm „A h a sver, der ewige Jude“, hervor, dessen Handlung sich über zwei Jahrtausende erstreckt. Die Premiere dieses Films findet dem-» nächst im Schwedenkino statt. Wilhelm Teil Die Gestalt des Schweizer Freiheitsheldort steht im Mittelpunkt eines Großfilms, dessen Uraufführung in einem Wiener Premierentheater stattfindet. Die Titelrolle spielt Hang Marr, den Geßler spielt Conrad Veidt. Grinzing wieder hoch ln Mode! Seit der Wiedereröffnung Pataky's Wundergarben, Endstation Hohe Warte (Grinzingerstraße 68), bemerkt man einen viel lebhafteren Ausflugsverkehr nach dieser paradiesischen Gegend. Denn durch das Entgegenkommen bei der Festsetzung der Preise ist es jedermann heute möglich, sein Abendessen bei bester Zigeunermusik und Gesang in einem erstrangigem Lokal einzunehmen. Wenn es Pataky gelang, trotz der Kriso und der für Geschäftsgründungen ungünstigen Zeit mit diesem Unternehmen einen vollen Erfolg zu erringen, so ist d'ese Tatsache allein Bürge für die Erstrangigkeit des Gebotenen. Man kommt bei einem Besuche unbedingt auf seine Rechnung, der verwöhnteste Besucher verläßt hochbefriedigt das Haus, seine Erwartungen werden gewöhnlich übertroffen! Scha—. Der Sonderzug nach Polen ist am 17. Mai, pünktlich um 8.30 Uhr vormittags, vom Nordbahnhof abgegangen. Die Reiseteilnehmer waren in bester Stimmung. Am 4. Juni 1934 ist die Ankunft neuer Gäste aus Polen zu erwarten. Diese Fahrt wird vom Syndikat der Journalisten in Lemberg organisiert (Sekretariat: Büro E. Ferstel, I., Kärntnerring 12, Tel. U 40-301). An dieser Fahrt nehmen auch Gäste der „Czernowitzer Allgemeine Zeitung“ teil. Aus Tante Mary’s Abschiedsbuch. W. D. Der Zweck, das Kind durch Milieuwechsel „Kinid werden zu lassen“, ist vollkommen erreicht. Durch mehrmalige Einsicht in das Leben des Kinderheimes konnte ich mich überzeugen, daß die Kinder hier bestens aufgehoben sind, die Lage des Heimes mit dein prachtvollen Garten von überdimensionaler Größe kann als ideal bezeichnet werden. Flüchtling der seine Wohnungseinrichtung in Deutschland zurücklassen mußte, bittet um Überlassung von notwendigsten Einrichtungsgegenständen. Frdl. Zuschriften an Berthold Schulz, II. Obere Donaustraße 4ja/2j £ Junger tüchtiger Werkmeister der Strick- und Wirkwarenbranche, sechs Jahre in Stellung, sucht sich im In- oder Auslande, eventuell Palästina als solcher zu verändern. Zuschriften an: Joset Katz, Wien, Vl.y Marlahllferstraße 99/27 Haustausch Wien-Palästina Tausche Wiener Haus mit Garten, freier großer Wohnung und gutgehendem Geschäft auf Hauptstraße mit einem Haus in Palästina, Ort egal. Auskunft: Adm. „Die Stimme“ und Tel. A 26-7-53 und B 45-125 U Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—. Tschechoslowakei vierteljährlich K( 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck-Konti: Österreich Nummer D 113.546, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Österreich, Wien, I.. Kärntnerstraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Rudolf Glücklich, Wien, I., Kärntnerstraße 28. — Druck: Vernay A.-G., Wien, IX., Canisiusgasse 8—10. Sekt* Döbling, im Cafd Döblingerhof, Billrotfastr.49 Dienstag, 5* Juni, 8 Uhr abends Große Werbeversammlung Dr. Leo Goldhammer, Dr. Isidor Klaber: „Was soll aus der jüdischen Jugend werden?