Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 352 (11.5.1934)
- Date
- 1934-05-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.'331. - 11. Ma» 1934 DIE STIMME Seite 7 In jedes jüdische Haus die „Stimme11! AUS DEM DRITTEN REICH Staats Presseamt sorgt für Greuel Lektüre Darmstadt, 7. Mai. Das S t, a a tspresac a ni t, teilt mit „Der jüdische Handelsmann Wilhelm Kahn aus Fricdberg wurde in das Konuntra f i o n s 1 a g e r gebracht, weil er mit einem arischen Dienstmädchen geschlechtlich ver kehrte und auch andere Frauen und Mäd dien unter Angebot von Geld zum Ge schlechtsverkehr zu bewegen versuchte.“ Es ist bekannt, welcher Unfug mit M< düngen über angebliche geschlechtliche Ausschweifung von Juden getrieben wird oft wurde zum Beispiel die gesamte jüdische Angestelltenschaft in Warenhäusern unter der Beschuldigung, die weiblichen arischen Angestellten belästigt zu haben, fristlos ent lassen und zum Teil in Konzentrationslager gebracht. Anläßlich des Ablebens meiner unvergeßlichen tyutter Frau Charlotte Klaber geb. Preis sind mir von vielen Korporationen und Freunden, Peweise tiefen Mitfühlens zugekommen, sodaß ich außerstande bin, einzeln zu danken, ich sage daher allen auf diesem Wege meinen aufrichtigsten Dank. Dr. Isidor Klaber and Familie Wien im Mai 1931 Judenstämmllng als NSDAP," Gauleiter „Neuer Vörwärts“ erzählt unter anderem Au der Parteispitze für den Gau Mitteldeutschland stellt das Reichsratsmitglied, preußisches Staatsratsmitglied und der Inhaber vieler öffentlicher Titel, Jordan (Halle). Aus seiner Geburtsgemeinde stammt auch der evangelische Ortsgeistliche Gen thien, der in Trotha bei Halle wirkt. Genthien hatte bei Jordans Großvater den jüdischen Pferdefuß entdeckt und sorgtj für Bekäpntwerden seiner Entdeckung. Er büßte sein Bemühen um rasche Reinigung der NSDAP-Fiihrerelitj mit mehreren Tagen Haft. Die Kirchenbücher der gemeinsamen Geb.urtsgenieinde von Jordan und Genthien sind seitdem unauffindbar. bespitzelte Briefe Die Staatspolizeisteile Dortmund teilt mit: Kürzlich wurde der jüdische Handelsvertreter Max Hufnagel aus Dortmund vorläufig festgenommen, weil er ein Schreiben an eine Adresse in Frankreich gerichtet hatte, das erdichtete Vorfälle über geheime Judenverfolgungen, Verunglimpfung der Mitglieder der Reiohsregierung usw. enthielt. Bei seiner Vernehmung durch die Staatspolizei Dortmund blieb dem Festgenommenen nichts anderes übrig, als e i n Geständnis abzulegen. Der Täter wurde dem Richter vorgeführt, der sofort Haftbefehl gegen ihn erließ. Julius Streichers Krieg Julius Streicher hat dem Berichterstatter der „Liberty“, Jacques P1 o n c a r d, ein Interview gewährt. Streicher sagte: „Warum überhaupt Krieg? Wenn ein neuer Krieg .'lusbriQht, haben ihn die Juden gewollt, wie sie den letzten Weltkrieg angezettelt haben.“ Jacques Pioncard schreibt in seinem Bl^tt: „Ich lege Wert darauf» diese Erklärung Streichers wiederzugeben, denn sie wird von vielen deutschen geteilt,. Die? ist dje neue Methode, Deutschland? „Unschuld“ dar^ulegen. ★ Aus Franken und Schweben D}e Juden in den kleineren Städtep Mittelfrankeps, die Julius Streichers M o r d t, e r r o r auf Tod und Leben ausgeliefert sind, leben in einem Zustand unaufhörlicher Panik. Seit dem Pogrom in Günzenhausen und ähnlichen Ausschreitungen in anderen Orten Mittelfrankens hat unter den Juden Mittelfrankens eine Bewegung zur Auswandorung nach anderen Provinzen eingesetzt. Nunmehr veröffentlicht Julius Streichers Organ „Der Stürmer“, Nürnberg, die folgende Warnung: „Eine Warnung an gewisse Emigranten. Verschiedene Juden aus Mittelfranken, die scheinbar ein schlechtes Gewissen haben, glauben, da 1.1 Öttingen (Schwaben) fiir sie eine Zufluchtsstätte sei. Die gesamte deutsch- und damit, anständig denkende Bevölkerung von Öttingen lehnt den Schimpf, für diese Sorte von Menschen eine Zufluchtsstätte zu sein, mit heller Entrüstung ab und wird sich gegen den in jeder Beziehung unerwünschten Zuzug zu wehren wiesen.“ Bassermann verläßt die Bühnen■ genossenschaft Wie aus Berlin gemeldet wird, ist Albert Bassermann aus der deutschen Bühnengenossenschaft ausgetreten, weil die Theaterkammer das Auftreten seiner Frau, Else Bassermann, nicht erlaubte, da sie von Juden abstamint. Bassermann hat die Absicht, eine große Tournee durch Deutschland zu unternehmen, aufgegeben. Eine deutsche Zeitung über den Aufschwung der Orangenkültur ln Palästina Im „Berliner Lokalanzeiger“ beschreibt H. J. von Bassewitz in einem „Im Lande der Goldorangen“ überschriebenen Bericht aus Jaffa an Ha,n<l von Ziffern die außerordentliche Entwicklung der Orangenkuitur in Palästina! Dieser glänzende Aufschwung im Orangenhau und damit in der Gesamtwirtschaft Palästinas, schreibt der Verfasser, ist der jüdischen Einwanderung zu danken. Allerdings ist dieser Aufschwung durch einen mächtigen Zustrom von Geld aus dem Auslande erst angekurbelt und laufend unterstützt worden. Es sei als Beispiel erwähnt, daß die Bankdepositen in diesem kleinen Laude heute elf Millionen Pfund Sterling betragen und allein während des Jahres 1933 um fünf Millionen Pfund Sterzugenommen haben, während andere in der letzten Zeit ihren Sport ohne Led e r einzige, den in Wien b e- und das Dach dieser Kabinen, das vollständig vermorscht ist, müssen berge richtet werden und sind die Sektionen nicht imstande gewesen, 'bensgefa.hr auszuüben. Dieser Platz ist die jüdische Jugend s i t z t. Ich trete daher an die jüdische Öffentlichkeit mit der Bitte heran, uns hei diesem Bau, der enormes Geld kostet, zu unterstützen und uns ff o 1 z, B 1 e c h, Zement, B a umatcri al und Geld zu spenden, um Ende August eine ebenso .spielfähige Anlage wie alle anderen Vereine zu besitzen. Stimme“ ist bereit, Spcnvcrüffentliehcn und wervon der Hakoah sofort Die Redaktion der , den allwöchentlich zu den Materialspcndcn abgcholt. Anregungen, welcher Art immer, werden gerne im Klubheim der Hakoah, L, Wicsingerstraße 11, Tel. R 25-0-10, entgegengenommen. Auch freiwillige Mitarbeiter beim Bau des Platzes mögen sieb .an obige Adrcese wenden. Es ist Pflicht jedes einzelnen, diese eminent wichtige Sache zu unterstützen. Dr. Theodor Schmidt, das österreichische Mitglied des Internationalen olympischen Komitees, besuchte Palästina, um die dortigen Sportverhältnisse zu studieren. Zii Ehren Dr. Schmidts veranstaltete der Magistrat, der St.adt Tcl-Aviv am 17. März einen Empfang, Pension Eckstein ring bei dem Dr. Schmidt über die Olympischen Spiele in Los Angeles und über die olympische Idee der Neuzeit referierte. Dr. Schmidt, welcher die Ehrennadel der Hakoah Wien trug, äußerte Pressevertretern gegenüber, welch starken Eindruck der sportliche Geist unter der jüdischen Jugend Palästinas und die Organisation des Makkabi auf ihn gemacht hätten. LOKALCHROWK Umschulung von Palästina• Interessenten Jüdische Meister in den verschiedenen Branchen, welche Palästina-Interessenten in ihren Betrieben umzuschulen in der Lage sind, werden gebeten, sich umgehend mit der Wirtschaftsstelle des Palästina? Amtes in Verbindung zu netzen. Sprechstunden: Dienstag und Donnerstag, 141 bis 148 Uhr abends, Wien, I., Kärntnerstraße 28. 1 Orientläuder den Geldmangel fühlen. Der zionistische Bodenankaufsfonds verfügt über mächtige, in der ganzen Welt gesammelte Summen und hat den arabischen Grund besitzern für den Boden nie zuvor erreichte Höchstpreise gezahlt. Oft haben die Araber einen Teil ihres Gartenlandes verkauft, um mit dem stattlichen Erlös, ermuntert durch das Vorbild der Juden, ihren Restbesitz, auf dem sie bisher vielleicht Getreide bestellten, nun in lohnendere Orangengärten umzuwandeln. Diese Zahlen zeigen, daß die Araber bei diesem Vorgang nicht verarmt und verdrängt, sondern mitbereichert werden. JÜDISCHER SPORT Uahoah'Platz Im Umbau Vom geschäftsführenden Vizepräsidenten Robert Glücksmann Im Zuge des 25jährigen Jubiläums der Hakoah wird vom Klub d6r Hakoahfreunde, der seinerzeit durch den Sturm unbrauchbar gewordene Platz vollständig renoviert. D^s Spielfeld wird von der Firma Stingl, die den Stadionp^atz gemacht hat, vollständig neu apgelegt und wurde bereits mit den Arbeiten begonnen. Ebenso die Sprunganlagen und Laufbahn. Der Freiwillige Arbeitsdienst, hat die Anlage der neu zu schaffenden Sitzplatzanlage übernommen und wird auf dem Platz der ehemalien Tribüne durch Überführung des Erdwalles, der sich beim Hockeyplatz befindet, eine traseenförmige Sitzpjatzanlage für 2000 Personen errichtet. Die Kabinen, die dem Einsturz nahe sind, Zionistischer Vortragskalender Samstag, 12. Mai: 6. Bez.: Sektion VI/VII, VI., Loquajplatz 11, 9 Uhr abends, Lag-B’oiper, Teeabend. 13. Bez.: M. M. V. Mirjam, Seniorengruppe, XIU., Cafe Hietzingerhof, Hietzinger Hauptstraße 22, 7 Uhr abends: Gesellsebaftsabend mit Tanz (Gartenfest). Preis der Karten inkl. Konsumation S 2.50. Baden b. Wien: Herzl-Feier. Festrede: Dr. Z. F. . Finkel-stein. 2. Bez.: Klub „Erez Israel“ und Akademischer Verband Allg. Zionisten, 1I„ Praterstraße 13, 7 Uhr abends: Geeelligkeitsabend. Montag, 14. Mai: 1. Bez.: Sektion I, Cafe Rabl, I., Wallnerstraßo 2, 8 Uhr abends: Rabbiner Dr. Murmelstein: „Seminar über jüdische Geschichte.“ 2. Bez.: Sektion II und Klub „Erez Israel“, II., Praterstraße 13, Rabbiner Doktor K. Kupfer: „Seminar über jüdische Geschichte.“ 8 Uhr abends. 12. Bez.: Sektion XII, Cafe Niederhof, XII., Rosaliagasse 1, Dr. Paul Berger:, „Moderne Jugendbewegung“. 20. Bez.: Sektion XX., Jägerstraße 30, 8 Uhr abends: Vortrag. Dienstag, 15. Mai: 2. Bez.: Sektion II und Klub „Erez Israel“, II., Praterstraße 13, 8 Uhr abends: Seminar über zionistische Geschichte unter Leitung Dr, T. Nussenblatt. Ö. Bez.: Sektion VI/VII und Wizo, VI-, Loqpajplatz D» 8 Uhr abends, Kurs für jüdische Geschichte unter Leitung Dr. R. Taussig. 20. Bez.: Wizo, XX-, Jfigerstraße 30, 8 Uhr abepds: Vortrag. Mittwoch, 16. Mai; 6. Be?.: Klub Junger Zionisten, VI., Dofiu*iplatz 11, Geselligkeiteabend mit Vortrag. 10. Bez.: Sektion X., Hapengasfe 17, Einwoihungsfeier des neuen Heims. 8 Uhr abends. Festredner: Dir. Dr Viktor Kellner. 17. Bez.: Sektion XVI/XV1I und Wizo, XVII., Fraueugasse 27, halb 9 Uhr abends: Gesprochene Zeitung: Frau Dr. G. Blauer: „Gegenwartsprobleme im Zionismus.“ Fr. Bianca Federn: „Kulturelle Frauenarbeit in Palästina.“ Doktor Paul Berger: „Moderne Jugendbewegung.“ Dr. Ludwig Kübin: „Kfar Ussiechkin.“ Donerstag, 17. Mai: 6. Bez.: Sektion VI/VII und Frauengruppe, VI., Loquaiplatz 11, 149 Uhr abends:. Dr. Josef Löwenherz: „Die Aufgaben und Leistungen der Kultusgemeinde in der Gegenwart.“ o-* Jüdische Volkspartei Österreichs. Sonntag, den 13. Mai, um 10 Uhr vormittags, im Herzl-Saal, I., Werdertörgasse 14: Aüßerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Statutenänderung. Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. Histadruth Ivrith, II., Kleine Mohrengasse Nr. 3. Samstag, den 12. d., um 8.15 Uhr abends, Vortrag des Herrn Schlöms Auerbach über: Hanschoreres Rachel. Seminar für neuhebräische Literatur, 7 Uhr abends. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Prater&traße 3, veranstaltet in den Schawueth-Fcst-en Sonntag, den 20., und Montag, den 21. Mai, in den eigenen Räumen einen FESTGOTTESDIENST, zu dem sämtliche Mitglieder eingeladen werden. Neuer hebräischer Kurs in der Zionistischen Bezirkssektion Geopoldstadt. Donnerstag, deu 10. Mai, begann ein neuer hebräischer Anfängerkurs (Lehrer Herzberg). Der Kurs wird jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 9 Uhr abends gehalten. Anmeldungen täglich von 5 bis 10 Uhr abends im Sekretariat der Sektion. Orchesterkonzert. Das Symphonieorchester des „Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs“ veranstaltet M o ntag, den 14. Mai 1934, um 8 Uhr abend? im Festsaal des Militärkasinos, Wien, I., Schwarzenberg-Platz 1, unter Loitung des Dirigenten Dr. Kurt Pahlen und unter Mitwirkung des Wiener jüdischen Gesangsvereines ein Festkonzert mit folgendem Programm: Felix Mendelssohn-Bartholdy: ni. Symphonie; Felix Mendelssohn-Bartholdy: Psalm 114; Karl Goldmark: „Frühilngsbymne“; Karl Goldmark: Scherzo; Karl Goldmark: „Sa-kuntala“, Ouvertüre. „Ofner“ Die drjtte P’gischah findet Möptag, den 14. Mai, pünktlich 149 Uhr abends, im Heim der Lese- und Redeha-Ue, IX., Türkenstraßo 9, statt. Programm: Bericht über Erez Israel; Bericht über die hebräische Bewegung; Vorlesung aus dem Buche Nehemia; gemeinschaftlicher Gesang hebräischer Lieder; Omer-Angelegenheiten. Zutritt auch für Gäste, sofern sie