Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 348 (27.4.1934)
- Date
- 1934-04-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 348. 27. April 1934 DIE STIMME m Seite 7 MITTWOCH, DEN 2. MAI 1934, 8 UHR ABENDS, SEKTION WIEDEN-MARGARETEN, V, MARGARETEN¬ PLATZ 7, RESTAURANT KOL ARIK: DR. DESIDER FRIEDMANN: „DIE LAGE DER JUDEN“ * DR. KENNT RAPPAFORT-LICHTENSTEIN: „DIE ZUKUNFT DER JÜDISCHEN FAMILIE“ Große Werbeversammlung Bewegung gab insbesondere die auch in Kanada, überhand nehmende Nazi-Propaganda und die Verbreitung des Pamphlets „Protokolle der Weisen von Zion“. Um der in letzter Zeit von den Leitern der faschistischen Klubs in Kanada mit Hilfe des Rundfunks getriebenen antisemitischen Propaganda entgegenzuwirken, hat die kanadische Ruudfunkkominisfdon die Einführung der Zensur für private Radiostationen beschlossen. Dieser Bc- -chlu ß und die ihm entsprechende soeben erlassene Regierungsverordnung sind darauf zurückzuführen, daß der Regierung in letzter Zeit massenhaft Beschwerden der Rundfunkhörer über die von den privaten Sendern ausgehende hetzerische Propaganda zugekommen sind. ★ Die nationalsozialistische Auslandspropaganda Stockholm, 23. April. Die Zeitung „Sooial-Demokraten“, die rtzt Regierungsorgan ist, veröffentlicht konkrete Zahlen über die Aufwendungen der Nazipropaganda im Ausland. Danach hat das Relchspropagandaininisterium für seine Zwecke ausgegeben: In Österreich 15 Millionen Mark, in der Tschechoslowakei 5 Millionen, in der Schweiz 750.000, in Schweden 500.000, in Belgien 700.000, in den baltischen Staaten 500.000, in Dänemark und in Finnland 200.000, in Rumänien 500.000, in Holland .1 A Millionen, 2 Millionen in Südamerika und 4 Millionen Pension Eckstein - Mm in den Vereinigten Staaten von Amerika. Außerordentlich große Summen, die jedoch nicht genau beziffert werden, wurden auch in Frankreich und England ausgegeben. Es gäbe heute kein einziges Land mehr, in dem nicht Zellen beständen. Die Zeitung teilt ferner mit, daß die Agenturen der großen deutschen Schiffahrtslinien wahre Filialen des Propagandaministers Göbbels darstellen. Obgleich das Geschäft der deutschen Linien um die Hälfte gesunken sei, habe man das Personal ihrer amerikanischen Filialen verdoppelt. Auch die deutschen Konsulate seien von Agenten bevölkert. Nicht weniger als dreihundert Emissäre seien allein in den Vereinigten Staaten tätig. Ein sehr großer Teil der Riesensummen wird direkt für antisemitische Propaganda ausgegeben. ★ Wie gelogen wird Paris, 23. April. Die Berliner „Deutsche Allgemeine Zeitung“ läßt sich aus Amsterdam berichten, daß das führende Flüehtlingskomitee in Paris sich mit militärischer und wirtschaftlicher Spionage zu unguiißten Deutschlands befaßt. Der Sitz dieser Organisation sei die Avenuo des Cluimps Elysee und an ihrer Spitze stehe Pierre Droyfus, der Sohn des bekannten Obersten Dreyfus. Es habe den Anschein, als ob die ganze jüdische Fliichtlingsfürsorgo nur ein Denkmal für diese Tätigkeit sei. Man schickt die Flüchtlinge, die über besondere wirtschaftliche Spezialkenntnisso verfügen, mit reichlichen Geldmitteln a u s g e s t a 11 o t, n a c h D e u t s c h 1 a n d, um dort die Industriegeheimnisse auszukundseliaftcn. Als Mittel für diese Zwecke seien im letzten Jahre 300.000 Francs verrechnet worden, während die gesamten Fonds des Komitee mit 12 Millionen Francs angegeben werden, von denen etwa 7 Millionen vom Pariser Rothschild stammen. — Daran ist kein wahres Wort. Jeder Nationalsozialist weiß sehr gut, daß kein jüdischer Flüchtling nach Deutschland znrückkchrt. Zionistische Versammlung mH Dr• Prinz in Berlin aufgelöst Eine im Hause der Bne Brith abgehaltene zionistische Versammlung, in der der soeben von einer Palästinareiso zurückgekehrte Rabbiner Dr. Joachim Prinz über sein Palästina-Erlebnis berichtete, wurdie von dem anwesenden Polizeikommissar, der eine Äußerung von Dr. Prinz mißverstanden hat, aufgelöst. Dr. Prinz wurde zurückgehalten und durfte sich erst nach Hause begeben, als es ihm gelang, das Mißverständnis aufzuklären. ¥ Panasiatischer Kongreß in Datren Vor Kurzem fand in Daircn der diesjährige pan asiatische Kongreß statt. Es waren Delegierte aus Shanghai. Nanking, Kanton und anderen Städten Chinas erschienen, ferner Delegierte aus Ja.pan, Siam, Persien, Afghanistan, von den philippinischen Inseln und aus der Türkei. Der Herausgeber der in Shanghai erscheinenden jüdischen Zeitung Israels, Messenger, richtete an den Organisator des Kongresses, Shunzo Ohlawa, ein Begrüßungsschreiben, in dem es unter anderem heißt: „Asien hat lange geschlummert und wir brauchen Männer mit neuen Ideen, die den Massen vermittelt werden müssen. Denken Sie daran, daß auch Palästina zu Asien gehört und von jüdischen Pionieren zu neuem Leben erweckt wird. Würdigen Sie diese Tatsache als bemerkenswerte Tatsache für die Zukunft Asiens.“ ¥ Zwei Monate Straßenfrieden In Tel-Aviv Der Stadtrat von T e 1 - A v i v gibt bekannt, daß in den nächsten zwei Monaten jede Straßendemonstration in Tel-Aviv verboten ist. Dem Brith Trumpeldor wurde die Abhaltung einer Konferenz in geschlossenem Lokal erlaubt. Eine Kommission des Stadtrates verhandelt mit Vertretern der verschiedenen Parteien wegen Vermeidung von Zusammenstößen und öffentlichen Auseinandersetzungen während der Zeit der Levante -Messe. Ein diesbezüglicher Aufruf des Magistrats ist für die nächsten Tage zu erwarten. Isidor Lebensohn: „Experimente am Judentum“. 9. Bez.: Frauengruppe IX, Festsaal des Cafe City, IX., Porzellangasso 1, Frau Dr. Sophie Löwenherz: „Die soziale Fürsorge der Wizo in Palästina und der Frauennotdienst in Wien.“ Frau Dr. Gisela Blauer: „Gegenwartsprobleme im Zionismus.“ 12. Bez.: Wizo Meidling, Caf6 Mariensäle, XV., Sechshaiiserstraßo Nr. 52: B r i d g e- Abend, unter Leitung der Damen: Steiner, Goldschmied, Mandler und Weininger. Der Reinertrag fließt dem Kfar Ussischkin zu. 20. Bez.: Sektion XX„ Jägerstraße 30, >49 Uhr abends, Dr. Richard Taussig: „Der Weg der österreichischen Juden.“ Dienstag, den 1. Mai: 2. Bez.: Sektion II und Klub Erez Israel, II., Praterstraße 13, 8 Uhr abends: Seminar für jüdische Geschichte, Leitung: Dr. Tulo Nussenblatt. 6. Bez.: Sektion Mariahilf/Neubau, VI., Loquaiplatz 11, 8 Uhr abends: Kurs für jüdische Geschichte, Leitung: Doktor Richard Taussig. Mittwoch, den 2. Mai: 4. Bez.: Sektion Wieden/Margareten, Restaurant Kolarik, V., Margaretenplatz 7. Große Werbeversammlung. Dr. Desider Friedmann: „Die Lage der Juden.“ Frau Dr. Hennie Rappaport-Lichtenstein: „Die Zukunft der jüdischen Familie.“ 18. Bez.: Sektion Währing, Restaurant „Zum wilden Mann“, Währlngerstraße 85. Große Werbeversammlung, Dr. Josef Löwenherz: „Die Aufgaben und Leistungen der Kultusgemeinde, in der Jetztzeit.“ Direktor Dr. Viktor Kellner: „Zur jüdischen Situation.“ Zionistische Bezirkssektion Favoriten, Verein Ansche Emess. Mittwoch, den 2. Mai 1934, 8 Uhr abends, Bethaus Ansche Emess, X., Favoritenstraße Nr. 106: Lag baomer-Feier. Maarewgebet: Oberkantor Jechiel Rosenberg mit Chor. Vortrag: Rabbiner A. Weiner „Die Bedeutung der Synagoge für die nationale jüdische Kultur“. Hebräische Lieder. äiniiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiniiiiiiiniiiinininniiiiiniii CfMstant Rotunde LOKALCHRONI8C_ ■HHBaaBDMnBOBnnB Zionistischer Vortragshaiender Samstag, den 28. April: 1. Bez.: Jüdischer Klub der Jungen im Makkabi, I., Rathausplatz 8, 8 Uhr abends, Geselligkeitsabend. Baden bei Wien: Jüdischer Klub. Dr. Paul Berger über „Zion. Tagesprobleme“, A9 Uhr, Saal des Hotel Ebruster. Der Zion. Klub in Baden hat sich organisatorisch dem Zion. Landesverband für Österreich angeschlossen. Sonntag, den 29. April: 2. Bez.: Klub Erez Israel und Akad. Verb. Allgemeiner Zioniston, 1I„ Praterstraße 13, 7 Uhr abends, Geselligkeitsabend mit Vortrag. 12. Bez.: Sekt und Wizo Meidling: Tonkino Tivoli, XIII., Soohshauserstraßo 128 (Ecke Winkeliuannstraße): Palästina- Film mit orläutorndem Vortrag. Mäßigo Preise. Montag, den 30. April: 1. Bez.: Sektion I, Cafe llabl, L, Walluerstraße 2, 8 Uhr abends, Rabbiner Dr. Murmelstein: Seminar über jüdische Geschichte. 2. Boz.: Sektion II., Pratorstraßo 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer: „Seminar über jüdische Geschichte“. 8 Uhr abends. VOLLSTÄNDIG RENOVIERT ll.r Ausstellungsstraße 23 UNTER NEUER LEITUNG S. Neufeld Die Arbeit des Keren Kajemeth Kfar Ussischkin-Aktion Abschluß der Kfar Ussischkin-Aktion Alle Gruppen werden daran erinnert, daß der Abschluß dieser Aktion Endo April zu erfolgen hat. Einzelmitarbeiter, dio bereits für Kfar Ussischkin Beträge abgeführt haben, werden daran erinnert, daß sie in das S e f e r S i k a r o n (G cdonkbuch) nur aufgenommen werden, wenn sie mindestens S 100 aufgebracht haben. Einzelpersonen, denen vom Keren Kajemeth aus Sammelbogen zugeschickt wurden, wurden in einer speziellen Zuschrift daran erinnert, daß sio die Aktion absehließen und mit dem Keren Kajemeth verrechnen sollen. Die Aufforderung ergeht an sio auch auf diesem Woge. Zion. Sektionen und Ortsgruppen werden daran erinnert,. daß die Aufnahme .indas Gedonkbuch nur erfolgt, wonn sie zumindest 4 Dunam S 1200 erlöst haben. Größere Jugendgruppon werden nur eingetragen, wonn sie mindestens 2 Dunam erlöst haben. Kleinere Jugondgruppen, wenn sie S 300 aufgebracht haben, das ist Erlösung 1 Dunams. Bücbsenaufstellung im Zuge der Kfar Ussischkin-Aktion Gelegentlich der Büchsenaufstellungsaktion im Zugo der Kfar Ussischkin-Aktion haben bisher nachstehende Gruppen Büchsen aufgestellt: Zirenu 372 Büchsen; Gdud Zirirn 211; Hase ho me r Hazair 49; Hechaluz 48; Jugend- Vcr. radikaler Zionisten 34. Goldbuch-Eintragung auf Namen Dr. Abraham Schmerler Mit dem in der letzten Woche eingegangenen Betrag ist diese Goldbuch-Eintragung komplettiert worden. Goldbuch-Eintragung auf Namen Dr, Z. F. Finkeistein Freunde d. Gg. Dr. Z. F. Finkeistein haben eine neue Goldbueh-Eintragung auf Namen Dr. Z. F. Finkeistein eingeleitet, auf die bisher S 125 eingegangen sind. Silbernes Buch des Keren Kajemeth F c 11 a T u c h m a n n durch Agudath Hanoar Haiwri „Akiba“ Nr. 225; Die Olim des Zeire w’ Chaluz Hamisrachi anläßlich ihrer Alijah (Nr. 226); Frau Dr. Pauline Schmerler durch die Zion. Bezirkssektion Leopoldstadt (Nr. 227); Sammlungen für den Keren Kajemeth auf den nach Erez Israel gehenden Schiffen Wie das Hauptbureau des Keren Kajemeth mitteilt, bürgert sich immer mehr der Brauch ein, unter den nach Palästina Reisenden während der Fahrt für den Keren Kajemeth Sammlungen durchzuführen, und zwar für konkrete Ziele: Goldbuoheintragungen u. dgl. So ergab eine Sammlung auf dem französischen Schiffe „Pariette Pascha“ 88 Pfund, auf dem Schiffe „Aquitania“ veranstaltete der berühmte Oberkantor Herschmann aus Amerika ein Konzert für den Keren Kajemeth, welches 200 Pfund ergab. Diese Sammlungen werden vom Schiffskommando und der Schiffsmannschaft mit Sympathien verfolgt. Der Keren Kajemeth Österreich ersucht auf diesem Wege die Palästina-Fahrer, sich in deu Dienst des Keren Kajemeth stellen zu wollen und die gesammelten Beträge an das Hauptbureau für das Kontingent des österreichischen Keren Kajemeth abzuführen. Die Gg., die sich dazu bereit erklären, werden gebeten, sich mit dem österreichischen Keren Kajemeth, Wien, I„ Kärntnerstraße 28, in Verbindung setzen zu, wollen. Abrechnung der März-Büchsenleerung Die März-Büchsonleerung hat bisher verrechnet: der Jugendverband radikaler Zionisten. Alle anderen Gruppen werden aufgefordert, die (Büchsenleerung umgehend abzurechnen, Gebühren für Keren Kajemeth in den Palästina-Ämtern Mit Zirkular vom 15. April 1934 hat das Einwanderungs-Departement der zion. Exekutive an die Palästina-Ämter folgenden Erlaß gerichtet: In Form von Keren Kajemeth-Sondermarken sind an den Keren Kajemeth folgende Gebühren zu leisten: Bei Fragebogen.. . S 0.90 T’udoth Alijah für Chaluzim . . . „ 0.90 T’udoth Alijah für Zertifikate auf Grund von Hamlazoth und Drisehotli, von Fachleuten und Schülern .. 1.80 T’udoth und Drischoth von Handwerkern .. . „ 3.— ' T’udoth und Drischoth für Kapitalisten und Touristen .... „ 4.50 Diese Verfügung der Exekutive ist bereits iu Kraft getreten. Der österreichische Keren Kajemeth hat dem Palästina-Amto verschiedene Kategorien von Marken für dieso Zwecke zur Verfügung gestellt. ' 4.Mai: Herzl-Ausstellung. Veranstaltet vom Keren Kajemeth u.HerzI-Archiv