Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 344 (13.4.1934)
- Date
- 1934-04-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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OIC STIMME Seite 7 Nr. 344. - IS. April 1934 WAS HAST Dü SCHON FÖR „KFAR USSISCHKIN" GETAN? £IN GANZ GROSSER ERFOLG DIE SCHÖNE BRASILIANISCHE TÄNZERIN IANA BARTS RA IN DER I.. HABSBURGERGASSE 4 ..Hebräische. Suite“ ftir Klavier mit Or-; 8 c h m o r I c r, in 4 er Inszenierung von chceter. Karten an den Tageskassen des Kon-, Jizchak Herz borg. Bei der Aufrührung zertbureaus, T., Graben 28. und im Musikverein. j TÄGLICH BIS 4 UHR Zeit Spiegel Der Wahrheit dienen! Da gibt cs in Wien eine Zcitungskorrespowlcuz namens „N. Z. D. Nationaler Z c i t u ng sdiens t“. V rwl da finden wir einen interessanten Artikel: „Der Wahrhc if.d i e n e nder eingangs sehr beherzigenswerte Äußerungen enthält. Da lesen wir zum Beispiel: „Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß die Menschen um vieles glücklicher und zufriedener wären, wenn sie etwas mehr nach der Wahrheit suchen wollten und wenn sie etwas weniger jenen Glauben schenken würden, denen das Stiften von Unfriede und die Verhetzung zum Lebensinhalt geworden ist.“ „Es gibt heute kein Gerücht, das zu unsinnig ist, um nicht geglaubt und mit sichtlichem Behagen an den Nächstbesten weitergegeben zu werden.“ In dieser Tonart geht es weiter und jedermann wird sagen müssen, daß leider alles richtig ist, was hier angeprangert wird. Gerade jetzt blüht ja das Gewerbe der Gerüchtemacher, Ausbürgerung der Juden, Verbot der Ausübung der Advokatur für die nach dem Kriege eingebürgerten Juden, Pupen in .Wien, heimliche: Verhandlungen der Regierung mit Hitler, das ist so eine Meine Auslese der Tätigkeit verantwortungsloser Gerüchtemacher, die gerne im Trüben fischen möchten. . „E s gi b. t. ke i n e Sc hl ec h tig k e i t, die zu ab g r und ti cf ist, um nicht d em politischen Gegner an g ela-' stet zu werde n", lesen wir da im N. Z. :D. und weiter: „Mit dieser Taktik. muß g ebrochen werde n!“ Alles gut und schön auf Seite 1 gesagt. Welche moralische Schlußfolgerung wird aber aus diesen Wahrheiten auf Seite 2 gezogen? Das Verhältnis Österreichs zu Deutschland, soll gebessert werden, die alte Freundschaft soll wieder hergestellt werden. Schüchtern wird da bemerkt: „Gewiß, es wird nicht alles gut und vortrefflich sein, was in dieser gärenden Zeit, was in den Sturmtagen des neuen Deutschland sich zugetragen hat.“ Wohlgemerkt, „sich zugetragen hat“. Derzeit ist also offenbar in Deutschland alles in bester Ordnung. Die Konzentrationslager, der erbarmungslose Vernichtungskrieg gegen die Juden, der Kampf gegen die katholische Kirche. Heißt das der Wahrheit dienen? Dient man der Wahrheit, wenn man weiter schreibt, daß es „j ü dis che Auf fas sun g“ ist, daß der „nationale U mb r u c h“ (Umbruch ist gut, gewöhnlich sprach man vom Aufbruch!) „ein leichtfertiges Experiment von l oll g e wo rde nc n Ha k en kr eu zlern is t, d a s m an womöglich durch einen Präventivkrieg gegen das friedliebende deutsche Volk aus der Welt schaffen mu ß?“ Man sieht also, die 2. Seite erschlägt die 1. Seile. Was soll man aber zu folgender Schlußfogerung sagen?: „Deshalb glauben wir, daß es einer Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten nur zuträglich wäre, wenn man drüben im Reich und hierzulande bei jener Presse, die jüdischen Interessen die nt, etwas mehr nach der Wahrheit suchen würde.“ Was hören wir da? Auch im gleich geschalteten Deutschen Reiche gibt, es „j e ne Presse, die jüdischen Interessen d i e n t“? Die nationalsozialistische Presse kann es doch nicht sein. Wir wagen, auch nicht zu behaupten, daß die katholische Presse Deutschlands gemeint ist, diese, wie gerichtsordnungsgemäß festgestellt wurde, allerdings „überflüssige Ersehe i-. n u n g“. Es sei dem wie immer. Es wäre hoch an der Zeit, wenn die geknebelte Presse Deutschlands endlich der Wahrheit dienen könnte, wenn endlich das deutsche Volk von der Geißel des Nationalsozialismus befreit wäre. Dann wird es auch ein leichtes sein, den Frieden zwischen Deutschland und Österreich herzustellen. SPRECHSAAL Für den Inhalt der in dieser Rubrik veröffentlichten Mitteilungen tragen die Einsender allein die Verantwortung. Herr Generalmajor Emil S o mm, e r ersucht uns um folgende Veröffentlicbukg. 1: ' Was will die Vereinigung „Legiti“ mistische jüdische Frontkämpfer“? Nur das eine, den legitimistißchen Gedanken innerhalb der Judenheit zu vertreten und aus-, zubreiten. Hiezu wird sie durch die Überzeugung gedrängt, daß die . Juden nur in der Monarclne sowohl geistigen wie physischen Lebensraum finden können. Keinesfalls ist eine Einmischung in die jüdische Politik he4 zweckt oder die Vereinigung aller Juden auf einer Plattform: Bestrebungen dieser Art müssen weiterhin den dazu berufenen politischen jüdischen Gruppen überlassen bleiben. Und ebensowenig wird daran geflacht, nach außen hin Politik zu machen oder jüdischerseitß der niehtjüdischon Bevölkerung das solbstvertretene Ziel aufzwingen zu wollen. Die Vereinigung ,.Legitimistische Jüdische Frontkämpfer“ ist vaterländisch und staatstreu in jedem Sinne, sieht aber in der monarchistischen Staatsform das größte Heil für die österreichische Allgemeinheit und daher auch für die östereichischen Juden. Die Vereinigung will die Interessen fbrer Mitglieder wahren und die jüdischen Kulturgüter pflegen und die monarchistische Gedankenwelt im jüdischen Umkreis heimisch machen. Ansuchen um Aufnahme sind an die Adresse „Legitimistischo Jüdische Frontkämpfer“. Wien, T. Bez., Schubertring 6, zu richten. Theater und Kunst Konzertabend Prof. Juliusz Wolfcohn Nach längerer Pause wird Prof. Juliusz W o 1 f s o h n eich wieder in Wien hören lassen, und zwar am 19, April im Großen Musikvoreinssaal mit dem Wiener Konzertorchestor unter der Leitung von Dr. Ernst B a c h r i c h. Prof. Wolfsohn spielt unter anderem: Chopins E-Moll-Ivonzort und seine „Der Berdiczower Chusen“ in der Jüdischen Bühne. Ab Freitag, den 13. d., gelangt in der J ii d i p c b c n B ii h n e, II., Bratend raüe Nr. 60, die .musikalische Komödie ,.D e r Berdiczower G h u u e n“ zur Aufführung. Diese Komödie, der größte Schlager Amerikas, bringt jüdische Typen, jüdische Handlung, mit echt jüdischer Musik, in den Titelrollen das beliebte Künstlerpaar Wiera Kaniewsk a— Paul Brei tm an, Beginn *49 Uhr. Sonntag, den 15. d., Nachmittagsvorstellung, Beginn *44 Uhr. Donnerstag, den 19. d., ..Die ewige Kaie“. Beginn 149 Uhr. Der jüdische Boxer Rotholz Meister von Polen Warschau, 8. April, Der jtidißühe Boxer Rotholz hat den bisherigen polnischen Meister C z o r t e k geschlagen und damit den'Meistertitel Polens errungen. Rotholz wird Polen bereite auf den nächsten Internationalen Boxturnieren in Budapest und in den Vereinigten Staaten vertreten. Touristik- und Skiklub „Hakoah“ Ausflugsprogramm für Sonntag, den lo. April: 1. Wienerwald. Zusammenkunft 9 Uhr, Neuwaldegg, Endetation der. Linie 43; Führer: Austerlitz. 2, Kletterkurs. Zusammenkunft 9 Ubr, Mauer. Leiter: Meißner. Persönliche Anmeldung Freitag im Klubheim. 3. Hohe Wand. Zusammenkunft 6 Uhr früh, Meidlinger Stidbahnhof. Weekendkarte S 3.80. Führer: Doktor Mandler. Gäste immer willkommen. Gesellige Abende jeden Freitag von 8 Uhr bis 11 Uhr, L, Wiesingerstraßo 11, Tel. R 25-0-10. „Haganah“ Jüdische Jugend! Folget unserem Rufe, kommet und tretet bei der' „Hägaüäk“, dem einzigen jüdischen Wehr* . sport- und Schützenverein Österreichs! Schutz der jüdischen Ehre durch Treue zum jüdischen! Volke! Anmeldungen jeden Montag und Donnerstag, ab j4& Uhr abends, IX., Nußdorferstraße 16.' 1i~l9‘ April ,1934 28. Nissan bis 4. Iiar 5694 Freitag (13.) Sabbath-Eing. 6 Uhr 35 Samstag (14.) Sabbath-Ausg. 7 Uhr 35 Wochenabschnitt: Sch’emini LOKALCHRONIK nDritte Sedernacht“ heim Klub ,tErez Israel“ Mit der Veranstaltung der „Dritten Sedernacht“ am 1. April 1934 im Festsaal des Hotels „Continental“ haben die zionistische Bezirkssektion II und Klub „E r 0 z Israel“ wiederum bewiesen, welche ungeheure Kraftanstrengungen und Kleinarbeit von diesen Körperschaften entfaltet werden, um ihren Mitgliedern jüdische Werte zu vermitteln. Dank der Mitarbeit des Herrn Dr. Oskar Teller kam ein Abend mit spezifisch-jüdischem Einschlag zustande. Der Veranstaltung wohnten zahlreiche führende jüdische Persönlichkeiten mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeiude. Herrn Dr. Desider F r i e d in a n n, und dem Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Herrn Dr. Oskar Grünbaum, sowie die Vertreter sämtlicher zionistischer Vereinigungen und Sektionen bei. Als Vertreter des Keren Kajemoth erschien Herr Dr. Chnim Tartakower, der auf die Bedeutung des „Kfar Ussischkin“ für den Aufbau Eroz Israels hinwies und die Anwesenden ermahnte, aktiven Anteil an dieser Aktion zu nehmen. Besonders hervorzuheben wäre der Einakter „Dritte Sedernacht“ von Dr. Abraham haben sHi besonders die Damen Vilmu. Appels c li n i t, t„ Else R e i c ii. die Herren Mottl G e 1 b a n d, Wolf W e i n b 0 r g, Benno Laster und Moses Irom hervorgetan. Die Einleitung zu diesem, auf politisch-kulturelle Verhältnisse des Judentums anspielenden Ten-* denzstück bildete derkanforale Gesang von Da-' vid Teig. Den Höhepunkt de9 Abends bildeten die Rezitationen Jakob Feldhammers, der Gedichte von Bialik und Zuckermann in bekannt meisterhafter Weise brachte. Alice Schwarz brachte mit großem Einfühlungsvermögen und Verständnis Joachim Stutschewskys jüdische Tänze zum Vortrag. Der Tenor Efraim K. Eliazer sang mit schöner Tenorstimme, begleitet von Herrn Dr. Zdenko Sc h w a r z, hebräische und jüdische Lieder. Die hervorragenden Leistungen der achtjährigen Tanz* Künstlerin Waltraude Bock riefen die Be* wunderung des Publikums hervor. Den Abschluß der Akademie bildete ein Monolog, „G ö t z 1 s p i e 11 i n N U s s“, von Wolf Weinberg virtuos vorgetragen. Langandauerndef Beifall dankte den Mitwirkenden für ihre her* vorragenden Leistungen. Der Organisationsreferent des Klubs, Leo Wieselberg, der zum Gelingen dieses Abends sehr viel beitrug, gebührt der Dank des Publikums. Es wäre allen Sektionen und zionistischen Vereinigungen zu empfehlen, versuchsweise solche Abende zu veranstalten, die viel zur Verbreitung der nationalen Ideen beitragen. Dr. F. P i ckh o 1 z. , Zionisten? Unterstützt den Stadtkibbuz des jfl* dischen Jugendbundes Gdud-Z’irim. Schaffet Arbeit! für Schneider, Schuhmacher, Tapezierer,; Tischler, Elektriker, Mechaniker, Chauffeure und Friseure. Wenden Sie sich bei Arbeitsvergebung aller Art an uns. Stadthlbbuz der Gdud-Z*irlm Wien, H., Ferdinandstraße 4/9. Tel. R 45-0-91, Zionistischer Vortragshatender Freitag, den 13. April 1934: 20. Bez.: Sektion XX., Jägerstraßo 30, Oneg Sabbotb, lA8 Uhr abends. Samstag, den 14. April 1934: 1. Bez.: Jüd. Klub der Jungen in Makkabi, I., Rathausplatz 8, 8 Uhr abends, Geselligkeitsabend. 10. Bez.: Zionistischer Jugendbund Favoriten, X., Humboldtgasse 25, Vortragszyklus: Prof. Aschenazy: „Palästina, die jüdische Heimat“, 8 Uhr abends. Sonntag, den 15. April 1934: 2. Bez.: Klub Erez Israel, II., Praterstraße 13, 7 Uhr abends, Geselligkeitsabend mit Vortrag. 6. Bez.: Sektion VI/VII und Wizo, VI., Loquai* platz 11, Five o’clock. Montag, den 16. April 1934: 1 Bez.: Organis. Zion. Frauen Österreichs „Wizo“, I., Jordangasso 7, 8 Uhr abends, Dr. Erwin Wexelberg: „Päda* gogisches und Psychologisches aus Palästina“. 1. Bez.: Sektion I., Hotel de Franc, Schottenring 1, 8 Uhr abends, Rabb. Doktor Murnielstein: „Seminar über jüd, Geschichte“. 12. Bez.: Sekt. Meidling, XII., Rosaliagasse Nr. 1 (Ecke Niederhofgasse), 8 Uhr abends, Herr Dr. Oskar Grünbnum, Präs. d. Zion. Landeskomitees, Frau Henni Liechtensfein-Rappaport über „Jüdische Gegenwart — Jüdische Zukunft“. Dienstag, den 17. April 1934: 1. Bez.: Landeskonferenz des Zion. Landes- Montag, den 16. April, 8 Uhr abends, bektion XII, XII., Rosaliagasse 1, Ecke Niederhofstraße IÜDISGHE fllfl EN WART, JÜDISCHE ZUK UN FT Es sprechen Frau Dr. Hennie Rapp ap o rt-L i e ch t e n st e i n und Dr. Oskar Grürtbaum