Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 338 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3053752-3054070-3054092--4093-3059679- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 DIE STIMME 23. Märt »0|r Nr. 838. — Sladfkibbuz, II., Ferdmandstr. 4, Tel. R 45,0,91 ZIONISTEN! JUDEN! Beschäftigt unsere Chalu;im tei Vergehung von Reparaturen und NeuarbeitenI Es stehen %w Verfügung! Tischler, Schneider, Elektriker, Tapezierer, Mechaniker und Kürschner Haifa - das werdende neue Emporium am Mittelmeer Palästina meldet: 1350 neue Palästina-Zertifikate ausgegeben Jerusalem, 19. März. Die Palästina-Regierung hat der Exekutive der Jewiish-Agency soeben 1350 Arbeiter-Einwandenmgszertifika te zur Verfügung gestellt, die auf die Einwanderungßquote für das nächste Halbjahr ungerechnet werden. Die Höhe der nächsten Halbjahreseinwanderungsquote ■würde nooh nicht festgesetzt. ★ Plan des Waad Leumi zur Beilegung des Arbeitskonfliktes in Rechoboth Jerusalem, 20. März. Waad Leumi (Natioaalrat und Exekutive der palästinensischen Judentumorganisation) hat nach langen Beratungen einen detaillierten Vorschlag zur Beilegung des Arbeiterkonfliktes in Rachofcoth ausgearbeitet. Der Vorschlag sieht eine proportioneile Beschäftigung von Mitgliedern der Arbeitergewerkschaft vor, wobei im Falle von Differenzen der Rabbiner der Kolonie als Schiedsrichter ein Urteil fällen soll. Der Rabbiner soll auch in den verschiedentlichen Perioden eine Neufestsetzung des Zahlenverhältnisses der beiden Parteien zueinander vornehmen. Es verlautet, daß die Revisionisten Eich weigern, den Waad Leumi als entscheidende oder auch nur vermittelnde Instanz anzuerkennen, und daß sie wahrscheinlich seinen Vorschlag ablehnen werden. * Wide Strafen für die Führer der arabischen Oktober-Revolte in Palästina Jerusalem, 20. März. Siebzehn Führer der arabischen nationalistischen Revolte in Palästina im Oktober 1933, die sich gegen Einwanderung und Bodenerwerb von Juden richtete, wurden zu Zwangsarbeit von 5 bis 10 Monaten verurteilt und vorläufig gegen Leistung von Geldgarantien auf freien Fuß gesetzt. * Erfolge des palästinensischen Olympischen Teams in Bombay Bombay, 19. März. •Das palästinensische Olympische Team bat bei den internationalen Wasserspielen in . Bombay einen Sieg über die europäische Wasserpolo-Mannschaft davongetragen; ec gewann 7:5. * Weltkonferenz der Bne Brlth in Td*Avfv Tel-Aviv, 18. März. Die Bne Brith-Loge „Schaare Zion“ in Tel-Aviv hat die Initiative zur Abhaltung einer Weltkonferenz der Bne Brith-Logen in Tel-Aviv am „Lag beomer“-Tag (3. Mai) ergriffen. « Erste Palästina-Zigarren auf dem Markt Jerusalem, 13. März. Die von der jüdischen Firma „Brüder de Haas“ aus Hamburg in Haifa begründete Zigarren- und Zigarettenfabrik hat ihre ersten Produkte — die ernten dieser Art in Palästina überhaupt — auf den Markt gebracht. KINOPROGRMAMEDERWOCHE LeopoldJtfldter Volkskino TelephonSRr<$”23 Vom 28. bla 29. Mär* t FrOhlinssnilcIite in Nizzamlt M« Äeider* Wochentag« >/fi, 7A 7*10 Uhr, Sonn* u. Feiertag» 7*4 Uhr I. Man benützte während langer Zeit das Schlagwort von Jerusalem als Stadt der Vergangenheit und Haifa als Stadt der Zukunft. Diese Zukunft ist inzwischen an uns herangerückt: Haifa ist, gleich Tel- Aviv, zur Stadt der pulsierenden Gegenwart geworden, und wer weiß, ob es noch lange gehen wird, daß Haifa an Größe und wirtschaftlicher Bedeutung Tel-Aviv überholen wird. Aber auch in nationaler Beziehung lächelte uns in Haifa das Glück, daß wir dort einen Faktor besitzen, der vielleicht die Gewähr in sich trägt, daß er die mit jedem großen Mittelmeerhafen verbundenen Gefahren eines Völkerwirrwarrs, die für uns angesichts unserer Ziele und bei der politischen Kompliziertheit in diesem Lande doppelt schwerwiegend werden können, nicht nur neutralisiert wird, sondern zum Schlüssel werden kann kann, für die ganze weitere jüdische Entwicklung des Landes — wenn wir die Bedeutung der Lage erfassen und uns auf der Höhe der Aufgabe zeigen werden: dieser Faktor besteht in dem Besitz von 40.000 Dunam Keren-Kajemeth-Boden in der Bucht von Haif-Akko, dem Terrain der beginnenden Stadtentwicklung. In einer Darstellung, die der Keren Kaje- Eine in Pari» seit langen Jahren bestehende Anzeigenagentur mit ersten Pncbtungen und Vertretungen steht vor der Übernahme weiteren großen Arbeitsfeldes und Übernahme wertvoller Geschäftsbeziehungen. Es bietet sich für stillen oder1 tätigen TEILHABER mit 30—50.000 Schillingen Gelegenheit, Anteile an der A.-G. wegen Krankheit ausscheidenden älteren Herrn zu übernehmen. Tätige Beteiligung.durch Fachmann bevorzugt. Angebote unter „Erstklassig und seriös“ an Annoncen- Weiler, Wien, I., Fleiachmarkt 1 meth durch seinen Leiter Dr. Gran o v s k y den palästinensischen Vertretern der Presse über die Geschichte der Erwerbung dieser so wichtigen Böden und über den gegenwärtigen Stand der Entwicklung gab, stiegen diese Fragen und Perspektiven noch einmal mit besonderer Kraft auf. Die Kritik beginnt mit den ersten Schritten Im Jahre 1925 erwarb der KKL. die ersten 11.000 Dunam Boden in der Haifabucht unter manchen Widerständen der Öffentlichkeit: es waren (und sind es zum Teil noch!) wüste Sandstriche und sumpfige, salzhaltige Böden. Man sah in ihnen kein geeignetes Kolonisationsobjekt für den Keren Kajemeth, der, so meinte man, unmittelbar verwertbaren Terrains sein Interesse zuwenden sollte. Eher erblickte man in diesen Böden ein Betätigungsobjekt für die Privatinitiative. Nun, die Privatinitiative kam und erwarb weitere große Strecken des Gebiets, aber es dauerte nicht lange und sie befand sich mit ihrem Erwerb in finanziellen Schwierigkeiten. Und als dann der KKL., um den drohenden Rückfall der Böden an ihre früheren arabischen Besitzer zai verhindern, gemeinsam mit der „Palestine Economic Corporation“ einsprang und weitere 26.000 Dunam in seinen Besitz übernahm, wurden jene Einwände noch immer vorgebracht. Kritik ist gut und es wäre vollständig verfehlt, hinterdrein gegen die früheren Kritiker eine triumphierende Besserwisserei auszuspielen. Das Schicksal von Völkern wird dadurch entschieden, daß die Führung in entscheidenden Augenblicken im Widerstreit der Kräfte von einer vom Instinkt getragenen Vernunft geleitet wird. Heute sind sich auch die früheren Kritiker darüber klar, daß gegenwärtig nicht nur unsere finanziellen Kräfte für diesen Erwerb und weitere 26.000 Dunam in Besitz nahm, wurden jene Einwände noch immer vorgebracht. Der Traum wurde schnell Wirklichkeit Der Keren Kajemeth behielt recht. Wenige Jahre genügten, um in manchen Vorstellungen über die Bedeutung dieses Erwerbes eine vollständige Änderung herbeizuführen. Kein Mensch denkt heute mehr an jene Schönheitsfehler und der Boden der Haifabucht ist zu einem der wichtigsten Eckpfeiler unserer Position im Lande geworden. Die Entwicklung geht mit Siebenmeilenschritten vorwärts. Die Bevölkerung Haifas wuchs von 1922 bis 1931 von 24.635 auf 50.483 Seelen, das ist um mehr als 100 Prozent, und sie ist gerade in den letzten drei Jahren weiter sehr stark angestiegen. Und wir befinden uns am Beginne der Entwicklung. Der Hafen befindet sich bereits im Betriebe (und er zeigt sich schon als unzureichend!). Die Iraq-Petroleum Company betreibt in schnellem Tempo die Verwirklichung ihrer riesenhaften Unternehmungen. Der Bau der Petroleumröbrenlinie hat bereits das Meer erreicht, die großen Gebäude der Gesellschaft sind im Bau begriffen und es dauert nicht mehr lange, bis das öl von Mossul in die Haifaer Reserve- und Schiffstanks strömen und Haifa zu einem der größten Zentren der Petroleumindustrie sowie zu einem wichtigen Knotenpunkt des interkontinentalen Wirtschaftsverkehrs zwischen Europa—Asien—Afrika machen wird. Mit dem Bau der Bagdadbahn wird die Stadt zu einem natürlichen Zentralpunkt des vorderorientalischen Handels mit direkten Bahnverbindungen nach Europa über Beirut und nach Afrika über Kantara. Außerdem ist bereits bestimmt, daß in Haifa die Knotenstation für die britische Luftverkehrslinie nach Indien liegen wird, wofür das Terrain durch die Regierung vom Keren Kajemeth in einer für uns sehr wichtigen Tauschtransaktion, auf die später noch zurückgekommen wird, bereits erworben wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung und Ihre Folgen Haifa befindet sich somit auf dem Wege zu einer Großstadt. Es ist klar, daß als erste Folge dieser mächtigen Entwicklung mit einer starken Zunahme der Bevölkerung der Stadt, ähnlich anderen großen mittelländischen Häfen, zu rechnen ist, und diese Voikszunahine die Basis für neue Möglichkeiten auf dem Gebiete des Handels und der Industrie abgeben wird. Das bedeutet neuen Raum für viele tausende jüdische Familien, den auszunützen uns obliegen wird. Daraus ergeben eich für uns zwei entscheidende Probleme: ein wirtschaftliches und ein nationales, die miteinander in engster Wechselbeziehung stehen. Die Möglichkeit der Kosmopolitisierung und Levantinisierung des Hafen- und Stadtgebietes nach dem Muster anderer mittelländischer Hafenstädte liegt nahe, eine Möglichkeit, die in schwerstem Gegensätze zu unseren nationalen und kulturellen Bestrebungen in diesem Lande steht und die darüber hinaus für uns in Zukunft auch politische Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Es handelt sich somit für uns darum, einer solchen Gestaltung mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten, in erster Linie durch Sicherung eines entsprechenden jüdischen Anteils an der künftigen Entwicklung der Stadt, indem wir für die Aufnahme großer jüdischer Einwanderungsmassen Vorsorgen. Und es ist unsere Aufgabe, der Stadt durch die Entwicklung einer großen und geschlossenen jüdischen Gemeinschaft nach Möglichkeit einen jüdischen Charakter zu geben. Und hier liegt wohl die nicht genug einzuschätzende Bedeutung der jüdischen Böden in der Sebulun- (Akko-) Ebene, die sich zum weitaus größten Teile heute in den Händen des Keren Kajemeth befinden. Ch. H. , Zu nDD benütze man in jedem jüdischen Hanse Shemen feinstes Palästina - Olivenöl rras1? ws m pp heurig frisch, NUR mit Einprägung in der Dose noa1? “km Das Beste zum Kochen, Braten, Backen, das Beste für Salate und Mayonnaise, das Beste für Medizinalzwecke Shemen Toiletteu. Haushalt-Seife in zehn Sorten: Bade-Soap, Adin, Hadar Hacarmel, Galil, Carmel Flowers, Baby Soap, Menorah, La Palma ä la Marseille und Ora-Seifenflocken In allen besseren Geschäften erhältlich Qenaralrapr. für Caterraleh i S. Rabinowltsdi, ll.r Zfrkusg. 10 Talaphon i R 48-7-3S LETZTE NACHRICHTEN Unter dem Protektorat Binden* J bürge Reichspräsident v. H i n d e n b u r g bai soeben daß Protektorat über eine große Ausstellung übernommen, die unter dem Ehrenpräsidium des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels vom 21. April bis zum 3. Juni In Berlin stattfinden wird. Es soll dies die erste großzügige yölkf« sehe und antisemitische Schau werden. Sie wird den Namen „Deutsches Volk — Deutsches Werk“ tragen, eine besondere rassenbiologische Abteilung enthalten, in der die Überlegenheit des deutschen Volkes über die inferiore jüdische Rasse gezeigt werden soll. Histadruth Iwrith, II., Praterstraße 11 Samstag, den 24. März 1934, 8 Uhr 15 abend», Vortrag des Herrn Dr. M. Silber über „Schitato Schel Rabenu Tarn Betör Mewaer Hatalmud“. Seminare: Der Histadruth Iwrith, 6 Uhr 80, Seminare filr neuhebräische Literatur (Auerbach), 7 Uhr 80 Seminare für Mischnah und Agadah. Oneg Shabbath für die Jugend. Samstag, dem 24. März 1934, 4 Uhr nachmittags, Oneg Shabbath für hebräisehsprechende Jugend im Saale der Mirjam, Wien, I., Jordangasse 7, Refereuten: Dr. Tartakower, J. Meilen, Gesang, Oneg Shabbath im Kleinen Tempel, II., Tempelgasse 3. Programm: Minchah-Gebet (Blum-Silber), hebräische Predigt, Gesang, hebräischer Vortrag. Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien, II., Ferdinandstraße 23/8. Montag, den 26. März 1934, im Klubsaal der „Haikoah“ I., WiesingerBtraße 11 (Cafö Atlashof, eigener Eint gang, Souterrain), Vortrag des Herrn Kom« merziairatos Theodor Ehronstein: „Die Me* moiron dor Glückei von Hamein“, Beginn halb 8 Uhr abonds. Eintritt frei. Gäste willkommen. KiüB„«iz .*R»Ei- »DRITTE sedernacht SONNTAO, 1. APRIL 1994, 90 Uhr. Hotel Contlnantal, II., TaborttraBo Nr. 4 AKADEMIE MIT TANZ