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Die Stimme · 1934-02-06 · Heft 326 (6.2.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 326 (6.2.1934)
Date
1934-02-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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8fWe n DTE STIMM« Alf. 32* — ß. Februar 103* tfeßtion VIII-IX und Zionisttsdke (Frauenütuppe IX der „VOixo#\ (Fesisaai des JCandelsmuseums O. t&ezhfz. £?rrggas$e V0 Donnerstag, den 8. Februar, 8 Uhr abends: Grotte tberbeversammlaiis 3>r. Cs fiat Griinbaum: Stau JDr. Jtlartfia Hoff mann:!Dr. (Faul (Berber: Ordnung in der Judenfrage ~ ..' ' Die Zukunft der Jüdischen Jusend des Freiherrn Carl von Rothschild waren besonders seine Töchter, Frau Baronin Salomon von Rothschild in Paris, Lady Rothschild in London und Baronin James von Rothschild, an der Erweiterung des Hauses und der Buchbestände beteiligt Die griechische Hakenkreuzpartei aufgelöst Saloniki. Die 1927 hier gegründete antisemitische Organisation EEE. (Ltniki Enosis Eladis), auf deren Konto verschiedene Pogromversuche und Brandstiftungen zu setzen sind, hatte sich, um der Auflösung zu entgehen, in eine politische Partei umgewandelt. Nunmehr hat der Innenminister die Auflösung der Partei verfügt. Der Gasteiner Regierungskommissär abgesetzt An Stelle des Landesregierungsrates Del N e g r o wurde von der Landesregierung Salzburg zum Regierungskommissär für die Gemeinde Bad Gastein der Regierungsoberbaurat Ing. Richard H i 1 d m a n n bestellt, der seinerzeit zehn Jahre der städtischen Verwaltung Salzburgs als Vizebürgermeister angehört hat, Herr Del Negro ist kürzlich viel genannt worden, als er bei der Ausschreibung einer öffentlichen Steile den Nachweis der deutschen Volkszugehörigkeit forderte. Ein Jude im verunglückten russischen Stratosphären- Ballon Moskau. Einer der russischen Weltrekordflieger, die nach Erreichung eines neuen Rekords, 22.600 m, beim Abstieg mit ihrem Stratosphärenballon tödlich verunglückten, war Moses Leib (Ilja) Ussischkin. Ussischkin entstammte einer ukrainisoh-jüdisohen Familie, war ein bekannter Gelehrter und Direktor der militärischen Fliegerakademie im Range eines Obersten. Er war der zweite Kommandant des verunglückten Ballons. Seine während des Fluges niedergeschriebenen wissenschaftlichen Beobachtungen blieben erhalten. (Bekanntlich befand sich auch unter der Besatzung des ersten russischen Stratosphärenballons, der bis über 19,000 m stieg und ebenfalls einen Rekord aufstellte, der jüdische Ingenieur und Professor Birnbaum als Leiter der wis6ensohaftliohen Beobachtungen. s;ch an Herrn Dir. Hugo Reclmitzer, Tel. B 11-9-46, wenden. Die Sportsektion Döbling «Makkabi» wird demnächst eröffnet. Interessenten mögen sich an Herrn Dr. Alois H-Her, Tel. B 12-9-59, wenden. Dr. Hüde B. Wlzo-Hietzing/Zionistisch« Sektion XIII. Donnerstag, 8. Februar, *49 Uhr abends, findet ln der Bor des Cafö „Ilietzlngerhof" ein Bridge-Abend statt Arrangement: Frau Jenny Spitzer, Alice Birnholz, Grete Sonderling, Jenny Kleinmann. Mitglieder und Gäste werden herz« lichts etngeladen. Zionistische Bezirkssektion und Frauengruppe Mariahilf/Neubau. Donnerstag, 8. Februar, Uhr abends, im Heime, VI., Loquaiplatz 11, spricht Herr Eli Strauß über „Palästina und die Araberfrage“ und Herr Oskar Premmlnger über „Reiseeindrücke von Palästina". Gäste willkommen. Sektion XIX veranstaltet ab 6. Februar jeden zweiten Dienstag einen Vortragsabend im Cafd „Döblingerhof.", Billrothstruße. Akademischer Verein Allgemeiner Zionisten. An unserem nächsten Abend, Mittwoch, 7. Februar, pünktlich 20 Uhr. Wien, II., Praterstraße 13, spricht Eli Strauß über „F.nglander, Araber und Juden in Palästina". Wir laden alle Mitglieder und Interessierte zu diesem interessanten Abend ein. S. C. Hakoah — Fechtsektion. Fechten ist der Sport, der zu größter Geistesgegenwart und Körperberrherschung führt Tretet der Hakoah-Fechtsektlon bell Trainingsabende jeden Mittwoch und Freitag von 7 bis 9 Uhr abends im Fechtsaal, I., Mölkerbastei 5. Auch Anfängerkurse und Kurse für Kinder von 10 Jahren aufwärts unter Leitung eines erstklassigen Fechtmeisters. Für Hoch- und Mittelschüler weitgehende Ermäßigungen. Werbemonatl Keine Einschreibgebühren! Die Sektlonsleitung. Der Wiener Jüdische Turnverein Makkabi, Wien, IX., Liechtensteinstraße 20, eröffnet ab F e b r u a r d. J. ein modernes Kieinklnderturnen, welches jeden Mittwoch und Samstag von ]4 4 bis /, 5 Uhr von einer Spezialistin für Kinderturnen geleitet wird. Anmeldungen werden täglich abends (außer Sonn- und Feiertage!) entgegengenommen. Auch für sämtliche übrige Abteilungen werden noch Anmeldungen entgegengenornmen. — Das Wetturnen des Oesterreichlschen „Makkabl-Kreises“ findet am 11. Februar (Sonntag), 9 Uhr vormittags, im Turnsaal, Wieri, HC, Liechtensteinstraße 20, statt. Gäste herzlichst willkommen. — Das große Bühnenschauturnen findet am 17. Februar im Militärkasino, Wien, III., statt( anschließend Tanz!). — Juden und Jüdinnen, fördert die „Makkabi"- Bewegung! Spenden für alleinstehende Frau (siehe Inserat 823, 26. Jänner 1934): Frau Selma Fries, IX., S 10.—; Herr Falb Wassermann, II., S B.—; Frau Amalle Tauber. IX., ß 2.—. ’ eine Beleidigung unterschieben, wenn er die vorgenannte Form gewählt hat?» Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 25 Mark mit der Begründung, daß das Wort «Jude» zunäclist an und für sich keine Beleidigung darstelle. Eine Beleidigung sei aber dann gegeben, wenn mit dem Gebrauch dieses Wortes die Absicht der Beleidigung erkenntlich sei. Weiterhin heißt es in der Begründung, daß, solange Juden als Rechtsanwälte zugelassen sind, jüdische Rechtsanwälte als bei Gericht tätige Personen einen erhöhten Ehrenschutz genießen. Professor Fritz Haber gestorben BaseL Auf der Durchreise starb hier im Alter von 66 Jahren Prof. Dr. phil. Fritz Haber, einer der bedeutendsten Vertreter der modernen Elektrochemie, einer der größten Chemiker der Zeit überhaupt. 1919 erhielt er den Nobelpreis. Prof. Haber hat die jüdische Gemeinschaft schon vor Jahren verlassen. Immerhin hat er Pietät und Ehrlichkeit genug gehabt, die von ihm geforderte Entlassung seines jüdischen Assistenten zu verweigern und als das Verlangen wiederholt wurde, den Rücktritt zu geben. Otto Strasser und die Judenfrage Prag, ln Prag hat sich unter der Führung des ehemaligen Hitler-Freundes und späteren Schöpfers der hitlerfeindlichen «Schwarzen Front» Dr, Otto Strasser ein «Aktionskomitee der deutschen Revolution» gebildet, das zum Jahrestag der Machtergreifung Hitlers einen Aufruf an das deutsche Volk erläßt, in dem «alle Aktivisten, vor allem die deutsche Jugend», aufgefordert werden, den Kampf gegen Hitler zu organisieren. Ziel sei das freie sozialistische Deutschland innerhalb der durch wahre Gerechtigkeit befriedeten europäischen Konföderation, in der Strasser auch die Lösung der europäischen Minderheitenfrage, «die im Problem des Judentums so brennend geworden ist», sieht. Man könnte aus dieser Wendung den Schluß ziehen, daß Otto Strasser die deutschen Juden als Minderheitengruppe betrachtet sehen will. Dies steht aber im Widerspruch zu seiner Programmschrift «Aufbau des deutschen Sozialismus», aus der der Intimus und erste Mitarbeiter Strassers A. Hildebrand, Schriftleiter der «Schwarzen Front», ln der letzten Nummer der Prager Wochenschrift «Die Wahrheit» u. a. folgert: «Strassers Kulturauffassung ist völkisch das bedeutet Kampf gegen jede Ueberfremdung, heute vor a’lem gegen den Klerikalismus, und es bedeutet weiterhin die Aufforderung an jeden einzelnen deutschen Juden, sich ohne Vorbehalt entweder zur deutschen Nation oder zum Zionismus zu bekennen.» Im übrigen hat Otto Strasser auch nach seiner Trennung von Hitler antisemitische Propaganda betrieben; in dem von ihm in Berlin herausgegebenen Montagblatt erschienen wiederholt Artikel, in denen von der Notwendigkeit der Ausmerzung des Judentums schlechthin die Rede war. «Der Mann auf der Brücke» gestorben Am 31. Jänner verschied in Tschech.-Teschen an Herzschlag Kiwe Rurchford recte Rosenfeld im 51. Lebensjahr. Der Name Rosenfeld ging im Sommer v. J. durch die ganze Presse. Er war als polnischer Staatsbürger aus der Tschechslowakei ausgewiesen worden. Da die polnischen Behörden sich auf den Standpunkt stellten, daß Rosenfeld, der seit 40 Jahren auf dem Gebiete der heutigen tschechoslowakischen Republik wohnte, tschechoslowakischer Staatsbürger ist, wurde ihm die Einreise nach Polen verweigert. Aus der Tschechoslowakei ausgewiesen und nach Polen nicht hineingelassen, verbrachte Rosenfeld a u f der Grenzbrücke in Teschen eine Nacht. Er wurde am nächsten Tag von tschechoslowakischen Gendarmen abgeholt und, da er sich eine Ehrenbeieidigung hatte zuschulden kommen lassen, zu drei Tagen Arrest verurteilt. Seitdem lebte er unbehelligt in Tschech.-Teschen. Eine Bibliothek annektiert Frankfurt a. M. Die freiherrl. Carl von Rothschildsche Bibliothek in Frankfurt a. M. ist auf Anordnung der städtischen Behörden in «Bibl othek für neuere Sprachen und Musik» umbenannt worden. Der Name des bedeutendsten Förderers der Sprach- und Musikwissenschaft in Frankfurt wird somit nicht mehr in der Hauptbezeichnung der seinem Andenken geweihten Stiftung enthalten sein. Die Bibliothek ist im Jahre 1887 von Freifrau Louise von Rothschild (gest. 1892) zum Andenken an ihren Vater gegründet worden. Die Stiftung, die im Jahre 1913 bereits über 70.000 Bände enthielt, pflegte besonders die Kunst- und Musikwissenschaft, die neuere Philologie, die Volkskunde und vergleichende Sprachwissenschaft. Groß sind auch die Bestände an Rothschild-Literatur. Mehr als die Hälfte der Bibi otheksbesiände stammt aus Schenkungen von wissenschaftlichem WerL A**eh dem Tode ALT BL AU-WEISS Samstag, den 10. Februar, 8 Uhr abends, findet im Neuen Saale des Cafe „Altes Rathaus", Wien, I., Wipplingerstraße 24, ein Uttievhaliungsabend statt (anschließend Tan z). Karten sind im Vorverkauf zum Preise von S 2.— an der Kasse des Caf6 „Altes Rathaus" erhältlich. Weiters können telephonische Bestellungen bei Siegfried Reich, U-15-3-55, ganztägig; Irene Pick, U-15-5-83, nur von 1 bis 2 Uhr; Arthur Rudieh, R-35-2-89, zwischen 2 und 5 Uhr, auf gegeben werden. Restliche Karten an der Abendkasse. Zionlstisdies LrDen in Wien Chamischaasar-Feier im Prater, ln der von dem erweiterten Komitee unter Leitung der Frau Adele Lupu geführten Tee- und Wärmestube hat am 31. Jänner um 6 Uhr abends eine glanzvolle Chamlschaasar-Feler. stattgefunden. Namens des Präsidiums der Kultnsgemelnde und der Zentralfürsorge-Kommlsslon war Dr. Kl aber, namens der Fürsorgekommission die Kultusräte Klinger und Dr. Landau, namens der Leitung Amtsvorsteher Engel und Dr. Blauer erschienen. Nach kurzer Begrüßung durch den Obmann der Fürsorge-Sektion Prater, Dr. Kreppei, würdigte Dr. Klaber die Tätigkeit der Sektion Prater. Der Kantor der zionistischen Sektion Prater, Herr Hersch Landskrone r, gab mehrere ernste und heitere Gesänge zum besten. Etwa 350 Personen wurden sodann mit der Jause und mit Obst beteilt. Es sprachen dann noch einige Füraorgeräte, die alle besonders die aufopfernde Tätigkeit der Frau Adele Lupu und der Frau Steffi A b r a bum hervorhoben. Die Feier schloß mit der Abslngung der „Tikwah". Zionistisches Leben ln Döb’ing Am 29. Jänner 1. J. fand im Idealkino eine Filmvorführung des Palästinafilms «Palästina, das Land ohne Arbeitslosigkeit» statt. Der Abend wurde mit dem Vortrag des Herrn Ur. Egon M. Zweig aus Jerusalem über «Das neu jüdische Palästina» eröffnet. Herr Ur. Zweig, der uns aü gründlicher Kenner der wirtschaftlichen Lage Palästinas bekannt ist, verstand es in ausgezeichneter Weise, uns daneue jüdische Leben Palästinas vor Augen zu führen. Das Interesse der Döblinger Juden war derart groß, daß das Kino wegen Ueberfüllung polizeilich gesperrt werden mußt'1. Das Interesse an der Arbeit der Zion »tischen Sektion n niim stetig zu und es ist zu hoffen, daß diese Sektion in Kürze einen großen Aufschwung nehmen wird. In der nächsten Zeit wird ein Hebiäischkurs eröiiuct. Interessenten mü,.en GroBfleisdinauerel S1EGM. KORNMEHL Zentrale «X, Barkasse I*», lei. A a. A L.ie>er*tnt ur > eüaiistaiie> Abteilungen lür ic*^-Fleisch mtei Aufsicht des .:,hrwurdigei aoh-nats der israeitischei Kuitusyemeinde W'en * CI 10*1 > »> ’ " tlOO ‘ «O* oerv<*asse ' <vn Wihrin^erstraße . Polen-Reisen im Februar. Unter bewährter Führung findet Im Februar eine billige Polen-Reise statt — geheizte Pullmanwagen, reservierte Plätze, mäßige Preise — nach Krakau, Lemberg usw. Diese Reise steht Im Zusammenhang mit der Reise des Syndikates der Journalisten ln Lemberg. welche Gäste aus Polen nach Oesterreich bringt. Die Gäste aus Polen bleiben in Wien vom 7. März bis 28. März 1934. Näheres über beide Reisen sowie auch Prospekte: Büro E. Ferstel (Dr. K. Tocker), Wien, I., Kärntnerring 12, Telephon Tl 40-301. Verein für unentgeltichen Arbeitsnachweis, Wien, II., laborstraße 59, Tel. A-42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücks'rhHtrt Purim in Polen. Am 15, Fcbruur 1923 findet eine billige Fahrt nach Polen statt. Dauer des Aufenthaltes dortselbst bla 4. März 1934 Die Reisenden sind aller Rotsesohwlerlgkelten der Nachkriegszeit enthoben, da Paß- und ViBagebühren gratis! Die Leitung befindet Bich ln bewährten Händen des Polnischen Verkehrsbüros „Francopol“ Es tst wichtig, Hich schon Jetzt Platzkarten zu sichern. Näheres: Polnisches Verkehrsbüro „Francopol“, Wien. III., Rennweg 1, Telephon il Iß 4 90. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—. Tschechoslowakei vierteljährlich Ko 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.5rJ. Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postsoheck- Konti: Oesterreich Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199. Tschechoslowakei Nr. 500.230. Jugoslawien Nr. 40.879. Kigeiit timet, Verleger und Heraiisgebei : Zionistischer Landesverband fin < lesterreieh, Wien, I., Kürntiierstraße 28, - ViMuntAVortllclver Redakteur; l)r. Sigmund Fti.meistern, Wien, l„ Kcirntnuistraße 2X. — Druck: „Invu”, Wien, VII., WelieufeiUeratralie L 0296^^9^19915649036^

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