Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 324 (30.1.1934)
- Date
- 1934-01-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 9 DIE STIMME Nr. 324 — 30. Jänner 1034 Seltsames Urteil des Internationalen Gerichtes In Kairo Kairo. Dieser Tage fand vor dem Internationalen Gericht ln Kairo die Verhandlung über die Klage des Jüdischen Beamten Umberto J a b e s gegen den nationalsozialistischen Deutschen Klub, der antisemitische Broschüren des Reichspropagandaministeriums in Aegypten verbreitet hat, wodurch sich Jabes als Jude geschädigt fühlt, statt Der Anwalt Jabes’ Dr. Castro begründete die Klage damit, es sei Pflicht des Internationalen Gerichtes, alle Schichten der ägyptischen Bevölkerung in ihrer Ehre und ihren Interessen zu schützen und erinnerte an das historische Faktum unter der Herrschaft des englischen Königs George II. (1727—1760); damals hat ein englisches Gericht der Klage eines Mitgliedes der jüdischen Gemeinde gegen die Verbreiter eines antijüdischen Pamphlets stattgegeben und damit anerkannt, daß jeder jüdische Einzelmensch berechtigt ist, für die Beleidigung der jüdischen Gemeinschaft Satisfaktion zu fordern. Als Präsident des Deutschen Klubs war Herr von M e 11 e r n angeklagt, dem der Landesleiter der ägyptischen Nationalsozialisten Heß, ein Bruder des Stellvertreters Hitlers in Deutschland Rudolf Heß, und als Verteidiger Prof. Grimm, Dahm und Kamel Bey S i d k y zur Seite standen. Castro richtete an den Staatsanwalt die Frage, ob es wahr sei, daß die deutsche Regierung von der ägyptischen Regierung die Abweisung der Klage zwecks Verhütung internationaler Komplikationen gefordert habe. Der Staatsanwalt verneinte dies, forderte jedoch gleich darauf Abweisung der Klage, weil der Gegenstand außerhalb der Jurisdiktion des Gerichtes stehe. Sidky Bey führte aus, die deutschen Broschüren seien nicht gegen die ägyptischen Juden, sondern gegen die deutschen Juden gerichtet gewesen. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Staatsanwaltes an und wies die Klage als außerhalb seiner Jurisdiktion stehend ab. Die Oesterreichische Völkerbundliga für die Staatenlosen Am 30. d, M. beginnt eine von der Oesterreichischen Völkerbundliga einberufene Enquete über Abhilfemaßnahmen für die ungemein traurige Lage der Staatenlosen. Zu dieser Enquete entsenden Vertreter die Ministerien für soziale Verwaltung und Justiz, das Bundeskanzleramt (Wandcrungsamt), der Verwaltungsgerichtshof, das Bundesamt für Statistik, die Landesregierungen von Wien, Steiermark und Kärnten, die Industrielle Bezirkskommission, die Arbeiterkaramer, mehrere in Wien akkreditierte Gesandtschaften, diö in Betracht kommenden ausländischen Völkerbundligen — '-Referate sind angemeldet von Hofrat Dr. Axmann der n.-ö. Landesregierung, Botschafter a. D. Dr. D u m b a, Frau Dr. Susanne Granitsch, Frau Jella Hertzka von der Internat. Frauenliga, SenatsjDräsidenten des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Mannricher, Senator Dr. Wilhelm M e d i n g e r, Reg.-Rat Artur Müller der Oesterr. Völkerbundliga, Oberst Richter des Karitas-Verbandes und der Bundesrätin Olga Rudel-Zeynek. Das Palästina-Amt Wien teilt mit: Dienstag, den 30. d. M., reisen 120 Palästina-Auswanderer aus Polen durch Wien nach Erez Israel. Ankunft gegen 6 Uhr früh am Südbahnhof. Weiterfahrt 6.50 Uhr. Umzugsgut der Palästina-Emigranten Ueber Intervention der Jewisb Agency for Palestine hat die Palästinaregierung veranlaßt, daß die Anmeldungsfrist des Umzugsgutes von Emigranten auf si?ben Tage nach deren Landung erstreckt wird. Früher mußte der Reisende innerhalb 24 Stunden nach der Ankunft die auf seinen Namen zu erwartenden Gepäcksstücke bei der Zollbehörde in Jaffa oder Haifa zwecks Zollbefreiung anmelden. 1. Gerinne Beiträge 2. Hohe Versicherungssummen 3» Keine W artezeit, daher sofortige Wirksamkeit 4 Volle Garantie der Leberisversicherangsgesellschaft „Phönix“ Ein hebräisches Konversationsbuch Isaak Herzberg: Schealenu Verlag Josef Bell, Wien, 1033. Die verstärkte Einwanderung nach Palästina im letzten Jahr, die zum erstenmal ihrem Grundzug nach eine westjüdische Alijah ist, hat eine noch nie dagewesene «Konjunktur» auf dem Gebiete des hebräischen Lernbetriebes gezeitigt. Frühere Alijahwellen hatten doch zum Großteil Menschen erfaßt, die auch ohne unmittelbare Absichten auf Palästina irgendeine Beziehung zum Hebräischen hatten. Heute wandern vielfach Menschen nach Palästina, die noch vor einem Jahr einen solchen Gedanken, weit von sich gewiesen hätten, in aller Eile nun, «al regel achath», wollen sie sich ein paar hebräische Brocken aneignen, und so sieht man heute Menschen in hebräische «Schnellsiederkurse» sich drängen, die beinahe schon vergessen hatten, wie ein hebräischer Buchstabe aussieht Zeitungsnachrichten zufolge lernen jetzt in Berlin 20.000 Menschen Hebräisch. Im Gefolge dieser Konjunktur ist in der letzten Zeit, namentlich in Deutschland, eine ganze Anzahl von neuen Lehrbüchern des Hebräischen auf dem Büchermarkt erschienen, die sich — im Gegensatz zu den alten Lehrbüchern, die einen Unterricht auf lange Sicht vorsahen — den neuen Bedingungen des auf wenige Monate berechneten Schnellbetriebes anpassen. Ein solches Lehrbuch ist auch das vorliegende von Isaak Herzberg, dem Nestor der Wiener Hebräischlehrer. In 20 Lektionen werden dem Lernenden die notwendigsten Vokabeln und leichte Gespräche geboten, die für die Orientierung auf der Straße, für die Verständigung, im GeschäftsJaden und im Kaffeehaus, im Hotel und Restaurant, im Postamt und Theater usw. ausreichen. Die Satzbildung ist einfach, der Stil, soweit ich sehe, korrekt, der Druck klar und fehlerfrei, so daß dem Büchlein der Erfolg von vornherein verbürgt ist Es wäre bloß zu wünschen, daß es in seinen Benutzern den Wunsch «nach mehr» und nach wirklich gründlicher Ausbildung im Hebräischen wachrufen möge. Dr. B. K1 a r. Zweites Wortkonzert Herz Großbart Das zweite Wortkonzert des berühmten jüdischen Rezitationskünst'ers Herz Großbart findet Donnerstag, den 1. Februar, um 8 Uhr abends, im Festsaale des Hotels «Continental»,. II., Taborstraße 4, statt. Der Künstler wird an diesem Abend ein vollständig neues Programm zum Vortrag bringen; Karten in der jüdischen Kunststelle, Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20 a, und an der Abendkassa. Zionistisch« Tätigkeit in Hietzing Mit Ende Jänner hören die gesetzlichen Beschränkungen für Veranstaltungen auf. Unsere allwöchentlichen Donnerstagabende ln den Klubräumen des Cafä „Hietzingerhof" finden somit wieder ihre Fortsetzung. Schon am 1. Februar veranstaltet die Bezirkssektion Hietzing gemeinsam mit der „W i z o" - Hietzing eine Chamlsch-Assar -Feier In schönstem Rahmen. Die Festrede hält der Rabbiner des Bezirkes, Herr Professor Dr. M. Levin. Der zweite Teil des Abends bringt J heitere Kabarettvorträge. Wie bei allen unseren Donnerstag-! abend-Veranstaltungen wird auch diesmal kein Entree eingehoben. Alle Besucher sind unsere Gäste und werden i nach Festesbrauch mit verschiedenen Früchten bewirtet. Zionistische Sektion XVI/XVII. Mittwoch, 81. Jänner, 4 Uhr abends, findet eine große Chamischa-Assar- Feier im Caf6 „Baldlahof“, XVI., Ottakrlngerstraße 102. statt. Reichhaltiges künstlerisches Programm. Gäste willkommen. Akadsmischer Verein Allgemeiner Zionisten veranstaltet am kommenden Donnerstag, 1. Februar, Wien, IL, Krummbaumgasse 10 (Herzl- H e 1 m). einen Chamisoha-Assar-Abend ln Gestalt eines Picknicks, zu dem alle Mitglieder und Gäste Uerzlichst eingeladen werden. 5« Keine Nebengebühren 6, Keine ärztliche Untersuchung 7« Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung 8. Keine Aufnahmegebühr Konzert in Zürich. Die Konzertdirektion Kantoro« witz hat Joachim Stutschewsky aufgefordert, ln Zürich wieder ein Konzert jüdischer Musik zu veranstalten, welches am S. Februar stattfindet. Die Wiener Sängerin Hanna Schwarz wirkt mit. Personatta Hochzeit Dunek Schmld Mittwoch, den 31. Järnier, findet inStanlslan die Hochzeit des früheren Sekretärs der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, Herrn Dunek S c h m i d, mit Fräulein Salkah Bessler statt. Das Zionistisehe Landeskomitee gratuliert dem bewährten Gesinnungsgenossen aufs herzlichste. * Die Redaktion der «Stimme» gratuliert ihrem Mitarbeiter Herrn Dunek Schmld anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein SaJkaih Bessler (Stanislau) herzlidlist. Zion. Bez.-Sektion Leopclclstadt, II., Praterstraß« 13 Donnerstag, I. Februar 1934, 20.30 Uhr: Vortrag Adolf Böhms „Oie Uiirlsfiiiaiisiage Palästinas“ Die Zionist. Bezirkssektion Leopoldstadt und der Klub «Erez Israel» wünschen ihrem bewährten Mitarbeiter Herrn Dünek S c h m i d anläßlich seiner Vermählung mit Fräulein Sarah B e ß 1 e r herzlichsten aia bra Zionist. Bezirknsekticn Leopoldstadt-Kiub Erez Israel Mittwoch, 31. Jänner, 20 Uhr: Chamischa Assar -Feier Festrede Dr. Abraham Schmerler. Programm: Gina Blatt-Pagini (Gesang) Else Reich (Klavier) Dr. Jan Yaroff, Hanigun (Gesang) 2 Dutzend jüdische Witze Sketch von I. Herzberg Theaterensemble des Klubs. Du wirklich billige Schuhquelle linden Sie hei »DA (Inh Davui Horowitz) Wien /!.. 1 aborstraße Nr 11h mmmmmmmmammamamm Ecke (rtedlerthoße Qualitätswaren %u äußerst billigen Preisen. Bel Berufung auf die »Stimme« S Prosen! Babaii Dauer-Besucherkarte für die Levante-Meoss gratis! Die Teilnehmer der PAG-Levante-Messereisen, ab Wien 10. und 24. April 1034, erhalten die Dauer-Besucherkarte für die Tel- Awlwer Messe (26. April bis 26. Mal) kostenlos belgestellt! Auch stehen die Büros der PAG La Haifa und Te 1 - A wi w, die sich vornehmlich mit Ex- und Import befassen, den RelseteUnelunern gerne zur Verfügung. Nähere Auskünfte durch die PAG r. Gen. m. b. I-I.. Wien. VI., CaptstrangnsMO 2. Tel. B 25-3-81. Purim in Polen. Ara 15. Fotmnir 1023 findet eine billige Fahrt nach Polen Blatt. Dauer des Aufenthaltes dortselbst bis 4. März 1934. Die Reisenden sind aller Ri.isesebwlerigkelten der Nachkriegszeit enthoben, da Paß- und Visagebühren gratis! Die Leitung belindet sich in bewährten Händen des Polnischen Verkehrsbüros „FrancopolM. Es ist wichtig, Bich schon Jetzt Platzkarten zu sichern. Näheren: Polnisches Verkehrsbüro „Francopol“, Wien, III., Renn weg 1. Telephon U-16 4-90. Verein für unentgeltichen Arbeitsnachweis, Wien, li., Taborstraße 59, Tel. A-42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hausperson/il aller Art b*'i den: angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werJen sorg.altigst berücksichtigt. Bezugsbedingungen: Monatlich o l.öü, vierteljährlich 8 4.20, ganzjährig S 16.--. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—^ Tschechoslowakei vierteljährlich Ko 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120-—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postscheck - Konti: Oesterreich Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 4J.879. Eigentümer. Vorleger und Herausgeber: /. (•n : i .Meh<M Landesverband für Oesterreich, Wien, l., Känitir isti ißn 2S. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Fli.uelsUin. Wien, L. Kärataerstr&ß« 2&. — Druckt „lava.“, Wien, YIX, Der „FAMILIENSCHUTZ*4 wird von der Wiener Kultusgemeinde befürwortet „FAMILIENSCHUTZ“ Gemeinnützige Vereinigung f. Familienfürsorge Wien, Hey AspernbrÜckenqasse Nr# 2 Telephon R 43-5oo Durch Monatsbeiträge von S 1.— bis 10 — kann man bei uns sicherstellen: Studienbeiträge für Töchter und Söhne, Ausstettungsbeiträge für Töchter, Vorsorse für des Alter und für die Hinterbliebenen Unsere Vorteile: