Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 323 (26.1.1934)
- Date
- 1934-01-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Erscheint Dienstag und Freitag Mi tftetar Nomine« SO g V.b.6. I Heute k Selten stark JÜDISCHE ZEITUNG Eine Gratisreise nach Palästina lut dl« Prämie des« [ Yeisn.upschrfiiberu» der „stimme“, da* am 2<l I-Vlimar zur Auslosung ftt'X nntct ‘ Um S 16*—, das ist der Jabresa.bonn<-m<4iif.prela für -detl Heztjjsr der „Stimme", im vorans bezahlt, nehmen Sie an dem P r e l.sa u s scTi r« Jh « n t« l) und haben die Cba.nce, gratis zur Levante-Messe nach Tel-Awiw zu fahren Die Durchführung der Reise hat das Weltreisebureau . „C Kt m p a s h Tour s", Wien, IX., Rplta.lgasse 3, in ne. Nummer 32> | Wien, tt. I, 19341 Redaktion und Administration: Wien, l„ Kärntnerstraße 28, Tel. R-27-4-85. Redaktionsschluß Montag u. Mittwoch vorm. I (to. Schwath 5694) I 7. Jahrgang Einstimmige Annahme des Budgets 1934 der Wiener Kuiiusgemeiode ln später Nachtstunde wurde in der Sitzung vom Mittwoch, den 24. d., der Budgetvoranschlag per 1934 vom Wiener Kultusvorstand einstimmig angenommen. Näheres im Innern des Blattes.. Tel-Awiw ladet Sie ein zum Karneval 5?. &PBTbte «Conte dl Savofa» — «Roma» : (ompass Tours Ofdzisllss PropagaodabOro dar Stadtgamsinda leiAu/lur JX. Spitalgasse Nr. 3 Telephon B 42-5 38 AmerikanischerKongreD gegen die nationalsoziaiisiisehe rrogaganda Washington. Die Einwander ungskommlssion des Repräsentantenhauses unterbreitete dem Kongreß einen Bericht über die Ergebnisse der Untersuchung der nationalsozialistischen Wühlarbeit ln den Vereinigten Staaten. Die Kommission kommt zu dem Schluß, daß diese Wühlarbeit staatsgefährlich sei und daß sofort eine Aktion einsetzen .müßte, um das Land vor der national* spzialistischefl Propaganda zu schützen. Namentlich den Deutsch-Amerikanern müßte die Gefährlichkeit dieser Propaganda vor Augen geführt werden, weil diese Amerikaner am meisten dem Gift dieser Propaganda ausgesetzt sind; einer Propaganda, die in der Hauptsache darauf hinausgeht, Haß gegen die Juden zu säen, um von dieser Seite her den Staat angreifen zu können. ln dem Bericht wird festgestellt, es bestünde kein Zweifel darüber, daß diese nationalsozialistische Tätigkeit von der deutschen Regierung finanziert wird. Indem die Kommission ihrer Meinung Ausdruck gibt, daß die nationalsozialistischen Umtriebe in den Vereinigten Staaten die amerikanische Verfassung bedrohen, empfiehlt sie dem Kongreß die Annahme des vom Vorsitzenden der Eiiiwanderüngskommission Samuel Dickstein eingebrachten Resolution, wonach der Kongreß selbst eine Untersuchung durchzuführen habe, um die amerikanische Nalion vor den Folgen staats- und volksschädigender fremder Einflüsse. zu schützen. Dickstein empfiehlt ln seiner Resolution die Einsetzung einer aus sieben Kongreßmitgliedern sich zusammensetzenden Kommission durch den Kongreß, die ermächtigt sein soll, auch in der Zeit, in der der Kongreß nicht tagt, Verhöre anzustellen. Für direkte Intervention bei der deutschen Regierung Senator Tyding brachte eine Resolution ein, in der Präsident Roosevelt ersucht wird, eine direkte Demarche bei der deutschen Regierung gegen die Verfolgung der Juden zu unternehmen. «DAS PALÄSTINA-INFORMATIONSBUCH», 3. Auflage „Das beste Buch seiner Alt. . 120 Selten Tatsachen und Ziffern“ urteilt die fachkundige Kritik. Preis S 4.20 (Ausland RM 2.50). PAG, r. Gen. m. b. H., Wien, VI. Capistrangasse 2. Rasiere Dich gut und billig SAKS oesierreichisches Fa&rlHai lieberall erhältlich Konzentrationslager Deutschland Am 18. Jänner, dem Tag der Ankunft des Sonderdelegaten Mussolinis in Wien, fiat die österreichische Regierung in Berlin. zw ei Demar c h e n unternomr men:, sie. hat gegen die Registrierung der österreichischen Bundesbürger durch die Polizeibehörden Verwahrung.eingelegt und sie .hat weiters die Versicherung verlangt, daß .Deutschland jede weitere Einmischung in die österrecihischen Verhältnisse unterlasse. Sollte Deutschland auf diese Forderung nicht eingehen'können, so behält sich die österreichische Regierung vor,, die Angelegenheit v o r d e n V ö l k e r b u .n d r a t zu bringen. Bisher sind keine Schritte beim Völkerbund erfolgt, doch hat in Genf eine Besprechung des Generalsekretärs A v e n o 1 mit dem österreichischen Gesandten P. 'lg l über den technischen Vorgang für den Fall einer i .jchtbeantwortung Deutschlands stattgefunden. Selbstverständlich hat Oesterreich, von diesem; Schrittauch die Mächte verständigt, und es scheint, daß eine außerordentliche Tagung des Völkerbundrates vorbereitetwird. Der Konflikt ist somit in ein sehr ernstes Stadium -getreten. Deutschland, das j* ^ußsüppl.itisch bereits vollkommen isoliert ist, steht vor einer in jedem Fall: heiklen Situation. Erfüllt es die Forderung Oesterreichs, so bedeutet dies das Eingeständnis dersoundso vielt e n außenpolitischen Niederlage, an der es nichts ändert, wenn sie vor: der deutschen 0 e f f e n 11 i c h k e i t g e h e i m g e h a 11 e n wird. Erfüllt es die Forderung nicht, so setzt sich die Maschinerie des Völkerbundes in Bewegung und es kommt zu einem Verfahren, dem sich Deutschland auch durch Abstinenz nicht entziehen kann, denn der Austritt wirkt sich erst nach zwei Jahren aus. Es ist sicherlich nicht die Methode des Völkerbundes, peinliche Angelegenheiten rasch zu erledigen. Aber in diesem Falle kommt es darauf; gar nicht an. Schon d i e A u f r o 11 u n g d e r F r a ge der Leidensgeschichte Oesterreichs ist genügend, um das, was Berlin unter Politik versteht, gründlich bloßzustellen und das Spiel, das so hübsch zwischen dem offiziellen Außenamt und der außenpolitischen Abteilung Rosenberg verteilt ist, klarzulegen. Die Lage ist also sehr ernst, aber nur für Deutschland, da doch nebst der Beschwerde Oesterreichs auch die nicht so unberechtigten. A,engste der .Schweiz, Hollands, Dänemarks, die Treibereien der Hakenkreüzler in Transdanubien, im Banat und in den jugoslawischen Drau- Gebfeten die Stimmung in Genf beherrschen. - Mit all diesen Angelegenheiten sind, auch j ü d i s c h e n Ex i stenz en di e s er Lä n.d e r;-,vei>.. bunden. Die; nationalsozialistische Propaganda arbeitet dort am stärksten.gegen die Juden, um von diesem.OxL des geringsten Widerstandes aus die Gesellschaft zu. zersprengen.;Sie bit-das gleiche., in den Vereinigten Staaten, diefreilich noch immer robust genug sind, der Gefahr efitgegen?utreten, und :;der a m e r,i k anisc he K'o. n g r e ß haf eben den Bericht seiner Untersiichungskommissiqn entgegengenpnimen, der ausdrücklich dje Mitschuld der Berliner Regierung feststellt. ..Der Völkerbund wird diese Momente nicht, heranziehen,, aber sie, spielen doch im Hintergrund mit. Er wird erkennen, daß der von Berlin unternommene Feldzug gegen die Juden nur der Beginn,eines auf länge,Sicht eingestellten,Planes ist. d i.e Sitten, u n d" Ge b r ä'u che a s,i $ t i s c h e r S tep p e n $ c h e i k s.! der europäischen' Welt aufoktroyieren .zu wollen. . .1 Durch dieses System von Treubruäh; Verhetzung und Sozialer Brandstiftung ist das Zusammenleben-cle? Völker fast schön bis zuni Niederbruch-.be.lastet worden. Die Abrüstungskonferenz! steht vor-dem: Bankrott, der deutsch-französische 'Handelsvertrag ist gekündigt,: die Vereinigten Staaten und England protestieren scharf gegen die Schächtschen Zahlungseinstellungen und. gegen das betrügerische Skripssysteni und-, das,deutsche Dumping. Nun kommt noch die Sorge um Mitteleuropa dazu es wird ein Pestkordon gezogen, werden,müssen. Das deutsche Kriegsgeschrei ist einstweilen nur Bluff; aber es kann furchtbarster, blutigster Ernst werden», wenn Europa nicht sei n e feste Entsx hl o s.se nheit zeigt, mit dem Konzentrationslager, das, sich Drittes Reich nennt, fertig zu werden. Diesen Leuten gegenüber genügt, schon der Beweis des. Willens. Tm; Innersten ihres Herzens sind sie, wie alle Schreier und Messerhelden, feig. Sie kämpfen nur gegen unbewaffnete Jude n, sie agieren nur aus dem Hinterhalt. ’ ' llüiHeM usm uoii DBJiscliiand Aoiuiori am die ohBrscmasisciiB retiiion Genf. Die die Lage der Juden in Deutsch-Oberschlesien betreffende Petition der jüdischen Gemeinde in Praszka (Polnisch-Oberschlesien) wurde von einem Drelerkomltee des Völkerbündsrates <-=■ bestehend aus den Vertretern Italiens, Australiens und Panamas — geprüft Die deutsche Regierung hat, wie erinnerlich, alle vom Verfahren vorgesehenen Termine — die Petition datiert vom 26. Juni v. J. — verstreichen lassen, ohne von ihrem Recht, «Bemerkungen» zu machen, Gebrauch zu machen. Es lag demnach dem Dreierkomitee keinerlei Aeußerung der deutschen Regierung vor. Das Dreierkomitee beschloß daher, den Generalsekretär des Völkerbundes zu beauftragen, sich noch einmal schriftlich an die deutsche Regierung zu wenden, mit der Bitte, ihm ihre Bemerkungen zu der fraglichen Petition zukommen zu lassen. Die Erledigung dieser Petition wurde daher bis zur Mal- Tagung des Rates vertagt Die Juden und die Minder* heitenbeweauna Genf. Der Vollzugsausschuß des Europäischen Minderheitenkoii^resses hat in einer letztens in Wien abgehaltenen Sitzung einen warmen Nachruf dem verstorbenen langjährigen* ehemaliges Jüdische» Mitglied de» Ausschuss«» Lee Motzkin gewidmet Wie der augenblicklich-ia Genf weilende Generalsekretär des Minderheitepkongresses. Doktor A:minende mitteilt, hat dfer Vollzugsausschuß gleichzeitig ein Schreiben an alle seine bisherigen . jüdischen . Mitglieder gerichtet, in dem er sie zu einer p e r.s önlich e n A usr spräche mit den anderen, insbesondere den deutschen Ausschuß-mitgliedern und dem Vor» sitzenden Dr. Wilfan nach Wien eihlädt. Diese Aussprache soll eine Klärung der Vorgänge, die während des letzten Minderheitenkongresses in Bern zum Austritt der jüdischen Gruppen und zur Niederlegung: des Mandates seitens Leo Motzkins im Vollzugsausschuß geführt haben, bringen.; In der ersten Hälfte des Februar, wird auf Veranlassung Dr. N. Goldmanns, des Vorsitzenden des Comltd des D&Igations Juives, eine Beratung’der früheren Vertreter def jüdischen Minderheiten auf dem Minderheitenkongreß stattfinden, die über eine definitive Stellungnahme zu den erwähnten Vorgängen, eventuell Über den e n d g ü ltigen Austritt der jüdischen Gruppen aus dem Minderheitenkongreß zu beschließen haben wird. Jüdische Flüchtlinge in Persien In Mesched, im nordöstlichen Persien, befinden sich derzeit 1500 jüdische Flüchtlinge, denen es gelungenist, aus Sowjetrußland zu fliehen. Sie leiden bitterste Not und wandten sich an «The jewish Chronicle» um Hilfe. Die Flüchtlinge wollen nach Palästina Weiterreisen. Wejterer Zuzug von jüdischen Flüchtlingen wird in Mesched noch erwartet. l 9895