Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 322 (23.1.1934)
- Date
- 1934-01-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SeTte & DIE STIMME . Nf. 322 — 23. jatiner 1934 Grabsteine Friedländer & Deutsch Wien i.'äeltengtetteogissf Nr.. Tel. U .8-1 *2» XI.. Zentmlfriedhof. neben dem I. lor. Tel L!N-0-8f Paderewskl hat slth gewandelt Warschau. In London erscheint dieser Tage eine Biographie des Pianisten und früheren Ministerpräsidenten Paderewskl von H. Landau. Der Biograph bringt zu Beginn des Buches ein Gespräch mit Paderewskl'., der sich wie folgt über Hitlers Rasser.theorie geäußert hat: Rassentheorie ist Unsinn. Wo gibt es in der Web ein Genie, das ais reinrassig angesehen werden könnte? Beethoven und Mozart waren keineswegs rassenrein im Sinne Hitlers. Richard Wagners ungarische Nase stach in die Augen. Noch vor dem Kriege hat eine Gruppe deutscher Gelehrter ein Werk über Rassenreinheit vorbereitet, aber Wilhelm II. verbot das Erscheinen, als man ihm sagte, daß aus dem Werke der Schluß gezogen werden würde, daß die Deutschen ein rassisch sehr gemischtes Volk und nur zu einem kleinen Teil Germanen sind und zudem einen starken nichtarischen Einschlag haben. (Das ist unrichtig. — Red.) Die Namen Tausender deutscher Familien und Hunderter deutscher Städte und Dörfer weisen auf slawischen Ursprung hin. Das Examen auf «Germanentum» könnten nur sehr wenige Deutsche bestehen. — Paderewski ist früher selbst ein eifriger Bekenner der antijüdischen Theorie gewesen und hat in seinem «Zweigrosohenblatt» propagiert Wie wurde der Keren-Kajemeth- In Wadi Chawarith auSgeteilt? Das Märchen von der vorhandenen Bodenreserve des Keren Kajemeth ist leider nur — ein Märchen. Der ungemein wertvolle Boden — Pflanzungsboden in Wadi Chawarith — ist folgendermaßen auf geteilt worden: 1. A n A r b e i t e r: Für 547 Familien über 10.000 Dunam. Unter den mit Boden Beteilten befindet sich der Hapoel Hamisrachi mit 1260 Dunam, die Jemeniten mit 900, die gewesenen Legionäre mit 1650 Dunam. . 2. An M i 11 e 1 s t ä n d 1 e r über 7000 Dunam, darunter u. a. die allgemeinen Zionisten 735, die russischen Zionisten 1840, Misrachi 600. Außerdem gelangt der «strittige Boden» zur Verteilung, den der Keren Kajemeth im September 1930 den Beduinen abtreten mußte und im Juni 1933 zurückerhalten hat, und zwar: an Arbeiter, an 120 Familien — 2050 Dunam, an Mittelständler, an 196 Familien rund 3700 Dunam. Unter den Mittelständlern befinden sich die «Bnej Bin- Jamin» (die Kolonistensöhnej 40 Familien — 680 Duna«m, 75 deutsche Familien auf 1400 Dunara. Insgesamt erhielten die Arbeiter rund 12.000 und der Mi tte Ist and 11.000 Dunam zugewiesen. Aus obigem ist ersichtlich, daß alle jüdischen Kreise am Keren Kajemeth-Boden partizipieren. Statt 3000 nur 395 Neusiedler In Biro-Bidschan Moskau. Während im Zuge der staatlichen Aktion Zur Ansiedlung von Juden in Biro-Bidschan programmgemäß im letzten Vierteljahr 3000 Neusiedler nach Biro-Bidschan hätten gebracht werden sollen, beträgt in Wirklichkeit die Gesamtzahl der in diesem Zeitraum Umgesiedelten bloß 395. In dieser Zahl sind 60 Familien inbegriffen, der Rest sind Einzelsiedler. 121 Personen wurden In Kollektivwirtschaften unter gebracht, 24 Mann auf dem Staatsgut in Londoka, 4 Mann in einem Waffenfabrikationsokllektiv, 8 in einer Kleiderfabrik und 42 in den Traktorführerkursen. Zionistisches Lehen ln Wien Barmizwah-Feie* In der Familie Göttinger Samstag, den 20. Jänner L J., fand im dichtgefüiJiten großen polnischen Tempel im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes die Barrnizwah-Feier des jüngsten Sohnes unseres Gesinnungsgenossen Leon G ö 11 i n g e r, Fürsorgerat der Wiener KultusgemeLnde, statt Fürsorgerat Leon Göttinger, der im karitativen Lehen unserer Stadt ein seg-nsreiches Wirken entfaltet — Herr Göttinger ist Vorstandsmitglied des polnischen Tempels, des Vereines Osseflesseth usw. — nahm die BarmizwaJi-Feier seines jüngsten Sohnes zum Anlaß, um den Armen unserer Gemeinde sowie den zionistischen Fonds ansehnliche Beträge zu spenden. Das Ansehen, dessen sich Fürsorgerat Göttinger in den repräsentativen Kreisen der jüdischen Gemeinde erfreut, kam an der Samstag abends stattgefundenen Feier zum Ausdruck, bei der unter anderem Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, Herr Dr. Josef Löwenberz, una der Präsident des polnischen Tempels, Dr. Leo Landau, teilnahmen. Die Gattin des Herrn Göttinger ist in der Wiener «Wizo» tätig. Kinderzeitung «Benjamin* 'Seit dem Umsturz empfinden immer weitere Kreise des Judentums, daß die Schule und die tägliche Umgebung das Kind dem Judentum unwillkürlich entfremdet Die neue Welle des Antisemitismus hat es zur Notwendigkeit gemacht, dem jüdischen Kind seelischen Halt zu bieten und deshalb mußte endlich die jüdische Kinderzei tun g, die schon so oft geplant war, erscheinen. Die ersten Nummern des «Benjamin», redigiert, von Siegfried A b e 1 e s, liegt nun vor uns. Die einleitende Erzählung zeigt den Kleinen, daß wir alle dem Hause Jakobs angehören. Alljüdisches soll in diesem Blatte gepflegt und dem Kinde nahegebracht werden. Aber auch alles was sonst das Kind im Alter von 8 bis 14 Jahren interessiert, wie Rätsel, Bastelecke, Scherze, technische Neuigkeiten werden berücksichtigt Ein solches Blatt muß nicht erst seine Leser suchen, sondern ein oft empfundenes Bedürfnis hat geradezu die Gründung einer jüdischen Kinderzeitung erzwungen. Zwei interessante zionistische Vortragsabende Am 17. Jänuer L J. veranstalteten die zionistischen Bezirkssektionen XU/XIV/XV und XVI/XVIT ln ihren Vereinsheimen Vortragsabende, die sich zu imposanten Kundgebungen für den Zionismus gestalteten. Unter Vorsitz des Herrn Dr. Kubin sprach im Festsaale des magistratischen Bezirksamtes vor einem zahlreich erschienen Publikum Frau Dr. Hennie L-ie c htens te in- Rappaport über die Aufgaben der Jüdischen Frau,ln Erez Israel und in der Galuth. Die sachlichen Ausführungen der Referentin wurden mit großem Beifall aufgenommen. Herr Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomitees, gab in einem markanten und informierenden Vortrag mit der ihm eigenen fesselnden Redegewandtheit einen äußerst interessanten Ueberblick über die wirtschaftlich Lage . der Juden. Herr Dr. Paul Berger, Vlzepras. des Zion. Landeskomitees, eröffnete unter Vorsitz des Herrn R o 11 e r den Vortragsabend lm bis aufs letzte Plätzchen gefüllten Festsaal des Vereinshauses, Herklotzg. 21, und schilderte in einem fesselnden Referat die Zukunft der jüdischen Jugend, die einzig durch den Wiederaufbau der Heimstätte in Palästina gesichert erscheint. Frau Dr. Hennie Liechtenstein-Rappaport hielt mit Ihrer interessanten visionären Darstellung der Zukunft der jüdischen Fasmllie das Publikum eine Stunde lang ln Atem. Dank der eindrucksvollen, ganz ausgezeichneten Reden konnten nach beiden Versammlungen zahlreiche Neuanmeldungen ln die Organisation verzeichnet werden. Dr. F. P. „FAMILIENSCHUT2“ Gemeinnützige Vereinigung f. Familienfürsorge Wien, ILf Aepernbrttckenqasse Nr* 2 Telephon R 43-5oo Durch MonatsbeitrSge von S 1.- bis 10.— kann man bei uns sicherstellen: Studienbeiträge?ür Töchter und Söhne, Ausstattungsbeiträge für Töchter, Vorsorge für das Alter und für die Hinterbliebenen Unsere Verteile: 5» Keine Nebengebühren 6. Keine ärztliche Untersuchung 7« Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung 8« Keine Aufnahmegebühr Der „FAMILIENSCHUTZ“ wird von der Wiener Kultusgemeinde befürwortet 1. Geringe Beiträge 2. Hohe Versicherungssummen 3. Keine Wartezeit, daher sofortige Wirksamkeit 1 Volle Garantie der Lebensversicherungsgesellschaft „Phönix*1 Konzert Oberkantor S. Postolow Sonntag, den 28. Jänner, um 8 Uhr abends, findet ira Saale des Hondelsmuseums, IX., Bergga-sse 16, ein Konzert des Oberkantors Samuel Postolow statt Zur Aufführung gelangen liturgische, jiddische und hebräische Lieder. Mlt.- wlrkende: Prof. Josef Ztmbler und FrL Betty Lew In. Karten an der Abendkasse- Jüdische Eltern! Denkt bei der Vergebung von Lektionen a,n die jüdischen Studenten- Das Stellenverralttlungsamt der Judäa vermittelt kostenlos Nachhilfe durch bewährte Lehrkräfte in sämtlichen Lehrfächern, auch Hofmeister etc. Anruf täglich von 2 Ws 6 Uhr: Tel. A 25-2-28. Judäa, IX., AJsorstrafte 26. Jüdischer Sport Sieben neue Makkabi-Vereine in Deutschland Berlin. In letzter Zeit ist die Neugründung von siebe* Vereinen innerhalb des deutschen Makkabi-Kreises gelungen. Es sind dies Hakoab Dortmund, «Blau-Weiß» Hamburg, Hakoah Kreuzburg (O.-S.), Makkabi Moers, Hakoah Oberhausen, Bar Kochba Schneidemühl, Makkabi Hazair Brakei in Westfalen. In Wiesbaden, Karlsruhe; Groß-Strehlitz (O.-S.), Fulda und Elbing sind Neugründungen zu erwarten. Touristik- und Skiklub „Hakoah", Skikurse lm Wienerwdld für 'Anfänger und Vorgeschrittene unter Leitung erstklassiger Lehrer. — Am 4. Februar 1934 veranstalten wir ein Skirennen in Türnitz. Abfahrts- ‘ und SlaJomlauf. Rennbewerbe: Abfahrtslauf für Herren, Junioren, Senioren, A-Klasse: Abfahrtslauf für Damen; Slalonilauf für Damen; SlaJomlauf für A-Klasse. Startberechtigt sind alle Mitglieder der MAkkabiverelne und Mitglieder der Hakoah. Nennungsschluß am 25. Jänner. Startgebühr 1 S. Quartier* hesorgung durch uns. Freisverteilung am 16. Februar. An* meldungen und Auskünfte tin Klubbeim, I., Wioslngerstraße Nr. 11, Telephon R-25-0-10. — Werdet Mitglieder der Hakoah! Unsere Mitglieder genießen auf den österreichischen und tscbechoslovaUischen Bahnen Fahrtbegünstlgungen. D«r Turnverein „Makkabi II" (Leopoldstadt), Turnsaal, Wien, II., Leopoldsgasse 3 „(Kna.benvolkssehule), führt den Monat Jänner 1934 aJs Werbemonat durch, jugendliche l*eiderlel Geschlechts haben in diesem Monat Gelegenheit, ohne Einschreibgebühr und Mltgliedsbeitrag,-unter Führung erstklassiger Turnfachleute bei uns'zu turnen. Turnzelten: Montag und Donnerstag von 7 bla 9 Uhr (modernes Geräteturnen) und Mittwoch von 7 bis 9 Uhr (Gymnastik). GroGfleischiiauerei SIEGM. KORNMEHL Zentrale tX, Bergpasse 19, fei. A 17-ö-dfc u. A 16-9-34 Lleierant lür Heilanstalten Abteilungen für "UPD-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Kabbraats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Aulosutieiimifi *osienio» IX, Berggasse 1k K VMi Währineerstraße Jüdische Kunststelle, II., Aspernbrückengasse 2, Teleph. R 48-2-91, Büro 9 bis 18.30 Uhr. Den Mitgliedern stehen er* mäßigte Karten für folgende Theater zur Verfügung: Staatstheater, Deutsches Volkstheater, Scala, Kammerspiele, Theater a. d. Wien, Stadttheater, Moulin Rouge, Casino-Theater. Konzerte: Siegmund Feuermann, 31. Jänner, M. K.-S. Vorträge: Burgtheaterautor Georg Wolf: „Der leidende Moses“, 26. Jänner, 8 Uhr, Vortragssaal Mirjam, I., Jordangasse 7. Bälle: Weiße Nacht im Konzerthaus, 27. Jänner. Anweisungen: Ronacher, Dianabad. Dauer-Besucherkarte für die Levante-Messe gratis! Die Teünehmer der PAG-Levante-Messerelsen, ab Wien 10. und 24. April 1934, erhalten die Dauer-Besucherkarte für die Tel- Awlwer Messe (26. April bis 26. Mal) kostenlos beigestelltl Auch stehen die Büros der PAG in Haifa und Tel-Awiw, die sich vornehmlich mit Es.- und Import befassen, den Reiseteilnehmern gerne zur Verfügung. Nähere Auskünfte durch die PAG r. Gen. m. b. H., Wien, VI-. Caplstrangasse 2, Tel. B 2tl - 3 - 81. Purim in Polen. Am 15. Februar 1923 fludet eine billige Fahrt nacb Polen statt Dauer des Aufenthaltes dortselbst bis 4. März 1934. Die Reisenden sind aller Reiseschwierlgketten der Nachkriegszeit enthoben, da Paß- und Visagebühren gratis! Die Leitung befindet sich ln bewährten Händen des Polnischen Verkehrsbüros „Francopol“. Es Ist wichtig, sich schon Jetzt Platzkarten zu sichern. Näheres: Polnisches Verkehrsbüro „Francopol", Wien, IIL, Rennweg 1, Telephon U-16-4-90. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstraße 59, Tel. A-42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihre« dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt. Bezugsbedingungen: Monatlich S 1.50, vierteljährlich 8 4.20, ganzjährig 8 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei vierteljährlich Ko 24,—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50,, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120,—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Poataoheok - Konti: Oesterreich Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879, Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, l., Kiirntucmtraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Sigmund Pli.Holstein, Wien, L, Kärntnerstraße 28. — Druck: „Inva", Wien, VII„ Lercbenlelderstraße L