Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 320 (16.1.1934)
- Date
- 1934-01-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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,. DIB STIMME Sette € Nr. 320 — 16. JMnner 193A — ' . ■ <i i > SEKTION XVI XVII, AIAü. BEZIRKSAMT, ELTERLEINPLATZ 14 Mittwoch, 17. lättner, *fß Uhr abends Große Wevbevevsammtung Frau Dr. HENNV LICHTENSTEIN - RAPPAPORT: Dr. OSKAR ORÜNBAUM: Warum müssen wir uns Die Aufgabe der jüdischen Frau in der Galuth und dem Zionismus zuwenden? In Erez. Dr. JOSEF LÖWENHERZ: Die Lage der Juden In Zionistisches Lehen in Wien Wie wir bei Drucklegung des Blattes erfahren, ist das Versammlungsverbot von der Regierung bis zum 31. d. M. verlängert worden. Inwieweit davon die Vortragstätigkeit des Zionistischen Landeskomitees betroffen wird, kann zur Stunde noch nicht festgestetlt werden. Konzert jüdischer Musik. Die „Wlzo'‘ macht ihre Mitglieder und Freunde darauf aufmerksam, daß das von ihr veranstaltete Konzert jüdischer Musik Donnerstag, 18. d., pünktlich um 8 Uhr abends im Offenbach-Saal, IV., Treitlstraße 3, stattflndet Die restlichen Karten sind im WLzo-Heim, L, Jordangasse 7, täglich zwischen 6 und 7 Uhr abends erhältlich. Unter anderem gelangt die „Palästinensische Weise“ von Israel Brandmann durch den Cellisten Joachim Stutschewsky zur Uraufführung. Veranstaltungen der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt und des Klubs „Erez Israel“. Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt hat gemeinsam mit dem Klub „Erez Israel“ auf einem neuen Gebiet mit großem Erfolg debütiert. In der Erkenntnis, daß auch auf gesellschaftlichem Boden zionistische Werbearbeit geleistet werden kann und muß, haben die beiden Organisationen im vergangenen Monat zwei überaus gelungene Veranstaltungen durchgeführt. Zunächst ist die am 13. Dezember 1933 im Helme, H., Praterstraße 13, stattgefundene Chanukkahfeier zu erwähnen, Welche durch Vorträge des Jüdischen Gesangvereines unter der bewährten Leitung von Israel Brandmann eingeleitet wurde. Oberkantor Emanuel F r ä n k 1 zündete die Chariukkahllchter an und brachte hebräische Lieder, begleitet von Fräulein Berta P o r t n o y, zum Vortrag, wofür er verdienten Beifall erntete. Dr. A. Schmerler hielt eine wohldurchdachte und zu Herzen gehende Festrede, die alte Jlddlschkeit aufflammen ließ. Nach einem historischen Ueberblick beleuchtete er die gegenwärtigen Verhältnisse, aus welchen nur der Zionismus einen Ausweg weisen kann. Einen hebräischen Dialog nach Fischmann rezitierten M. G e I b a n d und W. Weinberg, wofür sie mit reichem Beifall bedacht wurden. Ein Liebhaberensemble führte sodann einen Einakter „Chanukkah oder...?“ von J. Herzberg ln einer wirklich gelungenen Weise auf, wobei sich die Damen Appelschnitt, Unger und die Herren Bauer, Engel, Haspel und Schmid besonders auszeichneten. Die zweite Veranstaltung frei am 31. Dezember 19?3 im vollständig ausverkaften Fest t 1 des Hotel Continental »tritt. Ju’vus Schwarz leitete den Abend mit ausgezeichneten Violinvorträgen ein, worauf Nora D a u b e r hjhrä sehe Lieder mit ihrem wohlausgebildeten Sopran gut zur Geltung brachte. Samuel Schwager war ein gelungener Rezitator. Sarah Stuckart, eine Klaviervirtuosin, der eine große Karriere prophezeit werden kann, entzückte mit Wolfsohnachen Stücken, worauf Hilde Dulltzkaja in ihrer bewährten Art in Volks- und Chaluzliedern brillierte. Der polnische Rundfunkbariton David Tendier begeisterte das ganze Publikum, ein nicht endenwollender Applaussturm zwang ihn immer wieder zu neuen Zugaben, Der Tanzkomiker N. Nicholson erfreute ebenso wie die Parodistin Ada Kelsen und einige Mitglieder des Hanigun das Publikum. Eine Glanznummer des Abends bildete die Aufführung des Einakters „Der Schabbesgoy“ von Jlzcbak Herzberg nach einer Novelle von J. L. Perez, von dem Theaterensemble des Klubs „Erez Israel“ — allen voran M. Gelband, W. Weinberg, D. Schmid, sowie die anderen Mitglieder FrL Eise Reich, Frau Unger, den Herrn Bauer, Engel und Iron — in ausgezeichneter Weise dargestellt. Als witziger Conferencier entledigte sich Bobby Welser Seiner Aufgabe. Nach Schluß dieser Vorträge trat, angefeuert durch eine nimmermüde Jazzkapelle, der Tanz in seine Rechte. Das Arrangement der gelungenen Abende lag in den Händen des Herrn Leo Wieselberg. Dr. Leo Kurzberg. Zionistische Bezirkssektion und Frauangruppe Mariahilf/Neubau. Am 14. Dezember v. J. fand im neuen Heim, VL, Loquaiplatz 11, eine große Chanukkahfeier statt, die dank des ganz vorzügliche Programme» einen befriedigenden Verlauf nahm. In weihevoller Weise versah Herr Kantor Kriegsmann das LJchteranzünden. Mit sichtbar großem Interesse folgten die Zuhörer den außerordentlich fesselnden Ausführungen des Herrn Prof. Stein. Innig und zu Herzen gehend sang mit edler Stimme Frau Konzertsängerin Sina Adlersberg. Schließlich erfreute durch seinen Gesang noch Herr Hornstein und hatte Herr Bobby Weiser die nicht leichte Aufgabe, den humoristischen Teil des Abends in einer alle Anwesenden befriedigenden Weise zu lösen, was Ihm restlos gelungen ist. Frauengruppe der zionistischen Bez^kssektion Mariahilf/Neubau. Wie alljährlich fand auch heuer die Kinder- Chanukkahfeier im eigenen Heim, VL, Loquaiplatz 11, statt. Dank dem unermüdlicher* Wirken der Präsidentin dieser Gruppe, Frau Erna Guttmann, war eine restlose Befriedigung der zahlreich Anwesenden zu verzeichnen. Alt und jung folgte den Darbietungen, mit inniger Freude und war es wirklich sehenswert, was unsere Kleinen unter der Leitung der hebräischen Lenrerln Fräulein Engeiberg, die in rastloser Arbeit und mit unendlicher Geduld am Werk war, leisteten. Unter den vielen, ganz hervorragenden Leistungen wollen wir. nur ganz wenige benennen, und zwar: die Tänzerin Stella Gebührer, die kleine Dulltzkaja, die kleine Halpern sowie den unerschrockenen Luttinger Und viele andere. Die Conference führte in ganz einzigartiger Weise die kleine Helli Appenzeller. Zionistische Bezirkssektion 1. Jeden Montag, 8 Uhr abends, unter Leitung des Rabbiners Dr Murmelstein frei zugänglicher Vortragszyklus über „Die jüdische Geschichte“. — Jeden Dienstag, 8 Uhr abends, Hebräischkurs für Anfänger unter Leitung des bekannten Pädagogen Professor M. A. Wiesen. — Jeden Donnerstag, von ^8 bis 149 Uhr abends, Englisch für Anfänger. — Sämtliche Kurse finden im KJubbeim der Sektion I, Hotel de France, statt. Jüdischer Hochschulausschuß, Wien (Exekutive de« Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs Judäa). Donnerstag, 18. Jänner, 8 Uhr abends, findet ein allgemeiner Studententag der „Judäa“ statt. Es sprechen: Oberbaurat Robert Stricker:- „Die gegenwärtige Lage des Judentums“; Koll. Josef Frankel? ,yDie hebräische Universität“; Dr. F. Morgenstern: „Probleme und Aufgaben der ,Judäa’“. Akademischer Verein Allgemeiner Zionisten. Unsere hebräischen Kurse (Anfänger: Koll. Patron; Vorgeschrittene, abwechselnd Tenach und moderne hebräische Literatur; Koll. Ochs) finden Mittwoch, pünktlich 19' Uhr, Wien, IL, Praterstraße 13, statt — Im Rahmen unserer Arbeitsgemeinschaft spricht Mittwoch, 17. d., pünktlich 20 Uhr, KolL Seldmann, ebendort, über „HaskaJa im Osten“. Wir bitten alle Mitglieder und Interessierte, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Verband jüdischer Ingenieure für den Aufbau Palästinas. Dienstag, 16. d., 8 Uhr abends, im Caf6 „Silier“, I., Schwedenplatz, Vortrag über „Bericht über die Studienreise und die Arbeitsmöglichkeiten für Techniker in Palästina“. Referenten: Ing. Josef Laschkowitz und Ing. Ot.to Kollsch. Elternverein „Tarbuth“, Wien, XX., Othmargasse 46, Saal 2. Jeden Dienstag, 147 Uhr abends, Im Schullokal, T’nach Seminar (Jeremla) für Hebräisch-Sprechende. Neue Jüdische Künstlerspiele, II., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Die bekannten und beliebten Künstler Anna L e r n e r und David Seidermaun beginnen Freitag, 19. Jänner und täglich ein Gastspiel lm neugegründeten Theater mit der Uraufführung der musikalischen Komödie „Der singende Ganef“. Beginn %9 Uhr abends. — Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. „FAMILIENSCHUTZ“ Gemeinnützige Vereinigung f. Familienfürsorge Wien, IL, Aspernbrückenqasse Nr. % Telephon R 43-5oo Durch Monatsbeiträge von S 1.— bis 10.— kann man bet uns sicherstellen: Studienbeiträge für Töchter und Söhne. Ausstattungsbeiträge für Töchter, Vorsorge für das Alter und für die Hinterbliebenen Unsere Verteile: 1« Geringe Beitrage 2. Hohe Versicherungssummen 3. Keine Wartezeit, daher sofortige Wirksamkeit 4. Volle Garantie der Leberisver- Sicherungsgesellschaft „Phönix“ 5. Keine Nebengebühren 6. Keine ärztliche Untersuchung 7. Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung 8. Keine Aufnahmegebühr Der „FAMILIENSCHUTZ“ wird von der Wiener Kultusgemeinde befürwortet HSW * SohauspieUrJubUIum S. Mataafa Der bekannte jiddische Schauspieler S. Mai aale feiert jetzt das zwanzigjährige Jubiläum aelner Zugehörig* kett zum jiddischen Theater. Aus diesem Anlaß findet am 4. Februar im Hotel Continental aln Jubiläumsabend daa Künstlers statt. Dar Ufa-Skandal und die Jüdisch* liberale Presse Wir erhalten von Herrn Rechtsanwalt Dr. Anton Weholef folgende Berichtigung: „Namens meiner Mandantin, der «Ufa* Film Geeelschaft m. b. H. in Wien, fordere iah Sie gemäß § 23 Prefr* gesetz auf, nachstehende Berichtigung in der gesetzlichen Form und Art zu veröffentlichen: In der Ausgabe Ihrer Zeitung «Die Stimme» vom 21. Dezember 1033, 6. Jahrgang, Nr. 314, sohreiben Sie auf Seite 9 unter der Ueberschrift «Der Ufa-Skandal und die jiidischliberale Presse»: «Vor einiger Zeit wurde die Wiener ,Ufa’ glcichgesclraltet.» Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß die Wiener «Ufa», nicht gleichgeschaltet, sondern eine unpolitische Firma ist. Sie schreiben weiters: «.das heißt, sämtbohe Juden und Judenstämmlinge wurden hinausgeworfen». Diese Behauptung ist unwahr. Wahr Ist vielmehr, daß nicht sämtliche Juden und Judenstämmiünge hinaiusgeworfen wurden. Sie schreiben weiters: <.wurden erbarmungslos auf die Straße gesetzt, obzwar sich keiner von ihnen etwas zuschulden hatte kommen lassen». Dies ist unwahr, wahr ist vielmehr, daß bei den entlassenen Angestellten wichtige Gründe vorhanden waren, die den Dienstgeber zur Entlaissung berechtigten oder-verahlaßten, sowie daß die Entlassung mit ihrer Rassenzugehörigkeit nichts zu tun; hatte. Sie schreiben: «Die Berliner Nazi-Ufa. hatte einfach angeord-4 net, ihre Wiener-Filiale von Juden und Judenstämmlingen zu säubern.» Dies ist unwahr, wahr ist vielmehr, daß die Bertinet «Ufa» der Wiener «Ufa» Gesellschaft keine solche Anordc mmg erteilt hat/* * ■ Wir bringen diese Berichtigung, da uns das- Gesetz hiezu zwingt. Die Wiener jüdische Bevölkerung wird sich ihr Teil denken , und weiß,' was sie von dieser Berichtigung zu halten hat. . . - . Austritte aus dem Judentum Fermanek Märlette geb. Nerimann, geboren 1. Dezem-t berl903, wohnhaft Wien, VI., Gumpendorferstraße 119..— Weißmann Joseflne geb. Thum, 19. März 1900 Wien, gesch., XVIII., Scherffenberggas.se 3. — Füllenbaum Erriet Otto, 12. Juni 1889 Cernowitz, XIIL, Rothkirchemgasae 12. — Schindler Dr. Otto, 27. März 1880 Königshof, ledig, ArZt; IX, Schwarzspanierstraße 15. — Hochrieder Karl (Terner), 16. Jänner 1927 Wien, Unter-Tullnerbaeh. — Hladik Anna geb. Glaser, 4. April 1895 Znaim, V., Margaretenstraße Iß. — Weiß^ Gertruds geb. Steiger, B. Juni 1907 Wien, ger. gesch., VT, Esterhazygasse 8l. . -- Roß Dr. Ernst (früher Reiß), 19. Juni 1881 Wien, I., Börsegasse 12. — Pollak Gertrud, 15. Mal 1912 Wien, ledig, IL, Taborstraße 48. -4- Blau Ernestine, 8. August 1909 Wien, ledig, II., Nordbabnstraße 16. —- Schrumpf Hildegard Josef, 8. März'19Ö4 Wien, ledig, Habergasse fl. — Falk Ada, 26. Oktober 1907 Lemberg, ledig. VII., Neustiftgasse 53. — Klinger Adele, 1. April 1909 Kolomea, ledig, XVI., Gnmdstelngasse 45. — Biokasch Agnes, geb. Vadasz, 19. September 1914 Großwardein, ledig, XIII., Wattmanngasse 90. — Iserstcin Lilly geb. Singer, 2. November 1895 Wien, ledig, III., Hlntzergasse 5. — Hillar Martin, 11. Oktober 1896 Wien, ger. gesch., IX, Kollngasae Nr. 13. — Maslo Hedwig, 9. August 1911 Wien, ledig, XITL, Fgon-Schleb-Gasse 67. — Holiva Rudolf, 13. Dezember 1907 Wien, ledig, VI., Nelkenga3se 6 — Mestitz Viktor vop. I. Juni 1902 Brasso, ledig,!., Weihburggasse 18. — Weinwurm Berta geb. Mally, 27. Mai 18H7 Wien, IX, Hahnga-ssa 6- — Timer Paul, 17. Mal 1903 Wien, ledig, III.. Wurzlergasse 2*. — Bändel Ludwig,?fl. Dezambo'- 1904 Wien, ledig. XX.. Jägerstraße 20. — Rethy Cilly, 19. November 1894 Wien, ledig, XVIII., Anton-Fra.nk-Gasse 4. — Pollak Stefan. 5. Juli 1896 Wien, XUL, Hietzinger Hauptstraße 5. — Pollak Gertrude Alexander, 14. Jänner 1929. Wien, ledig, XIII., Hietzinger Hauptstraße 5. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, 1U Taborstraße 59, Tel. A-42-3-J6, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten, Arbeitern, Handwerkern und Hauspersonal aller Art bei dein angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältige berücksichtigt. Groltfleischhaueref SIEGM. KORNMEHL Zentrale IX, Bergpasse I**, Tbl a l/--t-tfr a. A jfi-9-34- Lieferant >ür rieilanstalter Abteilungen för i^^-Flelech untei Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isräe* Ütischen Kultusgemeinde Wien VutoauKieUung «o«iemo> IX, Bervirasse is XVMt Währltweretraße Bezugsbedingungen: Monatlich 8 1.50, vierteljährlich 8 4.20, ganzjährig S 16.—. Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei Vierteljährlich Ko 24.—, Jugoslawien vierteljährlich ■ Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pongö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland viertel* ’ jährlich Schweizer Franken 4.50. Postsoheok - Konti: Oesterreioh Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 600.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Verleger und lleruuageber: Zionistischer Landesverband für Oesterreich, Wien, 1., Kärntnerstraße 28. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Klgmund FlnKelstein, Wien, I., Kärntnerstraße 28. — Druck; „Inva“, Wien, VIL, Lerchenfelderstraßo 1*