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Die Stimme · 1934-01-09 · Heft 318 (9.1.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 318 (9.1.1934)
Date
1934-01-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seife er DIE STIMME Wf. 318 — P, J3nncf 1934 SpovibtaU dev »Stimme« Grandiose ErJoIge der Hakoah-Foftballer In Frankreldi Die Wiener Sportöffentlichkeit erfährt durch eine auffallend spärliche Berichterstattung nur recht wenig über die außerordentlich schönen Erfolge der Wiener Hakoah auf ihrer diesjährigen Auslandstournee. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, begnügt sfch die hiesige Sportpresse mit der Wiedergabe der Resultate, die allerdings allein eine lebendige Sprache sprechen. Und doch verdienen die Leistungen der jüdischen Fußballer, die sich als hochklassige Repräsentanten der Wiener Schule erwiesen, in etwas ausführlicherer Weise festgehalten zu werden. Dies geschieht denn auch durch — die französische Sportpresse, die für die Leistungen der Hakoah Worte höchsten Lobes findet Die «Hakoah-» hat auf dem Spielfelde wohl den österreichischen Sport in Frankreich aufs würdigste vertreten, auf dem Felde der Berichterstattung hat aber zweifellos die französische Sportpresse den Sieg davongetragen. Im folgenden seien einige dieser Blätterstimmen hier angeführt: Als Hakoah das Team Ales’ 3:l schlug, schrieb unter dem Titel «Die Hakoah liefert eine brillante Exhibition i n A l e s» die dortige Presse unter anderem: «Trotzdem das Spielfeld mit Schnee bedeckt war, war das Spiel der Wiener eine einzige Demonstration schönsten Fußballs, dem die Einheimischen nur ihre Ambition entgegensetzen konnten. Trotz der ungünstigen Bodenverhältnisse wurde der Ball flach immer dem bestplacierten Mann zugespielt» «Hakoah ist eine ausgezeichnete Mannschaft, die wir gern auf normalem Terrain Wiedersehen würden, wo sie alle ihre Fähigkeiten voll zeigen, könnte. Wir hoffen, daß-die Oesterreicher schon in kurzer Zeit wiederkommen werden.* .Auch ein zweites Blatt in Ales bezeichnet das Auftreten der Hakoah als «das schönste Match, der Saison» und hebt aus der «einheitlichen Mannschaft» Donnenfeld, Löwy und die Flügel hervor. Im Spiele in Nimes, das 4:4 schloß, hatte Hakoah bereits 4:0 geführt, als der bis dahin tätige Schiedsrichter Beau gegen einen anderen Herrn ausgetauscht wurde, der verschiedentlich die Wiener benachteiligte. Ueber diesen Schfedsrichterwechsel schreiben die dortigen Blätter: «Die interessante Begegnung wurde durch einen unnormalen.. .Schiedsrichterwechsel gestört . . . M. Beau wurde Von einem Zuschauer insultiert und verließ das Spielfeld... Derjieue Schiedsrichter ließ Wilson, der in der ersten Halb? zeit ausgeschlossen wurde, weiterspielen ... Er rettete überdies zweimal den Tormann und gab einen «Penalty discutable», mit dem die Einheimischen gleichzogen . . . Auch annullierte er ein reguläres Tor der Wiener, nachdem er es vorher anerkannt hatte.» Ueber das Spiel selbst schreiben die Blätter: «Bei wunderbarem Wetter konnte ein zahlreiches Publikum die ausgezeichnete Form der. Wiener bewundern. Die Gastmannschaft führte bis zum vierten Goal ein ausgezeichnetes Exhibitionsspiel vor, war aber auch bis zum Schlüsse die bessere Mannschaft. Die Gäste beherrschten das Spiel durch ihre lebhafte präzise Kombination, die einzelnen Spieler sind mit allen technischen Details vertraut,- und ihre Stärke liegt darin, daß jeder einzelne Spieler für die ganze Elf spielt Ueber das Spiel der Gäste ist jedes Lob zu wenig. Sie haben einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen und werden Stets mit Vergnügen wiedergesehen werden.» Gegen Städteteam Bordeaux, in dem die. Wiener Schreiber und Hahn spielten, siegte Hakoah 5:l. Darüber berichtet eine dortige Zeitung wie folgt: «Wir können ruhig sagen, daß wir während 90 Minuten eine virtuos arbeitende Mannschaft gesehen haben, die ihrem ausgezeichneten Ruf vollauf gerecht wurde. Noch selten haben selbst die treuesten Fußballbesucher das Vergnügen gehabt, eine Mannschaft von solcher Klasse an der Arbeit zu sehen, wie heute nachmittag. Die Menge war ehrlich begeistert und sparte auch nicht mit ihrem Applaus. Das Spiel der Wiener war Marke. Kurze präzise Paß’ brachten die Gäste immer in Fluß, es wurde der Ball stets zum freistehenden Mann ahgespielt, und die Ueberlegenheit der Wiener, die die Fußballtechnik bis zur Vollkommenheit beherrschen, war während der letzten halben Stunde niederschmetternd. Es war ein tatsächliches Lehrspiel feinster Technik nud Ballbehandlung. Es ist schwer, einen einzelnen aus der Mannschaft hervorzuheben, denn jeder bemüht sich, für die Mannschaft zu spielen, und werden unnötige Dribblings vermieden. Vielleicht sind Donnenfeld, Reich, Mausner und Ehrlich II aus einer Elf zu erwähnen, die unbestreitbar in allen Teilen erstklassig zu .nennen ist Sie spielt Fußball, wissenschaftlich und praktisch vollkommen.» Der Schwimmklub Hakoah, der einzige jüdische Schwimmklub, führt vom 15, Jänner bis- 16. Februar eine großzügige Werbeaktion durch. Neun erstklassige Trainer stehen den Sportausübenden zur Verfügung. Während der Wlntarmonate bleibt ein großer Teil des Bassins für Badende reserviert. Kalte und warme Douchen, Damen-Gymnastlk, Crawlkurse für Anfänger und Vorgeschrittene, kostenlose sportärztliche Unter, suchung, Veranstaltungen, Geselligkeit im eigenen Klubheim, Tischtennis. Während dieses Werbemonats können Interessenten ohne Einschreibgebühr als Vollmitglieder beitreten. Der Monatsbeitrag ist sehr gering und beträgt für Zöglinge bis zum vollendeten 17. Lebensjahr S 1-—, für ältere S 2.— sowie 50 g Ba.degebiihr pro Abend. Die Scbwimraabende finden jeden Dienstag von 44 7 bis 8 Uhr tind jeden Donnerstag von %7 bis %9 Uhr im Dianabad statt.. An* rnelfiungen vor Beginn der Klubabende im Dluabad. Sfirath Hagdud Unter diesem Titel veranstaltete der dem Zionistischen Landeskomitee an geschlossene JugLndbund «G d u d Zirim» am 24. Dezember im Saal des Jugendheims, II., Untere Augartenstraße 35, seine diesjährige Vollversammlung. Der große Saal war von den Bundesmltgliedern. in ihrer schlichten, doch schmucken Tracht und deren Gästen dicht gefüllt Mordechai H a g e r erstattet? den Bericht und wurde darin durch eine in flüssigem ' Iwrith gehaltene Ansprache Elijahu F e r n b ru n n s ergänzt Danach hat der Bund, welcher der Allgemein-zionistischen Jugend zugehört, während des letzten Jahres in allen'Wiener Bezirken quantitativ und qualitativ schöne Fortschritte gemacht und durch Entsendung eines Kibbuz, welcher'unter Leitung Mendel T e i g 8 nächst Haifa auf KKL.-Boden sein Lager aufgeschlagen hat, den Weg nach Erez für die Kommenden erschlossen. Von den Gästen sprachen Dr. E. M. Zweig-Jerusalem für das KKL.-Hauptbureau, welcher die jungen Freunde ermahnte, auch weiterhin nicht gegen irgendeine Richtung im Zionismus, sondern f fi r Volk und Land zu streben und zu wirken. Dr. Ch. T artakower, welcher die tadellose Arbeit, des Gdud für. den Nationalfonds und den ehrlichen Willen, an die hebräische Sprache, Kultur und Geschichte als die Urquellen unseres Volkstums anzuknüpfen, rühmend hervorhob, und Dr, L^ Menczer, welcher den Jugendbund ermutigte, sich stets als Garde des Gesamtvolkes zu fühlen und ihm auch für weiterhin die Förderung durch das Landeskomitee verbürgte. Den Höhepunkt des gelungenen Abends bildete die Wortkonzert Herz Großbart Das Wiener jüdische Publikum hatte jüngst Gelegenheit, den hervorragenden nachschöpferischeo Interpreten der modernen jüdischen Literatur, Herz 0 r o ß b a r t, einen Wortgestalter von großer Originalität und Eindringlichkeit, als Wiedererwecker der eigenartigen Gestaltenwelt Sch*- lom Alejechenszu bewundern. Einem Komitee jüdischer Kunstfreunde ist es gelungen, diesen bedeutenden Rezitationskünstler für eines seiner. In den jüdischen Zentren Osteuropas berühmt gewordenen Wortkonzerte zu gewinnen. Der Herz-Großbart-Abend, an dem der Künstler ein erlesenes Programm zum Vor trag bringen wird, wird Samstag, den 13. d. M., um 8 Uhr abend« im Festsaal des Hotel Continental, 11., Tabor- Straße 8, stattfinden. ngentiiclK* Zählung der Bunde.MiiItglieder. Sie wurde, wie schon in früheren Jahren, bei Wiederbelebung der biblischen Vorschrift, den Beka Capulpoleth (die Kopfquote) für das nationale Heiligtum darzubringen, vorgenommen, indem jedes Mitglied dem Bodenfonds des Bundes den bestimmten Beitrag spendete. Die drei «Schwathim» (Untergruppen) Hapoel, Hazofeh und Heatid mit allen ihren Kwüzoth, Burschen und Mädchen, zögen — je hinter ihrem Fähuclietl vor der Sammelbüchse vorbei und zählten sich. Schließlich warf der Führer die Münzen auch für die auf Hachscharah und die schon in Erez weilenden Pioniere ein. Die Kopfsummebetrug an 300. Der seelische Wert einer solcher Jugend aber ist noch weit höher einzuschätzen. pjr Z. Ankündigungen und Mitteilungen Zionistische Bezirkssektion I Montag, 8. Jänner, 8 Uhr abends, begann uüt?*' Leitung des Rabbiners Dr. Murmelstein der allwöchentlich um die gleiche Zelt frei zugängliche Vortragszyldäe über „D le jüdische Geschieh t e“. Jeden Dienstag, 8 Uhr abends, Hcbrätscbkurse für Anfänger unter Leitung des bekannten Pädagogen Professor M. A. Wiesen. Jeden Donnerstag, von % S bis Uhr Englisch für Anfänger.; , . , . Sämtliche Kurse finden im Klubheim der? Sektion* . li Hotel de France, statt. . . - Zionistische Bezirkssektion I. D o u n er s tag, 11. Jabner, Übr abends, im Festsaale des Hotel d e F ran«6. L, Scbottenring 3, findet ein Vortragsabend statt, beS welchem Herr Dr. Oska r G r ü n bau m,. Präsident des' Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, über;pO rdntliig I j der .J u d e n f r a'ge“ sprechen wird. Kein Konsurationszwang. Kindsrfsler *ur Chanukkah im l. Bezirk. Das trädifcibnelle Fest für die Kinder des?. Bezirkes bat . auchrnin den diesjährigen Chanukk&htagen mit demsichtbarsten' Erfolg stattgefunden. Der Saal war voll besetzt und Eltern: Wie Kinder konnten sich über.die außergewöhnlich' gtelühgenÄn Darbietungenfreuen.Das Programm, dessen Leitung und Einstudierung’zu den bewährten Kräften in diesem Jahr in, Frau Dr. Sperber eine erfreuliche Verstärkung gefunden hatte, zeigte, wieviel Fortschritt bei den Kindern der . ec h U jüdische und hebräische Geist gemacht hat. Nicht nur der jüdischen Geschichte ruhmvoller Ve.rgang9n.heiL sondern auch der hoffnungsvollen Zuversicht, in d,ie-Zukupfjt auf heimatlichem Boden war jedes Wort, jedes Lied und jeder Tanz, aller Stolz auf die 1 Iel den täte u alter und neuer Kämpfer und . alle. Heiterkeit . jugendlichen,, noch, unbeschwerten Gemüts geweiht, und fanden ungeteptep-'BfüfkH im Publikum. Sektion Vl/Vll und Frauengruppe. Donnerstag, den 11. Jänner, ^9 Ubr abends, VI.. Loqua,ipia,tz 11, spricht Dr. Salomo Ra.ppa.port über „Die Sprachen der Juden in Palästina und in der Gallith". Zionistischer Jugendbbund Favoriten, X., llumböldtgasse 25. Samstag, den 13. Jänner, präzise V\ S Uhr abends, Beginn des Vortragszyklus „Palästina — die jüdische Heimat“, geleitet von Herrn Prof. Dr. Hinein Aszkenasy, Zionistisohe Sektion Hietzing, XIII., Hiet.zinger Hauptstraße 22, Cafö „Hletzingerbof, Donnerstag, 11. Jäuni}r, 8 Uhr abends, spricht Frau Dr. Martha Hofmann über ..Dt* zionistische Idee seit Moses Heß". Akademischer Verein Allgemeiner Zionisten Unsere hebräischen Kurse: einer für Anfänger (Leitung Koll. Patron), einer für Fortgeschrittene, in dem abwechselnd Tenach und moderne hebräische Literatur behandelt wird (Leiter Koll. Ochs), finden jeden Mittwoch, pilnk Vlich 19 Uhr, Wien, II., Pra te rstraße 1 8. 'statt- Im Rahmen unserer Arbeitsgemeinschaft über Gesohichte des Zionismus spricht Mittwoch, 10. Jänner, pünktlich 20 Uhr, Koll. Ochs: „Das Zeitalter der Aufklärung im Westen", ebendort. ’ Wir erwarten das bestimmte Erscheinen aller .Mitglieder und Interessierter. Die Israelitische Kuitusgemeinde Won hat an t. Jänner in ihrem Jugendheime, XX,, Kl j c k y u a s s e 7, für die männliche Jugend eino Teelinrf Wärmestube eröffnet. Geöffnet t. ä g 11 e n. mit Ausnahme des - Sabbat, von 13 bis IS Tritt.. Einschreibung von U bis IG Uhr. Bezugsbedingungen; Monatlich S 1.50, vierteljährlich S 4.20, ganzjährig 8 16-—- Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.--, Tschechoslowakei vierteljährlich Kc 24.—, Jugoslawien vierteljährlich Dinar 40.—, Polen vierteljährlich Zloty 6.50, Ungarn vierteljährlich Pengö 4.20, Rumänien vierteljährlich Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Po stscheok - Konti: Oesterruich Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Eigentümer, Vorleger und Herausgeber: r Landesverband l'iir Oesterreich, Wien, 1., Kärntum st r:. i.V-. -S. — Verantwortlicher Redakteur: Dr. Kigmund FltiMlstmu, Wien, I., Kärntnerstraßo 28. — Druck: „Inva“, Wien, vo., ^ercbenfelderetraße L „FAMILIEN SCHUTZ“ Gemeinnützige Vereinigung £. Familienfürsorge Wien, IL) Aspernbrttckenqasse Nr* 2 Telephon R 43-5oo Durch Monatsbelträge von S 1.— bis 10.*— kann man bei uns sicherstellen: Studienbeiträge für Töchter und Söhne. Ausstattungsbeiträge fUr Töchter, Vorsorge für das Alter und für die Hinterbliebenen Unsere Vorteile:!• Geringe Beiträge 2, Hohe Versicherungssummen 3* Keine Wartezeit, daher sofortige Wirksamkeit 4, Volle Garantie der Leberisversicherungsgesellschaft „Phönix“ 5. Keine Nebengebfihren 6. Keine ärztliche Untersuchung 7« Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung 8. Keine Aufnahmegebühr Der „FAMILIENSCHUTZ“ wird von der Wiener Kuitusgemeinde befürwortet

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