Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 317 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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DTE STIMME SeTfe 8 Wf. 3IT-S. Jgimer t«Hv Siebent Sie sieb durch Vorauibesahliutg des Jahresabonnement* (816«—) die Teilnahme an dem Preisausschreiben der „Stimme14. Sie erwerben da* mit die Chance, gratis zur levantemesse nach Tel-Aviv zu reisen. AUS ALLER WELT Georg Alexander Koliut ses.orben New York, 3. Jänner. Kurz vor seinem 60. Geburtstag verstarb in New York der hervorragende amerikanischjüdische Gelehrte und Bibliograph Georg Alexander K o h u t an Herzschlag. Die Beisetzung fand am 1. Jänner unter starker Beteiligung der New Yorker Judenschaft statt. Georg Alexander Kohut wurde 1874 in Stuhlweißenburg als Sohn des Rabbiners Alexander Kohut geboren. Außer zahlreichen bibliographischen, folkloristischen, jüdisch-geschichtlichen und literarischen Arbeiten verfaßte er «Early Jewish Literature in America», «Jewish Martyrs of the Inquisition in South America», «Ezra Stiles and the Jews». Ferner gab er die «Semitic Studies in Memory of Rev. Dr. Alexander Kohut», die zweibändige «Hebrew Anthology» und einen Band eigener Gedichte «Beside the Still Wafers» heraus. Zum Andenken an seinen Vater begründete er eine Reihe von «Alexander Kohut Memorial Foundations», die sich die Veröffentlichung von Werken der Wissenschaft des Judentums oder der Semistik zur Aufgabe machen und u. a. des Szegediner Oberrabbiners Immanuel Loews «Flora der Juden» und Leisegangs «Index Philonis» herausgegeben haben. Seine Stiefmutter ist Rebekka Kohut, Präsidentin des «Weitverbandes Jüdischer Frauen». Die Juden in der Türkei In Istanbul fand die feierliche Eröffnung der neuen Universität .. durch Unterrichtsminister Hikmet statt. 40 ausländische Professoren, unter ihnen 30 frühere Professoren aus Deutschland, der Rest Schweizer und Franzosen, werden Vorlesungen halten. Unter den Deutschen sind mehrere namhafte jüdische Gelehrt6. Während der Jahrhunderte ersprießlichen Zusammenleben hat die Türkei mit den Juden gute Erfahrungen gemacht und die moderne Türkei folgt mit diesen zahlreichen Berufungen anerkannter jüdischer Gelehrter einer bewährten Tradition und hat damit einen analogen Fall geschaffen, wie er im 15. Jahrhundert zur Zeit der Austreibung der Juden aus Spanien vorgekommen ist, als die Türkei in weitherziger Gastfreundschaft den Opfern der spanischen Intoleranz ihre Pforten öffnete. Diese interessante Parallele fordert zu einem vergleichenden geschichtlichen Rückblick auf. Das Judentum der Türkei setzt sich, historisch betrachtet, aus drei großen Gruppen zusammen: aus den Juden, die — oder wie sonst das Privatmotiv heißen mag — zugegeben, die ihm seine Abhandlung eindiktierte. Diese Redensart hat sogar die Bemerkung, daß Agnon mit seinen Volksreimen Bialik und Czemichowski die Dichtung nicht streitig machen werde, für die Erkenntnis des Wesens dieser schäbigen Kritik ganz überflüssig gemacht. Ebenso andere malitiöse Sticheleien. Der Leser weiß schon nach einer Lektüre von?wei Zeilen dieses famosen Aufsatzes, «mit was und mit wem er sich gegenwärtig befaßt». Professor Klausner ist ein Mann von ungewöhnlichem Wissen, ein Gelehrter auf literarischem Gebiete, von gediegenem Geschmack und als Lehrer an der hebräischen Universität in Jerusalem sozusagen offizieller Vertreter der neuhebräischen Literatur. Er ist überdies ein erfahrener Redakteur, ein Kenner von Strömungen und Stimmungen im Schrifttum, vor allem ein Schriftsteller, der, wie immer man sich zu ihm steilen mag, nie einen leichtfertigen, schalen oder banalen Satz hingeschrieben hat. Es ist daher unerfindlich, wieso er den in die hier behandelte Kritik eingeflochtenen Exkursen über «Biblische und midrachische Sprache» über die Reiterstatue bei Wiesbaden, bei deren wiederholter Ansicht der Kritiker endlich darauf gekommen ist, daß sie nicht aus Marmor, sondern aus Sandstein sei, und dergleichen Geplapper mehr, in seiner Zeitschrift Raum gegeben. Bekanntlich schläft manches Mal der gute Homer. Sollte diesmal nicht auch Herrn Professor Klausner so etwas widerfahren sein? Sonst würde er den Lesern des Betar wohl nicht Zutrauen, eine Ausstellung ernst zu nehmen, die Agnon deswegen gemacht wurde, weil er sich in seiner epischen Erzählung von Zaddikim und Chassimim wiederhole und von Wundern erzähle, die mit der Wirklichkeit unvereinbar sind . . . Wir, die Hebräer in der Galuth, die mit innigstem Interesse die Vorgänge in der Literatur verfolgen und leidenschaftlich hinhorchen auf «Gottes Wort aus Jerusalem», sind über solche Auswüchse sehr betrübt. Wir sind mit geistigen und künstlerischen Erscheinungen wie Agnon nicht allzu stark gesegnet und können cs daher nicht ruhig hinnehmen, wenn sie in einer unsachlichen und unbegründeten Kritik, aus irgendwelchen Motiven heraus, herabgesetzt werden Wien, im Dezember 1933# bereits im byzantinischen Reich im Lande wohnten und zu dessen Ruhm und Glanz viel beigetragen haben. Die zweite Gruppe rekrutiert sich aus den spanischen Emigranten, bereichert durch Einwanderer aus Portugal und Italien, welche die sogenannte sefardische Gruppe darstellt und die bis heute die große spaniolische Kultur bewahrt hat. Die letzte Gruppe, als Aschkenasim bekannt, setzt sich aus Einwanderern aus Oesterreich, Ungarn, Rußland, Polen und namentlich aus Deutschland zusammen. Als die Türken zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Herrschaft übernahmen, ließen sie den Juden ihre Religionsfreiheit und sie erlebten eine lange Periode der Ruhe, wogegen ihre Glaubensbrüder im Abendlande schwer unter den Judenverfolgungen za leiden hatten. Keinerlei Sondergesetze legten den Juden in der Türkei irgendwelche Beschränkungen auf und sie konnten sich daher zu voller Blüte, namentlich auf kulturellem Gebiete, entfalten; die Juden genossen das Wohlwollen der türkischen Herrscher. Juden waren Aerzte der Sultane und regierenden Kreise, Ratgeber der staatlichen Machthaber, auch waren sie oftmals selbst Minister and auch auf dem Gebiete der Wissenschaften leisteten die Juden ihren beträchtlichen Anteil. Zu jener glanzvollen Zeit besaß Adrianopel eine große Talmudschule, die ein geistiges Zentrum war. Nach der Einnahme Konstantinopels im Jahre 1453 durch Mohammed II. wurde diese Stadt der politische und kulturelle Mittelpunkt der türkischen Juden, Der große jüdische Gelehrte R. Moses Capsali nahm zu jener Zeit als jüdischer Repräsentant des türkischen Judentums am Staatsrat teil. Die türkischen Sultane nahmen damals auch die Opfer der grausamen Judenaustreibungen aus Spanien und Portugal mit weitherziger Gastfreundschaft auf. In der Tat wurde die Türkei moralisch und materiell durch die Einwanderung der spanischen Juden wertvoll gestärkt; diese brachten mit der spanischen Sprache und Literatur eine hohe Kultur in die Türkei mit und stellten die besten Aerzte und die größten Gelehrten Um die Wende des 15. Jahrhunderts-befanden sich etwa 100.000 Mar ahnen iri der Türkei. Konstantinopel besaß damals (im 16. Jahrhundert) allein 44 Synagogen. Die hervorragende Rolle der spanischen Juden konnte bis in unsere Tage beibehalten werden. Eine weniger große Bedeutung erlangten auch die aschkenasischen Einwanderer aus den westlichen und östlichen europäischen Staaten, die sich immer von den Spaniolen unterschieden. Mit dem beginnenden Zerfall des türkischen Reiches (nach der Regierung Selims 11., zu dessen ersten Ratgeber der bedeutende Jude Don Josef Nassi, Herzog von Naxos, gehörte), zeigen sich auch gewisse Dekadenzerscheinungen im türkischen Judentum, doch fanden sich immer noch jüdische Koriphäen, besonders unter den Aerzten. Auch stellten sich im 17. und 18. Jahrhundert einige Judenverfolgungen ein. Trotzdem konnte die Türkei im 16. Jahrhundert noch einen geistigen Höhepunkt erreichen; die Werke Josef Karos, Isaak Lurjas und Chajim Vitals entstanden in dieser Epoche und die Türkei konnte damals das Zentrum der Kabbalah werden, der Vorläuferin des Chassidismus; Salomon Molcho, David Reubeni und vor allem Sabbatai Zewi traten als Propheten oder Könige des Judentums auf, diese messianischen Bewegungen bildeten das größte Erlebnis im geistigen Leben der türkischen Juden und erfaßte auch das Abendland. Die moderne Geschichte der Juden in der Türkei bringt im 19. Jahrhundert ihre gesetzliche Gleichberechtigung (1839 und 1856), welche durch die jungtürkische Verfassung von 1908 feierlich bekräftigt wurde. Die jüdischen Philanthropen Moniejiore und Baron Rothschild, sowie die cAlliance Universelle lsraölite» bemühten sich um die Hebung der allgemeinen Kultur der türkischen Juden. Mit der Abtrennung Palästinas geht die Geschichte der dortigen Juden ihren eigenen Weg, in der Türket selbst verzichteten die Juden auf die ihr durch den Lausanner Friedensvertrag garantierten Minderheitenrechte. Wieviel kostete Salamons Tempel? Die Bautätigkeit in Amerika scheint augenblicklich darnieder zu liegen; Jedenfalls haben die Architekten viel freie Zeit. Zumindest gewinnt man diesen Eindruck, wenn man in einer amerikanischen Architektenzeitschrift den längeren Aufsatz liest, der sich mit der Frage beschäftigt, wieviel Solomons Tempel gekostet hat, bezw. wieviel er kosten würde, wenn man ihn heute bauen wollte. Die Architekten, die sich mit diesem Problem befaßt hoben, sind sehr gründlich vorgegangen und müssen nicht wenig Zeit aitf ihre Berechnung verwandt haben. Wenn man das Resultat nach der Höht der crrechneten Summe beurteilt, dann muß man IDcr „WilNCR RRISBKLUB“ mhrt für seine I Mitglieder am 18. Februar 1984 ein« | PAtÄSTINARBIBB , komplett Ab Wie« mit Izum Pauschal- _ pi eis von S lfwV ■ Verpflegung und aufgelöster Rückfahrt curch. Jahresbeitrag 8 5*-. Auskunft: 1., Weihburegasse 27, Tel. R 28 0 8°. 1 allerdings zugeben, daß die Mühe nicht vergebens war und sich durchaus gelohnt hat. Die Qesamtkoslen des Bauet und der Einrichtung wurden nämlich auf die Kleinigkeit von 87 Milliarden Dollars veranschlagt. Der Bau selbst scheint allerdings nicht so sehr vlei gekostet zu haben. Der Hauplbetrag entfällt auf das Gold, Silber und Kupfer, sowie die bei dem Bau verwendeten Juwelen, nämlich fast 68 Milliarden Dollar. Die goldenen Gefäße, die der Tempel barg, werden nach heutigem Wert mit 1J876,481.551 Dollar und die silbernen Gefäße noch weit höher, nämlich 3.246,720.000 Dollar eingeschätzt. Für die Priestergewänder und Roben der Sänger sind 10 Millionen Dollar angesetzt. Allein die Trompeten sollen eine Million Dollar wert gewesen sein. Die Verpflegungskosten für alle Arbeiter während der Bauzeit sollen 344^85.440 Dollar aasgemacht haben. Es ist ein Jammer, daß die superklugen amerikanischen Herren Architekten nicht schon zu Solomons Zelten gelebt haben. Sie hätten dank ihrer weisen Rechenkunst und ihrer neuzeitlichen Arbeitsmethoden sicherlich den Bau am 2.481,726.490 Dollar billiger hergestellt. Sonder-Ausstellung des Malers Philipp Friedrich Kaufmann Die Kollektivausstellung des bekannten Wiener Meiere Philipp Friedrich Kaufmann, der mit seinen Ausstellungen ln Paris und London außerordentlichen Erfolg erzielte, wird Sonntag, 7. Jänner, 11 Uhr vormittags, ln der Galerie St. Lukas, I., Josefsplatz 5 (Palais Pallavlclnl), eröffnet. Im Rahmen dieser Ausstellung werden die neues Werke, die der Künstler in Karpathorußland geschaffen ha& zu sehen sein. JUdisohe Bühne, IL, Praterstraße SO, Tel. R-tt-4-Ct. Ab Freitag, 6. d., bis Dienstag, 9. d., „A Harz ▼ l n * ‘ Mamen“, Lebensbild ln 8 Akten mit Gesang von Jak«- b o w 11 z. Beginn 8 Uhr 80. — Mitwocb, 10. d., und Donnerstag, li. d., wegen Vorbereitung der neuen Premiere bleibt das Theater geschlossen. — Am 12. d. beginnen Frau Mae Schönfeld und Herr Irving Jacobson aus Amerika mit der musikalischen Komödie „0 3 Amerika" Ihr Gast- . spiel. Phönix-Kalender für Stadt und Land 1994.. Verla* der wPhönix,,-Versicherunga-Ge«ellscHaften, Wian, 192 8e!ten* Es war ein glücklicher Gedanke der „Phjöni Seeversicherungs-Gesellschaften, diesmal einen volkstümlichen Kalender herauszugeben, der nach Form und Inhalt besonderes Niveau besitzt. Die von hervorragenden österreichischen Dichtern, Wissenschaftlern und Schriftstellern belgesteuerten Arbeiten werden wohl jedem Leser viel An- , regüng bieten, da ln dem Kalender sowohl Unterhaitungzlektüre, als auch belehrenden und fachwissenschaftliche« Schrifttum vertreten Ist 8 Tage--- Semmering Volle Verpflegung inklusive Abgaben 95 Schilling! Pension Dr. Hecht rit. Abt. des Palace-Sanatoriums Auskunft: Ab 7. Jänner täglich abends bei Lehrer F. Elsenberg, Wien, ll. Gr. Pfarrg. 8, Tel. A 45-4-92 Sit m Heute Dolly-Haas Premiere Heute findet im ElJte-, Schottenring-, Lustspieltheater-, -r Sascha-Palast- und Flotten-Kino die Premiere des neuesten Dolly-Haas-Lustsplels „Der Page vom D&lmasee* . Hotel" (Der Llebesplkkolo) statt. Weitere Rollen: Harry Lledtke, Trude Hesterberg, Glna Falkenberg, Han* Junkermann, H. A. Schlettow u. a. Mimik: Eduard Künneke. Dl* Inszenierung besorgte Viktor Janson. Jiidistlker Sport Jüdischer Wehrsport- und ßohützenvereln „Haflanah*, Uebungsabendo ln der Zentrale, Wien, IX., NußdorfSrsfcraße 16, Montag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr, Im Kreis West, XV., Markgraf Rüdlgarstraße 4, Dienstag von 20 bis 22 Uhr, Alle Kameraden, die Skiläufen (auch An-* fänger), mögen sich in der Zentrale melden. Der Turnverein Makkabl II (Leopoldstadt), TurnaaU Wien, II., Lcopoldegasse 8 (Knabenvolksschlue), führt den Monat Jänner 1934 als Werbomonat durch. Jugendliche beiderlei Geschlechts haben ln diesem Monat Gelegenheit, ohne Einschreibgebühr und Mltgliedsbeitrng unter Führun* erstklassiger Turnfachleute bol uns zu turnen. Tum* zelten: Montag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr (Moder* nes Geräteturnen), Mittwoch von 19 bis 21 Uhr (Gymnastik), Touristik- und 8kiklub „Hakoah". Sonntag, 7. Jänner, Skitour auf den Wechsel. Abfahrt Sonntag früh, Führers Paul Schwarz. Anmeldungen Freitag lm Klubhelm. —■ Voranzeige: Abfahrts- und Lauglauf vom Wechsel am 21. Jänner. Herren 12 Kilometer, Damen 6 Kilometer. Nennungpschluß 19. Jänner. — WienerwaJd: Jeden Sonntag finden Ausflüge, bezw. Skitouren und Skikurse statt Ankünfte Jeden Freitag Ira Klubhelm, I., Wiesingerstraße 11, Telephon R-28-0-10. Werdet Mitglieder des einzigen Jüdischen Tourlstenveretnes Wiens. Fahrpreisermäßigungen auf de» Bahnen.