Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 315 (29.12.1933)
- Date
- 1933-12-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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~29. ftSerntjcf I6SP Off STIMM« fc** i Jüdisches Leben in Wien io Jahre K. K. L.*Venlehenuig — loiähriges Direktor-JuMlSun von Gereon WlttUn Zehn Jahre sind es jetzt, seit dem die VersicherungsabtaÄiing des K. K. L. alt Teil der «Phönlx»-Vef- Sicherungsgesellschaft Ihre Tätigkeit und Wirksamkeit aufgenommen hat. Das jOjährige Jubiläum der K. K. L.-Versicheruirgsabteiung Ist gleichzeitig da« löjäliriige Jubiläum de« Leiters der Abteilung, unsere« Gesinnungsgenossen Oerson Wlttjin, der diese Abteilung mitbegründete und sie von der Enge einer kleinen, unbedeutenden Neugründung zu einer geschäftlich bedeutenden und sozial ganz überragenden Filiale geführt hat. Ja, Direktor Gereon Wittiin hat au« dieser K. K. L.-Abteltong eine ganze Institution gemacht, die heute — dies muß besonders hervorgehoben werden — weder aus dem Rahmen der gigantischen, weltumspannenden «Phönix»- Versiphungsgesettechalt, noch aus der ebenfalls weltumspannenden jüdischen Fondsinstitution des Keren Kajemeth LejIsrael wegzudenken Ist. Aus Anlaß dieses Doppeljubiläums versammelte sich am 12. ds. der ganze Stab von Mitarbeitern' der K. K. L.- Abteilung im Direktionssaaie der Filiale Aspernbrückengaase, um Im intimen Kreise Gereon Wittiin zu feiern. lieber den Vollblutjuden Gereon Witttlb, über den lOOprozentigen Zionisten Wittiin. und über den trotz grandioser 'geschäftlicher Erfolge und direktorialer Machtbefugnisse doch einfach und bescheiden gebliebenen Menschen Wittiin ist an dieser Stelle anläßlich der Einweihung eines von Wittiin gespendeten Sefer-Thora und der von ihm begründeten hebräischen Schule in der Zionistischen Sektion Leopoidstadt am 1. Schwuoth-Tag dieses Jahres bereits ausführlich geschrieben worden. Auch an diesem JuWJäumstag, der wieder ein Ehrentag für den Juden, Zionisten, Menschen und last ut not least, Vereicherungsfachmann Wittiin wurde, waren alle Reden und Ansprachen, die gehalten wurden, und die Zuschriften, die zur Verlesung gebracht wurden, auf diesen, Grundakkord eingestellt Im Namen der Direktion der «Phönlxs-Versicherungsgesellschaft überbrachte Prokurist Dr. Hü sc her die Glückwünsche. Für das Direktorium der Zentrale in Jerusalem zeichnete Dr. Egon M. Zweig in liebevollen Worten ein überaus imposantes. Bild von dem Werdegang und der Entwicklung des Doppel]utjüäumsklndeS. Für die Mitarbeiter sprjch Herr i n, deijIdem;'Jijfiilaf, auch.’dgs Diplom, seiner. Eintragung .ins Goldene Buch "des’-KVdvi %!:!]befreichle. Für die Zionistische Sektion Leopoldstarftipirachtferen Präsident Dr. Sc h m«r I=e r, für die Wizo Frau Dr. Kantor und schließlich für den K. K. L. Wien Herr Dr. Chalm Tartäkower, der insbesondere die jüdischen und zionistischen Qualitäten 'Wittlins hervorhob. In allen Reden wurde nicht nurauf die hervorragenden Eigenschaften Wittlins auf dem Gebiete der Versicherung, die Ihm und der Gesellschaft, der er dient, «o schöne Erfolge brachten, sondern vor allem auch auf seine persönlichen Qualitäten, seine Hilfsbereitschaft gegenüber seinen Mitarbeitern, sein Bestreben, immer nur Kollege und nie Vorgesetzter zu sein, wodurch es ihm gelang, ein außerordentlich herzliches Verhältnis zwischen allen. Mitarbeitern aufrecht zu erhalten, hingewiesen. An Glückwunschschreiben trafen ein: ein in herzlichen Worten gehaltener Brief vom Präsidenten des K. K. L. Wien Adolf Böhm, ferner vom Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees Dr. Oskaz 0 r ü n b a u m, von Prof. Arthur Freud und vielen anderen. Zum Schluß dankte, zu Tränen gerührt, der Jubilar selbst In einer kurzen Ansprache, In der er der aufopferungsvollen Hilfe und Mitarbeit jener gedachte, die ihm und somit der K. K. L.-Versicherungsabteilung zu den schönen Erfolgen verholten haben. J. r. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Wie wurde der Keren Kajemeth-Boden In Wadi Chawarlttt aufgeteilt? Das Märchen von der vorhandenen Bodenreserve des Keren Kajemeth lat leider nur — ein Märchen. Der ungemein wertvolle Boden — Pflanzungsboden — Im Chawarith ist folgendermaßen aufgeteilt worden: 1. An Arbeiter: Für 547 Familien über 10400 Dunam. Unter deu mit Böden Beteilten befindet sich der Hapoel Hamisrachi mit 1260 Dunam, die Jemeniten mit 900, die gewesenen Legionäre mit 1650 Dunam. 2. An Miteiständler Über 7000 Dunam, darunter u. a. die Allgemeinen Zionisten 735, die russischen Zionisten 1840, Misrachi 600. Außerdem gelangt der «strittige Boden» zur Verteilung, den der Keren Kajemeth im September 1930 den Beduinen abtreten mußte und im Juni 1933 zurückerhalten hat, u. zw.: an Arbeiter: an 120 Familien 2050 Dunam, an Mittelständler: an 196 Familien rund 3700 Dunam. Unter den Mittelständlern befinden sich die «Bnej Binjamin* (die Kolonistensöhne): 40 Familien 680 Dunam, 75 deutsche Familien auf 1400 Dunam. Insgesamt erhielten die Arbeiter rund 12.000 und der Mittelstand HjOOO Dunam zugewiesen. Aus obigem ist ersichtlich, daß alle jüdischen Kreise am Keren Kajemeth-Boden partl? zlpieren. Garten Dr. Leopold Sofer s. A. Die Verwandten und Freunde des Verewigten haben beschlossen, den Namen de#. Dr. Leopold Sofer mit unserem Aufbauwerk in Palästina durch Stiftung eines Gartens im Chajes-Walde zu verbinden. Der erste Betrag von S. 409.—, d. s. 39 B ä u m e, wurden bereits beim Jüdische Kunststelle II. Aspernbrückenstr. 2. Tel. R 48-2-91. Bureau: 9—1840Uhr. Den Mitgliedern stehen bedeutend ermäßigte Karten für die folgenden Theater zur Verfügung: Staatstheater, Kammerspiele, Komödie, Scala, Stadttheater, Der Hebe Augustin, Theater der Komiker, Jüdisches Theater, Jüdische Kleinkunst «Chad-Gadjo». Konzert: 12. Jänner, Arthur Schnabel, Gr. K.-S. Silvesterveranstaltung inr Großen Konzerthaussaal. Silvesterfeier Catt «Altes Rathaus», großes Programm, Keren Kajemeth erlegt. An alle Freunde des Verstorbenen ergeht das Ersuchen, sich an der Ergänzung des Oartens zu beteiligen. Die Jugendverelnigttng radikaler Zionisten hat als erste Gruppe dl# Dezember-Büchsenteerung vollständig abgerechnet. Ankündigungen und Mitteilungen Makkabäerfeier der Sektion Landstraße Wie alljährlich veranstaltete die Zion. Sektion IBandstraße auch ln diesem Jahre eine interne Feier für ihre Mitglieder und Freunde. Der Vorsitzende der Sektion, Herr Prof. B stach a, begrüßte die zahlreichen Gäste. Kantor Feuer zündete die Lichter an und entzückte die 2uhürer mit seiner schönen Stimme. Hierauf hielt Direktor Doktor Kellner ln bekannt formvollendeter und tiefschürfender Welse einen Vortrag über die Bedeutung des Festes und der Faste im allgemeinen. Das Publikum dankte dem Redner durch lebhaftesten Beifall. Den sogenannten „nlehtoff Ist eilen“ Teil des Abends konferierte Herr Dr. Schwarz, der mit seinen guten Versen und seiner sehr animierenden Laune die einzelnen Mitwirkenden und damit auch sich einftthrte: Frau Dr. Sperber, die fein pointiert jüdische Dichtungen vortrug; Dr. Karl Ritter (Breslau), der uns deutsche Judentypen vermittelte, und Frau Hilde Dulitzkaje (am Klavier Frl. Levln), deren Liedervorträge die Zuhörer immer aufs neue begeisterten. So konnte der Veranstalter dieses Abends, Vorsitzender Prof. Dr. Bascha, mit Recht von einem gelungenen Abend sprechen und die Anwesenden bitten, auch an den Übrigen Veranstaltungen dieser Sektion regen Anteil zu nehmen. Kinder-Chanukkahfeier Am Sonntag, den 17. d. M., veranstaltete dio Hebräisch o i Schule der Zion. Bezirkssektion Leopoidstadt ln den Räumen , der Sektion, II, Praterstraße 18, eine Kinder-Chanukk&hfeier. Der große Chajes-Saal und die Nebenräume waren von zahlreichen Zuschauern gefüllt Nachdem die Schul- kihder die traditionellen Chanukkahllchter angesündet hatten, hielt der Präsident der Zionistischen Bezirkssektion IT, Herr Dr. Abraham Sohmerler, ein Ansprache Uber die Bedeutung des Makkabäerfestes. Hierauf folgte ein vom V Lehrer der Hebräischen Schule, Herrn J. Donnor, verfaßtes Kinderspiel „Hagibor 1 m Haketanlm", das von den Kindern der Schule in hervorragender Weise auf-- ■ geführt wurdo und beim Publikum höchste Begeisterung auslöst«. Bemerkenswert ist, daß das reichhaltige Programm durchwegs hebräisch war und daß Olle darstellenden Kinder -31 ihre Böllen glänzend spielten. Dem Lehrer Donner gebührt A ftir die wirklich schöne und genußreiche Veranstaltung, die? Beiner intensiven Arbeit zuzuschreiben ist, vollste Anerkennung. Nicht zuletzt seien noch dio von Herrn Fritz Bauer ausgeführten, sehr schönen Dekorationen erwähnt — Die " zahlreichen, von den Kindern gesungenen hebräischen Lieder begleitete am Klavier Frl. B. rortnoy ln ausgozeichneter Welse. «Hanigun» beim «Großen Jüdischen Abend» Im Rahmen des vom Club «E r e z Israel» veranstalteten «Großen Jüdischen Abcn cL*-, der am So n ntag, den 31. Dezember, um 8 Uhr abends (Ende 4 Uhr früh) hn Festsaale des H o t e 1 s Co n t i n e n t a 1, II., Taborstraße 4, stattfindet, tritt der berühmte Chor «H a n i g u n* [ mit seinem sensationellen Programm auf. Restliche Karten an - der Abendkasse. Akademischer Verband Allgemeiner Zionisten. Mittwoch, deä 8. Jänner 1984, findet ln unserem' Heim, II., Ihraterstraße 13, ein Vortrag des Koll. Eli Strauß über „Die arabische Bewegung seit 1918" statt. Kolleginnen und Kollegen, erscheint zahlreich und pünktlich um 8 Uhr . abend«,! — Mittwoch, den 8. Jänner 1984, um 7 Uhr abends: 1. Hebräischkurs für Anfänger unter Leitung des Koll. Patron; 2. Konversation für Hebräischsprechende unter Leitung des KolL. Ochs. Ciria hebräische Predigt im Seitenstettentempel. Dienstag, den 28. d. M., hielt Herr Rabb. Prof. Dr. B. Murmelstein bei der Trauung des Innßbrucker Rabbiners Dr. Rlmald eine in Form und Inhalt vollendete hebräische Predigt Zweite hebräische Tempel predigt. Freitag, den 29. d. M., 16.48 Uhr, hält Herr Rabbiner Dr. M. Gerstel lm Tempel der Kleingewerbe, II., Malzgasse 1, eine hebräische Tempelpredigt. Die Histadruth Iwrith fordert alle ihre Mitglieder auf, zu dieser Predigt zu kommen. Dritte hebräisch« Tempelpredigt Samstag, den 6. Jänner 1931, 8.15 vorm., hält Herr eond. theol. et phil. David Ochs, im kleinen Tempel, II., Tempelgasse 8, eine hebräische Predigt. Die Mitglieder der Histadruth werden ersucht, zu fliesor Predigt, zu kommen. Hebräieoher Onag Schabbat im Kiuoky-Tompel. Hainatag, dep 6. Jänner 1934, 16 Uhr, findet im Klucky-Tempel, XX., Khickygasse, ein hebräischer Oneg Schabbat statt, mit folgendem Programm: 1. Mlnchah-Gebet; 3. hebräische Predigt (Rabb. Prof. Dr. R. Murmelstoin); 3. Gesang: Eljabu Krybus u. a.; 4. hebräische Ansprache Uber ein geschieht!. Thema (Dr. Chalm Tartakower); 5. Gesang; 8. Vortrag über Parschat Haschawuah (Jehuda Mellen); 7. liturgische Gesänge. Dio Histadruth Iwrith fordert alle Hebräischsprechenden Wiens und insbesondere die Jugend auf, zu diesem Oneg Schabbat zu kommen. Vortrag der Histadruth Iwrith. Samstag, den 30. d. M.. pünktlich 20.15 Uhr, iiu Saale der Stanislauer, II., Prateiutraße 11, Harzaath Haraw Dr. M. Gerstel ai Hanosse: Aestetlkah. Seminar« der Histadruth: 18.30 Uhr Seminar für tteuhebrftischfl Literatur <H. Auerbach); 19.80 Uhr Seminar für Mischnah und Agaduh (Rabb. Dr. Kicker). Oneg Sohabfcat der Histadruth Iwrith für hsbräisohsprechende Jugend. Samstag, den SO. d. M., 1« Uhr, im Helm ibv ..Mirjam", 1.. Jor<’angas.se 7, Onr-g Schnbbat für •Uv Jugend. Vmtragend«: Dr. Cbaim Ta -takower, Jehuda Meilen u. a. Gesang: paläst, Koaserteänger Eljahu Krybue. Vortragskalender des zionistischen Landeskomitees Tag Lokal Redner Thema Samstag, 80. Dezember 8 Uhr abends Jüdischer Klub der Jungen im Mekka bi. 1.. Rathcusnlntz 8 Geselligkcitsabend mit Tanz Sonntag, 81. Dezember 8 Uhr abends lviuu „nirez Israel'* Festsaal des Hotel „Continental", H., Taboratraße 4 Großer jüdischer Abend Vorträge, Tanz — Ende 4 Uhr früh Sonntag, 81. Dezember 9 Uhr abends Sekt VI/VII, Frauengruppe VI/Vn und Klub Junger Zionisten. Lommlplatz 11 Großer Goselligkeltsabead mit Tanz Ueberraschungen Montag, 1. Jänner 8 Uhr abends Sekt 11 u. Klub „Erez Israel", TI.. Praterstraße 13 Prof. Dr. K. Kupfer Semina. tu* jüdische rs« s< n rate .oiuuaiag, 2. Jänner 8 Uhr abends Sekt XX, Jägerstraße 30 lrof. Dr O. Glaser Talnmdvortrag imttwocn, 8. Jänner 8 Uhr abends Klub Junger Zionisten, VI., Loqualplata 11 Geselllgk citsabend lYLittwocn, 8, Jänner 8 Uhr abends Sekt XIV/XV, XV., HorklntzgAsne 21 Dr. Murmelstein 1 Ursen wunden« Zentren jiidi- | scher Kultur Donnerstag, 4. Jänner 8 Uhr abends Sekt. I, Ilotol de Franco Prof. Dr. W. Steiu Die Bedeutung des /bmisrrma Donnerstag, 4. Jänner 8 Uhr abends »eKi. vt/vu u. i'laueugruppc VI/VII, Loquaiplatz 11 Klubabend mit Vortrag Donnerstag, 4. Jänner 8 Uhr abends sekt XIII, Cafö „Hietzlngerhof", Hletzlnger Hauptatr. 23 Dr. O. Ciriinbauui Dissimilation u. Assimilation Freitag, 5. Jänner 14 8 Uhr abends Sekt. 11, PratcrHtroße 13 Oneg Sabbath mit (Jhunuutchvortrag Freitag, 6. Jänner 148 Uhr abends Sekt Prater, Jungstraße 8 Oneg Sabbath Freitag, 5. Jänner *43 Uhr abends Sekt XX, Jägerstraße 80 Oneg Sabbath Die JSektionsräumo der Zionistischen BezirksoekUon Leopoidstadt sind täglich ab 6 Uhr geöffnet. Sämtliche Tages- und jüdischen Zeitungen liegen auf. Bibliothek steht den Mitgliedern zur Verfügung. Täglich: Hebrälschkurse, Wien, II., Praterstraße 18. Hebräische Kurse: Für Anfänger; Montag und Mittwoch von %9 bis 10 Uhr abends; für Vorgeschrittene: Dienstag und Donnerstag von ^9 bis 10 Uhr abends; für Kinder: täglich von bis 7 Uhr abends. Die Klubräume der Sektion VI/VII, VI., Loqualplata 11, sind täglich ab 6 Uhr abends geöffnet. Sämtliche Tages- und jüdische Zeitschriften liegen auf. Propaganda, Werbetätigkeit, Vorträge und Veranstaltungen: Dr. Philipp P. Pickh«»!/., Zionistisches louulo.skomltee, I., Kärntnerstraße 28, Telephon R-27-4-86, täglich in der Zeit von 13 bis l Uhr mittags zu sprechen.