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Die Stimme · 1933-12-14 · Heft 313 (14.12.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 313 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Heute: Chamikkah-Beilage Seite 7 und 8 Erscheint feden Donnerstag Redaktion und Administration: Wien, 1. Best.. KärntnorstraBo Nr. 28, folephon R-27-4-85 RadaktionasohluB: Dienstag abends Bitugibedingungem Monatl. S 1.&0, vierteljährlich 8 4.20, ganzjährig 8 18.— Für das Ausland: Deutschland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei viertelj. Ko 24.— Jugoslawien viertel j, Dinar 40.—, Polen viertel). Zloty 6.5U, Ungarn viertelj. Pengo 4.2*>. Rumänien viertelj. Lei 120.—, übriges Ausland vierteljährlich Schweizer Franken 4.b(J. Poeteeheok K ontii Oesterreich Nr. D 113.546, Polen Nr. 191.199, I schecho* Slowakei Nr. 8U0.230, Jugoslawien Nr. 40.8/9. In Deutschland verbeten V. k.4 Preis einer Nnauner Hi JÜDISCHE ZEITUNG 6., Jahrgang Wien» Donnerstag, 14« Dezember 1933 (36. Kieler 3694) Nummer 313 S A M S T A G, den 16. Dezember 1933, 8*30 Uhr abends» Schwarzenbergkasino GROSSE MAKKABÄERFEIER Festrede: Dr. Desider Friedmann Mitwirkende: Jüdischer Gesangsverein, Oberkantor Gerson Margolies, Dr. Karl Ritter, Jakob Feldhammer, Sarah Tomaschoff, Bratislava, Kurt Engel Der Jüdische Weltkongreß eine Tatsache Unterredung mit Dr. Nahtana GoMsnaam eine Sitzung des «Comitee des D6l6gations Julves» stattfinden, das bekanntlich als Vertreter von 9 Ländern, unter denen sich auch Oesterreich befindet, im Verwaltungsrat des Flüchtlingskommissariats teilnimrnt. Doktor Goldmann bemüht sich gleichzeitig um die Reorganisierung. des Comit6e des DStegations, damit es den heutigen .Anforderungen, entspricht. Schließlich werden in der erwähnten Sitzung auch die Fragen der Minoritäten zu denen auch Oesterreich gehört, und die bekanntlicl durch die letzten Ereignisse am Minoritätenkongreß zu einer Lösung drängen, berührt werden. Zahlreiche jüdische Minoritätengruppen sind für den Austritt aus dem Minoritätenkongreß, dem sie formell nach wie vor noch angehören. . J. R. Dr. Nähtim G ö l d m a n n, der Nachfolger Leo Motzkins in der Leitung des «C omi 16es des ßr£ 16 g. a 11 ö n s J u i v e s» in Par i. s, der gemeinsam tfi.it Prof. W e i z in a n n die jüdischen Interessen im V-eifwaltungsrat des vom Völkerbund geschaffenen Flüchtlingskornmlssariats vertritt und auch an dessen letzten Sitzungen in Lausanne teilnahm, weilte 2 Tage in Wien, von wo ei sich zu einer Propagandareise nach P o i e n begab. j)i. Goldmcinn - Uber seinen Wiener Vortrag berichten wir an anderer Stelle unseres Blattes —, der sich mit besonderem Eifer als Initiator des jüdischen Weltkongresses um die Vorarbeiten desselben bemüht und sie leitet, äußerte sich in einer Unterredung mit unserem Redakteur über den derzeitigen Stand der Vorarbeiten zum jüdischen Weltkongreß folgendermaßen: Die Vorarbeiten zum jüdischen Weltkongreß gehen intensiv vor sich. Vor allem in Amerika. Der «A m e r ican jewish Congress» wird bald mit der Wahlkampagne beginnen und hofft, eine halbe Million Wähler aufzubringen. Auch in Polen sind 300.000 bis 400.000 jüdische Wähler zu erwarten. Der Zweck meiner gegenwärtigen Reise nach Polen besteht unter anderem auch darin, mit der Agudah, die ja bekanntlich im Prinzip für den Weltkongreß ist, in bezug auf ihre Beteiligung an den Wahlen zu einer Verständigung zu gelangen. Wir haben in Paris ein Vorbereitungskomitee geschaffen, das alle Vorarbeiten durchführt. Ebenso haben wir ein Pressebureau unter der Leitung Moses Waldmanns ins Leben gerufen, das die Pressepropaganda eitrigst besorgt. Unser Komitee wird schon, in der nächsten Zeit mit der Herausgabe von Schriften über die politische, bürgerliche und wirtschaftliche Situation der Juden in allen Ländern Europas hervortreten. Die erste Schrift stammt von J. L e s c h i n s k i. Auch über die Lage der Juden in Oesterreich, die in den Kreisen des jüdischen Weltkongresses mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird, wird ein Bericht vorliegen. Im Februar nächsten Jahres wird das Exekutivkomitee zusammentreten, um die endgültigen Modalitäten, den Zeitpunkt und den Ort des Zusammentrittes des jüdischen Weltkongresses zu bestimmen. Als Ort ist Paris oder eine Stadt in der Schweiz ausersehen. Als Zeitpunkt kommt der Monat Juli am ehesten in Betracht. Die Wahlen dürften im M a i stattfinden. Im Anschluß an diese Exekutivsitzung wird auch Die Tagiing des , internationalen Fluchtlingsrates in Lausanne Genf. Den Sitzungen des Verwaltungsrates für Schutz der deutschen Flüchtlinge wohnten die folgenden Vertreter der jüdischen Organisationen be): Für die Jewish Agency Df. Chaim Weizmann, für das Comi16 des Dälägatlons Juives Dr. Nahum Goldmann, für die Jewish Colonlsation Association (JCA) Direktor Oangre, für das Joint Distribution Committee dessen europäischer Direktor Dr. Bernhard Kahn und Sekretär Joseph C. Hyman, für Hias-Jca-Emlgdirect (HJCEM) Dr. James Bernstein. Die jüdischen Verteter haben eine Sitzung abgehalten, in der ihre Haltung im Verwaltungsrat präzisiert wurde. Gleich zu Beginn der zweiten Sitzung des Verwaltungsrates des Flüchtlingsamtes wurde Dr. Chaim Weizmann als dem Vertreter der Londoner jüdischen Organisationen das Wort zu einem einständigen Exposä über die Lage der jüdischen Flüchtlinge erteilt Weizmann stellte zu Beginn seiner Rede die Forderung auf, daß die .Hilfsaktion möglichst schnell organisiert werde und möglichst umfassend sei, denn man stehe erst am Anfang des Problems; den 60.000 verzweifelten Menschen, die bereits Deutschland verlassen haben, werden weitere Zehntausende folgen, namentlich Juden, denen die Lebensmöglichkeit genommen ist Eine schneite internationale Zusammenarbeit für den Schutz und die Seßhaftniachung der deutschen Flüchtlinge sei notwendig, um das schwere Problem zu lösen, wenn nicht die ganze Welt bald von verzweifelten Flüchtlingen aus Deutschland überschwemmt werden solle. Weizmann appellierte an die Regierungen der Vereinigten Staaten, Englands, Südafrikas und Palästinas, eine liberalere Handhabung der Einwanderungsvorschriften eintreten zu lassen tmd die jüdischen Flüchtlinge, die ein wertvolles Element der Kultur und der Arbeit sind, aufzunehmen. Die Welt, sagte Weizmann, möge sich von der falsch e n A n s 1 c h t f r e 1 m a c he n, daß alle Juden reich seien; das jüdische Volk Ist ein armes Volk, und wenn nicht Auswege für die Emigrationsnot der Juden gefunden werden, werde die Lage sehr ernst werden. Die Juden in Osteuropa, die sehr arbeitsam und sehr genügsam sind, gehören dennoch den ärmsten Schichten an, weil ihnen viele Möglichkeiten des Erwerbes, namentlich die staatlichen Berufe und Arbeitsgelegenheiten,. verschlossen sind. Nach Weizmann sprach der Sekretär des American Joint Distribution Committee Joseph C. Hyman. Auch er forderte ein internationales Zusammenwirken zur Unterbringung der Flüchtlinge und versicherte auf Grund eigener Anschauung und Prüfung, daß die Juden, die Deutschland, verlassen haben oder sich anschicken, Deutschland zu verlassen, ein wertvolles Element sind und jedem Lande, das sie aufnimmt, gute Bürger sein werden. Lord Robert Ce eil, der Vertreter Englands und Vorsitzender des Verwaltungsrates, führte aus, das jüdisch« Problem sei ein Weltproblem, eine alle Nationen interessierende Frage, die nur mit Hilfe eben dieser Nationen gelöst werden könne. Senator Henri Berenger schilderte die Position der Juden in Frankreich und sagte, die französische Grenze sei Enorme Auswahl Billigste Preise Teppiche, Vorhänge; Möbels.offe, Decken nur 1. Bauernmarkt 12-14 SO GROSCHEN pro STOCK WfcCHSEL-INKASSO besorgt Bankgeschäft Friedrich Knoll, Wien. 1., Franz-Josets-Kai 7—9, Tel. 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