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Die Stimme · 1933-12-07 · Heft 312 (7.12.1933) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 312 (7.12.1933)
Date
1933-12-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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OIE STIMME Nr. 312 — 7. DeraffllieT 1939 Iftlfe Id ‘ Friedländer & Deutsch Wies. i.,SelteDttetteog»88e Nr.:. Tel. ü XI., Zentral friedbof, neben dem l. lor. Tel. U 18-0-86 Grabsteine tive Hilfswerk entsprechend auszugestalten. Das vereinte Vorgehen aller bedeutenden jüdischen Kräfte gerade auf diesem Gebiete praktischer Sozialarbeit werde wenigstens auf einem Gebiete die Zerrissenheit und Schwäche des Judentums überwinden helfen und wahrhafte jüdische Solidarität bekunden.* Hierauf erstattete der Abteilungsleiter der Fürsorgezentraie der israelitischen Kuitusgemeinde, Dr. Nahum Blauer, ein Referat über die Entwicklung und die organisatorischen Grundlagen der jüdischen Wanderfürsorge in Oes‘_.ri ch. Danach wurden in der Zeit vom 1U. Juni 1930 bis 31. Oktober 1033 einschließlich (Lr deutschen Flüchtlinge von uer F'ürsorgezeiurale Wien 4508 Wanderfälle behandelt. Insgesamt wurden 4131 Personen befürsorgt und befördert. von den 3725 Personen (ohne die deutschen Flüchtlinge) wurden u. a. 1146 nach Ungarn, 884 nach der Tschechoslowakei, 483 nach Palästina, 460 nach Polen, -451 nach Deutschland, 81 nach Rumänien, 27 nach Frankreich und 32 in die Schweiz abdirigiert. Während zu Beginn der Aktion noch eine Wanderung nach den Weststaaten, vorwiegend nach Frankreich und Belgien, start.and, war seither eine Rückwanderung hauptsächlich nach Ungarn, der Tschechoslowakei und nach Polen zu konstatieren. Die ungarischen Juden stellten im Laufe der ganzen Zeit mit einem Drittel der Gesamtzahl das Hauptkontingent. Letzthin ist eine stärkere Auswanderung aus Oesterreich mit dem Endziele Palästina wahrnehmbar. Interessant ist die aus der statistischen Bearbeitung hervorgehende Tatsache, daß die Wanderer zum überwiegenden l'eile Männer (2848), am meisten im Alter von 20 bis 40 Jahren (2432) und in erster Linie Handwerker und Gewerbetreibende waren. Unter den Wanderern waren 667 Frauen und 210 Kinder unter 14 Jahren. — Die jüdischen Provinzgemeinden Oesterreichs, vornehmlich in Graz, Innsbruck, Linz und Salzburg, haben insgesamt 1430 Wanderer befördert, darunter auch Deutschlandflüchtlinge, während von Wien aus 406 deutschen Emigranten nach verschiedenen Ländern zur Weiterreise bis zu ihrem Endziel verholfen wurde. Ueber die finanziellen Auswirkungen der Wanderfürsorge referierte Amtsvorstand Etnil Engel. Die Gesamtesten beliefen sich in der Berichtsperiode auf rund 130.000 Schillinge. Die angeschlossenen Gemeinden und Korporationen steuerten bloß 36.000 Schilling bei; von diesen müsse eine erhöhte Opferwilligkeit, vor allem aber von den bedeutenden Körperschaften der Nachbarländer und von den interessierten osteuropäischen Gemeinden, verlangt werden, da die Wiener Kultusgemeinde auf die Dauer nicht in der Lage ist, neben ihren so bedeutenden Ausgaben für soziale Zwecke auch die Hauptlast für diesen Fürsorgezweig zu tragen. . Der Generalsekretär der ßudapester Jüdischen Gemeinde Alexander Eppler gab die Erklärung ab, daß seine Gemeinde sich der Wanderfiirsorge-Organisation anschließe. Die Delegierten aus der Tschechoslowakei erklärten, sie würden auch ihre Organisationen zum endgültigen Beitritt zu der geschaffenen interterritorialen Arbeitsgemeinschaft veranlassen. Schriftliche Zustimmungserklärungen liegen auch von anderen Ländern vor. Es wurden u. a. folgende Entschließungen angenommen: 1. Die Wanderfiirsorge-Konferenz gibt einhellig ihrer Meinung Ausdruck, daß die bestehende österreichische Wanderfürsorge-Organisation unter allen Umständen aufrechtzuerhalten ist. — 2. Die unter den gegenwärtigen Verhältnissen so überaus wichiige und unentbehrliche interterritoriale jüdische Wanderfürsorge-Organisation ist in ihrem Weiterbestand gefährdet, wenn sich nicht die jüdischen Gemeinden und die bedeutenden jüdischen Verbände aller an Oesterreich angrenzenden Länder sowie die von Polen, Rumänien, Bulgarien usw. dieser Organisation anschließen. — 3. Die Konferenz beschließt, daß bis auf weiteres die Leitung der Gesamtorganisation von Wien aus zu erfolgen habe. Zu diesem Zwecke ist eine Zentralorganisationsleitung einzusetzen, die aus drei Mitgliedern der österreichischen und aus höchstens je drei Mitgliedern der außerösterreichischen Landesorganisationen besteht. Die Organisationsleitung wählt aus ihrer Mitte einen drei- bis fünfgliedrigen gesdiäftsführenden Ausschuß mit dem Sitz in Wien. 4. Die Konferenz schließt sich einhellig der Resolution des Wiener Kultusvorstandes gegen die Einwanderungsbeschränkungen in Palästina an und appelliert, in feister Sorge um das Schicksal der durch die deutschen Zustände betroffenen Juden und anderer breiter jüdischer Massen, an die britische Regierung, im Sinne und Geiste des Palästina- Mandates die Einwanderung von Juden nach Palästina im ausgedehntesten Maße zuzulassen und die erlassenen Beschränkungen zu widerrufen. Amtliche Verlautbarungen der Israelitischen Kuitusgemeinde Wien Predigten und 8ehrifterklärungen in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen Freitagr, den 8. Dezember 1988, werden bei den um 8 Uhr 60 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten ln nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Tempelgasse 8, Oberrabbiner Dr. I. Taglicht; III., Untere Viaduktgasse 18, Rabbiner Dr. K. Kupfer: VIII., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. Bauer; IX., MUUnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz: XIX., Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmclstergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. — Samstag, den 9. Dezember 1933, beim Hauptgottesdtenst: Schrifterklärung, XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. Die Kleiderstelle der Fürsorge-Zentrale bittet dringendst um Zuweisung von brauchbaren Bekleidungsgegenständen jeder Art, Wäsche, Schuhe usw. für Männer, Frauen und Kinder. Telephonische oder schriftliche Benachrichtigung erbeten an die Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, Tel. U 25-6-86, welche die Abholung veranlaßt. Israelitischer Jugendgottosdisnst. Samstag, den 9. Dezember 1933, findet in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen der Jugendgottesdienst um 8 Uhr nachmittags statt Lieferungsvergobung. Seitens der Israelltschen Kultusgemeinde Wien gelangt mit 1. Jänner 1934 die Herstellung von Fundamenten und Grabeinfassungen aus Beton und Eisenbeton samt dem dazugehörigen Erdaushub für Grabsteine und Grabeinfassungen auf dem Zentralfriedhof, I. Tor, und Neuen Isr. Friedhof, IV« Tor, Wien, XL, Simmeringer Hauptstraße, zur Vergebung. Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Montag, den 11. Dezember 1933, dem Techn. Amt der Israelitischen Kuitusgemeinde Wien. I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde seinem alleinigen Ermessen vor. Adolf Ignaz und Julie MarceOine Mautner von Markhofsche Stiftungen für Wiener Waisenkinder. Verliehen werden: Je ein Stiftplatz 4 S 570.— an ein isr. Waisenmädchen und einen isr. Waisenknaben. Zur Be Werbung sind berufen: Arme Waisenknaben kn Alter von 12 bis 16 Jahren und arme Waisenmädeten im Alter von 10 bis 14 Jahren, die in Wien heimatberechtigt sind. Dem vom gesetzlichen Vertreter einzubringenden Gesuche sind beizulegen; Mittellosigkeitszeugnis, Geburtsschein, Nachweis der Zuständigkeit- und 4er Verwaisung, letztes Schulzeugnis und Vornnrnds^iaftsdekret. Einreichstelle: Magistratsabteiluhg 8. Einreichungsfrist: Bis 30. Dezember 1933- Der verliehene Betrag gelangt in der Regel bei Erreichung der Großjährigkeit oder bei Verehelichung des Waisenmädchens zur Auszählung. Wien, 5. Dezember 1933. Austritte aus dem Judentum Wawerka Adelo geb. Borger, 5, Juli 1895, Wien, verw., XVI., Hasnerstraße 159. — Wawerka Erika Mario, 16. November 1926, Wien, ledig, XVX, Hasnerstraße 159. — Wawerka Renate, 3. August 1931, Wien, ledig, XVI., Hasnerstraße 159. — Schnitzler Susanne Ruth geb. Albu, 4. April 1908, Berlin, ger. gesch., II., Obere Donaustraße 93. — Pröhlsdorfer Hermine geb.Weinninger, 22. Februar 1906, Wien, wohnhaft ln Bremen. — Paneth Sidonie, 12. August 1888, Bielitz, ledig, IL, Untere Augartenstraße 16. Pollak Regine, 17. Juni 1910, Wien, ledig, IH., Schwarzenbergplatz 5. — Ornstein Ida geb. Brod, 18. Dezember 1882, Ronow, ger. gesch., DC, Porzellangasse 16. ~ Friedingor Hedwig geb. Klein, 18. November 1878, Wien, I., Morzlnplatz 6. — Schianger Irma, 23. Jänner 1892, Wien, ledig, IIL, Salmgasse 8. — Fischl LiIIi geb. Beer, 8. März 1909, Wien, ger. gesch„ Fr. Hochedllngerplatz 10. — Winter Natalie, 28. Jänner 1908, Wien, ledig, II., Ausstellungsstraßo 66. —- Fränkel Leopold, 18. Dezember 1904, Wien, ledig, I., Eßlinggasse 13. Das zeitgemäße Chanukkageschenk: Die Sicherung eines Studien- oder Ausstattungsbeitrages für Söhne tind Töchter um S 1.— bis S 10#— monatlich durch den „FAMILIENSCHUTZ“ Gemeinnützige Vereinigung S. Familien!Ursorge Der „Familienschutz“ stellt die Leistung bei der Lebensversicherungs-Gesellschaft „Phönix** sicher Der „Familienschutz" wird von der Wiener Kultusgemeinde befürwortet Ein Anruf der Nummer R 43-500 genügt! Adresse: „FAMILIENSCHUTZ“ II., Aspernbrückengasse2 Ohne Arzt OCUURIUN Wien. f.. fnnaeai*« Nr. 1 (leie« Klrntn«rstraOc) Unleisuchune ». Angm u. \ nrrnfnunt laittndtr Augtnq fttt kotitnet unftr Ltilunq t'n Auctnerzfas kann Dr. Jonorski, r*i. Nr. R 27-0-43 fJnunfrrhtoeJim i«w> Uhl mrtig.n« Hi, O Uhi r h v v d \ | rfi'i nrl Brillen...vonS4.- aufw. Beh. konz. Realbüro ING. N. MUHLBAUER Kaut und Verkauf von Realitäten, Hypotheken 1., II. und ill. Sätze, Bau- und Zwischenkredite, üebäudeverwaltung Büro: Franz Josefs-Kai 11 Tel. R-25-0-44 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 Die wirklich billige Schuh• quelle linden Sie hei »DA-HO« (Inh David Horowitz) Wien IL lahorstraße Nr 11 b Ecke (h edler strafte Qualitätswaren %u äußerte billigen Preisen. 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