Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 309 (16.11.1933)
- Date
- 1933-11-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 9 s». DTC STIMME {?! I * i : / u Hierauf sprach Frau Sophie Pass weg Ober die eminent wichtige Frage der vollständigen Zionisierung der Wizo. Mit besonderem Nachdruck betonte sie das bei der siebenten Konferenz stark unterstrichene «Z», das endlich •ich ganz und voll im Sinne des nationalen Empfindens Oberall wie in Oesterreich durchsetzen und jeder den Bchekel zahlen müsse. Frau Dr. Kantor referierte sehr ausführlich über den Ausbau der Landwirtschaftsschulen in Palästina, besonders aber über den Erweiterungsbau des Hostels in Tel-Awiw. Für die Keren-Kajemeth-Kommission und ihren vollbrachten Leistungen brachte Frau Gisela Blauer den für die jetzige Wirtschaftslage gewiß sehr erfreulichen Bericht, Frau Dr. Hennie Lichtenstein erläuterte die vollzogene Affilierung des Mädchenkontinentalbundes mit der Wizo, die jetzt unter dem Namen Jung-Wizo an der Zusammenarbeit für Organisation und Prapaganda teilnehmen. Zum Schlüsse ergriff die eigentliche Wortführerin der Delegation für Oesterreich, Frau Dr. M. H o f f m a n n, das Wort und besprach zusammenfassend sämtliche bei der Konferenz diskutierten Probleme. Sie akzentuierte besonders die brennende Frage der Bodenerlösung, berührte eine für die Frauen noch ungelöste Frage der Erlangung von nicht nur beratender, sondern auch beschlußfähiger Stimme am Kongreß. Und was befähigt die Frau der Wizo hiezu? Das für die männlichen Zionisten beispielgebende einige Auftreten. Trotz gewiß verschiedener Einstellung. Mit Genugtuung konstatiert die Rednerin, daß die zionistischen Frauen, wo es sich um das hohe Ziel Erez Israel handelt, eine Einheitsfront bilden, von dem es nur wünschenswert wäre, daß dieser nur von Liebe und Friede getragene Geist auch in den männlichen Reihen hineinfindet. Ottilie Gröbel. Hebräische Kurse der «Wizo» Die « Wizo> veranstaltet in der Jordangasse 7 hebräische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene gegen ein geringes Entgelt und leitet auch eine Lesegemeinschaft für solche, die bereits Kenntnisse der hebräischen Sprache besitzen. Dieser Lesekurs wird jeden 1. und 3. Mittwoch stattfinden und unentgeltlich geführt. Der Beginn dieser Kurse wird noch bekanntgegeben werden. Interessenten mögen sich schriftlich an die «Wizo», I., Jordangasse 7, wenden. Die «Wizo» auf der Jüdischen Welthilfskonferenz Bei der in London stattgefundenen Welthilfskonferenz war die Exekutive der «W i z o» eingeladen worden mit einer Delegierten und vier Sachverständigen teilzunehmen. Die Exekutive hatte Frau Dr. Vera W e i z m a n n als Delegierte und als Experten die Frauen Al man, Eder, Goodman und S i e f f entsandt. Zionistische Frauengruppe IX.-Wizo. Donnerstaig, den 2. November fand im Mirjam-Heim die konstituierende Sitzung dieser Gruppe statt. Es wurden folgende Damen in den neuen Ausschuß gewählt: Präsidentin: Frau Gisela Blauer; Sekretärin: Frau Klara Müller; Organisation: Frau Sophie Roth; Tozereth Haarez: Frau Martha Riemer; Keren Kajemeth: Frau Stern; Keren Hanaschim: Frau Sabine Hirschhorn; Chaluzreferentin: Frau Klara Schatzberg Die Sitzungen des Ausschusses finden jeden zweiten Mittwoch um 6 Uhr abends im Mirjam-Heim, I., Jordangasse 7, statt. * Zionistische Frauengruppe XVI/XVII-Wizo. Bei der am 8. November 1933 im Heim der Zion Sektion stattgefundenen Generalversammlung, bei der Frau Gisela Blauer einiges über die VII. Wizo Konferenz berichtete, wurden folgende Damen in den neuen Ausschuß gewählt: Präsidentin Frau Blumenfeld; Vizepräsidentin Frau Dr. Kubin; Sekretärin Frau Piper; Organisation Frau Stecher, Frau Manes. Es wurde ferner von dieser Gruppe ein Hebräisch-Kurs ins Leben gerufen, der bisnun 25 Teilnehmerinnen aufzuweisen hat. und als Pionierinnen des wirtschaftlichen Wiederaufbaues nach den verschiedenen Gegenden des Landes zu entsenden. Es ist staunenswert, auf welche kolossale kulturelle Leistungen während dieser Zeit hinzuweisen ist. Waren es zunächst landwirtschaftliche Anlagen einfacher Ordnung, wie z. B. Gemüsegärten, Hühnerhöfe, Farmbetriebe usw., so entstanden aber auch bald Obstkulturen, Orangenhaine, Milchwirtschaften, Weingärten, Citruspflanzungen, kurz landwirtschaftliche Musterbetriebe aller Art. Das bleibende Verdienst solcher von Zöglingen der landwirtschaftlichen Mädchenschulen der Wizo geleisteten Arbeiten ist es vor allem, daß sie durch fachkundige Schaffung wirtschaftlicher Hilfsbetriebe weite Strecken unfruchtbaren Landes kulturell nutzbar machten. Sie trugen dadurch wesentlich dazu bei, den Einwanderern bleibende Heimstätten zu schaffen und ihnen das Wurzelfassen in der neuen Heimat zu erleichtern. Eine wirkliche anerkennenswerte kulturelle Großtat stellt auch die von Nahalal-Schülerinnen durchgeführte Kolonisation im äußersten Norden von Haifa dar. Hier erstand in kurzer Zeit aus ödem Weideland ein nach jeder Richtung hin musterhafter landwirtschaftlicher Betrieb. Wo noch vor kurzem kahle Beduinenweide gewesen war, dehnen sich heute vorbildliche Weingärten, Gemüsegärten, Baumschulen, Geflügelfarmen und Obstkulturen aus. Mit voller Befriedigung kann die jüdische Frau auf das bisher Geleistete zurückblicken. Es war ein gewaltiges Stück Kulturarbeit, das die jüdische Pionierin in Erez Jisrael geleistet hat. Wenn heute das neue Palästina einen wirtschaftlichen Aufschwung glänzendster Art zu verzeichnen hat, so hat es ihn nicht zuletzt der aufopfernden und unermüdlichen Mitarbeit der jüdischen Frau und des jüdischen Mädchens zu verdanken. Die Chaluzah war es, die tatkräftig und tapfer von Anbeginn an mit Hand angelegt hat an dem Aufbau Erez Jisraels. Ihre Schaffenskraft wird das neue Palästina auch in Zukunft nicht entraten können. Voll Freude und Begeisterung werden auch künftige Generationen dazu beitragen, eine schönere freie Heimat tnitaufzubauen Nf. 309 — 16. November 1933 ...— ..—.4 Aufm «hi ..Wizo“ Nh «ho Ural MomioH Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Vorstand des Zentralkomitees des Mlfal Arioso r o f f haben sich an die Exekutive der WI a o mit der Bitte gewandt, den Aufruf zur Beteiligung an der Arlosorofl’Aktlon, der an alle zionistischen Verbände und Organisationen zu Beginn dieses Monats ausgesandt wurde, an die Föderationen und Gruppen der Wizo weiterzugeben. Diese Aktion soll dazudienen, ein Siedlungswerk zum Gedächtnis Chaim Arlosoroffs zu schaffen und Ist zurückzuführen auf folgenden Beschloß des 18. Zionistenkongresses: «Der Kongreß nimmt die Erklärung des Direktoriums des Keren Hajessod zur Kenntnis, daß unmittelbar nach dem Kongreß eine Sammlung für Kfar Chaim Arlosoroff organisiert wird, von der zwei Drittel für Zwecke der Ansiedlung und ein Drittel für den Bodenkauf durch den Keren Kajemeth verwendet wird. Der Kongreß fordert feierlich alle Zionisten auf, ln dieser gemeinsamen Aktion der nationalen Fonds und der Zionistischen Organisation durch schaffende Tat das Andenken Chaim Arlosoroffs zu ehren. Der Beitrag für diese Aktion soll derart bemessen sein, daß es jedem Zionisten und jedem mH unserem Werk sich verbunden Fühlenden möglich Ist, sich zu beteiligen.» Wir leisten freudig dieser Aufforderung Folge, denn es ist uns ein tiefes Bedürfnis, die Mitglieder der Wizo in einer Aktion zu vereinen, die eine Ehrung Chaim Ariosoro^s darsteüt, der, wie es in dem Aufruf heißt, «in der Jugendkraft seiner Jahre von uns ging, mitten ans seinem zionistischen Werk, erfüllt vom entschlossenen Willen zur Durchführung großer zionistischer Pläner. An jeden einzelnen der über 50.000 zählenden Mitglieder der Wizo richten wir daher den warmen Appell, beizutragen zum Ge,ingen dieser Aktion, die einen großen Toten ehrt und zugleich eine Unterstützung des Siedlungswerkes In Erez Israel darsteüt und sich dadurch mit dem Beschluß des 18. Zionistenkongresses solidarisch zu erklären. Wir hoffen, daß unser Ruf in weiteste Kreise unserer Mitgliedschaft dringen und dieser Schilling-Aktion der Wizo voller Erfolg besekieden sein möge. Im Namen der Exekutive der Wizo: Vera Welz mann, Rebecca D. Sie ff; Joint Chairmen: Henrletta Ir well, Olga G. Alman; Joint Treasurers: Romana Goodman, Vorsitzende d. Dept für Org. und Prop. Mifal Arlosoroff Von Adolf Böhm, Wien Wie der Einzelmensch, so bewährt sich auch die Gemeinschaft durch die Art, wie sie auf Schicksalsschläge reagiert Das jüdische Volk hat stets auf Unglücksfälle mit der festen Entschlossenheit geantwortet, sich nicht beugen, nicht in seinem Wertbewußtsein erschüttern zu lassen und an seinen Idealen festzuhalten. Der Schlag, der die jüdische Renaissancebewegung durch die ruchlose Tat der Ermordung Arlosoroffs getroffen hat, die furchtbare Katastrophe, die die deutsche Judenheit und mit ihr das ganze jüdische Volk erleidet, sie müssen beantwortet werden mit einem kraftvollem «Dennoch!» Erhöhte Arbeit für die Wiederaufrichtung des jüdischen Volkes, das war die Antwort des Kongresses auf diese Schicksaisschläge: Wir wollen ein neues, bedeutendes Ansiedlungswerk in Erez Israel auf den Namen Arlosoroffs schaffen. Mifal Arlosoroff! Dieses Werk kann nur dann den Charakter eines alljüdischen haben, wenn es geschaffen wird durch die Mithilfe aller jüdischer Kreise und in < der Durchführung der Kolonisation alle Schichten der Judenheit bei Auswahl der' Anzusiedelnden berücksichtigt werden. Für diese Art der Durchführung bürgt die Zusage der Exekutive, die gewiß bereit sein wird, sie in der feierlichsten Form zu wiederholen. Für die Teilnahme aller jüdischer Kreise an der Beschaffung der Mittel haben wir selbst zu sorgen. Die Arbeit ist hier vom Präsidenten Sokolow eingeleitet worden. Er appelliert an alle zionistischen Gruppen, ihre Kräfte ln den Dienst von Mifal Arlosoroff zu stellen. Möge die Arbeit für dieses Werk das erste Zeichen des erhöhten Gemeinsamkeitsbewußtseins aller Zionisten und aller Juden sein! Josef Sprinzak über die Aktion Vor einigen Tagen weilte Gg, Josef Sprinzak auf der Durchreise in Wien, um sich namens des Zentralkomitees des Mifal Arlosoroff über den Stand der Aktion in Oesterreich zu informieren. Sprinzak referierte im Rahmen einer zahlreich beschickten Besprechung von Mitarbeitern des Mifal. Er widmete zunächst warme Worte des Gedenkens dem verstorbenen Führer Leo M o t z k i n, dessen Persönlichkeit er an der Hand von persönlichen Erinnerungen umriß. Hierauf besprach er die Bedeutung der Arlosoroff-Aktion, welche nach mehrjähriger Pause wiederum die Idee der nationalen Kolonisation in Palästina in den Vordergrund rückte. Die unbefriedigenden Zustände in der Zionistischen Organisation können am besten und raschesten saniert werden, wenn es gelinge, in allen Ländern die arbeitswilligen Elemente unter einer großen Parole in der Arbeit zu vereinigen und es könne für die breitesten jüdischen Massen heute keine zeitgemäßere Parole geben als den Gedanken neuer nationaler Kolonisation. Die letzten Vorgänge in Palästina beweisen, daß die arabische Bewegung nicht stillestehe und daß das zionistische kolonisatorische Tempo unbedingt gesteuert werden müsse. Die Aktion für Mifal Arlosoroff hat bereits in vielen Ländern eingesetzt und es sei ein guter Erfolg zu erhoffen. Zum Schlüsse seiner mit warmen Beifall aufgenommenen Ausführungen appellierte Sprinzak an die österreichischen Zionisten, alle Kräfte anzustrengen, um auch in Oesterreich einen entsprechenden Erfolg zu ermöglichen. Die Vertreter der Levante-Messe bet Minister Stocklnger Dieser Tage wurden die Herren Bruno Rabinowitz und R i c h t e r als die offiziellen Vertreter der Levante-Messe in Tel-Awiw von Minister Stockinger empfiangen und konnten die Bedeutung dieser Messe für den Handel und die Industrie Oesterreichs darlegen. Sie unterbreiteten auih den Vorschlag der Errichtung eines nationalen österreichischen Pavillons, Aus der jüdischem Studentenschaft Allgemein-zionistischer Studentenverband Mittwoch, den 22. November, Yt8 Uhr abends, findet ira Chajes-Saal der Zion. Sektion, II., Praterstraße 13, eine große Studentenversammlung mit dem Thema «Aufgaben des jüdischen Studenten im Zionismus» statt. Es sprechen: Dr. Oskar Grünbaum, Dr. Paul Berger, Kollege Michael Patron. Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa». Samstag, den 18. November 1933, %8 Uhr abends, findet ein «Abend jüdischer Kunst» statt. Es wirken mit: Adolf Haller, W. Guttmann, M. Lichtmann, Schwaiger. Nelly Spielmann u. a. Mitteilungen des Jüdischen Hochschulausschusses. Die Hebräischkurse der «Judäa» finden jeden Montag von 6 bis 8 Uhr abends im Zentralheim, IX., Alserstraße 26, statt, woselbst auch weitere Anmeldungen entgegengenommen werden. Jüd.-Akad. Juristenverein: Amtsstunden: Montag und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends. Veranstaltungen im November: Freitag, den 24. November 1933, Führung durch die Landesheilanstalt Ste'nhof. Auskünfte und Anmeldungen in den Amtsstunden. Vortrag des Direktors des Gefangenenhauses, Max Birnstein, über das Thema: «Der Verbrecher, die Strafe und der Strafvollzug» am Donnerstag, den 21. November, 8 Uhr abends, im Zentralheim der jüd. Studentenschaft, IX., Alserstraße 26. An diesen Vortrag werden Führungen durch das Landesstrafgefangenhaus, Polizeimuseum und Museum Graues Haus angeschlossen. Diejenigen Mitglieder, die ihre Beiträge noch nicht erlegt haben, werden ersucht, sie in den nächsten Amtsstunden zu erbringen. Der J. A. Technikerverbaod, IX., Alserstraße 26, veranstaltet in nächster Zeit eine Reihe von zionistischen Vorträgen, Lichtbilder- und Filmvorführungen unserer Kollegen, die soeben mit der Reise der Judäa aus Palästina zurückgekehrt sind, sowie Führungen in technische Betriebs und Filme technischen Inhaltes — Dr. Leo Goldhammer: Vortrag, Donnerstag, den 23. November 1933, Yj8 Uhr, Chajes- Saal. Thema: Zionismus vor Herzl. Kollegen, wir haben beschlossen, aktive Keren-Kajemeth-Arbeit zu leisten! Es ist Ehrenpflicht jedes einzelnen, durch Uebernahme eines Selbstkontingentes mitzuarbeiten. Anmeldung in den Amtstunden Di-snstag und Donnerstag von 6 bis 7 Uhr abends bei Kollegen Cnajes. Bibliotheksstunden nur Donnerstag von 6 bis 7 Uhr. Hachscharahamt der «Judäa». Kochkurs. Einfache bis feinste Küche, Tee tisch, Kalkulation usw. Prüfung und Zeugnis. Beginn: Anfang Dezember. Dauer: 5 Monate (zweimal wöchentlich 2 Stunden). Kurebeitrag S 20.— monatlich mit Kostproben. Anmeldungen täglich während der Amtsstunden (1 bis 2 Uhr) im Sekretariat des Hochschulausschusses, IX., Alserstraße 26. V. Z. H. «Theodor Herzl». Samstag, den 18. November, treffen wir uns um %8 Uhr abends in unserem Heime und begeben uns von dort korporativ zum Abend jüdischer Kunst (Judäa). tt 0*t«rr«lchs lltait« Klntf •rwassnfabrlk DD AM'* d#r **■«•*■«'■**•* „rNMIl Fabrik, VII. Ntibianaii« SS. v. S 40*— VL Martab tlfaratrafie I A. Lebcnsmlttelgesdiäfl II. Bezirk, großes Lokal, anschließend Zweizimmerwohnung, zu verkaufen. Zuschriften unter «Nähe Praterstern» an die Adm. Sorge für die Gesundhe t deiner Familie und benütze Shemen-Palästina-Olivenöl zum Kochen, Braten, Backen und Oelkuren, sehr ausgiebig, leicht verdaulich, bevorzugt in aller Welt. Shemen-Toiletteseifen iibertreflen die beste Qualität Europas, Shemen-Haushaltungsseifen sehr billig und ausgiebig, erhalten Sie in Ihrer Parfümerie, Delikatessengeschäften. Verlangen Sie diese Produkte. 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