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Die Stimme · 1933-11-09 · Heft 308 (9.11.1933) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 308 (9.11.1933)
Date
1933-11-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Vr. m — 9. November 1933 PW STTMME Seite 7 Die Er&H nung Jes Hailaer Hai Die offizielle Eröffnung des Hafens von Haifa durcfi den englischen Kolonienminister Sir Philip Cuntiffe-Lister und den High Commissioner von Palästina Sir Arthur YVauchope fand programmgemäß am 31. Oktober statt und ist vollkommen ungestört verlaufen. Der High Commissioner hatte angeordnet, daß mit Rücksicht auf die Trauer um die Todesopfer der Unruhen das ursprünglich vorgesehene Festprogramm eingeschränkt wird. Die Sonderzüge, die große Mengen von Festgästen aus allen Teilen Palästinas nach Haifa hätten bringen sollen, sind demgemäß nicht abgegangen. Die offizielle Eröffnung des Hafens für den internationalen Verkehr vollzog sich durch das Einlaufen von zwei englischen Dampfern, an deren Bord sich der High Commissioner und eine kleine Zahl von Festgästen befanden. Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister hielt von London aus eine durch Rundfunk nach Haifa übertragene Eröffnungsansprache. Anderseits wurde auch die Rede Sir Arthur Wauchopes nach England übertragen. Es war dies die erste Rundfunkübertragung von Palästina nach England. Der High Commissioner, der mit Flugzeug von Jerusalem ankam, wurde von dem Distriktskommissar für den Norddistrikt, Major Keith-Roach, empfangen und begab sich von dem alten Zollkai in einem Motorboot an Bord des Schiffes «Lancastrian Prince», worauf dieses Schiff in vollem Schmuck genau um die Mittagszeit unter Salutschüssen in den Hafen einfuhr. Ein Bataillon englischen Militärs leistete ★ ★ die Ehrenbezeugung, während das Schiff vor Anker ging. Der High Commissioner wurde, als er ans Land stieg, von den führenden Beamten der Regierung empfangen. Der High Commissioner hielt sodann die Eröffnungsansprache, worin er einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Entwicklung des Hafens von Haifa warf und die besondere Technik des jetzt erbauten Hafens darlegte. Zugleich betonte der Oberkommissär, daß Haifa nicht den Handel von anderen Nachbarhäfen des östlichen Mittelmeeres abziehen wolle (womit offenkundig sowohl Befruth als auch Jaffa gemeint sind). Die durch die Eröffnung des Hafens zu erwartende Steigerung des Handels werde neue Gebiete erschließen. Vor zwei Monaten, so sagte der Oberkommissär, habe ich erst vom Kolonialamt die Bestätigung für die Ausgabe einer relativ großen Summe für die Verbesserung des Hafens von Jaffa erhalten. Der Chefingenieur des Hafens, Sir Frederic Palmer, konnte wegen Krankheit zur Eröffnungszeremonie nicht erscheinen und sandte ein Schreiben, das von Distriktskommissär Keith-Roach verlesen wurde. In diesem Schreiben wird besonders den Mitarbeitern an dem Hafen der Dank ausgesprochen. An diese Zeremonien knüpfte sich dann der Austausch drahtlos-telephonischer Glückwünsche zwischen dem High Commissioner und dem Kolonienminister in London. Die Uebertragung aus London war auf dem ganzen Platz der Veranstaltung vollkommen klar hörbar. ★ Zeichnung rechtfertigen wird. Ich glaube, daß In steigendem Maße durch dieses Tor die Erzeugung des Westens ln fruchtbarem Austausch mit den Produkten des Ostens geführt werden wird und daß der neue Impuls, den es dem Handel geben wird, nicht nur zu erhöhter Prosperität In Palästina, sondern auch zu einem stärkeren Verkehr zwischen Ost und West und damit zum besseren gegenseitigen Verständnis führen wird. In erster Reihe ist der Hafen natürlich dazu bestimmt, die rasche Entwicklung Palästinas selbst zu fördern, und ich brauche wohl nicht auseinanderzusetzen, wie wunderbar der neue Hafen für die Erfüllung dieses Zweckes geeignet Ist. ★ Haifa der Zeniralnerv des prosperierenden Paläst.na Haifa. Der englische offiziöse Rundfunk meldet: Die neuen, großartigen Hafenbauten in Haifa wurden in Betrieb genommen. Es ist dies die erste Hafenanlage, die In Palästina seit der Zeit errichtet wurde, als der Tetarch Philip, der Sohn Herodes’, den Hafen Caesarea erbaute. Die neue Hafenanlage gestaltet die bisher ungeschützte Reede zu einem der besten Häfen in der Levante. Unter der britischen Regierung gewann Palästina aufs neue seine Vorherrschaft als Handelszentrum und wurde zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Westasien und Nordafrika. Palästina ist nun eines der am besten prosperierenden Länder der Welt, und Haifa Ist der Zentralnerv seiner Entwicklung als Handelsfaktor. Sir rin Mfflc-Lisiers jitnes uion an üe r Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister . hob-ih seiner Funkansprache die wirtschaftliche Bedeutung hervor, die der neue Hafen für Palästina und den ganzenvorderen Orient besitzt, und gab der Hoffnung Aus- . druck, daß die Entwicklung eines Transithandels mit dem Irak und anderen östlichen Ländern zum weiteren Aufblühen Haifas und seines Hafens beitragen werde. Der Minister .streifte in seiner Ansprache die letzten Ereignisse in Palästina und nahm diese zum Anlaß, nochmals feierlich den ^.Entschluß Englands kuhdzutun, alle ihm durch das Mandat •. auferlegten Pflichten, sowohl' jene, die die Errichtung des Jüdischen Nationdlbeims in Palästina betreffen, als auch die, welche :die Rechte aller Einwohner Palästinas garantieren, .• vollständig und ehrlich zu erfüllen. Die formelle Eröffnung des Haifaer Hafens — sagte der Minister — lenkt unsere Aufmerksamkeit auf ein besonders erfolgreiches Bauwerk, zu dessen Vollendung ich die Beamten des Hafenbau-Departements und die beratenden Ingenieure der Palästina-Regierung beglückwünsche. Mein Besuch in Haifa im April hat dazu beigetragen, mich die Größe ihrer Leistung und die Schwierigkeiten, die sie zu überwinden hatten, richtig einschätzen zu lassen. Zwei Jahre nach Inangriffnahme der Arbeit konnten schof. Schiffe großer Tonnage im neuen Hafen ankern, dessen Ankerraum nur um weniges kleiner ist als der des großen Hafens von Marseille. Die Leistung, diese Arbeit bis zu ihrem derzeitigen vorgeschrittenen Stadium der Vollendung gebracht und dabei den Kostenvoranschlag von anderthalb Millionen Pfund nur um etwa ein halbes Prozent überschritten zu haben, spricht für sich selbst. Vier Jahre lang, fuhr Sir Philip fort, arbeiteten zwischen tausend und zweitausend Arbeiter, Araber und Juden, an diesem Bau; die Aulwendungen, die für ihn gemacht wurden, erfolgten zu 70 Prozent in Palästina selbst. Dies zeigt, daß Palästina schon aus den Bauarbeiten allein Nutzen gezogen hat. Den großen Wert, den dieser Hafen in Zukunft in Palästina haben wird, können wir schon Jetzt erkennen. Als ich den Hafen besuchte, sah ich ein 600 Fuß langes Sch'ff von 25.000 Registertonnen an der Mole verankert, und ich höre, daß im Laufe der letzten Saison Uber eine Million Kisten Orangen in Haifa verfrachtet wurden. Wir haben alle Ursache zu hoffen, daß die Bedeutung Haifas in Zukunft sich weiter entwickeln wird. Die Herstellung der Oellcitung durch die Irak-Petroleum-Company schreitet immer weiter fort. Wenn alles gut geht, wird Ende 1935 die die üelfelder in Mossul mit Haifa verbindende südliche Zweigleitung vollendet sein; auch die Vorbereitungen für den Bau eines Oelreservoirs, desstn Fertigstellung eine weitere Etappe in der Entwicklung des neue Hafens dar- Stellen wird, sind bereits ziemlich weit gediehen. Ueber die Aussichten des Baues der Eisenbahn Haifa—Bagdad etwas zu sagen, wäre verfrüht, wenn auch bereits eine sorgfältige Vermessung der Strecke durchgeführt worden ist. Dagegen wurden bereits Maßnahmen zum Ausbau der Wüstenstraße für Autoverkehr ergriffen und wir dürfen hoffen, daß die Prosperität Haifas und die Bedeutung seines Hafens durch die Entwicklung des Transithandels mit dem Irak und vielleicht auch mit anderen östlichen Ländern einen weiteren Aufschwung erfahren wird. Der Kolonienminister über die letzten Unruhen Der Kolonienminister wandte sich sodann politischen Fragen zu und erklärte, die heutige Feier stehe unter dem Schatten der bedauerlichen Unruhen der letzten Tage. Ich will, sagte der Minister, ein offenes Wort an die Bevölkerung Palästinas richten. Vor dreizehn Jahren hat Großbritannien das Mandat über Palästina übernommen. Dieses Mandat schließt klare Verpflichtungen gegenüber Arabern und Juden ln sich. Diese Verpflichtungen werden ohne Furcht und Gunst vollkommen und ehrlich erfüllt werden. Das Mandat enthält die Verpflichtung, die Errichtung eines Nationalheims für das jüdische Volk in Palästina zu erleichtern, gleichzeitig aber auch die ebenso politische Verpflichtung, die Rechte aller Einwohner Palästinas zu schützen. An diesen Verpflichtungen wird genauestem festgehalten. Es wird das dauernde Ziel der britischen Politik sein, die Wohlfahrt ganz Palästinas zu fördern. Es liegen jetzt Pläne vor, an denen der High Commissioner einen großen persönlichen Anteil hat und die allen Teilen der Bevölkerung zugute kommen werden. Diese Arbeit wird weiter fortgeführt werden. Besonders wichtig ist unsere Pflicht, Gesetz und Ordnung zu schützen. Auch diese Pflicht wird aufs genaueste erfüllt werden. Zum Schluß erklärte der Kolonienminister: Ich möchte nochmals wiederholen, daß Ich allen Teilen der Polizei für ihre strenge Pflichterfüllung danke. Gesetz und Ordnung werden im ganzen Land aufrechterhalten werden. Palästina hat das Olück, jetzt einen High Commissioner zu haben, der den Interessen des Landes ergeben Ist, den jeder in Palästina als fair denkenden, und gerechten Mann kennt und der das vollkommene Vertrauen der Regierung Sr. Majestät genießt. Ich erwarte, daß alle ihm in seiner dem allgemeinen Besten geweihten Arbeit loyale Mitarbeit und Unterstützung gewähren werden. ★ ★ ★ Haifa das Tor des Ostens Ansprache des High Commissioner Sir Arthur Wauchope Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope führte in seiner Funkansprache aus: Ich habe soeben die Zeremonie der Eröffnung des Hafens von Haifa beendet Der Hafen soll nicht nur Palästina und Transjordariien, sondern auch vielen anderen Ländern ln Ost und West zum Segen gereichen. Haifa ist als das neue Tor des Ostens bezeichnet worden und ich hege die Zuversicht, daß es diese Be- Jüdische Hafenarbeiter aus falonilti für Haifa Saloniki. Auf Veranlassung der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas (Histadruth Haowdim), in deren Auftrag der Delegierte Aba Houchl im August dieses Jahres Saloniki besucht hat, um die Verhältnisse der dortigen jüdischen Arbeiterschaft zu studieren, hat die Jewisb Agency dem Palästinaamt von Saloniki hundert Einwanderungszertifikate zugewiesen, um die Uebersiedlung jüdischer Hafenarbeiter aus Saloniki nach Haifa, wo dringende Nachfrage nach Hafenarbeitern besteht, zu ermöglichen. Saloniki ist außer Odessa wohl die einzige Stadt, in der eine erhebliche Zahl von Juden als Hafenarbeiter, Verlader, Karren führer, Lastträger usw. ihr Brot verdienen. Es sind bereits 60 jüdische Hafenarbeiterfamilien ln zwei Gruppen von Saloniki nach Palästina abgereist. Der Abschied von den Arbeitergruppen gestaltete sich zu eindrucksvollen jüdischen Volkskundgebungen. ab WIEN 28. November 1933 Saloniki Volo Piräus (Athen) Rhodos Cypem Ink us. D-Zug (Speisewagen), Hotel (Auto), Gepäcktransport, l-4bettlge Außenbordkabinen — Vorzügliche Verpflegung — Tagsüber Aufenthalt in den Mittehneer- Hafenstädten Tripolis Beyrouth Haifa Jaffa Aegypten und zurück Z.SM0. VSM Rückfahrt kann in Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten weiden! Die bequemste, genußre chste und billigste Paläsiinareise. Prospekte durch „PAG" registr. Gen. m. b. H. WIEN VI., CAPISTRAtCGASSE 2 > 30 IB1 Sprechstunden nur Dienstag bis Freitag von halb lu bis 12 Uhr Tel. li 25-3-81 Schriftlichen Anfragen ist intern. Rückportoscheln beizulegen 9933

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