Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 305 (19.10.1933)
- Date
- 1933-10-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3053752-3054015-3054059--3801-3059348- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 305 — 19. Oktober 1933 DIE STIMME Seite 9 keit unterstrichen, besondere Zertifikate für Frauen in ausgiebigem Maße sicherzustellen. Daraus resultiert auch die Forderung. daB die «Wizo» in den Palästinaämtern, wie auch in allen zionistischen Körperschaften ihrer Zahl und Bedeutung entsprechend, vertreten sein müsse. Erhöhte Aufmerksamkeit wurde der Frage der Jugend geschenkt. Einen Schritt weiter in* der Richtung der Vollzionislerung aller «Wizo-Mitglieder» bedeutete der Beschluß, daß jedes Mitglied nunmehr verpflichtet ist, durch Ankauf eines Schekels auch der zionistischen Weltorganisation anzugehören. Schließlich ist die Uebernahme eines festen Kontingents für den K. K. L. in der Höhe von 7000 Pfund durch die «Wizo» ein weiterer Beweis für die intensivere Zusammenarbeit der «Wizo» mit den allgemeinen zionistischen Institutionen. Die Bedeutung, welche das politische Referat der Präsidentin der «Wizo», Frau Dr. Weizmann, im Zusammenhang mit der Behandlung der Judenfrage in Deutschland, allgemein gefunden hat, beweist, welch ernster Faktor die «Wizo» Im zionistischen Leben darstellt. Am deutlichsten kommt vielleicht der Umfang der «Wizo-Arbeit» in dem gewiß nicht unbedeutenden Jahresbudget zum Ausdruck, welche« die Durchführung wichtig« praktischer Aufbauarbeit in Ere2 Israel und einer Erzienung9- und Propagandatätigkeit in deT Galuth ermöglichen soll. Die VII. «Wizo-Konferenz» bedeutete sicherlich einen nicht unwesentlichen Markstein auf dem Wege der Entwicklung dieser weitverzweigten und zukunftsreichen zionistischen Frauenweltsorgamisation. Ein Zusammenschluß mit der mächtigen «Hadassah- Organisation», die Unvergängliches auf dem Gebiete der Volksgesundheit geleistet fiat, wird der «Wi20» einen noch breiteren Rahmen verleihen und sie zu der stärksten jüdischen Frauenbewegung der Welt machen. Schon heute widerspiegelt die «Wi2o» in Palästina das Frauenleben in allen seinen Schichten, in dem sowohl die Arbeiterinnen, als auch die größte allgemeine Frauenorganisation Palästinas in ihr Zusammenwirken. Nach der bisherigen Entwicklung zu schließen, darf erwartet werden, daß gerade die «Wizo» jene Sammelquelle werden wird, die in sich sämtliche, heute zum Teile noch gesondert wirkende Frauenorganisation-en vereinigen wird. Kochkurs der Wizo De*' nächste Kochkurs der Wizo brginnt Montag, den y., d. M., um Vtl Uhr abends, im Dr. Krüger- Hel.n, II., Malzgasse 7. Auskünfte und Anmeldungen bei der «Wi2 0», Sekretariat, IX, Liechtensteinstraße 42 (Tel. A 18-0-44), und im Dr. Krüger-Heim (Tel. A 48-0-27). Demnächst wird daselbst auch ein Sch n i11zeiehrt e n k u r s eröffnet. Näheres in der nächsten Nummer der «Stimme». WO IST Fluchtbapltal und TvdferankAe Vo> Direkforefdlvttfrefcr Hermann Aster Die österreichische Bundesregierung Dollfuß führt seit Monaten einen energischen Kampf gegen die besonders die Juden bedrohende braune Gefahr. Die Regierung kann Ihren politischen Kampf nur dann erfolgreich führen, wenn es ihr gelingt, durch Erfolge und Leistungen auf wirtschaftlichen Gebieten den Nährboden der nationalsozialistischen Agitation zu entziehen. Eines der Mittel, um. den wirtschaftlichen Aufbau Oesterreichs durchzuführen, ist die neue Innenanleihe, die sogenannte vierprozentige Treffer-Anleihe. Mit Rücksicht darauf, daß es gewichtige politische, aber auch bedeutende wirtschaftliche Momente sind, die für die aktivste Förderung und Unterslützung dieser Regierungsaktion durch die i ti d ' s c h e Bevölkerung maßgebend sind, geben wir im f.-Wrem/Jen die Ausführungen unseres geschätzten Gesinnungsgenossen, des Herrn Direktor Her-rann Apter, wieder, die überdies als Ausführungen eines bedeutenden . ■ Bankfachmannes besonderem Interesse auch unserer Leser begegnen dürften. '! Anm. *d. Red. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre und Jahrzehnte suchte seit längster Zeit nicht nur der eigentliche Kapitalist, sondern auch jeder Sparer, jeder, der sich seinen Notpfennig zurückgekgt hatte, nachts anderes als Sicherheit und geriet in diesem Bestreben nur allzuhäufig auf Irrwege. Er legte sein Geld in Pfund oder Dollar an, steckte Auslandsvaluten in den Sparstrumpf, flüchtete wohl auch ln die «Sparkasse Europas», in die Schweiz, kaufte ausländische Wertpapiere, und wenn er schon einmal sich mit einem inländischen Wertpapier begnügte, dann mußte es wenigstens auf Dollar lauten. Wer sein Geld in Landeswährung bei einer Bank oder Sparkasse einlegte oder ein Schillingpapier erwarb, wurde von den durch die Schule der Inflation gegangenen «Finanzgrößen» als «primitiv» (um nicht ein drastisches Wort zu gebrauchen) mitleidig Über die Achsel angesehen. Wer hat nun recht behalten? Wer Dollar- oder Pfundnoten gehamstert hat, verliert daran heute rund ein Drittel; wer fremde Wertpapiere gekauft hat, muß nicht nur den Valuta-, sondern auch den Kursverlust abschreiben. Wer noch knapp vor Einführung der Devisenbewirtschaftung seine Schweizer Bankguthaben, um sie nicht anmeiden zu müssen, eilends in ausländische Wertpapiere verwandelte, erhielt Kreuger-Aktien, exotische Elektrizitätswerte oder andere Wertpapiere, die heute das Papier nicht mehr wert sind, auf iem sie gedruckt sind. Aber wer seine Schillinge seit drei Jahren einfach in der Sparkasse Hegen ließ, hat zwar nominell gegenüber der Goldparität 27JA Prozent, an Kaufkraft aber so gut wie gar nichts verloren und wenigstens inzwischen seine Zinsen erhalten. Wer z. B. die Inlandausgabe der BumUsanleihe 1930 gekauft hat, ist der Valutaentwertung überhaupt ausgewichen, da der Goldcharakter dieser Anleihe anerkannt wurde, er hat jährlich 7 Prozent Zinsen erhalten, und er erleidet, wenn er bis zu der über Pari erfolgenden Verlosung warten kann, überhaupt keinen Verlust. Finanzpatr’ot'snuis, Treue zur Heimat und zur heimischen Währung haben sich bisher jedenfalls sehr gut bezahlt gemacht; wer beim Schilling und beim österreichischen Papier geblieben ist, wurde nach Kräften schadlos gehalten und vor Enttäuschungen bewahrt und hat so den Geschäftszweck seiner Anlage — Erreichung eines möglichst hohen Sicherheitskoeffizienten — trotz aller Unsicherheit der Krisenzelten in relativ höchstem Grade erreicht. Die bei verschiedenen Arten von Kapitalanlagen gemachten Erfahrungen gestatten es auch dem sorgfältig prüfenden und abwägenden Bankmann, seiner Klientel die Zeichnung der Oesterreiohischen Trefferanleihe nach bestem Wissen und Gewissen als gute Anlagemöglichkeit zu empfehlen. Das in erster Reihe stehende Sicherheitsmoment ist bei dieser Anleihe durch eine einfache und klare Wertsioherungsklausel gewährleistet, die Höhe der festen Verzinsung entspricht der aktuellen Lage auf dem Kapitalmarkt, die Glückschance der Trefferziehung dem insbesondere in wirtschaftlich so schweren Zeiten psychologisch begreiflichen Wunsch, rasch zu Reichtum zu gelangen. Durch Krise und Mißtra/uen wurde der Kapitalmarkt lahmgelegt, der Weg vom Kapital zu Produktion und Arbeit verschüttet. Ein Erfolg der Trefferanleihe wird diesen Weg wieder freimachen, die Währungsstabilität fester verankern, brachliegendes Kapital in den Kreislauf der Wirtschaft zurückführen und dieser damit durch Vermehrung von Erzeugung und Verbrauch neue Schwungkraft verleihen« Soll der noch Immer Uber der Gesamtwirtschaft liegende Krisenbann gebrochen werden, so kann dies am wirksamsten durch einen starken Erfolg der Oesterreichischen Trefferanleihe geschehen. Wer zu diesem Erfolg nach besten Kräften beiträgt, hilft nicht nur Oesterreich, er hilft auch seinem Mitbürger und hilft letzten Endes sich selbst am besten. Jinkün<ii£un$tn und JUtttetlunQen Hlstadruth Iwrith S a m s t a g, den 21. Oktober, pünktlich 8.H5 Uhr abends, im Saale der «Stanislauer», II., Praterstraße 11, Vortrag des Herrn Schiomo Auerbach über «Hasignon bechitwe Agnon». Hebräfschlehrerkonferenz. Samstag, den 21. Oktober, pünktlich ¥j4 Uhr nachmittags, findet im Saale dss Pädagogiums!f., Tempelgasse 2, III. Stock, eine dringende Hebräiscnlehrerkonferenz statt. Oneg Schabbat für die hebräisch sprechende und hebräisch lernende Jugend. Samstag, den 21. Oktober, pünktlich 4 Uhr abends, im Saale der «Mirjam», L, Jordangasse 7. findet ein Oneg Schabbat für die hebräisch sprechende Jugend statt. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Prater» Straße 13. Freitag, 20. d. M„ um U8 Uhr abends: Oneg Sabath: Vortragende: Oberrabbiner Dr. Taglicht und Kabb. Dr. Taubes. Hebrdisch-Abendkurse im Dr. Krüger-Heim. Die von Frl. Rosa Seidmann geleiteten Hebräiscn-Kurse finden Montag und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends statt. Anmeldungen werden im Dr. Krüger-Heim, II., Makgasse 7, entgegengenommen. Klub «Erez Israel», II., Praterstraße 13. Montag, den 23. d. M., 8 Uhr abends Prof. Dr. Kupfer: Seminar über jüdische Geschichte. Zionistische Bezirkssektion VIH./IX. D o n n e r s t a g, den 26. Oktober, 8 Uhr abends, findet im Hotel de France die diesjährige Generalversammlung der Zionistischen Bezirkssektion VIIL/IX. statt. Das Referat wird Doktor Georg Weiner halten. Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten. Die diesjährige Generalversammlung findet Dienstag, der. 24. Oktober 1933, um '/& Uhr abends, im Klubraum des Terrassencafös, V., Margaretenplatz 4, statt. Die Zionistische Sektion und Frauengruppe Mariahilf- Neubau veranstaltet Sonntag, den 22. Oktober 1933, um 10 Uhr vormittags, im Schäffer-Kino, VI., Mariahilferstraße 37, eine K i n o-M a t i n e e mit reichhaltigem Programm. Mitwirkung des Jüdischen Gesangvere i n e's. Karten bei den Mitgliedern und am Tage der Veranstaltung an der Kinokassa. Jüdische Volkspartei Oesterreichs, II., Untere Augartenstraße 38. Mittwoch, den 25. Oktober, 8 Uhr abends, findet im Saale der Zion. Bezirkssektion Leopoldstadt, H., Praterstraße 13, ein Vortrag des Oberbaurates Robert Stricker statt. Thema: «Die Lage der Juden». Jüdisches Volkshoim, II., Blumauergasse 1. Donnerstag, den 19. Oktober, 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. Israel Wald mann: «Minoritätenrecht und Judenfrage» Studentengruppe der Poale Zion: Freitag, 1/29 Uhr abends, Zionistisch-sozialistische Arbeitsgemeinschaft. Heim: II., Blumauergasse 1. Anmeldungen für Hebräischkurse, Englischkurse, Gyiftnastikkurse, Jüdische Geschichte, Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung, Hebräiche Literatur, Palfistinakunde und vieles andere täglich , von 6 bis 8 Uhr abends, II.» Blumauergasse 1. V. Z. H. Theodor Herzl, Wien, II., Krummbaumgas?e 10. Samstag, den 21. Oktober, findet ln unserem Heim ein Vortrag unseres A. H. Dr. Goldbauer über «Kongreßeindrücke» statt. Hochschüler als Gäste willkommen. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien, I., Salzgries 14, 1. Stock. S.aip s.ta g,.den 21. Oktober, Vortrag des Herrn Dr. Sanel B e e r: «Gibt es eine spezifischjüdische Pathologie». Beginn 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Vortragskalender des zionistischen Ländeskomitees Ta« | Lowai | Redner Thema Donnerstag, 19. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion XIII, Cafö Hietzingerhof, XIII., Hletzinger Hauptstraße 22 Frau Dr. Henny-Rappaport- Lleohtenstein Dr. Paul Berger Die Frauenarbeit im Galuth und Palästina Zukunftsfragen des jüdischen Volkes f Donnerstag; 19. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion II, Praterstraße 13 Dr. Abr. Schmenei Dr. Z. F. Finkeistein Prof, A. Freud Die neue Lage des Judentums und das Mlnorttätenreoht Ussischkin und die „Chowewe- Zlon“ Noch dem Kcmfreß Donnerstag, 19. Oktob., 8 Uhr abends. B. Sektion X, Gasthaus Pucalka, LelbnltzenMe 1, Prof. Dr. Leo Menozer Parteiungen im Judentum Donnerstag; 19. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion VI, Nelkengasse 6 Bll Strauß Geht dns Judentum tintei? Montag, 23. Oktober, < Uhr abends & Sektion XVIII, Caf6 Dank, «Vilhringer Güitel Prof. Dr. Wilhelm Stein Dr. Paul Berger ZionlHtiHuuu Gegen warttoirugon Zukunftsfragen des jüdischen Volkes iontag. 23. Oktober, ‘ Uhr nhornlq II. Sektion .vli/.vlV/XV >'V., Herldotzccasse 1 Prof. Dr. Leo Menozer Braienungsfragen der . Jüdisch on .Tugend ■'lenstag, 24. Oktober, Uhr phonris B. Sektion ,;Vi .W’il, Kotseip-asKo 9 Dr. Michael Steinberg Das Problem der deutschen und dr>r Zionismus Dienstag, 24. Oktober, 8 Uhr abends II. Sektion Margareten/Wledon, Terrasaencafö, Margaretonolntz Bll Strauß Geht das Judentum unter? '•mnerütMft, 26. Oktob., Uhr abends II. Sektion JI, Praterstraße 13 Prof. Dr. Wilhelm Stein Das. Judentum in den neuen i?frtor tv->*-t. Donnerstag, 26. Oktob., 1 Uiv nbondn B. Sektion Vl/Vll, Nelkenfasse 6 Prof. A. Freud Gegenwärtige Lage Im Judentum Donnerstag, 26. Oktob., 8 Uhr abends ii. Sektion X, Gasthaus Pucalka, LelbnitzgaBse 1 Dr. Paul Berger Die Lage des Judentums i> der Gegenwart Und ‘Zukunft Samstag, 28. Oktober, * Uhr abends B. Sektion XX, Jltgerstraße SO Dr. Z. F. Flnkolatein Sokolojv als Schriftsteller Zeichnet Trefferanleihe Beste Kapitalsanlage