Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1933-10-12 · Heft 304 (12.10.1933) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 304 (12.10.1933)
Date
1933-10-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3053752-3054015-3054058--3782-3059328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Erscheint Jeden Donnerstag Redaktion und Administrationt Wien, 1. Be*^ KlrntneretraSe Nr. 28, Telephon R-27-4-85 RedaktioneeehluBi Dienetag abends Beaugabedingungent MonatI, 8 1.60, vierteljlhrlieh 8 4.20, ganzjährig 8 16.—. FUr dae Ausland! Deutsehland vierteljXhrlieh RM 3.—, Tsoheehoslowakei viertelj. Ko 24.—, Jugoslawien viertel]. Dinar 40.—, Polen viertelj. Zloty 6.50, Ungarn viertel]. Psngö 4.20, RumSnien viertel]. Lei 120.—, übriges Ausland vierteljXhrlieh Schweizer Franken 4.60. PoetaeHeek*Kentli Oeeterreieh Nr. D 113.545, Polen Nr. 191.199, Tschechoslowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40JJ7JL ln DauUdiland nibottn JÜDISCHE ZEITUNG Prals einer Nununar 3S J 6. Jahrgang Wien, Donnerstag, XZ. Oktober 1933 (ZZ. Tlschrl g094) Nummer 304 Moniag, 46, Oktober, 8 Uhr abends, spricht Nahum Sokolow, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, im Großen Konzerthaussaal über: Karten zum Preise von S 1‘— bis 5-— im Zionistischen Landeskomitee, I., Kämtnerstraße 28 (R 274-85), Bücherstube M. Rath, II., Taborstraße 20 a (R 43-1-58), bei der Zionistischen Bezirkssektion, II., Praterstraße 13 (R 44-3-45) und an der Abendkasse erhältlich Der Völkerbund hilft den deutsdien Flflditllngen Genf. Die Zweite (Wirtschafts)Kommission der Völkerbundsversammlong befaßte sich mit dem Bericht des Sonderausschusses für die Errichtung eines Amtes zum Schutze der Flüchtlinge aus Deutschland. Der Sonderausschuß beantragte die Ernennung eines Oberkommissars, dem dieselben Machtbefugnisse eingeräumt werden sollen, wie sie Prof. Fritjoff Nansen bei den Hilfsaktionen für die russischen und armenischen Flüchtlinge besaß. In diesem Antrag sind die Im Memorandum der In Genf weilenden Vertreter der Jüdischen Organisationen, das dem Völkerbund in diesen Tagen überreicht wurde, ausgesprochenen Forderungen weitgehend fr erücksichtigt. Gemäß diesem Antrag des Sonderausschusses sprach die Zweite Kommission der Völkerbundsversammlung den Grundsatz aus, daß das Problem der Flüchtlinge ans Deutschland im Wege der internationalen Zusammenarbeit gelöst und sofort erledigt werden müsse. Der Völkerbundsrat ernennt einen High Commlssioner, den er mit der Verwaltung des Amtes zum Schutze der Flüchtlinge aus Deutschland betraut. Im Sonderausschuß wurde auch schon über die Persönlichkeit des zu ernennenden FlüchtHngskommissars beraten. Es wurden die Namen Lord Cecil, Hoover, General Pershing (der die amerikanische Armee im europäischen Kriege befehligte), de Brockere (der belgische Delegierte bei den Abrüstungsverhandhtngen) und schließlich Sir Austen Chamberlaln genannt. Völherbondhommissar für deutsche fiachtllnge Die zweite Kommission des Völkerbundes hat den holländischen Antrag auf Errichtung eines Völkerbundamtes zur Unterstützung der deutschen Flüchtlinge mit einigen Modifizierungen, bei Stimmenthaltung des deutschen Delegierten angenommen. Danach wird der Völkerbundrat einen hohen Kommissär für die deutschen Flüchtlinge ernennen und gleichzeitig die Interessierten Regierungen auffordem, ihrerseits Vertreter in einen zum gleichen Zweck zu schaffenden Verwaltungsrat zu entsenden. Der Völkerbundkommissär und der Verwaltungsrat sollen autonom als ein vom Völkerbundrat unabhängiges Organ fungieren. Der Arbeitsaufwand soll durch Privatsammlungen aufgebracht werden. Um die Arbeiten sofort aufnehmen zu können, wird der Völkerbund einen Vorschuß von 25.000 Schweizer Franken zur Verfügung stellen. Völkerbund gegen die deutschen Judenverfolgungen Die drei gestern vom Unterausschuß ausgearbeiteten Entschließungsentwürfe über die Minderheitenfrage sind im Politischen Ausschuß angenommen worden. Die Entschließungen haben folgenden Wortlaut: 1. Die Versammlung spricht unter Bezugnahme auf ihre Empfehlung vom 21. September 1922 die Hoffnung aus, daß die Staaten, die gegenüber dem Völkerbund durch keine rechtlichen Verpflichtungen hinsichtlich der Minderheiten gebunden sind, dennoch bei Behandlung ihrer Minderheiten der Rasse, Religion oder Sprache mindestens das gleiche Maß der Gerechtigkeit und Toleranz beachten werden, die von den Verträgen und nach der ständigen Praxis des Völkerbundrates gefordert wird. 2. Die Versammlung ist der Meinung, daß die in Entschließung Nr. 1 aufgestellten Grundsätze ohne Unterschied auf alle Kategorien von Staatsangehörigen, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung durch die Rasse, die Sprache oder die Religion unterscheidet, Anwendung finden müssen. 3. Die Versammlung ersucht den Generalsekretär, dem □iioiioiioiioiioiioiiaiioiioiioiioiio l zeichnet die G^lreileranieihe ° 0 beim Bankhaus 0 0 Or. Yhausing & Schlesinger o!., Tegetthoffstraße 4, Tel. R 23-3-92. -■ ^DIIOIIOMOIIOIIOIIOIIOIIOIIOIIOUOIIO Völkerbundrat die Aussprache in der sechsten Kommissiofl über die Gesamtheit der Minderheitenfragen zur Kenntnis zu bringen. Von Dr. Jakob Hosenthal Mit Nahum Sokolow kommt eine zionistische Führerpersönlichkeit nach Wien, die mit unserer Be-, wegung so eng verknüpft ist, daß, wollte man die Verdienste Sokolows um die zionistische Bewegung hervorheben, man gleichzeitig über vier Jahrzehnte und mehr zionistische Historie berichten müßte. Der politische Zionismus, der mit dem Auftreten Herzls das Licht der Welt erblickte, ist, historisch betrachtet, noch eine sehr junge Bewegung; dennoch sind' bereits einige ihrer Führer von einer legendären Gloriole umgeben. Zu diesen gehört wohl in erster Linie Nahum Sokolow, dessen Name zu einem klassischen Begriff der Bewegung geworden ist. Diese junge zionistische Bewegung hat ideologisch auch bereits mehrere Entwicklungsphasen durchgemacht. Es hat den geistigen Zionismus Achad Haams, den politischen Herzls gegeben. Und schließlich den Zionismus unserer Tage, den sogenannten «Synthetischen Zionismus», dessen Schöpfer der Staatsmann und Chemiker Prof. W e i z m a n n ist. Auch Nahum Sokolow könnte man als die Personifikation einer Synthese bezeichnen, als die Personifikation des «S y n t h e t ischen Judentums». Denn Sokolow verbindet in einer heute ungemein selten gewordenen Seelenharmonie altjüdische Weisheit und neujüdische Sachlichkeit. In der harmonischen Verschmelzung der wertvollsten Eigenschaften und geistigen Kräfte des Juden von gestern und der klarsten Erkenntnisse der geistigen und politischen Nöte, der materiellen und seelischen Bedürfnisse des Juden von heute, endlich der Kräfte prophetischer Vision eines Judentums von morgen, liegt die Bedeutung dieser einzigartigen Persönlichkeit. Darin liegt auch das Geheimnis, daß der Name dieses großen jüdischen Diplomaten und Volksführers auch von den leitenden Staatsmännern aller Staaten geschätzt und verehrt wird. Sokolow ist nicht nur der große Volksführer, der glänzende Redner, der die Massen in seinen Bann zieht, Sokolow ist auch der große Diplomat, der im Jahre 1917 im Vatikan mit Papst Benedikt XV. über die durch die Balfour-Deklaration neugeschaffene Lage ifowttof, 15. Ökta&aK: fO Uhr vormittags - TreifpunRt Eingang zum Döblinger Frledtiot

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.