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Die Stimme · 1933-10-05 · Heft 303 (5.10.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 303 (5.10.1933)
Date
1933-10-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Cie heutige Nummer ist 12 Seiten sterk In Deutschland verbeten Erscheint Jeden Donnerst« Redaktion urtd Administration: Wien, 1. Box., KlrntnerstraSo Nr. 28, Telephon R-27-4-85 Redaktionssehluß: Dienstag abends Bttugtbedingungem Monatl. S 1.60, vierteljährlich 3 4.20, ganzjährig 3 16.—. FUr das Ausland: Deutsehland vierteljährlich RM 3.—, Tschechoslowakei viertelj. Ko 24.—, Jugoslawien viertelj. Dinar 40.-r> Polen viertelj. Zloty 6.50, Ungarn viertelj. Pengö 4.20, Rumänien viertelj. Lei 120.*—, übriges Aus* land vierteljährlich Schweizer Franken 4.50. Postseheck* Konti: Oesterreich Nr. 0113.546, Polen Nr. 191.199, Tsohecho* Slowakei Nr. 500.230, Jugoslawien Nr. 40.879. Preis einer Nummer 35 g 6. Jahrgang JÜDISCHE ZEITUNG m_ Wien» Donnerstag, 5. Oktober 1933 (15# Tischri 5694) ■BUUBnamBmgmmmamammgamBBmamaHBamHmMaaBsmmB Nummer 303 Das Attentat auf Bundeskanzler Dr. Dollfuß Auch die Juden Wiens wurden durch die Nachricht über den ruchlosen Mordversuch an dem Bundes» Kanzler Dollfuß aufs tiefste erschüttert. Man kann ruhig behaupten, daß der mannhafte und aufopferungsvolle Kampf des österreichischen Regierungschefs um Oesterreichs Selbständigkeit bei allen Juden Oesterreichs ohne Unterschied der Partei die lebhaftesten Sympathien und den Willen zur Mithilfe erweckt haben. Die Popularität Dollfuß* und die Liebe, deren er sich In weiten Kreisen der Welt erfreut, ist nicht zuletzt auf das Solidaritätsgefühl der Juden der ganzen Welt zurückzuführen, die für Oesterreich und dessen Lenker überall werben. Es bleibt ein unsterbliches Verdienst dieses Staatsmannes, daß er die braune Mordbestie vor den Toren unseres Landes aufgehalten hat, und daß die Nazigefahr nichts anderes als Raub und Mord und brutale Gewalt der Pickelhaube bedeutet, daß weiß bereits die ganze Welt zur Genüge. Uns Juden wurde von diesem Nazi-Deutschland ein Kampf auf Leben und Tod verkündet und erst kürzlich wurde einer unserer Besten, Prof. Leasing, durch die feigen Nazimörder dahingerafft. Dr. Dollfuß ist zur Freude aller Juden Oesterreichs der Lebensgefahr entronnen. Wir sehen darin nur ein weiteres Aufzucken der braunen Mordbande, für die es keine Moral und keine Helligkeit menschlicher Kulturgüter und des menschlichen Lebens gibt, wenn sie zur Macht gelangen sollten. An den Toren Oesterreichs/ zerbrachen sie sich die Raubzähne. Ihr feiger Versuch, einen wahrhaft großen Staatsmann wegzuräumen, der der braunen Welle in die Quere kam, muß endlich die ganze gesittete Welt auf die eminenten Gefahren aufmerksam machen, die der Kultur und der gesitteten Menschheit von seiten einer staatlich organisierten Meute von Plünderern und Mordhetzern droht Der Schuß auf Dollfuß ist zum Glück mißlungen — gelungen ist dafür eine einheitliche Front des Abscheus und Verachtung gegen feige Naziheiden und die ln alle Weltteile aus Deutschland exportierten Mordbuben und Mordideen. ★ vr ★ Kundgebung der Kultusgemeinde Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat in abgehaltenen Sitzung folgende Kundgebung beschlossen: „ln tiefster Entrüstung über den auf das Leben des Chefs der Bundesregierung unternommenen ruchlosen Anschlag gibt der Vorstand der Israelitischen Kultusgemelnde seiner aufrichtigen Freude über das Mißlingen des Attentats und dem tiefempfundenen Wunsche für die baldige vollständige Genesung und Wiederherstellung des Herrn Bundeskanzlers Ausdruck. Zugleich "faßte der Kultusvorstand den Beschluß. sämtliche Gemeinderabbiner und Exhortanten zu beauftragen, bei den Donnerstag vormittags anläßlich des Laubhüttenfestes ln allen israelitischen Gotteshäusern atattfindenden Gottesdiensten Dankgebete für die Errettung des Bundeskanzlers zu verrichten.» Kundgebung des Zion. Landeskomitees Das zionistische Landeskomitee für Oesterreich und die jüdische Kultusgemeinde Wiens haben nachstehende Kundgebungen beschlossen: Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich hat telegraphisch seiner tiefsten Empörung über das ruchlose Attentat gegen den Herrn Bundeskanzler Dr. Dollfuß Ausdruck gegeben und seine aufrichtigsten Glückwünsche zum glücklichen Ausgang des Anschlages übermittelt. BcMurl Hm« Lauer der Merimilsaillon mr an msclien EaliranlM? Genf. In Völkerbundkreisen befaßt man sich mit der Frage, welche Persönlichkeiten für das Amt eines Völkerbundkommissars zur Behandlung der Angelegenheit der Flüchtlinge aus Deutschland, dessen Einsetzung bekanntlich von verschiedenen Seiten vorgeschlagen wird, ln Betracht kämen. ¥ Genf. In Völkerbundskrelsen verlautet, daß der frühere Präsident der Vereinigten Staaten Herbert Hoover, dessen großer Leistung als Leiter des amerikanischen Hilfsdienstes für die Opfer des Krieges und der Nachkriegswirren ln Rußland und in verschiedenen Tellen Ost* und Mitteleuropas noch ln aller Erinnerung Ist, jetzt mit der Leitung der als sehr wahrscheinlich angenommenen Aktion des Völkerbundes für die deutschen Emigranten betraut werden soll. Konre Tinas Sims' f» I «oiart Anfhr«il HÖCHSTER OttiA&iT»V£H_ Ba*ch, iy, Aia«Nflni«itfr. 22, Tel« Serie II41-5-40 5340 Palästinaeinwanderer aas Polest Warschau. Im ersten Halbjahr 1933 wurden durch da« Warschauer Palästinaamt 5340 Palästinaauswanderer abgefertigt. Von diesen waren 3502 Zertifikatsinhaber, 322 Kapitalisten, 68 Handwerker mit einem Eigenvermögen von 250 Pfund, 480 Angehörige in Palästina ansässiger Juden, 140 Rückwanderer, 750 Touristen, 64 Schüler, 5 Angehörige freier Berufe mit einem Eigenvermögen von 500 Pfund und 3 Einwanderer mit!m voraus gesichertem Einkommen in Palästina. o iio iio iio iio iio iio iio iio iio iio iio iio 0 o ö 0 I Zetctnet die WMmMlM e 0 beim Bankhaus 0 0 Dr. Thausing & Schlesinger § -I., Tegetthoffstraße 4, Tel. R 23-3-92, g Oiioiioiioiioiionoiioiioiioiioiioiio Rasiere Dich gut und billig SAKS oesierreichisches Quaiitäis-Fadrikat UeberalS erhältlich Compass Tours New York Wien Paris IX. Spitaleasse 3 Gefelllctiaitsnach Palästina 1. November 1933 Sonderfahrt mit dem Luxus- Expreüschiff „Vulcanla#< (36.000 Tonnen) filier Rom, Neapel, Athen Auskünfte und Anmeldungen: Wien IX., Spitalgasse Ü, Telephon ß 42-5-öb

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