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Die Stimme · 1933-09-28 · Heft 302 (28.9.1933) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 302 (28.9.1933)
Date
1933-09-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Bl ■K";V--’ . f ff I »"iS' i i : * W» * DIE STIMME Nf. 303 — 28. SepWHE» 1 Mattifesf der lionisfischen Exekutive ün alle Ziontolen I An die Juden der gansen Weit! Anläßlich des jüdischen Neujahrsfestes hat die neue zion. Exekutive an die Juden der ganzen Welt folgendes Manifest erlassen: Die Wahlen zum XVIII. Zionistenkongreß haben klar *nd deutlich gezeigt, daß die zionistische Bewegung eine wahre Volksbewegung wurde, die ihresgleichen in unserer ganzen Galuthgeschichte nicht findet. Die Massenbeteiligung an den Wahlen zum Kongreß offenbarte für Jeden, daß die Erschütterung unserer Existenz in allen Galuth-Ländern keine Verzweiflung im Volke ausgelöst hat. Im Gegenteil! Sie verstärkte sein Streben zur Erlösung und vertiefte seinen Willen, sein neues Land aufzubauen. Das grausame Unglück, das die zionistische Bewegung getroffen hat — die Ermordung unseres treuen Freundes Chaim Arlosoroff, warf seine schwere Schatten von Besorgnis und Trauer auf den Kongreß und raubte ihm seine Ruhe. Der XVIII. Zionistenkongreß mußte sich mit einer Angelegenheit beschäftigen, die bisher kein Konreß kannte. Aber der Kongreß bewältigte die Schwierigkeiten und die Bewegung ging gestärkt und geläutert aus diesem Kongreß hervor. Der Beschluß des Kongresses bezüglich der Untersuchungskommission, die schon durch das neue A. C. gewählt wurde, hat die furchtbaren Fragen, die in den letzten Monaten auftauchten, von der Tagesordnung heruntergenommen. Die Exekutive ist überzeugt, daß die ganze Bewegung jetzt ruhig und in Selbstbeherrschung die Resultate der Arbeit der Untersuchungskommission abwarten und die im gegenwärtigen Moment erforderlichen Anstrengungen nicht gestört werden wird. Der furchtbare Schlag, der das deutsche Judentum getroffen hat, die tief erschütternde Tragödie einer der wichtigsten jüdischen Gemeinden im Galuth berührt zutiefst das gesamte jüdische Volk. Nicht nur die 600.000 Juden in Deutschland, sondern das Leben, dte Existenz und F.hre des gesamten jüdischen Volkes in der ganzen Welt ist in Gefahr. Die zionistische Organisation, die im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit den Aufbau ihres Heimatlandes hat, kann sich nicht einen Augenblick von der Pflicht lossagen, den energischesten Kampf für die Verteidigung der Rechte des jüdischen Volkes in allen seinen Teilen und in der ganzen Welt eil führen. Der XVIII, Kongreß hat das jüdische Volk zu einem scharfen und unerschrockenen Kampfe gegen die Beraubung seiner Rechte und gegen die Zerstörung seiner ökonomischen Positionen in allen Galuth-Ländern aufgerufen. * Aber die radikale und dauerhafte Lösung für die deutschen Juden hat der Kongreß in dem Ueberführen deutscher Juden nach Palästina gesehen, damit sie dort ihre Kräfte, ihr Vermögen, ihre Fähigkeiten im Dienste ihres Volkes und ihres Landes steilen sollen. Die übermenschliche Arbeit einer ganzen Generation Chaluzim war nicht umsonst. Trotz Schwierigkeiten und Hindernissen, trotz der ökonomischen Krise, die die stärksten und reichsten Staaten erschüttert, wird unser Land gebaut und blüht immer mehr auf. Der jüdische Jischuw und dte jüdische Wirtschaft und ihre Aufnahmsfähigkeit wächst ununterbrochen. Die Lage in Palästina macht schon heutzutage die Einwanderung breiter Volkskreise, Arbeiter, Handwerker, pro duktiver Mittelstand, möglich. Die Exekutive wird dafür sorgen, daß alle Volkskreise diese schon vorhandenen Einwanderungsmögiiehkeiten genießen sollen und wird alle Schritte unternehmen, um ihnen die Einordnung im Laned au ermöglichen. Die Volkseinwanderung wird am Mittelpunkt der Tätigkeit der Exekutive stehen. Genau wie früher, brauchen wir auch heute noch die chaluzische Alljah, brauchen wir die Hingabe und Begeisterung der besten Teile unserer Jugend, die ins Land kommen, um es zu bearbeiten und zu beschützen. Die Exekutive wird sich daher bemühen, die Chaluz-Bewegung zu verstärken und die chaluzische Alijah zu vergrößern. Die politische Linie der Exekutive beruht auf Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht, bei gleichzeitiger entschlossener Wahrung unseres Rechtes, und auf dem Streben, freundschaftliche Beziehungen und Kooperation mit unseren arabischen Nachbarn zu erreichen. Eine Reihe von Erscheinungen in der Politik der Mandatarmacht erwecken in uns ernste Sorgen: Erneute Versuche, unsere kolonisatorische Tätigkeit zu begrenzen, Gesetzprojekte, dte als für das ganze Land schädlich und als eine Gefahr für unsere Arbeit im Lande betrachtet werden müssen; dte Pläne, die Konstitution des Landes zu ändern, die mit den Verpflichtungen der Regierung gegenüber dem jüdischen Nationalhelm nicht in Einklang gebracht werden können; die Störung der Erweiterung unserer Kolonisation in Transjordanien, ohne die Wünsche und ökonomischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen — all diese Tatsachen verpflichten die Exekutive zur besonderen Wachsamkeit. Die Exekutive wird sich bemühen, Beziehungen der Freundschaft, Verständigung und gegenseitiger Hilfe zwischen uns und unseren arabischen Nachbarn in Palästina und den anliegenden Ländern zu schaffen. Der Segen, den unser Kolonisationswerk der ganzen Bevölkerung bringt, wird mit dem Wuchs unserer Einwanderung und unserer Kolonisation immer klarer, und die Exekutive ist überzeugt, daß die gegenseitige Annäherung zwischen uns und den Arabern kommen muß. In der Verringerung der Atittel unseres nationalen Kapitals und in der Schwächung unserer kolonisatorischen Arbeit in der letzten Zeit sieht die Exekutive eine politische und ökonomische Gefahr. Dte finanzielle Kraft der Bewegung muß wieder gestärkt werden, das nationale Kapital muß wieder ein entscheidender Faktor der Aufbauarbeit werden. Zugleich mit der ständigen und planmäßigen Sorge für die Mobilisierung privaten Kapitals und seiner Investierung in produktiven Unternehmungen wird die Exekutive für die Verstärkung der nationalen Fonds, des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod arbeiten. Die Exekutive wird auch alle Möglichkeiten erforschen, größere Kapitalien in der Form einer Anleihe oder auf anderen Wegen zu mobilisieren. Der zionistische Kongreß hat diesmal mit besonderem Ernst dte sozialen Fragen und die Arbeitsbeziehungen in Palästina untersucht. Er hat die Notwendigkeit der Einheit der Arbeiterschaft in Palästina und ihrer Organisation proklamiert, und das Schließen von Kollektivverträgen zwischen Arbeiter und Arbeitsgeber als eine grundlegende Bedingung für den Aufbau der jüdischen Wirtschaft und iHrer unge- Palästina-Abteilung löset Popper Internationale Transporte, Wien, II, Taborstraße 22. Telephon R 48-5-10, R 49-5-70 Serie. In Palästina: The Levant Bonded Warenhouses Co. Ltd., avD nsnp ’iormS nvntan mann Haifa, Telephon 346 bis navi Jaffa, Telephon 36 ba ib> Spezial-Warentransporte, Uebersiedlungen, Verpackungen für Palästina, Transport- und Reisegepäckversicherungen. Auskünfte jeder Art über Palästina. störten Entwicklung erklärt. Die Exekutive wird für dte Durchführung der Kongreßbeschlüsse sorgen und wird bestrebt sein, Arbeitszwistigkeiten und ihren Mißbrauch durch Faktoren, die die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Arbeit nicht berücksichtigen, zu vermeiden. Wirtschaftliche Aussichtslosigkeit, seelische Depression, das ist die Situation der Juden ln Wien. Palästina ruft nach Arbeitskräften, in Erez Israel leben die Juden froh und in Hoffnung auf eine schönere, freudigere Zukunft. Viele österreichische Juden haben die Möglichkeit, in allernächster Zeit nach Palästina einzuwandern. Es fehlt ihnen aber an Reisemitteln und an den primitivsten Ausrüstungsgegenständen. Juden, gebt diesen Palästlnawanderem die Möglichkeit, sich eine Existenz zu schaffen, gebt Ihnen die Möglichkeit, nach Erez Israel zu gehen. Gebt, soviel Ihr könnt 1 Gebt schnell! Spendet Kleider, Schuhe, Wäsche und Geld! Palästbiaamt Wien: Dr. Simon H o r o w i t z; Fürsorgeverein für jüdische Palästinaemigranten: Dr. Alois Rothenberg; Zionistisches Landeskomitee für Hochwertiger engllsdier Unterricht einzeln und in Gruppen, mit besonderer Berücksichtigung von Palästina-Emigranten; Abfassung von Offerten usw. VIII, Kochgasse 22/15. Zu sprechen: Dienstag bis Freitag von 6 bis 8 Uhr abends. Der Kongreß hat die Grundsätze der Disziplin festgeleg, die alte Mitglieder der zionistischen Organisation verpflichten. Keine blinde mechanische Gehorsamkeit, sondern eine organische Disziplin, die aus dem Bewußtsein der Verantwortung und der großen Sendung der zionistischen Organisationen, die das einzige Staatsinstrument des jüdischen Volkes ist, hervorgeht. höchster Qualitäten M. Bartfeld, II., Seb. Kneippgasse 3, Tel. R 43-6-39. Der Kongreß hat beschlossen, eine besondere Zentrale für dte Ansiedlung deutscher Juden in Palästina zu schaffen, An die Spitze dieser Zentrale, die im Einvernehmen mit der Exekutive arbeiten wird, hat der Kongreß Dr. Chaim Weizmann gestellt. Die Exekutive drückt ihre Freude aus, daß dte große schöpferische Kraft Chaim Weizmanns wieder mit der Arbeit der Exekutive direkt verbunden sein wird. Wir sind überzeugt, daß diese gemeinsame Arbeit dazu beitragen wird, daß wir unserer Pflicht gegenüber den deutschen Juden durch eine konstruktive Tat erfüllen werden, ohne dabei den Kampf für die Wiederherstellung der Rechte der deutschen Juden zu vernachlässigen. Die Exekutive ist durch die Mehrheit des Kongresses gewählt worden. Die Minoritätsgruppen haben zum Teil ihre Gegnerschaft dieser Exekutive ausgesprochen, zum Teil, ihr sogar den Kampf erklärt. Niemand bedauerte mehr als die Mitglieder der Exekutive selbst, daß es nicht möglich war, eine Koalition aller schöpferischen und konstruktiven Kräfte'1 des Kongresses zu bilden. Die Exekutive wird jenen Weg gehen, den der Kongreß vorgezeichnet hat und den sie für richtig hält. Sie hält es aber für ihre heilige Pflicht, das Zutrauen und die Mitarbeit und Teile der zionistischen Bewegung zu gewinnen. Die Exekutive ist überzeugt, daß ihr' das < durch treue und unermüdliche Arbeit im Sinne des Kp-0* gresses und der zionistischen Bewegung gelingen wird." Juden I Zionisten 1 In einer verantwortungsvollen Stunde rufen wir Euch zu verstärkter Arbeit auf! Jeder erfülle seine Pflicht, damit unser Werk alle Hindernisse überwältigen und unaufhörlich der Verwirklichung entgegengehen soll. Die Exekutive der Zionistischen Organisation: Nahum Sokolow, Präsident. Davifc Bengurloo. Selig Brodetsky, Jizchak Gruenbaum, Victor Jacobson. Elieser Kaplan. Louis Lipsky. Bert Locker. Arthur Ru pp in. Moscheh Shertok. Oesterreich: Dr. Oskar Grünbaum; Poale Zlort-Hl* tachduth: Mendel Singer; Mlsrachi, österreichischer Landesverband: Rabbiner Friedmann; Union der Zionisten Revisionisten: Oberbaurat Ingenieur Robert Stricker; W. I. Z. O.: Sofie Löwenherz; Verband radikaler Zionisten: Dr. Leopold Plaschkes. Spenden sind an den Fürsorgeverein für jüdische Palflstlnaemigranten, Wien, I., Kttrntnerstraße 28, Post- Sparkassenkonto 020.901, zu richten. Verlautbarungen des Zion. Landeskomitee8 Das Kulturreferat des Zionistischen Landeskomitees hat beschlossen, in sämtlichen zionistischen Bezirkssektionen Wiens hebräische Gratiskurse für Kinder und Erwachsene zu eröffnen. Die Kurse werden unter der pädagogischen Aufsicht der Kulturreferenten des Landeskomitees und der Leitung der Histadruth Iwrith stehen. Für geschulte Pädagogen ist gesorgt. Einschreibtermin wird bekanntgegeben. VI* Levante-Messe 1934 i» Tel-Awiw Die Vertretung der VI. Levantemesse, die vom 26. April bis 26. Mai 1934 in Tel-Awiw stattfindet, wurde für Oesterreich den Herren Bruno Rabinowitz und Richter, Wien, 1., Rotenturmstraße 25, übertragen. JUDEN! Juden, spendet fflnfnfflhflr.RÜf|lfnn.l nnninn des Keren Kajemeth reichlichst für dlC anläßlich der uBllluIIilllSiUilLIUullLulSI 1111(1 Erlösung d€S Bodens in Erez Israel! m 81

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