Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 299 (7.9.1933)
- Date
- 1933-09-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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4L Kongveßmimmer V. b. b. BEZUGS- BEDINGUNGEN Oeat erreich monatlich S 150, vierteljährl. S 4'20, ganz jahrl. . . . S 16 — Deutachld. viertel |ährl.. . . RM b— Tschechoslou akei viertelj. . Kc 24 — Jugoslawien viertel jährl. . Din 40 — Po en Vierteljahr lieh . . Zloty ft 50 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4 20 Rumlnien viertel- Chrl.. . I.ei 120 — ehrigea Ausland vierteljährl. Schw. Franken 4'50 Jüdisdte Zeitung Preis 35g Erichen t Jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, L, Klrntner atrafie 28 Tel. R-27 Postsparkassenkonti: Oeaterr- D 113.546 Polen . . 19M99 lerhechoslowakei . 500.230 Jugoslawien 40.879 6. Jahrgang Wien, Donnerstag, 7« September 1933 (16. Elul 5693) Nummer 299 Der 48. Zionistenkongreß beendet Sokotow Präsident der Weltorganisation nimmt das Deutschland-Referat (Von unserem J. R.-Korrespondenten) - Weizmann Uber- Nach Mtägigen Beratungen ging Montag der XVIII. Zionistenkongreß zu Ende. Den Kongreß beschlossen Präsident Sokolow und Motzkin mit kurzen Ansprachen, in denen sie dem tschechoslowakischen Staate und der Stadt Prag ihre Huldigung darbrachten und noch einmal auf die schwere und mühevolle Arbeit dieser Tagung hinwiesen, * Mit* einer kurzen Unterbrechung tagte das Plenum von Sonntag nachmittags bis Montag früh. Die eigentlichen Arbeiten des Kongresses. wurden erst in den letzten drei Tagen erledigt. Die Kommissionen arbeiteten mit Volldampf und waren in der Lage,, in den letzten 48 Stunden die Berichte sämtlicher Ausschüsse und Kommissionen dem Plenum vorzulegen. Wahl dev Exekutive mmmmm—maUl Noch bis zur letzten Minute tagte der P e r matt e n z a u s s c h u ß, in dem uin die Exekutive gekämpft wurde. Schließlich gelang es gegen 6 Uhr früh, sich auf eine Leitung zu einigen, die sich auf eine sogenannte kleine Koalition stützt, bestehend aus Vertretern der Rasiere Dich gut und billig oesMchisciitis Ouailiais-FatiriHai Ueberall erhältlich m KA/3ER5TR. 1Z3 * #. Alserstr. 6 b S 16 - S18 - S 20 Das Palästina- Informationsbuch war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 2. Auflage soeben erschienen kundigen Kritik: ■» tettt loefi ulnr iru Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina- Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, dinwanderungslestimmungen, Existenzmöglichkeiten, Zionismus. — Führer durch das Land. — Hebräisches Vokabularium in Lateinschrift. 120 Oktavseiten Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte. Im Inland S 4.20, im Ausland M 2 50. Schw. Fr. 3.—, Pengö 4—, Zloty 5— Kc 20—, Dinar 45.— bei Vorauszahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: „PAG“ r.«. m. D. H.. Wien. Hl., lanhiraoer eflrtel 8 Palästina-Amt, Wien, L, urunniriH zi Kun< II Arbeiterpartei, der Radikalen und dem linken Flügei der Allgemeinen Zionisten. Draußen bleiben diesmal beide revisionistischen Gruppen, die Misrachi und der rechte Flügel der Allgemeinen. Auch um die P r ä s i d e n t e nfrage wurde bis zur letzten Minute gekämpft, da die Bemühungen um Weizmann die ganze Zeit von der Arbeiterpartei angedauert hatten, allerdings vergeblich. Außer den linken Parteien, die für Weizmanns Rückkehr an die Spitze der Bewegung kämpften, waren auch andere Gruppen von der Notwendigkeit überzeugt, daß nm eine ganz große Führerpetsönlichkeit vom Range Weizmanns in der Lage wäre, die Organisation aus ihrer heutigen Zerrissenheit und dem Gewirr der Bruderkämpfe heraüszuftihren. Weizmann hingegen hat bis zum letzten Augenblick auf seinem ablehnenden Standpunkt beharrt. Er hatte sich bloß bereit erklärt, (Jfe Leitung der deutsches Aktion, . die auf eine Ueberpflanzung deutscher Juden nach Palästina hinzielt, zu übernehmen. Dieses Ressort wurde auch vom Kongreß beschlossen und Prof. Weizmann an die Spitze dieses Ressorts berufen. Durch diese Tatsache wird Prof. Weizmann den wichtigsten Teil der Arbeiten in der zionistischen Exekutive von heute übernehmen, da es für jeden klar ist, daß die nächste Arbeitsperiode der zionistischen Exekutive zum größten Teil im Zeichen der jüdischen Emigration aus Deutschland stehen wird. Das Präsidium Zum Präsidenten der Zionistischen Organisation wurde Nahum Sokolow wiedergewählt In die Exekutive sind entsendet worden: Louis Lipsky (Amerika), Dr. Jacobson (Genf), Doktor Ruppin (Palästina), Prof. Brodetsky (London), Locker (London), Kaplan (Palästina), Bin- Gurion und Tschertok (Palästina). Nach der mit Beifall auf genommenen Wahl ergriff Präsident Sokolow das Wort, um allen Teilnehmern seinen Dank auszusprechen. Er schloß mit einem begeisterten Appell. In längerer Rede dankte er sodann Präsident Motzkin für seine Tätigkeit als Vorsitzender. Hierauf ergriff Motzkin das Wort, um allen Mitarbeitern am Kongreß zu danken. Mit Worten tiefer Begeisterung schloß er sodann den XVIII. Zionistenkongreß. Die Anwesenden erhoben sich und stimmten die H a T i k w a h an. Drei Zentralen desWeltverbandes Allgemeiner Zionisten In der Schlußsitzung der II. Weltkonferenz der AllgemeinenZionisten wurde eine Leitung aus 13.Mitgliedern des Weltverbandes gewählt. Die Leitung ist in 3 kooperierende Zentralengeteilt: Für Erez Israel: Dr. Mossinson, Vorsitzender; Suprasky, Elijahu Berligne, Dr. Bogratschoff, Ussischkin junior. Für die europäische Zentrale in Krakau: Dr. J. Schwarzbart, Vorsitzender; L. Salpeter, Dr. Schmorak, Dr. Rufeisen und Dr. Grünbaum (Wien), sowie Dr. Grimstein-Bielsko (als Vertreter). Für die amerikanische Zentrale: Louis Lipsky, Ab. Goldberg, M. W. Halpern (Hadassah), de Haas. Ein weiteres Mitglied von Südafrika wird hinzugewählt. Die Leitung hat das Recht, weitere 2 Mitglieder zu kooptieren. Ein Budget von 5000 Pfund wurde für die Organisationsarbeiten des Verbandes und seiner Zentralen bewilligt. Wiederwahl Adolf Böhms in das Direktorium des Keren Kafemeth Bei der am 5. September in Prag stattgefundenen Sitzung des Aktionskomitees wurde unser Gesinnungsgenosse Adolf Böhm neuerlich in das Direktorium des Keren Kajemeti gewählt. Vermögenstransfer deutscher Juden nach Palästina Ein Erlaß des deutschen Reichs Wirtschaftsministers Die von uns in der zweiten Kongreßnummer angekündigte Vereinbarung zwischen den jüdischen Organisationen und der deutschen Regierung ist nunmehr durch einen vom 28. August datierten Erlaß des deutschen Reichsw i r t s c h a f t s m I n i s t e r s Gesetz geworden. Dieses Gesetz, das die Möglichkeiten des Vermögenstransfers deutscher Juden nach dem Ausland, hauptsächlich Palästina, regelt, ist in acht Abschnitte gefiedert. Als wichtigste Bestimmung erscheint uns dabei die im Abschnitt 3 getroffene Verfügung, daß die Uebersiedlung von Nichtariern als grundsätzlich gerechtfertigt anzusehen ist. Wir zitieren ira folgenden den Punkt 1 im Auszug aus dem «Berliner Börsenkurier»: Veraögenstransfer nach Palästina a) Transfer der zur Existenzgründung notwendigen, 10.000 Mark übersteigenden Beträge Um die Abwanderung deutscher Juden nach Palästina weiterhin durch Zuteilung der erforderlichen Beträge ohne übermäßige Inanspruchnahme der Devisenbestände der Reichsbank zu fördern und gleichzeitig die deutsche Ausfuhr nach Palästina zu steigern, ist mit den beteiligten jüdischen Steilen ein Abkommen auf folgender Grundlage abgeschlossen worden: Auswanderern, denen die Auswandererberatungsstelle bestätigt, daß über den als Einreisegeld erforderlichen Mindestbetrag von 1000 Pfund hinaus weitere Beträge zur Gründung einer Existenz in Palästina erforderlich und angemessen sind, kann im Rahmen dieses Gutachtens für den 15.000 Mark übersteigenden Betrag die Genehmigung zur Einzahlung auf ein bei der Reichshauptbank errichtetes Sonderkonto i der Bank der Te m p e 1-G e se 11 s c h a f t (Bank of Temple Society Ltd.) zugunsten einer in Palästina zu errichtenden jüdischen Treuhandgesellschaft (bzw. bis zur Errichtung dieser Treuhandgesellschaft zugunsten der Anglo Palestme Bank Ltd.) erteilt werden. Den Auswanderern wird der Gegenwert ihrer Einzahlungen nach Maßgabe der aus dem Absatz der deutschen Waren in Palästina zur Verfügung stehenden Beträge durch die palästinensische Treuhandgesellschaft nach der Reihenfolge und dem Verhältnis der Ein-