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Die Stimme · 1933-09-01 · Heft 298 (1.9.1933) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 298 (1.9.1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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3. Kongeeßnummee V. b. b. BEZUGS- BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1 '50, vierteljShrl. S 4'20, ganzjährl. . . . S 16 — Deutschld. viertel jjlhrl.. . . RM 3*— Tschechoslowakei viertelj. . Kc 24‘— Jugoslawien viertel jährl. . Din. 40' — Polen Vierteljahr lieh . . Zloty 6 50 Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4 20 Rumänien viertel- Chrl.. . Lei 120 — ebriges Ausland Vierteljahr!. Schw. Franken 4*50 6. Jahrqran* Jüdisdke Zeitung Wien, Freitag« 1. September 1933 (10. Elul 5693) Preis 35 g *Eradieiiit jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, In Kärntnerstraße 28 Tel. R-27 4 85 Postsparkassenkonti: Oesterr. D 113-546 Polen . . 191.199 Tschechoslowakei . 500.230 Jugoslawien 40.879 Nummer 29b Telephon U 29-4-51 u. U 23-1-81 Michael Schaum Wien.!♦, Hoher Harkt Nr. 12 Spezialvet kehr; Wien—Palästina. Gewissenhafte Beratung, Kulante Bedienung Rasiere Dich gut und billig OBsterreictiiscnes Quaiiiäls-Fabrikat Ueberall erhältlich Xomposs Tours Rem York Wien Paris IX. Spitalsasse 3 Einzige offizielle Kongreßreise nach Palästina 7. September-3. Oktober 1933 Sonderfahrt des RiesenOzeanLuxusdarapfers „Roma" (51.000 Tonnen) Unterwegs Aufenthalt in Rom, Neapel, Athen, eventuell Kairo Auskünfte und Anmeldungen auch im Kongreßbüro und im Palästinaamt in Prag Nieder-, Kleider- und Wäschenähen Schnittzeichnen und Zuschneiden lernen Sie nach lelchtfaß- 'fcher Methode gründlich in den Fachschulen und Salons POLLAK SCHALLINGER VI. Mariahilferstraße 45, / Stiege, 1. Stock, l'el« B 25-7-41 Eisatz der MeisUi lehrt, Ausbildung au Direktricen Untersuchungskommission vom Kongreß beschlossen Mit 197 Regen 62 Stimmest Telephonbericht von unserem JR-Korrespondenten Prag, 1. September. ln den überaus schleppenden und fast langwierigen Arbeiten des Kongresses ist gestern ein entscheidender Ruck nach vorwärts getan worden: Die unglückselige Arlosoroff-Affäre, die gleichsam als Schatten des Ermordeten die ganze Woche hindurch über dem Kongreß lagerte und ihn in seinen wichtigsten Beratungen paralysierte, ist endlich liquidiert worden. Die Vorgänge im Plenum, der größte Teil der Generaldebatte, begegneten Gleichgültigkeit, die Antwort der Exekutive — an früheren Kongressen der dramatische Höhepunkt — gestaltete sich, sieht man von den trefflichen Ausführungen der Exekutivemitglieder Locker und Brodetsky und der abgeklärten Redeweise des Präsidenten Sokolow ab, zu einer recht zahmen Affäre. Nichts von jener Spannung zu spüren, mit der man dem Schlußwort eines Weizmann entgegenzitterte, nichts von jener Vibration im ßaale, die fühlbar war, wenn jenenw»ta^4?igur-auf>4er Tribüne erschien. Das Fehlen Weizmanns und Ariosoroffs stempelten diesen Kongreß zu einer parlamentarischen Tribüne ohne Brennpunkt. Infolge der weiteren Tatsache, daß auch Jabotinsky in die Generaldebatte nicht eingegriffen hatte, ermangelte diese des Schwunges früherer Jahre. Das große Interesse konzentrierte sich diesmal auf die Vorgänge im Aktionskomitee, das in Permanenz tagte. Und hier wieder war es die Arlosoroff-Affäre, die alle in den Bann zog und sie für alle anderen Fragen des Kongresses gleichgültig machte. So gelang es der geschickten Regieführung des Kongreßpräsidenten M o t zkin, in Ruhe die Generaldebatte zu Ende zu führen. Fast schien es sogar in den letzten Tagen, daß die Verlesung der längst erwarteten Resolution in der Arlosoroff-Angelegenheit immer verschoben wurde, als ob die ganze Angelegenheit nicht mehr vor das Plenum kommen und nur mehr im Schoße des Aktionskomitees in der Enge der Untersuchungskommission entschieden werden wird, zumal es bekannt worden war, daß die Linke von ihrer früheren Forderung nach Eliminierung der Revisionisten abgekommen war. Nun erwies sich die Verschiebung als kluger Regiezug des tüchtigen Vorsitzenden Motzkin, um zuerst den Abschluß der Generaldebatte unter Dach und Fach zu bringen. So konnte in «Ruhe» das Aktionskomitee in seiner letzten Nachtsitzung durch das Gewirr der Meinungen sich hindurchkämpfen, um sie in der ersten Plenarsitzung des Kongresses nach Abschluß der Generaldebatte dem Kongreß vorzulegen. Durch die mit fiberwiegender Majorität angenommene Resolution des Aktionskomitees hat der Kongreß die Entsendung der Untersuchungskommission nach Palästina beschlossen. Der tote Arlosoroff wird dadurch seinem Volke nicht wiedergegeben werden, aber es bedarf schwerer und heißer Arbeit, um seinen Schatten von dem lebendigen Werke, für das er verbluten mußte, abzuwenden. Ob das mit der heutigen Abstimmung erreicht wurde, wird die nahe Zukunft erst beweisen müssen, (im folgenden der Bericht über die gestrige Sitzung.) * P r a g, 31. August. In der heutigen Nachmittagssitzung des Zionistenkongresses wurde die Resolution des Aktionskomitees nach einer stürmischen Debatte mit 197 Stimmen gegen 62 Stimmen der Revisionisten angenommen. In der Resolution wird erklärt, daß die Anwendung von Gewaltmitteln zu politischen Zwecken im Widerspruch zu den Grundsätzen der jüdischen Moral steht und eine Gefahr für den Aufbau Palästinas bildet. Deshalb beschließt der Kongreß, eine Kommission zu ernennen, die in Palästina eine umfassende und gründliche Untersuchung hinsichtlich aller Tatsachen durchführen soll, die im Zusammenhang mit derartigen Tendenzen stehen. Jabotinsky, der Führer der Revisionisten ergriff hiebei zum erstenmal das Wort. Er legte eine Resolution vor, in der er die Existenz einer revisionistischen Terrorgruppe in Abrede stellt. Die Debatte gestaltete sich stellenweise sehr stürmisch und endete mit einer glatteil Niederlage der Revisionisten und ihres Führers Jabotinsky. Die Entsendung einer Untersuchungskommission nach Palästina ist damit beschlossene «Sache. Die Jewish Agency-Tagung eröffnet Telephonbericht von unserem J. R.-Korres pondenten Im Gegensätze zur bisherigen Tradition, daß die Jewish-Agency-Tagung erst nach Beendigung des Zionistenkongresses Zusammentritt und durch den vom Kongreß gewählten Präsidenten der Zionistischen Orgainsation eröffnet wird, wurde Donnerstag unter Vorsitz Prof. S p e y e r-Brüssel der Council der Jewish Agency eröffnet. In seiner Eröffnungsrede brachte Prof. Speyer zunächst der tschechischen Regierung die Sympathien der Versammlung zum Ausdruck und gedachte der Vorgänge in Deutschland. Die Tagung der Jewish Agency während der Dauer des Zionistenkongresses wird dadurch sehr beeinträchtigt, da viele Mitglieder des Administration-Committee, die gleichzeitig Delegierte des Kongresses sind und von den Arbeiten des Kongresses in Anspruch genommen werden. B e r 1 Locker, Mitglied der Exekutive, entschuldigt die Gleichzeitigkeit beider Tagungen mit dem Hinweis, daß man den Verlauf des Zionistenkongresses nicht vorauszusehen vermochte. Nach einem Bericht des Legitimations-Ausschusses hielt das Exekutivmitglied Doktor H e x t er sein Referat über Kolonisation. Diesem Referat ging ein Nachruf für Dr. Arlosoroff, das vom Hause stehend angehört wurde, voraus. Das Palästina- Informationsbuch war innerhalb 8 Wochen vergriffen! 2. Auflage soeben erschienen kundigen Kritik: Das beste Buch salmr Art) II Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina- I Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik, I -inwanderungsbestimmungen, Existenzmöglichkeiten, Zionismus. — Führer durch das Land. — Hebräisches I Vokabularium in Lateinschrift. 120 Oktavselten Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte. Im Inland S 4.20, im Ausland M 2.50, Schw. Fr. 3.—, Pengö 4.—, Zloty 5 —, Kc 20.—, Dinar 45.— bei Vorauszahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: „PAG“ r. 6. m. b. H„ Wien, Hl.. Lanostraeer Oüriel 9 Palästina-Amt, Wien, l., KarninersirailB 28

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