Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 294 (10.8.1933)
- Date
- 1933-08-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DB STIMME mm«: wm» —m a«gtm To» Uten dntie EnthüUung einer Gedenktafel für den ermordeten Fntterwelt Sonntag, den 23. d. wurde auf dem' Zentralfriedhof am Grabe des durch ruchloser Mörderhand dahin gerafften Norbert F u 11je r w e i t eine über Initiative der B. O. G. II des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» errichtete Gedenktafel mit einer religiösen Zeremonie enthüllt. Die Feier begann mit einem meisterhaften Vortrag des Trauerpsalms Schewissi durch Kamerad Obenkantor Simon Weiß, begleitet von einem Chor. Dann begrüßte der Bezirksleiter nerr Kamerad Ludwig Eisner die zu der Gedenkfeier Erschienenen, unter anderen konnte er begrüßen den in Vertretung des KultusprMsidiums und des Kultusvorstandes erschienenen Kameraden .Herrn Doktor Emst Fekteberg, ferner den Bundesführer Generalmajor Sommer und die In Wien wellenden Bundesvorstandsmitglteder, weiters die gesamte Familie des Verstorbenen mit Rultusvorsteher Kommerzialrat AÄbers an der Spitze, Amtsleiter Freistadt und eine Delegation der Chewra Kadischa sowie eine stattliche Trauerversammlung. Hierauf trat Bezirksführer Hauptmann a. D. May an das Grab und hielt folgende Gedenkrede, in er u. a. ausführte: «Voll tiefster Trauer umstehen wir, werte Trauergäste und liebe Kameraden, diesen frischen OrabeshUgei, unter dessen Rasen ein Kodausch, ein jüdischer Märtyrer, den ewigen Schlaf hält. Norbert Futterweit! Wenn einst die Geschichte der Wiener Juden geschrieben werden wird, wird Dein Name als der eines schuldlosen Opfers feiger, heimtückischer Mordlust aufleuchten. In der jüdischen Matyrologie wirst Du leider im Reigen unserer unzählbaren Hekatomben erscheinen. Ein gemeines Verbrechen hat Dich von der Mittagshöhe Deines sonnigen Lebens in das dunkle Tal der Nimnverwiederkehr hinabgeschleudert. Sinnlos bist Du hingeschlaohtet worden, einzig und allein, weil Du der Gemeinschaft angehörtest, die bereits in grauer Vorzeit im Zehngebot der Welt die Worte: Lo tirzoch, «Du sollst nicht morden», zugerufen, Du. der Du in treuer Erfüllung Deiner Staatsbürgerpflicfrt so oft dem Tode ins Auge geschaut, geschaut als jüdischer Frontsoldat, bist in der Heimat an der jüdischen Front gefallen. fes soll dieses Grabzeichen uns immer an den Menschen Putterweit erinnern, denn er war im Goethes edel, hilfreich und gut. So lebe denn wohl, Du treuer Kamerad, wenn jetzt Deine Kameraden an Deiner letzten Ruhestätte vorbeiziehen werden, werden sie das stille aber um so innigere Gelöbnis sprechen, Deiner nicht nur nicht zu vergessen, son- : dem Dir stets ein treues, üebesvpJies Andenken zu bewahren. Sie werden, aber mit diesem Gelöbnis auch den Schwur verbinden, die Fahne aufrechten, vollen, Eanzeh Judentums, der Du dientest und unter der >u gefallen, im treuen Gedenken an Dich, Du edler. Märtyrer, noch schöner zu. entrollen zur Ehre und zum Stolze unserer ‘-überalles gettebtert, jüdischen Gemeinschaft, Norbert Futterweit, Ruhe Bärin! Tehe itlsthomoschiu zeruro bizror hachajtm!» . Der Bundesführer Generalmajor Sommer übergab die Gedenktafel in die Obhut der isr. Kultus gemein de und führte dann aus: «In sturmbewegter Zeit hat sich unser Nachbarland, das uns bisher als ein rlort der Humanität und der Kultur gegolten hat, soweit vergessen, daß es in mittelalterliche Barbarei zurück gefallen ist, es bleibt für ewige Zeiten ein Schandfleck der deutschen Kultur, sich mit solchen Verbrechen Identifiziert oder sie selbst veranlaßt zu haben. Die eben enthüllte Gedenktafel soll ein lebendiges Zeugnis dafür geben, daß wie schon so oft in fernen Bibettagen auch heute unsere Qlaubenebrüder von roher Gewalt bedrängt wurden, von einer Gewalt, die wohl Märtyrer unseres Glaubens ge- . fordert hat, die abw niemals im Stande war die Lebenskraft unseres Volkes zu brechen. Möge diese Gedenktafel uns ein Symbol dafür sein, daß trotz Unterdrückung und verbrecherischer Gewalttat unserer Glaubensbrüder sie sich ihrer Aufgabe als Träger wahrer Kultur und Ethik bewußt sind.» Im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde dankte Kultusrait Dr. Felds borg den? Bunde jüdischer Frontsoldaten dafür, daß er durch die Errichtung dieser Gedenktafel das Andenken an den ermordeten Futter weit in so schöner Weise geehrt hat. Namens der Familie des Verstorbenen dankte nun dessen Schwager Kultusvorsteher Kommerzialrat AIbers mit tränen erstickter Stimme dem Bunde und der Kultus* gemeinde für die. Ehrung, die man dem Helden der jüdisehen Front gezollt hat. In einer zu Herzen gehenden und zu Tränen rührenden Weise rezitierte Kamerad Oberkantor Weiß das El moie rachamim. Der Älteste Schwager Norbert Futterweits verrichtete nun das Kaddlschgebet, womit die würdevolle Feier beendet war. . , Die Gedenktafel ist ein Werk des Kameraden Gottheb, 1800 m ü. M. (Sehwelz) HOTEL Bes. ß. Levln — 1. Rang, fl. Wasser und Tel.-Auioh). in allen Zimmern, Appart, m. Bad, Südbalkone, Mod. Unter* mltiinger'ume, Plng-Pongsaal, Lift eto. Reduzierte Preise, tut angeschlossenem Kinderheim METROPOL Anfiündi&ungen und Mitteilungen Oie „Judäa", Gesamtvarband jüd. HeehsohUler Oester, reiohs, veranstaltet eine Gesellschaftsreise sum Zionistenkongreß. Interessenten wollen sich Montag, Mittwoch und Freitag von 6 bis 7 Uhr lm Zentralhelm der Jüdischen Studentenschaft, IX., Alserstraße 26, melden. Heimatscheine mitbringen. Paß unnötig! Zionistische Sektion Frauengruppe (WIZO). Jeden Donnerstag abends zwangloses Beisammensein im Garten des Cafd „Hictzlngerhof", Hietzlnger Hauptstraße 22. Bitte an alle jüdischen Arbeitgeber! Die Stellenvermittlungsabteilung des Jüdischen Angestellten* Verbandas „Bmunah", I„ Jordangasse 7, ersucht, freiwerdende Stellen jeder Kategorie unverzüglich su melden. Die Vermittlung erfolgt kostenlos. Telephonische Anmeldungen unter Nr, R 27-1-66. Hebräisches Pädagogium in Wien. Die Einschreibungen für das 16. Unterrlohtsjahr 1088/24 haben bereits begonnen. Anmeldungen neuer Hörer werden entgegengenommen im Sekretariat, II.. Tempelgasse 8, jeden Donnerstag von 11 bis 12 Uhr. Daselbst auch Auskünfte über die erforderliche Vorbildung, Studiendauer und dgl. Jüd. Turnverein „Makkabi" Wien, II. Makkabl II. Anläßlich des Halbjahrabschlusses veranstaltete der Makkabl II Leopoldstadt ln seinem Turnsaal. II., Leopoldsgasse 3, ein kleines Kinderfest. Die Kinder und Jugendlichen wurden mit kleinen Aufmerksamkeiten bedacht. Die lustigen Soherzvorführungon fanden viel Beifall. Die Festrede hielt der Obmann Tb. Carniol, in der er besonders der Jugend seiner großen Verbundenheit Ausdruck verlieh. Der Makkabi II hat bis Ende August geschlossen. Am 1. September 1988 beginnt das normale Turnen ln der Schule, H„ Leopoldgasse .3. . Verein der „Przemysler" in Wien, MittWöOh, den 9. August 1933, und jeden Mittwoob abends während des Sommers, treffen sich die „Przemysler" ab 8 Uhr abends, im gedeckten Kiosk des Cofd Rappaport, I„ Frans-Josefs-Kai 16, Schach, Rummy- und Bridgekarten stellt die Verelnsleltung zur Verfügung. Wiener Zion. Frauen-Komitee. Samstag, den 12. August d. J.f 8 Uhr abends, in VÖBlau-Galnfarn, Cafö „Zentral", Hochstraße, Gescllschäftsabend mit Tanz. Reichhaltiges Programm. Eintritt S 1.60. Das Reinerträgnis fließt dem Keron Kajemeth Lejlsrael und dom Chajes-Realgymnasium zu. Der Akademisohe Verein jüdisoher Mediziner veranstaltet wegen UeberfUUung der ersten Reise naoh Varna am Schwarzen Meer einen zweiten Turnus, Mitte Augußt, Kosten S .170.—, Darin inbegriffen vierwöchentlicher Aufenthalt mit voller Pension, Fahrt tour, retour, Visum, Kurtaxen, Abgaben etc, Nach Wunsch der Reiseteilnehmer besteht die Möglichkeit! den Aufenthalt zu verkürzen. Anmeldungen und Auskünfte beim Reiseleiter, cand. med. Leinwand, im Zentralheim der Judäa, IX., Alserstraße 86, täglich von 7 bis 3 Uhr abends. Machslk» Hadsth Nachlath Jakob, Herr Redlich, Vorstandsmitglied des Vereines „Machsike Hadsth Nachlath Jakob“, II., Haidgasse 1, ist nach Palästina abgereist. Dem Verein, der sein wertvolles Mitglied sehr vermissen wird, ist es nunmehr gelungen, Herrn David Fuchs als Vorstandsmitglied zu kooptieren. Jüdischer Angestelltenverband „Enrmnsh", I., Jordangasse 7. Die Bibliothek des Verbandes ist bis aut weiteres nur Montag von 7 bis 9 Uhr abends geöffnet, Anmeldungen für Hebräisoh-Kurse werden Montag und Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends entgegengenommen. Briefe aus der Provinz Baden. Am 29. Juli sprach im Jüdischen Klub in Baden Kultusvorsteher Dr. 1. K i a b e r aus Wien über die Aufgaben der Kultusgemeinden. An dieser Veranstaltung nah men der Präsident der Badener Kultusgemeinde, Herr Stern, sowie die Vertreter anderer jüdischer Institutionen Badens teil. Dr, Klaber hob die Bedeutung der Erziehungsarbeiten für die jüdische Jugend durch Schaffung von Schulen, Kursen und Kindergärten besonders hervor. Er schilderte’ dann die großzügige Ausgestaltung der Fürsorge der Wiener Kultusgemeinde auf allen Oebleten (Altersfürsorge, Jugendfürsorge, Krankenfürsorge, KredithUfe und Arbeitsbeschaffung). In der Diskussion wurde von agudistischer Seite die Behauptung aufgestellt, daß die Wiener Kultusgemeinde, seit eie unter zionistischer Führung stehe, agudistische Institutionen nicht subventioniere. Demgegenüber stellte der Vortragende fest, daß eine ganze Reihe von Institutionen, wie beispielsweise das Waisenhaus Baden, Verein «Jessod Hatorah», «Beth Jakob»-Schuie und viele andere, nicht zuletzt auch die Jugendgruppe der Aguda selbst, mit denselben Beträgen wie im Vorjahr subventioniert sind und daß die Ausstreuung solcher Gerüchte unverantwortlich seien. Der Vorsitzende Dr. Lackenbacher sprach dem Vortragenden für seine sachlichen Ausführungen den Dank der Badener Judenschaft aus. * Aus Bad Pi es tan y (C. S. R.) wird uns geschrieben: Am 3. August hat der Vizepräsident des österreichischen Keren Kajemeth Dr. Siegfried Plaschkes, der als Kurgast hier weilte, vor zahlreichem1 Publikum, bestehend aus Einheimischen und Kurgästen aus allen Ländern, einen Vortrag gehalten über «Die derzeitige Lage des Judentums und die nationalen Fo n d s». Er besprach lm Anschluß an die akuten Judenverfolgungen in Deutschland und die chronischen in anderen Landern Fragen des Zionismus und Palästinaaufbaues und die Pflichten, weiche allen Juden gegen den K. K. L. und den K. H. erwachsen. An der Diskussion beteiligten sich Dir. Glück (Piestany) und Herr Karger (Berlin). Der Abend hatte großen moralischen und materiellen Erfolg, zumal im Publikum viele Juden waren, die bisher unserer Sache femestanden. * Konzert S. EHjahu Ktibus Sonntag, den 5. August, gastierte der bekannte Konzertsänger Herr EHjahu Kribus aus Tel-Awiw (Schüler Professor Schrödters) in Sauerbrunn. Im überfüllten Saale des Kurhotels trug er jüdische Volkslieder und Arien in deutscher, hebräischer und Italienischer Sprache vor und errang dank seiner schönen kultivierten Stimme einen großen Erfolg. Das jüdische Publikum fand in Herrn Kribus einen feinsinnigen Interpreten de» jüdischen Volksliedes und erzwang immer wieder neue Zugaben, die mit Begeisterung aufgenommen wurden. J. K. Die zweite MakkaMah Die Makkabiah hätte ursprünglich in Czernowitz stattfinden sollen. Knappe vierzehn Tage vor Beginn der Makkabiah sah sich die Leitung des Makkabiah-Weltverbandes vor die scheinbare Unmöglichkeit gestellt, die Spiele ausziir tragen, ln aller Eile wurden mit der tschechoslowakischen Regierung Verhandlungen angebahnt, die zu einem günstigen Ergebnis führten, und so kam es, daß die MaJckabiah schon am 23. August, also kaum vierzehn Tage nach dem ursprünglichen Anfangstermin, im Prag zur Austragung gelangen können. Die schon ganz auf Czernowitz eingestellte Organisation mußte sich binnen weniger Tage umstellen, was durch dien Umstand erleichtert wurde, daß sich das Bureau des achtzehnten Zionistenkongresses in Prag befindet und an der Umorganieation der Makkabi-Wettspiele nach Prag tätigen Anteil nahm. Die Mannsohaften, die an den Wettspielen beteiligt sein werden, müssen nun naoh Prag entsendet werden. Aus Oesterreich fahren außer den Profesaionalrmanmschaften des Atoroundsportklubs Hakoah und den Boxern des Maikkabi auch die Jugendlichen des Makkabi-Hazair, der ln Wien den Beinamen Brith-Zirenu führt. Die Leitung des Makkabi-Weltverbandes beabsichtigt nämlich, in Prag zur Zeit der zweiten jüdischen Wettspiele einen Jom Homoajr (Tag der Jugend) zu veranstalten, der am Freitag, den 25. d., oder Sonntag, den 27. d„ auf dem Hagibor-Sportprtatz in Prag stattfinden soll. Dieser Tag der Jugend, an dem die ganze jüdische Jugend der Stadt Prag, Abteilungen und Delegationen aus allen Orten der Tschechoslowakei, aus Polen, Litauen, Holland, Lettland und Oesterreich gesandt werden sollen, muß sich zu einer großen Kundgebung entwickeln. An ihm werden die Vertretung der tschechoslowakischen Regierung, das diplomatische Korps, Vertreter der Stadtbehörden und viele jüdische Führer teilnehmen. Die Festansprache wird vom Ehrenvorsitzenden des Makkabi-Weltverbandes Lord Melchett und dem Präsidenten Dr. Hermann Ldewer gehalten werden. Ihre Teilnahme halben David Ben-Gurion als Führer des Techeleth-Lawan und viele andere Prominente der jüdischen Oeffentlichkeit Prags und des Zionistenkongresses zuigesagt, Den Höhepunkt dieser Veranstaltung wird ein Defile vor den versammelten Spitzen der Behörden, des Kultus und dem Präsidium des Kongresses bilden, an dem sämtliche jüdischen Jugendlichen des Jom Hanoar beteiligt sein werden. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich veranstaltet Montag, den 14. August 1988, um 8 Uhr abends im Heime der Zionstiscben Bezirkssektion, II,, Praterstraße 13, einen Diskussionsabend Uber Probleme des XVIII. Zionistenkongresses Einleitende Referate; Dr. Oskar GrOnbaum, Dr. Z.F. Finkeleteln, Dr, Michael Steinberg Qäite willkommen 1 XVIII. Zionistenkongreß billig und gvl fahren Sin mit dem Club ,Erez-Israel‘ Anmeldungen: Zion. Landeskomitee, Wien, I., Kärntnm taße ab, Telephon Nr. R *7-4-86 Zion. Sektion II., Praterstraße 18, Mezx. (Lloyd-Hof) Telephon Nr. R-44-3-45