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Die Stimme · 1933-07-27 · Heft 292 (27.7.1933) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 292 (27.7.1933)
Date
1933-07-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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». m — r. in# is» DIE STIMME - «mv Dmh Zionismas ein Eigenheim Von Df. Kurt Offenberger. (Eine zeitgemäße Anregung.) Seit langem hat sich die Notwendigkeit herausgestellt, für die zionistischen Organisationen ein eigenes Heim zu schaffen. Sie sind zerstreut, es fehlt die Zentralisation und damit ist der Zusammenhang aller gelockert. Es gilt, für alle diese obdachlosen oder schlecht untergebrachten Institutionen das zentralis’erte Heim zu schaffen. Ein Vorbild hiebei sollten die Arbeiterorganisationen sein, deren erstes Bemühen stets der Errichtung eines Arbeiterheims galt, das gleichzeitig den Sektionen und Bildungsbetrieben, den Verbänden und Kunsteinrichtungen, dem Sport und der Gewerkschaft ein Heim bieten konnte. Der Vorschlag, der hier vorgebracht werden soll, geht daher dahin, für sämtliche zionistischen Verbände, mit besonderer Berücksichtigung der Jugendverbände, die überall zerstreut sind, was der Förderung ihrer Ziele sehr hinderlich ist, für das Palästina-Amt, die verschiedenen nationalen Fonds, die ständige Ausstellung palästinensischer Produkte, die verschiedenen Verkehrsbüreaus und Wirtschaftsorganisationen, eventuell einer eigenen Wechselstube, die Frauenorganisationen, überhaupt alles, was den zionistischen Gedanken hochihält und ihn pflegt, ein eigenes Heim zu errichten, das von uns selbst gegründet, finanziert und weiter ausgebaut werden soll. Die Kosten dieses Heimes wären mit S 100.000 zu beziffern. Dieser Betrag wäre nicht schwer aufzubringen, wenn alle zionistischen Mitglieder Anteile zeichnen, die nach dem Einkommen und der persönlichen Opferwilligkeit abgestuft würden. Der beanspruchte Anteil des einzelnen, der in der Lage ist, beizutragen, soll nicht mehr alst S 100 im allgemeinen betragen, so daß 1000 Bausteine genügen. Natürlich wird ein höherer Betrag mit besonderer Anerkennung angenommen werden. Die Gesellschaft (gedacht wird an eine A. G.), die zur Gründung eines Heims gebildet werden soll, darf nicht auf Ertrag berechnet sein, so daß zumindest für die ersten zehn Jahre nicht auf eine Dividende gerechnet werden könnte. Bei der gegenwärtigen leichten Erwerbung billigen Realbesitzes wird es nicht schwer fallen, den geeigneten Gebäudekomplex zu erwerben. Wenn auch bei dem Heim nicht an geschäftliche Ausnützung gedacht wird, so wird doch der niedrig bemessene Mietzins genügen, um alle notwendigen Auslagen zu bestreiten. Für Versammlungen und sonstige Zusammenkünfte, gesellige Veranstaltungen wird ebenso Platz sein wie für die der Propaganda gewidmeten Besprechungen, Vorträge usw., kurz, es würde endlich jedes Mitglied wissen, wohin es gehört, der Arbeitseifer würde steigen und jeder würde stolz sein aut das Heim, das eigene Opferwilligkeit, eigene Energie geschaffen. Dafrum seien diese Zeilen als Aufruf für jene gedacht, die diesen Vorschlag in die Praxis umzuändern bemüht sein wollen und die die finanzielle Grundlage zu bieten gesonnen sind. Helfet rasch und gebet ein Beispiel dafür, daß ihr in den jetzigen Zeiten einig seid, denn diese Einigkeit wird in kommenden Tagen von besonderer Wichtigkeit sein, da es gilt, für das Judentum ernsthaft einzustehen. Die Schaffung eines Heims ist von Wert als Zeichen des Zusammenhaltens, das heute notwendiger geworden ist als je. Zum Jubiläum Meir Henisch Anläßlich des 50. Geburtstages des Gesinnungsgenossen Melr Henisch wurde über Anregung des Gg. Saul Weinreb eine Sammlung zwecks Eintragung des Jubilars in das Goldene Buch des Keren Kajemeth eingeleitet. Ein Betrag von S 102.— wurde bereits durch Gg. Weinreb zu diesem Zwecke dem Keren Kajemeth abgeführt. Gesinnungsgenossen und Freunde des Jubilars werden ersucht, sich an dieser Sammlung zu beteiligen. Geht das Judentum unter? «Geht das Judentum unter?» Eine Erwiderung auf Otto Hellers «Untergang des Judentums» ist der Titel einer Schrift von Eli S t r a u ß, die soeben im Verlag des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich erschienen ist. Wir werden auf diese interessante Neuerscheinung noch ausführlich zuriickkomnien. Beh. konz. Realbüro INS. M. MUHLBAUER Kaut und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I., II. und UL Sätze, Bau- und Zwischenkredite, Gebäudeverwaltung Büro: Franz Josefs-Kai 11 Tel. R-25-0-44 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 Der Bund Jüdischer Frontsoldaten in Eisen Stadt Am 16. Juli d. J. fand die Gründung der Landesgruppe Eisenstadt des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» statt. Beim Betreten der Gemeinde Untersberg-Eisenstadt wurden die jüdischen Frontsoldaten durch Oberlehrer Oskar Gero und durch den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Eisenstadt Herrn Willy Schneider begrüßt. Hierauf begab sich eine Deputation des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» zum Heldendenkmal in die Kaserne des ehemaligen Infanterie-Regiments Nr. 76, wo das gesamte Offizierskorps und sämtliche Säbelchargen des Feldjäger-Bataillons (ehemalig Infanterie-Regiment Nr. 76) unter der Führung des Stadtkommandanten Herrn Oberstleutnant Faulhaber versammelt waren. Bundesführer-Stellvertreter Herr Dipl.-Kaufm. Ernst Stiaßny legte im Namen des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» zu Ehren der gefallenen burgenländischen Kameraden einen Kranz nieder. Oberstleutnant Faulhaber sowie Vizebürgermeister Schulrat Alois Dörfler und ein Vertreter des ehemaligen Jäger-Bataillon 11 aus Oedenburg betonten in ihren Reden die unverbrüchliche Kameradschaft aller Frontsoldaten ohne Unterschied der Konfession und klangen diese Reden in ein Bekenntnis zu Oesterreich und seinem Bundeskanzler Doktor Dollfuß aus. Nach der Kranzniederlegung defilierte die ausgerückte Deputation des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» vor dem gesamten Offizierskorps. Anschließend an das gemeinsame Mittagessen hielt Vizebürgermeister Schulrat Alois Dörfler eine Ansprache, in welcher er betonte, daß die Freistadt Eisenstadt, getreu ihrer Tradition, es nie zugeben würde, daß die Gleichberechtigung der Juden je angetastet werde. Weltkongreft jüdischer Studenten nach London einberufen London. Der unter dem Präsidium Professor Albert Einsteins stehende Weltverband jüdischer Studenten wird seinen nächsten Weltkongreß auf Einladung der Vereinigung jüdischer Hochschüler Großbritanniens in der Zeit vom 2. bis zum 4. August in London abhalten. Dem Organisationskomitee des Kongresses gehören Rev. M. L. Perlzweig als Vorsitzender, Lord Melchett als Schatzmeister und P. D. J. Druiff von der Londoner School of Economics als Sekretär an. Bisher haben die jüdischen Studentenorganisationen Oesterreichs, Dänemarks, Danzigs, Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Ungarns, Lettlands, Litauens, Palästinas, Polens, Rumäniens und der Schweiz ihre Teilnahme angemeldet, es wird erwartet, daß auch die jüdischen Studentenschaften Amerikas, Kanadas und Südafrikas Vertreter zum Kongreß entsenden Werden. Die öffentliche Eröffnungssitzung des Kongresses wird nach einem zu Ehren der Delegierten von der Ersten Loge der Bne Briss in England veranstalteten Empfang am Abend des 2. August im Woburn House stattfinden. Den Vorsitz wird Professor Alexander tühren, Ansprachen werden unter andern Sir Philip Hartog, Professor Norman Bentwich,. Professor Selig Brodetzky, Dr. Chaim Weizmann und Dr. Stephan Wise halten. Professor Namir wird ein Referat über die Lage des jüdischen Studenten in Verbindung mit der gegenwärtigen Krise des jüdischen Lebens erstatten. Briefe an die Redaktion Verehrllche Redaktion! Die ergebenst gefertigte Leitung hat mit ganz besonderem Interesse Ihren Artikel über Berufsberatung in Palästina gelesen und erlaubt sich hiezu einige Bemerkungen zu machen: Es ist heute in weitesten jüdischen Kreisen bereits bekannt, daß das 1897 gegründete „Dr. Krüger-Heim“ sich seit jeher die Aufgabe gestelt hat, dem arbeitenden jüdischen Mädchen die Wege zu ebnen und alle praktischen und produktiven Frauenberufe irgendwie zugänglich zu machen. Aus dieser Aufgabe heraus erfolgte vor nunmehr zehn Jahren die Gründung der zweijährigen Fachschule für Frauengewerbe, welche seit Jahren mit dom OtMü'ntik hkmtsrecht versehen, sich die Anerkennung der maßgebenden Behörden so sehr errungen hat, daß eine namhafte Subvention des Bundes (Verstaatlichung einer jüdischen Fachlehrerin) die Folge dieser Anerkennung war. Seit vier Jahren werden in der Institution rituelle Kochkurse abgehaitun und bat nunmehr die Leitung der „Wizo“ ln unserem Rahmen einen „Hauswirtschaftlichen Vorbereitungskurs für Palästina“ veranstaltet, welcher sich großer Anerkennung erfreut. Aerzte und hervorragende jüdische Universitätsprofessoren haben sich für die theoretischen Vorträge freundlichst zur Verfügung gestellt, ebenso wie Frau Marianne Stern, die bekannte gerichtliche Sachverständige für Lebensmittel und Verfasserin modernster Kochbücher. Auch sonst ist die Leitung bemüht, die verschiedensten Berufsinögliehkeiten, die noch irgendwie Aussicht haben, zu erschließen, und stellt sich die Leitung selbstverständlich für alle Auskunft und Beratung wünschenden Mädchen und Frauen täglich von 10 bis 12 Uhr ganz zur Verfügung. Adresse: II., Malzgas3e 7, „Dr. Kriigor-Helm“. Hochachtungsvoll Hermine Krüger, Präsidentin. Ullmann, Rink & Co., Internationale Spedition Sjien, IV., Floragasse Nr. 7, Telephon U 44-0-78 für Uebersiedlnngen tu (ifltertransporte via Donann. Triest Erklärung I Das Bürgermeisteramt und der Verkehrsvereia Seefeld In Tirol legen Wert darauf, festzustellen, daß Seefeld ein vollkommen unpolitischer Kurort Ist, dessen einziges Interesse der Fremdenverkehr bleibt und der weder politische noch religiöse Tendenzen verfolgt. In Seefeld Ist jeder Gast, welcher Religion oder Nation Immer, herzlich willkommen. Die Gäste finden hier volle Ruhe und Erholung. Ankündigungen und Jtlitteilungen Liga für das arbeitende Palästina. "Wir führen zum Zionistenkongreß eine billige Gesellschaftsreise. Quartiere gesichert. Reisepaß für Oesterreicher nicht notwendig. Auskünfte und Anmeldungen täglich von 19 bis 21 Uhr im Jüdischen Volksheim, II., Blumauergasse 1, und im Hechaluz, XX., Kluckygasse 7. Verein der Przemysler in Wien. Mittwoch, den 26. Juli, und jeden Mittwoch während des Sommers ab 8 Uhr abends treffen sich die Przemysler im gedeckten Kiosk des Cafd. Rappaport, I., Franz-Josefs-Kai 45. Schach, Rummy- und Bridgekarten stellt die Vereinsleitung zur Verfügung. Wiener Zionistisches Frauenkomitee veranstaltet am 12. August in Vöslau-Gainfarn, Cafd Zentral, Hochstraße, einen Gesellschaftsabend mit Tanz zugunsten des Keren Kajemeth und des Chajes-Realgymnasiums. Beginn 8 Uhr' abends. Um zahlreichen Zuspruch wird gebeten. J. W. S. V. Haganah, Wien, II., Obere Donaustraße 89. Anmeldungen von Montag bis Donnerstag, 7 bis in Uhr abends. Dortselbst auch Einteilung in die einzelnen Bezirkssektionen. — Alle Kameraden, die an einem Sommerlager in einer der schönsten Gegenden Oesterreichs teilnehmen wollen, mögen ihre Namen umgehend dem zuständigen Kanzleibeamten bekanntgeben. Näheres wird rechtzeitig verläutbart. Oer Jüdisch-akademische Philosophenverein veranstaltet Samstag', den 6. August, den zweiten Schiffsauflug in die' Wachau (Melk) für einen Tag und für zwei Tage. Abfahrt halb 10 Uhr abends. Preis (50 Prozent Ermäßigung) inklusive Näehtlgung S 6.80, bezw. für einen Tag S 4.80. Anmeldungen und Auskünfte bis spätestens 8. August im Helm der Jüdischen Studentenschaft, IX., Alserstraße 26, täglich von lff bis 20 Uhr. Gäste willkommen! ri Bad Tatzmannsdorf, das österreichische Franzensbad, hat durch die Einführung von Pauschalkuren alles getan, um dem Oesterreicher in dieser schweren Zeit den Besuch der heimischen Bäder zu ermöglichen. In der Kärntnerstraße 57 befindet sich seit einigen Tagen eine Ausstellung dieses Kurortes und sind alle näheren Auskünfte, auch über'Pauschalieren, bei der Reiseauskunftei Weiler & Co., Wien, VI., Mariahilferstraße 7, erhältlich. DI« „PAG“, Wien, III., Landstraßer Gürtel 9, teilt mit: Sämtliche 58 Teilnehmer der „PAG“-Palästina-Gruppenreise, welche am 2. Juli Wien verlassen haben, sind am 7. Juli glücklich in Haifa gelandet. — Die 9. „PAG“- Palästina-Gruppenreise wird programmgemäß am 27. August und von dann an alle vier Wochen von Wien abgehen. Preis von S 286.— aufwärts. Alles Nähere in den „PAG"-Mlttellun. gen, die bei Einsendung von 50 Groschen (in Marken) Interessenten zugeschickt werden. -- Sprechstunden im Juli und August nur Dienstag und Freitag von 2 bis 4 Uhr nachmittags (für Mitglieder kostenlos). Die 2. ordentliche Generalversammlung beschloß, für das Jahr 1932 eine Dividende von 24 Prozent p. a. zu verteilen. Die Dividenden sind innerhalb von vier Monaten zu beheben, und zwar Dienstag und Freitag von 3 bis 4 Ubr ab 1. August 1938. — Durch Ergänzungswahlen wurden in den Aufsichtsrat entsendet: die Herren Dr. Goldhammer, Hofrat Ing. Herzka, Dr. Pais und Dr. S. Schmitz, in den Vorstand: Ing. R. Seiden. Wichtig für alle Palästina- Interessenten! Sucht-n erschienen: Da: Palästina muwmcii! Im Urteil der sachkundigen Kritik: Das beste Buch seiner Art! Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina, Verwaltung, Steuer-, Rechts-, Verkehrs- und Zollwesen; Touristen- und Uebersiedlungsbestimmungen; Existenzmöglichkeiten; Zionismus; zugleich erprobter Führer durch Palästina und hebräisches Vokabularium (in Lateinschrift). 118 OkteV6«4ttyi Text: nur Tatsachen und Ziffern! Eine Landkarte! Preis S 4*— (exkl. Versandspesen); im Ausland (inkl. Versandspesen, nur bei Vorauszahlung, eventuell in internationalen Portoscheinen) RM 2.50, Kc 20.—, Dinar 45.—, Schweizer Fr. 3.—, Zloty 3.—. Zu beziehen durch Palästina-Amt, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-86, und «PAG», Wien, III., Landstraßer Gürtel 9. Verbringet Euren Urlaub in Österreich!

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