Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 292 (27.7.1933)
- Date
- 1933-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. b. b. BEZUGS¬ BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 150, Vierteljahr I. S 4'20, ganzjährl. . . . S 16 — Deutschld. viertel jihrl.. . . RM V— Tschechoslowakei vierielj. . Kc 24 — Jugoslawien viertel jährl. . Din. 40 — Po en Vierteljahr lieh . . Zloty 6 50 Ungarn Vierteljahr lieh . . PengÖ 4 20 Rumänien viertel jährl. . . Lei 120 — Uehriges Ausland viert eljahrl. Schw. Franken 4'50 Jüdische Zeitung sm .mmmmm 6. jahr^anj; Wien, Donnerstag, 27. Juli 1933 (4. Ab 5693) Preis 35 g Erscheint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, U Klrntnerstreike 28 Tel. R-27 4-85 Postsparkassen* konti: Oesterr. D 113.546 Polen . . 191.199 Ischecho- ■lowakei .500.230 Jugoslawien 402579 Nummer 292 LETZTE NACHRICHTEN Stärket Jttangei an in Palästina Jerusalem. Wie aus Haifa gemeldet wird, macht sich dort ein starker Mangel an gelernten und ungelernten jüdischen Arbeitskräften fühlbar. Das Arbeitsvermittlungsamt ist außerstande, den zahlreichen Anforderungen nach jüdischen Arbeitern für Hausbau, Straßenbau und andere öffentliche Arbeiten zu entsprechen. Es ist zu erwarten, daß sich der Arbeitermangel indischen Jhbeitem noch verschärfen wird, wenn mit dem für die nächste Zeit in Aussicht genommenen Bau der neuen Häuser in der an der Haifa-Bay gelegenen Arbeitervorstadt begonnen werden wird. Aehnlich lautende Berichte über die Lage auf dem Arbeitsmarkt treffen auch aus anderen Städten und Kolonien ein. Die Makkabiade 4933 nach Prag verleg! In der Zeit vom 3. bis 6. August sollte bekanntlich in Czernowitz die große jüdische Sportveranstaltung, die Makkabiade, stattfinden. Indessen ist gestern von Bukarest die telephonische Nachricht eingetroffen, daß mit Rücksicht auf die antisemitische Propaganda der Cuzisten die rumänische Regierung außerstande sei, die Garantie für den ruhigen Verlauf der Makkabiade zu übernehmen. Wie uns nunmehr auf telephonischem Wege mitgeteilt wird, ist es den Leitern der Makkabiade gelungen, die tschechische Regierung für die Abhaltung dieser Makkabiade zu gewinnen und dieselbe erteilte auf telegraphischem Wege ihre Einwilligung zur Abhaltung in Prag. Lord Melchett als Ehrenvorsitzender hat sowohl der tschechischen Regierung wie auch der Leitung der Makkabiade seinen Dank für die rasche Erledigung ausgesprochen. Wiener Kibbuz in Palästina Dank den Bemühungen und der Opferfreudigkeit des Zionistischen Landeskomitees, den Bemühungen des Zionistischen Landeskomitees und des Verbandes der Allgemeinen Zionisten in Palästina ist es dem Allgemeinen Zionistischen Jugendbund üdud Zeirim gelungen, vom Direktorium des K. K. L. zehn Dunam Boden zur Gründung einer Machanah (Aufnahmestellung) zu erhalten. Die abschließenden Verhandlungen führte der Führer des Jugendbundes Gdud Zeirim, Mendel Teig, der zu diesem Zwecke kürzlich nach Erez Israel fuhr. Der Boden befindet sich in Mifraz Haifa, etwa einen halben Kilometer östlich vom Kwisch Haifa-Akko, angrenzend an das Westufer des Fuera-Kanals und die Farm Sabinah. Weitere fünf Dunam wurden dem Gdud Zeirim am Ostufer des Fuera-Kanals reserviert. Hausdurchsuchungen und Derhoffungen von Revisionisten Tel-Awiw. In Tel-Awiw fanden zahlreiche Hausdurchsuchungen bei Revisionisten statt, wobei zwanzig Mitglieder der Revisionistischen Organisation verhaftet wurden. Unter den Verhafteten befindet sich Dr. Jewin und der Administrator der Zeitschrift «Hazith Haam», Lichter. Bei einigen von den Verhafteten wurden Waffen beschlagnahmt. Die Polizei behauptet, daß sie auf der Spur einer geheimen terroristischen Organisation in Palästina sei. Die Verhafteten wurden nach Jerusalem überführt, von denen die Hälfte nach Erlag einer Kaution enthaftet wurde. Die Nachricht von den erfolgten Verhaftungen erregte in ganz Palästina peinliches Aufsehen. Paidstinavegievung erzielt für 4932 einen Vermaltungsiiberschufi von einer halben Million Pfund Jerusalem. Wie aus den eben veröffentlichten amtlichen Ziffern über die Verwaltungswirtschaft der Palästina-Regierung in der Zeit vom 1. April 1932 bis zum 31. März 1933 hervorgeht, hat die Regierung insgesamt in diesem Zeitraum 2,516.000 Pfund ausgegeben, während ihre Einkünfte 3JJ16.000 Pfund betrugen. Die Regierung hat somit Im abgelaufenen Finanzjahr einen Verwaltungsfiberschuß von einer halben Million Pfund erzielt. Die Wahlen zum Zionislenkongveß ln Kongveßpolen (Teleph. Eigenbericht der «Stimme») Bisher liegen Resultate von den Wahlen in 101 Städten Kongreßpolens vor: In Warschau stimmten von 18.174 Wahlberechtigten 9101 Personen. Hievon entfielen auf die Liste 1 (Al Hamischmar) 1555 Stimmen. Liste 2 (Et Liwnoth) 258. Liste 3 (Misraciif) 1938. Liste 4 (Großmanngruppe) 471. Liste 5 (Liga für das arbeitende Palästina) 2679. Liste 6 (Gruppe Jabotinsky) 2107. Liste 7 (Hitachduth) 98 Stimmen. Die bisherigen Resultate machen nur ein Fünftel der endgültigen Stimmenanzahl aus, da die Wahlen in 500 Städten stattgefunden haben. Das Wahlergebnis dürfte folgendes Bild ergeben: Das Arbeitende Palästina wird voraussichtlich 38 Mandate, d. i. ca. 42 Prozent der abgegebenen Stimmen, die Jabotinsky-üruppe 20 Mandate, d. s. 23 Prozent, Misrachi 15 Mandate, d. s. 16 Prozent, Grünbaum-Gruppe 10 Mandate, d. s. 11 Prozent, Großmann-Gruppe 1—2 Mandate, d. s. P/a Prozent, Allgemeine Zionisten 1—2 Mandate, d. s. 1% Prozent, Hitachduth 2 Mandate, d. s. 1% Prozent. Die Wahlen sind im allgemeinen ruhig verlaufen. Nur in einzelnen Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen den Linken und Revisionisten, wobei es auch Verwundete gab. Die Polizei mußte wiederholt einschreiten. Allenfalls haben die Revisionisten eine starke Einbuße an Stimmen erlitten, die ungefähr 30 Prozent beträgt. Telephon U 29-4-51 u. U 23-1-51 Michael Schaum Wien,!♦. 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